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PE-Folie (Polyethylenfolie)

PE-Folie (Polyethylenfolie) ist ein Material, das in vielen Branchen Anwendung findet. Besondere Relevanz erlangt es in der Wellpappen- und Verpackungsindustrie, wo es zum Schutz vor Feuchtigkeit und anderen negativen Umwelteinflüssen verwendet wird. In der Praxis dient die Kunststofffolie als Feuchtigkeitssperre, Staubschutz und mechanische Schutzlage, etwa als Abdeckfolie, Inliner in Kartonagen, Beutel oder Schrumpfhaube. Durch ihre Kombination aus Flexibilität, Robustheit und guter Verarbeitbarkeit lässt sich PE-Folie prozesssicher in manuelle und automatisierte Verpackungsabläufe integrieren.

Im logistischen Alltag schützt PE-Folie empfindliche Oberflächen, minimiert Verschmutzungen bei Lagerung und Transport und stabilisiert Einheiten auf Paletten. Je nach Ausführung kann die Folie transparent, transluzent oder opak ausgeführt sein, antistatisch eingestellt werden oder durch definierte Gleitwerte die Maschinengängigkeit auf Verpackungslinien unterstützen. Für papierbasierte Packmittel wie Wellpappe reduzieren PE-Folien zudem die Feuchteaufnahme und helfen, Formstabilität und Kantenhalt zu bewahren.

Definition: Was versteht man unter PE-Folie (Polyethylenfolie)?

Polyethylenfolie, kurz PE-Folie, ist ein thermoplastisches Material, das aus dem Polymer Polyethylen besteht. Es weist eine hohe Chemikalien- und Feuchtigkeitsbeständigkeit auf und hat zudem sehr gute Dämmeigenschaften. Mit diesen Eigenschaften schützen PE-Folien Verpackungen vor Feuchtigkeit, Staub und Schmutz.

Polyethylen gehört zu den Standardkunststoffen und wird durch Polymerisation von Ethylen hergestellt. Je nach Herstellungsroute und Molekülstruktur unterscheidet sich der Kristallinitätsgrad und damit die Dichte (typisch ca. 0,91–0,96 g/cm³), die Steifigkeit und die Zähigkeit. Als Folie bietet PE gute Heißsiegelfähigkeit, hohe Reißdehnung, geringen Wasserdampf-Durchgang sowie optional Transparenz. Die Folienstärke reicht je nach Anwendung von sehr dünnen Qualitäten im Bereich weniger Dutzend Mikrometer bis zu robusteren Stärken für Abdeckungen und Beutel.

Im Verpackungsumfeld ist PE-Folie häufig als Rollenware, Zuschnitt, Beutel (Flach- und Seitenfaltenbeutel), Inliner, Abdeck- und Schrumpffolie im Einsatz. Die Oberfläche kann für das Bedrucken und Kaschieren vorbehandelt werden, etwa durch eine Corona-Behandlung zur Erhöhung der Oberflächenspannung.

Für Lebensmittel-, Pharma- und Konsumgüteranwendungen werden häufig migrationsarme Rezepturen eingesetzt. Hinsichtlich Konformität spielen u. a. der Nachweis der Eignung für den vorgesehenen Kontakt, Geruchsneutralität und eine reproduzierbare Additivierung eine zentrale Rolle.

Herstellungsprozesse der PE-Folie

Die Herstellung der PE-Folie erfolgt in der Regel durch Extrusion. Hierbei wird das Ausgangsmaterial Polyethylen erhitzt und in eine flüssige Form gebracht. Durch eine Düse wird die Schmelze gepresst und anschließend abgekühlt, sodass sie sich verfestigt und eine dünne, gegebenenfalls durchsichtige Folie bildet.

Zwei etablierte Verfahren sind die Blasfolienextrusion (aufgeblasener Folienschlauch, anschließend flachgelegt) und die Gießfolienextrusion (Schmelze wird auf eine gekühlte Walze gegossen). Beide Verfahren ermöglichen eine präzise Einstellung von Folienstärke, Breite und mechanischen Eigenschaften. Mehrschichtige Coex-Folien kombinieren verschiedene PE-Typen, um Eigenschaften wie Zähigkeit, Steifigkeit, Gleitverhalten oder Heißsiegelfenster gezielt zu justieren.

