Besuchen Sie uns auf der E-Commerce Berlin Expo Stand D6 vom 17. - 18. Februar 2026 in Berlin.

Sofortkontakt

Wellstar-Packaging GmbH
Hubert-Weisser-Straße 2
78199 Bräunlingen

Tel. +49 (0)771 / 9294886-0
E-Mail info@wellstar-packaging.de

Polyvinylchlorid (PVC)

Als ein weit verbreitetes Material in der Verpackungsbranche steht Polyvinylchlorid, auch als PVC bezeichnet, im Fokus vieler Betriebe. Dieses transparente bis opake, flexible oder auch harte, widerstandsfähige Polymer wird in zahlreichen Anwendungen rund um Wellpappe-Verpackungen eingesetzt. Im Umfeld der Wellpappe kommen insbesondere PVC-basierte Folien, Schutzabdeckungen, Klebeband-Trägerfolien sowie Sichtfenster und funktionale Beschichtungen zum Einsatz, die Transportgüter schützen, die Handhabung erleichtern und die Gebrauchsdauer der Umverpackung erhöhen. Ergänzend werden PVC-Komponenten für dokumentenechte Versandtaschen, feuchtigkeitsabweisende Barriereeinsätze und abriebresistente Markierungen genutzt, um Prozesse in Lager, Kommissionierung und Versand sicher und effizient zu gestalten.

Definition: Was versteht man unter Polyvinylchlorid (PVC)?

Unter dem Kunststoff Polyvinylchlorid, abgekürzt als PVC, versteht man eine Klasse polymerer Materialien, die durch die Polymerisation von Vinylchlorid-Monomeren (CH₂=CHCl) erzeugt werden. PVC ist ein thermoplastisches Harz und gehört zu den weltweit häufig verwendeten Kunststoffen neben Polyethylen und Polypropylen. Charakteristisch sind Robustheit, Beständigkeit gegen Feuchtigkeit und zahlreiche Chemikalien sowie ein günstiges Brandverhalten im Vergleich zu vielen anderen Thermoplasten. PVC kann je nach Rezeptur als hartes (unplastifiziertes) oder weiches (plastifiziertes) Material vorliegen. Die Eigenschaften werden durch Molekulargewicht (z. B. K-Wert), Additivsysteme und Verarbeitung maßgeblich bestimmt, wodurch sich das Material präzise auf Anforderungen im Verpackungsumfeld abstimmen lässt.

Werkstoffvarianten: Hart-PVC (PVC-U) und Weich-PVC (PVC-P)

Hart-PVC (PVC-U) enthält keine oder nur sehr geringe Weichmacheranteile und ist formstabil, dimensionshaltig und für Platten, Profile und starre Folien geeignet. Weich-PVC (PVC-P) enthält Weichmacher, zeigt eine höhere Flexibilität, gute Reißdehnung und ist für Bänder, flexible Folien und Schutzabdeckungen verbreitet. Die spezifischen Eigenschaften werden durch Additive wie Stabilisatoren (z. B. Ca/Zn- oder Sn-basierte Systeme), Schlagzähmodifikatoren, Füllstoffe und Gleitmittel gezielt eingestellt. Für sensible Anwendungen werden migrationsarme, phthalatfreie Weichmacher eingesetzt, um Geruch, Emissionen und regulatorische Anforderungen sicher zu adressieren.

Typische Kenndaten (je nach Compound): Dichte etwa 1,30–1,45 g/cm³, Glasübergangstemperatur um 75–85 °C (hart), gute elektrische Isolationsfähigkeit, hohe Abriebfestigkeit sowie ausgeprägte Chemikalienresistenz gegenüber vielen wässrigen Medien. Ergänzend sind folgende Werte praxisrelevant: Zugfestigkeit und Bruchdehnung (abhängig von Rezeptur und Prüfklima), Shore-Härte (D bei hartem, A bei weichem PVC), Vicat-Erweichungstemperatur, Kälteflexibilität von Weich-PVC sowie UV- und Alterungsbeständigkeit. Bei Weich-PVC bestimmen Art und Anteil des Weichmachers die Flexibilität, Kälteflexibilität, Rückstellfähigkeit und Langzeitstabilität.

