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Raumgewichtsberechnung

Die Raumgewichtsberechnung ist ein bedeutender Aspekt in der Herstellung von Wellpappe. Sie beeinflusst die Qualität des Materials und hat weitreichende Auswirkungen auf die Performance des Endprodukts. Der Begriff verweist auf die Masse eines Volumenelements und findet besondere Bedeutung in der Verpackungsindustrie, speziell in der Herstellung von Verpackungen aus Wellpappe. Neben der reinen Materialeinschätzung ermöglicht die Bestimmung des Raumgewichts eine fundierte Beurteilung von Stabilität, Steifigkeit und Ressourceneinsatz entlang der gesamten Prozesskette – von der Papierauswahl über das Verkleben bis zur fertigen Kartonage. Darüber hinaus dient sie als objektivierbare Grundlage für Materialvergleiche, Prozessoptimierungen und die Dokumentation von Qualität über Chargen hinweg.

Definition: Was versteht man unter Raumgewichtsberechnung?

Bei der Raumgewichtsberechnung handelt es sich um die Berechnung der Masse eines bestimmten Volumenelements. Sie wird angegeben in Gramm pro Kubikzentimeter (g/cm³) und alternativ in Kilogramm pro Kubikmeter (kg/m³). Mathematisch entspricht sie der Dichte ρ = m/V. Sie ermöglicht eine wichtige Bewertung der Qualität von Wellpappe. Durch das Raumgewicht lassen sich Aussagen über die Stabilität und Belastbarkeit der Wellpappe treffen, was bei der Verwendung als Verpackungsmaterial von großer Bedeutung ist. In der Praxis spielt auch die Unterscheidung zwischen Raumgewicht (volumenbezogen) und Flächengewicht/Grammatur (flächenbezogen, in g/m²) eine Rolle, da beide Kennwerte unterschiedliche Aspekte des Materials charakterisieren. Ergänzend wird häufig der Begriff Rohdichte verwendet, der in diesem Kontext synonym zum volumenbezogenen Raumgewicht verstanden werden kann.

Abgrenzung: Raumgewicht versus Flächengewicht

Während das Flächengewicht die Masse bezogen auf eine definierte Fläche angibt, beschreibt das Raumgewicht die Masse bezogen auf ein Volumen. Wellpappe besitzt durch die Wellenstruktur Hohlräume; dadurch kann bei gleicher Grammatur je nach Wellenprofil und Dicke ein anderes Raumgewicht resultieren. Für die Beurteilung von Tragfähigkeit, Kantenstauchwiderstand und stapelbedingter Druckbeanspruchung ist das Raumgewicht daher eine ergänzende Kennzahl. Ebenso wirkt sich die lokale Verdichtung durch Rillen, Stanzen und Pressen auf die Dicke und damit auf das rechnerische Volumen aus, was in der Bewertung berücksichtigt werden sollte.

Anwendung der Raumgewichtsberechnung bei der Wellpappenherstellung

Die Raumgewichtsberechnung spielt eine wichtige Rolle in der Wellpappenherstellung. Durch das bewusste Einstellen des Raumgewichts lassen sich Wellpappequalitäten mit spezifischen Eigenschaften erzeugen. So kann beispielsweise durch ein erhöhtes Raumgewicht die Stabilität der Verpackung erhöht werden. Andererseits kann durch ein reduziertes Raumgewicht Material eingespart und so Kosten reduziert werden. In der Entwicklung werden dazu Liner- und Wellenpapiere (Grammatur, Faserqualität), das Wellenprofil (z. B. E-, B-, C-Welle oder Kombinationen) sowie der Klebstoffauftrag und die Prozessparameter in der Wellpappenanlage abgestimmt. Zusätzlich beeinflussen Produktionsgeschwindigkeit, Trockenzone, Temperaturführung und Anpressdruck die resultierende Dicke und damit das Volumen – mit unmittelbarer Wirkung auf das Raumgewicht und die daraus abgeleiteten Leistungskennwerte.