Zur Funktionalisierung werden Additive eingesetzt, beispielsweise Gleit- und Antiblockmittel, UV-Stabilisatoren, Antistatika oder Regler für Trübung und Glanz. Für die Bedruckbarkeit erfolgt häufig eine Corona- oder Flammvorbehandlung. Rezyklatanteile (Post-Consumer- oder Post-Industrial-Rezyklat) können – abhängig von Qualitätsanforderungen – ebenfalls coextrudiert werden.

Prozessseitig beeinflussen Schmelzindex (MFR), Temperaturprofil, Abzugsgeschwindigkeit, Abkühlbedingungen und Online-Messsysteme (z. B. Dickenmessung) die Konsistenz der Folie. Eine stabile Blase (bei Blasfolie), niedrige Dicken-Toleranzen und gleichmäßige Additivverteilung sind zentrale Qualitätsfaktoren für die Weiterverarbeitung auf Verpackungsanlagen.

Qualitätskontrolle in der Extrusion

Typische Prüfgrößen sind Folienstärke und -toleranz, Gelpunkt-Anteil, Oberflächenspannung nach Vorbehandlung, Gleitreibwerte (statisch/dynamisch), Reiß- und Weiterreißfestigkeit sowie Durchstoßwiderstand. Bei Schrumpffolien werden zusätzlich Schrumpfraten in Maschinen- und Querrichtung, Rückstellverhalten und Optik (z. B. Orangenhaut) überwacht.

Verwandte Materialien und ihre Anwendung in der Verpackungsindustrie

Es gibt unterschiedliche Varianten der PE-Folie, die sich in Dichte, Festigkeit und Durchlässigkeit unterscheiden. Eine Variante ist die LDPE-Folie (Low-Density Polyethylene), die sich durch eine flexiblere Beschaffenheit auszeichnet und daher vorrangig für die Herstellung von Tüten und Beutelchen genutzt wird. HDPE-Folie (High-Density Polyethylene) ist hingegen widerstandsfähiger und wird für robustere Verpackungen verwendet.

Daneben kommt LLDPE (Linear Low Density PE) zum Einsatz, das durch kurze Seitenketten eine hohe Zähigkeit und Durchstoßfestigkeit bietet, etwa bei Stretch- und Schrumpfanwendungen. Moderne MDO-PE (Machine Direction Oriented) kann gezielt ausgerichtet werden, um Steifigkeit und Optik zu verbessern. Alternativpolymere wie PP- oder PET-Folien werden – je nach Anforderungen an Temperaturbeständigkeit, Sauerstoffbarriere oder Steifigkeit – als Materialoptionen betrachtet; im Wellpappenbereich bleibt PE aufgrund der guten Siegelbarkeit und Feuchtebeständigkeit jedoch weit verbreitet.

Je nach Einsatzzweck kommen farbige oder opake Masterbatches, Antifog- und Antistatik-Ausstattungen sowie lichtstabilisierte Rezepturen in Frage. Spezifische Anwendungsfälle wie der Korrosionsschutz bei metallischen Gütern werden teilweise über PE-Folien mit geeigneten Wirkstoffen realisiert.

Vor- und Nachteile von PE-Folie (Polyethylenfolie)

Der Vorteil der Verwendung von Polyethylenfolie in der Wellpappenverpackung liegt in ihren ausgewogenen Schutzeigenschaften. PE-Folien sind wasserabweisend, haben eine hohe Reißfestigkeit und sind gleichzeitig flexibel und dehnbar. Die Folien sind ferner kostengünstig in der Herstellung. Allerdings ist die Umweltfreundlichkeit der PE-Folien abhängig von Rezeptur, Einsatzmenge und Verwertungspfad, und in ihrer Entsorgung existieren gewisse Herausforderungen. Trotz ihrer guten Eigenschaften entsteht Kunststoffabfall, wobei Recyclingprozesse für PE-Folien regional unterschiedlich etabliert sind und durch designgerechte Ausführung verbessert werden können.