Herstellungsprozess von PVC

Die Produktion von PVC beginnt mit der Herstellung von Vinylchlorid, welches in der Regel aus Ethylen und Chlor gewonnen wird. Anschließend erfolgt die Polymerisation von Vinylchlorid, bei der einzelne Moleküle zu langen Kettenmolekülen verbunden werden. Das entstandene PVC wird abgekühlt, getrocknet und zu Granulat oder Pulver verarbeitet. Dieses Grundmaterial wird in einem nachgelagerten Schritt zu Compounds mit Additiven wie Stabilisatoren, Weichmachern, Gleitmitteln und, je nach Anwendung, Farbbatches oder Schlagzähmodifikatoren aufbereitet. Der Produktionsprozess umfasst die gezielte Temperaturführung, die Zugabe von Additiven, Misch- und Dispergiervorgänge sowie definierte Abkühlphasen, um die gewünschten Eigenschaften reproduzierbar zu erreichen. Produktionsvarianten wie Suspensions-, Emulsions- oder (seltener) Massenpolymerisation liefern unterschiedliche Partikelmorphologien und Verarbeitungsfenster, die für Folien und Bänder gezielt genutzt werden.

Polymerisation und Compoundierung

In der Praxis dominieren Suspensions- und Emulsionspolymerisation. Suspensions-PVC liefert Körner mit definierter Partikelgröße, die sich gut compoundieren und extrudieren lassen. Emulsions-PVC wird häufig für pastenverarbeitbare Systeme und feinere Beschichtungen gewählt. Die Compoundierung verbindet Basispolymer und Additive homogen, wodurch Verarbeitungsfenster, thermische Stabilität und mechanische Performance eingestellt werden. Prozessparameter wie Schergrad, Verweilzeit und Feuchtegehalt wirken sich auf Gelierungsverhalten, Oberflächenqualität und Maßhaltigkeit der Endprodukte aus.

Folien- und Bandherstellung

Zur Herstellung flexibler Folien und Trägermaterialien kommen Extrusion und Kalandrierung zum Einsatz. Kalandrierte Folien zeichnen sich durch gleichmäßige Dickenprofile und gute Oberflächen aus, während extrudierte Folien effizient produziert und leicht weiterverarbeitet werden können. Für Klebebänder wird eine PVC-Trägerfolie mit Haftklebstoffen (z. B. Naturkautschuk- oder Acrylat-Kleber) beschichtet, getrocknet und konfektioniert. Vorbehandlungen wie Corona, Flamme oder Primer verbessern die Haftung von Druckfarben und Klebstoffen. Antistatik-, Gleit- oder Antifog-Ausrüstungen sind möglich, wenn Sichtfenster und Schutzlagen spezielle Anforderungen erfüllen sollen.

Materialeigenschaften und Performance im Verpackungsprozess

Im Einsatz an Wellpappe-Verpackungen sind Reißkraft, Weiterreißwiderstand, Dehnung, Klebkraft (bei Bändern) sowie Abrieb- und Kantenbeständigkeit entscheidend. PVC-Trägerfolien kombinieren meist ein leises Abrollverhalten mit zuverlässiger Schäl- und Scherfestigkeit. Für Sichtfenster zählt neben Transparenz und Planlage die Kratz- und Wischfestigkeit. Temperatur- und Klimawechsel (z. B. 5–35 °C, 40–75 % r. F.) erfordern geeignete Rezepturen, damit weder Versprödung noch Klebstoff-Übertrag auftreten. UV-Exposition kann zu Vergilbung oder Festigkeitsabfall führen; lichtstabilisierte Compounds reduzieren diese Effekte.

Die Anwendung von PVC in der Wellpappe-Herstellung

Wellpappe spielt eine zentrale Rolle im Transport- und Verpackungsbereich. PVC wird hierbei nicht im faserbasierten Grundaufbau der Wellpappe selbst eingesetzt, sondern in peripheren Anwendungen, die die Funktionalität von Versand- und Lagereinheiten verbessern. Dazu zählen insbesondere Trägerfolien für Klebebänder zur Kartonverschließung, transparente Fenster in Versandumschlägen, Schutzfolien gegen Feuchtigkeit oder Abrieb sowie starre PVC-Elemente als Einsätze oder Abdeckungen. In Mehrweg- und Spezialverpackungen können PVC-Profile als Kantenschutz oder Flächenverstärkung integriert werden, um Stoßbelastungen zu reduzieren.

