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Rahmenlose Verpackung
Im Herzen der Verpackungsindustrie fasziniert eine spezielle Form der Verpackung – die rahmenlose Verpackung. Inspiriert von den Herausforderungen in der Wellpappenverpackungsbranche, bringt die rahmenlose Verpackung frischen Wind mit innovativen Umsetzungen. Als rahmenfreie, konstruktive Verpackungslösung adressiert sie aktuelle Anforderungen an Ressourceneffizienz, hohe Anpassungsfähigkeit und prozesssichere Logistik entlang der gesamten Lieferkette.
Definition: Was versteht man unter rahmenloser Verpackung?
Die rahmenlose Verpackung, oft als neuartiger Ansatz in der Verpackungswelt beschrieben, bricht mit traditionellen Designregeln. Gemeint sind Lösungen, die völlig ohne feste, tragende Rahmenstruktur auskommen und sich flexibel an Geometrie, Formstabilität und Größe des Packguts anpassen. Statt eines starren Skeletts werden variable Zuschnitte, flexible Halteelemente oder anpassungsfähige Umhüllungen eingesetzt. Das Konzept lässt Spielraum für unterschiedliche Konstruktionsprinzipien und ermöglicht es, Funktion und Gestaltung entlang des konkreten Produkts zu entwickeln. Im Ergebnis handelt es sich um eine funktionsorientierte Schutz- und Versandverpackung, die Kräfte durch Form- und Kraftschluss auf definierte Flächen verteilt und so ohne Rahmen stabilisiert.
Eigenschaften einer rahmenlosen Verpackung
Die signifikanten Charakteristiken bei einer rahmenlosen Verpackung sind ihre Flexibilität und Anpassungsfähigkeit. Durch das fehlende Umfeld starrer Rahmen sind sie variabel gestaltbar und bieten große Freiheiten im Konstruktions- und Entwicklungsprozess. Damit eröffnen sich modulare, materialeffiziente Umsetzungen, bei denen sich die Hülle eng an das Produkt anschmiegt und gleichzeitig relevante Schutzfunktionen sicherstellt. Zusätzlich lassen sich Fertigung und Konfektion oft vereinfachen, da weniger Bauteile und geringere Werkzeugkomplexität erforderlich sind.
- Formatvariabilität: lässt sich auf unterschiedliche Längen-, Breiten- und Höhenbereiche skalieren.
- Geringer Materialeinsatz: durch Wegfall nicht benötigter Rahmenkomponenten.
- Gewichtsreduktion: vorteilhaft für Transport, Handling und Portoklassen.
- Reduzierte Lagerhaltung: weniger unterschiedliche Bauformen, mehr Einsatzbreite je Zuschnitt.
- Prozesskompatibilität: geeignet für manuelle Konfektion sowie für automatisierte Packprozesse.
Die hohe Variabilität begünstigt kurze Entwicklungszyklen und eine wirtschaftliche Serienumsetzung. Gleichzeitig verlangt das Konzept eine sorgfältige Auslegung der Flächendrücke, Klemmpassungen und Knautschzonen, um das gewünschte Schutzniveau stabil zu erreichen.
Funktionsprinzip, Aufbau und Materialien
Rahmenlose Lösungen nutzen anstelle einer starren Tragstruktur formschlüssige oder kraftschlüssige Elemente, die das Packgut sichern. Typische Bausteine sind anpassbare Zuschnitte (z. B. mit Rillungen, Laschen oder Perforation), umlaufende Banderolierungen, flexible Einlagen, Fang- und Fixierpunkte sowie integrierte Verschlüsse. Die Schutzfunktion ergibt sich aus dem kombinierten Zusammenspiel von Geometrie, Kanten- und Flächendruckverteilung sowie definierter Nachgiebigkeit. Ergänzend können reibschlüssige Effekte und Materialpaarungen genutzt werden, um Relativbewegungen zu begrenzen.
- Materialien: überwiegend faserbasierte Werkstoffe (u. a. Wellpappe, Vollpappe), ergänzend papierbasierte Polster, Schaum- oder Faserpolster, Klebestreifen.
- Konstruktion: präzise Rillung und Nutung, passgenaue Laschen, optionale Einlagen zur Lastverteilung, Öffnungs- und Wiederverschlusselemente.
- Konfektion: Falten, Stecken oder punktuelles Kleben statt flächiger Versteifungsrahmen.
Typische Konstruktionsprinzipien
Je nach Produktgeometrie kommen unterschiedliche Mechanismen zum Einsatz. Ziel ist eine sichere Fixierung mit möglichst geringer Flächenpressung an sensiblen Bereichen und ausreichend Spiel an Kanten sowie Ecken.
- Umlaufende Banderole mit Klemmpassung und Entlastungsrillungen für definierte Anpressung.
- U- oder L-förmige Einlagen, die Auflageflächen schaffen und punktuelle Lasten großflächig einleiten.
- Wrap-around-Zuschnitte mit Verriegelungslaschen für formschlüssige Umhüllung ohne zusätzliche Rahmen.