  • Vorteile: gute Feuchtigkeitsbarriere, chemische Beständigkeit, niedrige Dichte (geringes Gewicht), hohe Zähigkeit und Weiterreißfestigkeit, zuverlässige Heißsiegelbarkeit, variable Transparenz/Trübung, einfache Verarbeitung auf gängigen Verpackungslinien, anpassbare Gleitreibwerte, Bedruck- und Kaschierfähigkeit, breite Rohstoffverfügbarkeit, Monomaterial-Optionen für recyclingfreundliche Auslegung.
  • Nachteile: begrenzte Temperaturbeständigkeit (z. B. bei Heißabfüllung), geringere Sauerstoffbarriere im Vergleich zu Spezialbarrierefolien, potenzielle elektrostatische Aufladung ohne Additive, ökologischer Fußabdruck abhängig von Einsatzmenge und Rezyklatanteil, optische Beeinträchtigungen durch Rezyklate möglich, Empfindlichkeit gegenüber UV ohne Stabilisierung.

Umsetzung von Umweltaspekten und Ressourcenschonung

Unternehmen, die auf PE-Folien vertrauen, sind angehalten, Lösungen zu finden, um den Ressourcenverbrauch und die Umweltbelastung in Einklang mit den ökonomischen Aspekten zu bringen. In der Praxis bedeutet das oft einen Spagat zwischen der Wahl des Materialmixes und Kostenzielen. Eine Möglichkeit zur Verringerung der Umweltbelastung liegt in der Nutzung von recyceltem Kunststoff für die Herstellung neuer PE-Folien, sofern die Qualitätsanforderungen dies zulassen.

Weitere Ansätze sind Materialreduktion durch Downgauging (optimierte Folienstärken), Monomaterial-Designs für besseres Recycling, Einsatz von Post-Consumer-Rezyklat (PCR) in geeigneten Schichten sowie die Nutzung biobasierter PE-Qualitäten auf Basis nachwachsender Rohstoffe. Prozessseitig unterstützen saubere Trennung, sortenreine Erfassung und qualitätsgesicherte Regranulate die Wiederverwertung. Verpackungskonzepte, die auf Wiederverwendung und minimierten Materialeinsatz ausgelegt sind, reduzieren zusätzlich den Ressourcenverbrauch.

Für eine kreislauforientierte Auslegung sind zudem klare Kennzeichnungen, reduzierte Farbgebung, lösungsmittelarme Drucksysteme und kompatible Klebstoffe relevant. Abhängig von der Anwendung können Mindest-Rezyklatanteile, Produktsicherheitsanforderungen und regulatorische Vorgaben die Materialwahl bestimmen.

Typische Einsatzbereiche in der Wellpappen- und Verpackungsindustrie

PE-Folie wird entlang der gesamten Wertschöpfungskette genutzt, insbesondere um empfindliche Güter und papierbasierte Packmittel vor Umwelteinflüssen zu schützen.

  • Inliner und Beutel in Faltkartons zur Feuchtigkeitssperre und als hygienische Barriere.
  • Abdeck- und Haubenfolie als Staubschutz bei Lagerung und innerbetrieblichem Transport.
  • Schrumpffolie für das Fixieren mehrerer Produkteinheiten sowie als Transportsicherung.
  • Zwischenlagen, Zuschnitte und Auskleidungen zum Oberflächenschutz und zur Kontaminationsvermeidung.
  • Bedruckte Folien als Informations- oder Warnhinweis-Träger bei verpackten Gütern.
  • Palettenhauben und Schlauchfolien für die Stabilisierung von Ladeeinheiten im Versand.
  • Antistatisch eingestellte Folien in elektroniksensiblen Bereichen zur Reduktion elektrostatischer Aufladung.
  • Feuchte- und Schmutzbarrieren bei Exportverpackungen mit längeren Transport- und Lagerzeiten.

Technische Kennwerte und Spezifikationen

Wesentliche Spezifikationen werden applikationsspezifisch festgelegt, um Schutzwirkung, Maschinengängigkeit und Wirtschaftlichkeit auszubalancieren.