Typische Anwendungen im Umfeld der Wellpappe

  • Klebebänder mit PVC-Träger für den Kartonverschluss: hohe Reißfestigkeit, leises Abrollen, gute Haftung auch auf staubigen Oberflächen.
  • Transparente Sichtfenster und Schutzfolien auf Ummantelungen oder Umschlägen, die Inhalte sichtbar machen und vor Schmutz oder Spritzwasser schützen.
  • Flexible, bedruckbare Folien für Etiketten, Markierungen und instruktionale Hinweise an Versandgebinden.
  • Starre PVC-Platten oder Profile als Kanten- und Flächenschutz in Mehrweg- oder Spezialverpackungen.
  • Dokumententaschen und Einsteckhüllen aus Weich-PVC für Begleitpapiere an Wellpappe-Verpackungen.
  • Funktionale Beschichtungen als Feuchtigkeitssperre oder Gleitlage, wenn Reibung und Abnutzung kontrolliert werden sollen.

Bedruckung, Konfektion und Verarbeitung

PVC-Folien und -Bänder lassen sich, nach geeigneter Vorbehandlung, gut bedrucken (z. B. Flexo-, Sieb- oder Digitaldruck mit angepassten Farbsystemen). Sie können gestanzt, geritzt, perforiert, verschweißt oder verklebt werden. Für Klebebandanwendungen ist die Kompatibilität zwischen Trägerfolie und Klebstoffsystem wesentlich, um Schäl- und Scherfestigkeit über den vorgesehenen Temperatur- und Feuchtebereich zu sichern. Bei Sichtfenstern sind glatte Schnittkanten, verzugsarme Weiterverarbeitung und eine sichere Verbindung zur Wellpappe (z. B. über Schmelzklebstoffe) maßgeblich.

Abmessungen und Spezifikationen

Für Klebebandträger sind Folienstärken von etwa 35–65 µm verbreitet, Schutzfolien bewegen sich je nach Einsatz zwischen circa 15–200 µm. Starre Elemente werden nach Bedarf stärker ausgelegt. Auch Breiten, Längen und Wickelkerne werden entsprechend der Einsatzumgebung festgelegt. Weiterführende Orientierung bieten praxisrelevante Abmessungen und typische Toleranzbereiche, insbesondere bei der Spezifikation von Folienstärken, Rollenmaßen und Stanzteilen. In der Praxis üblich sind beispielsweise Bandbreiten von 25, 38, 48/50 oder 75 mm, Rollenkern-Durchmesser von 3 Zoll sowie definierte Reiß- und Klebkräfte pro 25 mm Prüfkörper.

Qualitätssicherung, Prüfmethoden und Normbezüge

Zur Qualitätssicherung werden mechanische und klimatische Prüfungen eingesetzt. Relevante Verfahren sind unter anderem: Zugversuch für Folien (z. B. nach ISO 527), Shore-Härte (ISO 868), Dickentoleranzen (berührungslose Messung gemäß Werksnorm), Klebkraft- und Scherfestigkeitsprüfungen für Bänder (z. B. nach gängigen Klebeband-Prüfnormen), Wasseraufnahme (ISO 62) sowie thermische Kenndaten wie Vicat-Erweichung (ISO 306). Brandverhalten und Rauchgasentwicklung werden abhängig von der Verwendung nach passenden Klassifizierungen bewertet. Prüfpläne sollten das reale Einsatzspektrum (Temperatur, Feuchte, UV, mechanische Beanspruchung) abbilden.

Lagerung, Handhabung und Verarbeitungsklima

PVC-Folien und -Bänder sollten kühl, trocken und vor UV-Strahlung geschützt gelagert werden. Für Weich-PVC ist eine Lagerung in moderaten Temperaturbereichen sinnvoll, um Weichmacherverluste zu minimieren. Vor der Verarbeitung wird eine Akklimatisierung auf Produktionsbedingungen empfohlen, damit Maßhaltigkeit und Klebstoffperformance stabil bleiben. Rollenware ist druckentlastet zu lagern, um Abflachungen und Kantenschäden zu vermeiden.

Vor- und Nachteile von PVC

Die Nutzung von PVC bietet Vorteile und hat zugleich begründete Einschränkungen. Auf der positiven Seite stehen mechanische Robustheit, gute Feuchte- und Chemikalienbeständigkeit, ein günstiges Brandverhalten im Vergleich zu vielen organischen Materialien sowie eine zuverlässige Bedruck- und Verarbeitbarkeit. PVC-Trägerfolien ermöglichen beispielsweise dauerhaft belastbare Kartonverschlüsse, zeigen ein leises Abrollverhalten und behalten auch bei wechselnden klimatischen Bedingungen ihre Funktion. Durch definierte Additivierung lässt sich die Performance entlang der gesamten Lieferkette reproduzierbar einstellen.