- Steckbrücken und Rastnasen als reversible Fixierelemente für wiederholbares Öffnen und Schließen.
- Federnde papierbasierte Polster zur Dämpfung bei Fall- und Schwingungsbelastungen.
Leistungsmerkmale: Schutz, Stabilität und Testkriterien
Obwohl keine starre Rahmenkonstruktion vorliegt, kann die Schutzwirkung gezielt ausgelegt werden. Maßgeblich sind Kantenstauchwiderstand, Flächenstabilität, Dämpfung gegen Stöße sowie die Fähigkeit, punktuelle Lasten abzuleiten. Die Kraftaufnahme orientiert sich an Materialrichtung (MD/CD) und Wellenrichtung der Wellpappe, um ein günstiges Verhältnis aus Steifigkeit, Rückstellverhalten und Energieaufnahme zu erzielen.
- Produktschutz: umlaufende Auflageflächen verhindern Kantenkontakt; elastische Elemente puffern Vibrationen und Stöße.
- Stabilitätsverteilung: Rillungen und Faltgeometrien leiten Kräfte in druckresistente Bereiche.
- Prüfmethoden: Fall-, Schwingungs- und Stapeltests sowie Klimaprüfungen zur Absicherung der Eignung.
In der Praxis werden unter anderem ECT (Kantenstauchwiderstand) und BCT (Stapel- bzw. Boxkompressionsprüfung) herangezogen. Klimatische Einflüsse (Feuchte, Temperatur) sind in Vor- und Nachkonditionierung zu berücksichtigen, da sie die mechanischen Kennwerte faserbasierter Materialien beeinflussen.
Anwendungsbereiche der rahmenlosen Verpackung
Die Verwendung von rahmenlosen Verpackungen kann in diversen Branchen erfolgen. Sie eignen sich für leichte, empfindliche oder formvariable Produkte und gewinnen in Bereichen wie Lebensmittel, Kosmetik, Elektronik, Ersatzteile, Drucksachen und E-Commerce an Bedeutung. Durch Skalierbarkeit und Anpassungsfähigkeit lassen sich Serien und wechselnde Modellvarianten effizient abdecken. Auch im Aftermarket sowie bei saisonalen Sortimentswechseln bietet der Ansatz Vorteile in der Variantensteuerung.
Beispiele aus der Praxis
- Elektronische Kleingeräte: flexible Einleger sichern Bedienelemente, Kabel und Zubehör ohne starre Einsätze.
- Kosmetik und Pflege: variable Banderolen stabilisieren unterschiedliche Flaschen- und Tiegelgeometrien.
- Druckerzeugnisse und Kataloge: passgenaue Umschläge mit Rillungen schützen Kanten und Oberflächen.
- Ersatzteile mit wechselnden Längen: anpassbare Zuschnitte reduzieren Variantenvielfalt bei konstantem Schutz.
- Haushaltswaren-Sets: modulare Einleger trennen Komponenten und vermeiden Reibkontakt ohne zusätzliche Rahmen.
- Nicht sterile Medizintechnik-Komponenten: flächige Auflagen mit Fixierpunkten verhindern Mikrobewegungen in der Verpackung.
Vor- und Nachteile von rahmenloser Verpackung
Die Vorteile der rahmenlosen Verpackung liegen vor allem in Ressourcenschonung, Prozess-Effizienz und Konstruktionsfreiheit. Durch den gezielten Materialeinsatz sinken Abfallmengen, und Verpackungs- wie Versandabläufe profitieren von geringem Volumen und Gewicht. Die hohe Integrationsfähigkeit in bestehende Prozesse und die Möglichkeit einer individuellen, funktionsorientierten Gestaltung wirken sich zusätzlich positiv aus. Herausforderungen entstehen vor allem bei der Definition funktionssicherer Klemmpassungen, der Ermittlung notwendiger Knautschzonen und der Validierung unter realen Transportbedingungen.
- Vorteile:
- Material- und Platzersparnis, reduziertes Versandgewicht.
- Schnelle Anpassung an Produktänderungen, geringe Werkzeugkomplexität.
- Optimierte Lagerhaltung durch universell einsetzbare Zuschnitte.
- Gute Eignung für automatisierte Konfektion und Serienfertigung.
- Herausforderungen:
- Erfordert Erfahrung in Konstruktion ohne starre Rahmen und in der Lastverteilung.
- Initialer Entwicklungsaufwand für Geometrie, Rillbild und Griffzonen.
- Qualitätssicherung via Tests notwendig, um Zielschutzniveau zu belegen.
Als Entscheidungshilfe empfiehlt sich eine frühe Prototypenphase mit Funktionsmustern, um kritische Bereiche zu identifizieren und gezielt nachzuarbeiten. So lassen sich spätere Anpassungen in der Serie minimieren.
Gestaltung, Maße und Auswahlkriterien
Für die Auslegung sind Produktempfindlichkeit, Transportweg, Stapel- und Lagersituation sowie klimatische Bedingungen wesentlich. Eine passgenaue Abstimmung von Innenmaß, Auflageflächen und Haltepunkten stellt sicher, dass Kräfte definiert eingeleitet werden. Nützlich sind ausführliche Hinweise zu Abmessungen, Innenmaßwahl und Toleranzen, um Bauhöhen, Spiel und Verdichtungen korrekt zu dimensionieren.