  • Folienstärke (Mikrometer) und Breite, Rollengewichte, Wickelrichtung.
  • Reißfestigkeit und Reißdehnung in Maschinen- und Querrichtung, Weiterreißfestigkeit, Durchstoßwiderstand.
  • Heißsiegelfenster, Siegelnahtfestigkeit und Dichtigkeit der Nähte.
  • Gleitreibwerte (COF), Antiblock- und Gleitmittelgehalt, Antistatik-Optionen.
  • Optische Parameter wie Trübung und Glanz sowie Oberflächenspannung nach Vorbehandlung.
  • Dichte und Schmelzindex (MFR) als Indikatoren für Steifigkeit, Fließverhalten und Verarbeitbarkeit.
  • Schrumpfraten und Rückstellverhalten bei Schrumpfanwendungen, gegebenenfalls Lochung/Perforation.
  • Wasserdampf-Durchgang (WVTR) und – falls relevant – Sauerstoffdurchlässigkeit (OTR) für sensible Güter.
  • Temperaturbereich für Verarbeitung und Einsatz (z. B. Kälteflexibilität, Kurzzeit-Temperaturlasten).
  • Konformität für den vorgesehenen Kontakt (z. B. Lebensmittel), Geruchs- und Geschmacksneutralität.

Verarbeitung und Qualitätsaspekte

Für ein zuverlässiges Verpackungsergebnis sind passgenaue Verarbeitung und stabile Prozessfenster entscheidend. Die Folie wird geschnitten, verschweißt, geschrumpft oder als Inliner eingelegt. Bei Schrumpfanwendungen begünstigen definierte Luftaustritte ein faltenarmes Ergebnis; hier unterstützt eine sauber gesetzte Perforation für den Luftaustausch die Prozessstabilität und Optik. Im Betrieb ist auf gleichmäßige Folienstärke, konstante Additivierung und geeignete Vorbehandlung für bedruckte Anwendungen zu achten.

Für reproduzierbare Siegelnähte sind saubere, trockene Siegelzonen, geeignete Temperatur- und Andruckeinstellungen sowie kompatible Materialien relevant. Bei automatisierten Linien beeinflussen Bahnlauf, Abrollkräfte, Kantenqualität, Bahnkantenführung und COF die Verfügbarkeit. Lagerbedingungen (Temperatur, UV-Licht, Feuchte) wirken auf Gleitmittelmigration, Blockneigung und Oberflächenspannung und sollten kontrolliert werden.

Lagerung und Handling

PE-Folie sollte trocken, vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt und möglichst in der Originalverpackung gelagert werden. Temperieren vor der Verarbeitung reduziert Kondensatbildung und minimiert Maßänderungen. Mechanische Beschädigungen an Rollenkanten sind zu vermeiden, um Bahnabrisse und Störungen im Verpackungsprozess zu verhindern.

Zusammenfassung:

  • Die PE-Folie, bekannt auch als Polyethylenfolie, ist ein hochwertiges und langlebiges Verpackungsmaterial, das in vielfältigen Industriezweigen eingesetzt wird.
  • Es bietet eine effektive Schutzschicht für Produkte, insbesondere beim Verpacken von Wellpappe, indem es diese vor Schmutz, Feuchtigkeit und anderen Beschädigungen schützt.
  • Mit ihrer hohen Reißfestigkeit, Flexibilität und Wasserfestigkeit ist die PE-Folie eine hervorragende Wahl für Unternehmen, die nach robusten und sicheren Verpackungen suchen.
  • Unterschiedliche PE-Typen (LDPE, LLDPE, HDPE) sowie Coex-Folien erlauben die gezielte Anpassung von Zähigkeit, Steifigkeit, Optik und Siegeleigenschaften.
  • Blas- und Gießfolienextrusion, Additivierung und Vorbehandlungen (z. B. Corona) definieren die Verarbeitbarkeit und Druckfähigkeit.
  • Ressourcenschonung durch Downgauging, Monomaterial-Designs, Rezyklateinsatz und sortenreines Recycling stärkt die Kreislaufführung von PE-Folien.
  • Saubere Prozessführung, geeignete Lagerbedingungen und definierte Gleit- sowie Siegelparameter sind für konsistente Verpackungsergebnisse maßgeblich.
  • Spezifikationen wie Dicke, COF, mechanische Kennwerte und optische Eigenschaften werden an den Anwendungsfall angepasst und qualitätsgesichert geprüft.

Veröffentlicht am 09.07.2024
Letzte Überarbeitung am 10.12.2025 um 09:57 Uhr von Manuel Hofacker

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