Einflussfaktoren auf das Raumgewicht

  • Papierauswahl und Grammatur: Faserlänge, Recyclinganteil und Flächengewichte der Deck- und Wellenpapiere beeinflussen die Masse maßgeblich.
  • Wellenprofil und Dicke: Geometrie und Flankenwinkel der Welle bestimmen das Verhältnis von Feststoff zu Hohlraum und damit das Volumen.
  • Klebstoffauftrag: Menge und Verteilung des Klebstoffs erhöhen die Masse und beeinflussen die Steifigkeit lokal.
  • Feuchtegehalt/Konditionierung: Restfeuchte verändert die Masse und die Kompressibilität des Materials.
  • Prozessdruck und Kalibrierung: Walzenspalt und Anpressdruck beeinflussen die resultierende Dicke und damit das Volumen der Wellpappe.

Zusammenhang mit mechanischen Kennwerten

Ein höheres Raumgewicht korreliert häufig mit verbesserten mechanischen Leistungswerten wie Kantenstauchwiderstand (ECT) oder Box Compression Test (BCT), allerdings nicht linear. Geometrische Effekte (Wellenprofil), Klebqualität und Feuchte spielen zusätzlich eine Rolle. Für eine belastbare Auslegung werden daher Raumgewicht, Grammatur, ECT/BCT und weitere Prüfwerte gemeinsam betrachtet. In der Praxis werden zudem Biegefestigkeit, Durchstoßarbeit und Rillverhalten einbezogen, um ein ausgewogenes Eigenschaftsprofil für den jeweiligen Anwendungsfall zu erreichen.

Verfahren zur Ermittlung des Raumgewichts bei Wellpappe

Zur Bestimmung des Raumgewichts bei Wellpappe gibt es verschiedene Methoden. Häufig wird eine Kombination aus Wiegen und Volumenmessung verwendet. Dabei wird das Gewicht einer bestimmten Menge Wellpappe bestimmt und anschließend das Volumen dieser Menge ermittelt. Das Verhältnis aus Gewicht und Volumen ergibt dann das Raumgewicht. In der Qualitätsprüfung haben sich standardisierte Vorgehensweisen bewährt, die Reproduzierbarkeit und Vergleichbarkeit sichern. Je nach Wandaufbau (ein-, zwei- oder dreiwellige Qualitäten) ist die Probenzahl zu erhöhen, um die natürliche Streuung der Dicke über die Fläche abzubilden.

  1. Konditionierung: Proben unter definierten Klimabedingungen (z. B. 23 °C/50 % r. F.) konditionieren, um Feuchteeinflüsse zu minimieren.
  2. Probenzuschnitt: Rechteckige Proben mit definierter Fläche herstellen; Kanten sauber und gratfrei.
  3. Volumenbestimmung: Länge, Breite und mittlere Dicke messen; die Dicke unter definiertem Messdruck bestimmen, um Kompressionseffekte zu berücksichtigen. Siehe hierzu weiterführende Informationen zu Abmessungen und Messvorgaben.
  4. Masse messen: Präzisionswaage verwenden; mehrfache Wägung und Mittelwertbildung erhöhen die Genauigkeit.
  5. Berechnung: ρ = m/V; Einheiten konsistent halten (z. B. m in g, V in cm³ oder m³).
  6. Dokumentation: Messbedingungen, Probenherkunft und Messmittel dokumentieren, um Ergebnisse nachvollziehbar zu machen.

Alternative und ergänzende Methoden

Für dickere oder stark strukturierte Proben kann die Volumenbestimmung durch geometrische Mittel mit Messunsicherheiten behaftet sein. Alternativ kommen Volumenbestimmungen über Verdrängungsverfahren (für steife, formstabile Muster) oder statistische Mittelung über größere Probenflächen zum Einsatz. Eine ausreichende Anzahl von Wiederholungen reduziert die Streuung. Bei Produktionsfreigaben wird häufig ein Prüfplan mit Stichprobenumfang und Akzeptanzkriterien hinterlegt, um Trends frühzeitig zu erkennen.