- Analyse des Packguts: Geometrie, Masse, Schwerpunkt, empfindliche Zonen.
- Schutzdefinition: zulässige Beschleunigungen, Kantenbelastung, Stapeldruck.
- Konstruktion: Rillbild, Laschenführung, Fixier- und Entnahmeelemente.
- Validierung: Musterbau, Prüfungen, iteratives Feintuning.
Maßtoleranzen, Laufrichtung und Spiel
Die maßliche Auslegung basiert auf dem Produktmaß plus funktionalem Spiel. Für empfindliche Oberflächen werden weiche Auflagezonen und definierte Entlastungsschnitte vorgesehen. Die Wellenlaufrichtung und Faserausrichtung beeinflussen Steifigkeit und Kantenstabilität wesentlich.
- Innenmaß und Spiel: anwendungsbezogen z. B. 1–3 mm radial, zusätzliche Knautschzonen an Ecken.
- Laufrichtung: Welle bevorzugt quer zur Hauptbelastung für höhere Kantenstauchwerte.
- Rillbild: ausreichende Rillbreiten zur Vermeidung von Faserbruch und Weißbruch.
- Toleranzen: material- und prozessabhängig berücksichtigen (Feuchte, Zuschnitt- und Rillgenauigkeit).
Handhabung, Lager und Logistik
Rahmenlose Konzepte reduzieren aufgrund flacher Zuschnitte den Lagerraumbedarf. In der Kommissionierung sind eindeutige Markierungen, ergonomische Griff- und Öffnungshilfen sowie klare Faltfolgen hilfreich. Für den Transport ist die Verträglichkeit mit gängigen Ladehilfsmitteln, die Stapelstabilität sowie die Ladungssicherung zu berücksichtigen. Ergänzend unterstützen standardisierte Verpackungsanweisungen, Palettiermuster und eindeutige Kennzeichnungen eine fehlerarme Umsetzung in der Fläche.
Bei automatisierter Verarbeitung sind Taktzeit, Falzgenauigkeit, Reibwerte und die Maschinenkompatibilität der Zuschnitte zu prüfen. Geeignete Rillparameter und definierte Einsteckspiele erleichtern einen störungsarmen Lauf auf Förderanlagen.
Nachhaltigkeit und Ressourceneinsatz
Durch den Wegfall starrer Rahmen sinkt der Materialbedarf. Monomateriallösungen erleichtern die sortenreine Verwertung. Eine optimierte Flächennutzung im Zuschnitt, kurze Rüstzeiten und die Reduktion von Varianten tragen zusätzlich zu einem schonenden Ressourceneinsatz bei.
Die Auswahl faserbasierter Materialien, der Einsatz von klebstoffarmen oder stärkebasierten Klebungen und geeignete, wasserbasierte Druckfarben unterstützen die Kreislaufführung. Wo möglich, kann Wiederverwendung durch robuste Verriegelungen und beschädigungsarme Öffnungsmechanismen begünstigt werden.
Zusammenfassung:
- Rahmenlose Verpackungen sind eine ökonomische Alternative zu herkömmlichen Verpackungslösungen, da sie Material- und Platzersparnis ermöglichen. Dabei bieten sie insbesondere für Wellpappe-Produkte vielfältige Design- und Einsatzmöglichkeiten.
- Durch die Fertigung nach Maß schmiegen sich rahmenlose Verpackungen ideal an das Produkt an und verbessern so den Produktschutz. Dies kann besonders für Unternehmen von Vorteil sein, die Verpackungen aus Wellpappe suchen, da diese Materialart sich sehr gut an verschiedene Formen anpassen lässt.
- Die unkonventionelle Präsentation der Produkte durch die rahmenlose Verpackung kann die Aufmerksamkeit der Konsumenten erhöhen und so einen positiven Einfluss auf das Markenbild haben. Dieser Vorteil kann bei der Verwendung von Wellpappe noch verstärkt werden, da dieses Material umweltfreundlich und damit sehr zeitgemäß ist.
- Praxisnutzen: geringe Lagerhaltung, hohe Variantenabdeckung und gute Integrierbarkeit in bestehende Packprozesse.
- Voraussetzung: saubere Auslegung von Geometrie, Haltepunkten und Prüfungen, um das geforderte Schutzniveau sicherzustellen.
Als Leitfaden empfiehlt sich ein systematisches Vorgehen: Produktanalyse, Anforderungsdefinition, konstruktive Auslegung, Prototyping und Validierung unter realistischen Transport- und Klimabedingungen. So entsteht eine rahmenlose Verpackung, die Anforderungen an Schutz, Effizienz und Materialeinsatz zuverlässig erfüllt.
Veröffentlicht am 13.06.2025
Letzte Überarbeitung am 24.12.2025 um 12:02 Uhr von Sebastian Würth