Demgegenüber ist PVC im Recycling anspruchsvoll. Die stoffliche Verwertung wird durch Additive und den Chloranteil des Polymers erschwert. Bei unsachgemäßer thermischer Behandlung können halogenhaltige Emissionen entstehen. Zudem erfordern eingesetzte Weichmacher und Stabilisatoren eine sorgfältige Auswahl und Bewertung hinsichtlich Migration, Geruch und regulatorischer Vorgaben. In bestimmten Formulierungen kann das Material bei tieferen Temperaturen verspröden; außerdem konkurriert PVC in einigen Anwendungen mit alternativen Werkstoffen wie Polyethylen, Polypropylen oder Polyester, die je nach Anforderung andere ökologische und technische Profile aufweisen. Für papierbasierte Verpackungskreisläufe ist eine trennfreundliche Gestaltung von PVC-Komponenten entscheidend.

Regulatorische Aspekte und Sicherheit

Bei der Formulierung von Weich-PVC sind gesetzliche Vorgaben zu Weichmachern sowie die Konformität mit kontakt- oder emissionsrelevanten Regelwerken zu beachten. Im Brandfall können chlorhaltige Zersetzungsprodukte entstehen; eine geeignete Risikobewertung und Kennzeichnung ist daher Teil der Sicherheitsbetrachtung entlang der Lieferkette. Je nach Anwendung sind zusätzlich Anforderungen an Geruch, Emissionen und potenzielle Migrationsgrenzen zu prüfen.

Nachhaltigkeit und Entsorgung

PVC ist in der Regel mit der Materialkennzeichnung 03 gekennzeichnet. Eine sortenreine Erfassung verbessert die Chancen der Verwertung. In der Praxis wird PVC im Verpackungsumfeld häufig energetisch verwertet, wobei moderne Abgasreinigungssysteme die Emissionen kontrollieren. Für papierbasierte Kreisläufe (z. B. Wellpappe-Recycling) gilt: PVC-haltige Elemente sollten so gestaltet sein, dass sie den Papierstrom nicht unnötig belasten (Design-for-Recycling, einfache Trennbarkeit, reduzierte Materialvielfalt). Werkstoffliche und rohstoffliche Recyclingpfade können, abhängig von Qualität und Reinheit der Fraktionen, ergänzend geprüft werden.

Zusammenfassung:

  • Polyvinylchlorid, oft abgekürzt als PVC, ist ein weit verbreiteter Kunststoff, der in verschiedenen Industrien Verwendung findet, einschließlich jener, die Verpackungen produzieren.
  • Aufgrund seiner hohen Beständigkeit gegenüber Umwelteinflüssen und Chemikalien wird PVC häufig als Alternative zur Wellpappe in Bereichen betrachtet, wo eine größere Haltbarkeit und Schutz erforderlich sind.
  • Allerdings ist die Umweltverträglichkeit dieses Materials kontrovers, da seine Herstellung und Entsorgung problematisch sein kann, was Unternehmen dazu veranlasst, nach nachhaltigeren Alternativen wie Verpackungen aus Wellpappe zu suchen.
  • Im Umfeld der Wellpappe sind PVC-Anwendungen vor allem peripher: Klebeband-Trägerfolien, Schutz- und Sichtfolien sowie starre Elemente für Kanten- oder Flächenschutz.
  • Die Wahl zwischen Hart- und Weich-PVC hängt von Flexibilitätsbedarf, Temperaturfenster, Chemikalienexposition und geforderter Lebensdauer ab.
  • Für die Spezifikation sind definierte Materialkennwerte, geeignete Additive, verlässliche Verarbeitungsprozesse und eine Recyclingstrategie maßgeblich.
  • Qualitätssicherung umfasst mechanische, klimatische und oberflächenbezogene Prüfungen, die das reale Einsatzspektrum in Lager, Transport und Distribution abbilden.
  • Design-for-Recycling und trennfreundliche Auslegung helfen, papierbasierte Kreisläufe wie das Wellpappe-Recycling nicht zu beeinträchtigen.

Veröffentlicht am 11.08.2024
Letzte Überarbeitung am 17.11.2025 um 09:55 Uhr von Manuel Hofacker

Zitieren oder teilen Sie diesen Artikel gerne!