Messunsicherheiten und Fehlerquellen

  • Feuchteänderungen zwischen Wiegen und Messen verändern die Masse.
  • Variable Dicke durch lokale Kompression oder ungleichmäßiges Wellenprofil führt zu Volumenfehlern.
  • Unzureichende Probenanzahl bildet die Materialvariabilität nicht ab.
  • Falsche Einheitenumrechnung verfälscht die Ergebnisse; konsistente Einheitensysteme sind essenziell.

Vor- und Nachteile der Raumgewichtsberechnung

Die Raumgewichtsberechnung bietet einige Vorteile. Sie ermöglicht eine genaue Bestimmung der Qualität der Wellpappe und kann zur Optimierung des Herstellungsprozesses verwendet werden. Darüber hinaus hilft die Kenntnis des Raumgewichts dabei, die bestmögliche Verpackungslösung für ein bestimmtes Produkt zu finden. Allerdings kann die Bestimmung des Raumgewichts auch aufwendig und zeitintensiv sein. Zudem kann die Qualität der Wellpappe nicht allein anhand des Raumgewichts bewertet werden, sondern muss in Zusammenhang mit weiteren Faktoren betrachtet werden. Sinnvoll ist daher ein Kennwertsystem, das Raumgewicht, Grammatur, Dicke, ECT/BCT und klimatische Einflüsse zusammenführt.

  • Vorteile: Objektive Kennzahl zur Materialcharakterisierung; Grundlage für belastbare Auslegung und Vergleichbarkeit von Qualitäten; Ansatzpunkt zur Reduktion von Materialeinsatz bei gleichbleibender Funktion.
  • Nachteile: Aussage begrenzt ohne ergänzende Prüfwerte; Messaufwand und Notwendigkeit definierter Bedingungen; geometriebedingte Streuung bei dünnen oder stark profilierten Mustern.

Normen und Standards

Für die Ermittlung von Eingangs- und Abnahmekennwerten sind Normen hilfreich, um Verfahren zu harmonisieren. Relevante Dokumente sind beispielsweise ISO 536 (Bestimmung der Grammatur), ISO 287 (Feuchtegehalt von Papier), ISO 3034 (Bestimmung der Dicke von Wellpappe) sowie ISO 3037 (Kantenstauchwiderstand ECT). Für Druck- und Stapelprüfungen werden ergänzend anerkannte Prüfmethoden herangezogen. Die Einhaltung definierter Klimabedingungen nach den Vorgaben der entsprechenden Normen ist für reproduzierbare Raumgewichtsberechnungen entscheidend.

Einheiten, Umrechnung und Dokumentation

Einheitliche Maßeinheiten sind die Basis für korrekte Berechnungen: 1 g/cm³ entspricht 1.000 kg/m³. Bei Längenmaßen gilt: 10 mm = 1 cm. Für Volumina bedeutet dies: 1 cm³ = 1.000 mm³. Werden Proben in Millimetern vermessen, sollte das Volumen konsistent umgerechnet werden, um Rundungsfehler zu vermeiden. In der Dokumentation empfiehlt sich die Angabe von Messdruck, Auflagepunkten (Dickenmessung), Probenlage (Welle quer/längs) sowie der Anzahl der Wiederholungen, um Datensätze später nachvollziehen und vergleichen zu können.

Häufige Anwendungsfälle in der Verpackungspraxis

Typische Einsatzszenarien für die Raumgewichtsberechnung reichen von der Entwicklung leichter Versandverpackungen mit definierten BCT-Zielen über die Auslegung lasttragender Mehrwegbehälter bis zur Qualitätsüberwachung in der Serienfertigung. Auch bei Design-to-Cost-Projekten hilft der Kennwert, das Verhältnis von Materialeinsatz, Festigkeit und Schutzfunktion transparent zu machen. In komplexeren Fällen wird das Raumgewicht mit statistischen Methoden (z. B. Regelkarten) überwacht, um Prozessdrift zu erkennen.

Beispielrechnung

Eine quadratische Probe mit 100 mm × 100 mm und einer gemessenen Dicke von 4,0 mm besitzt ein Volumen von 40 cm³. Ergibt die Präzisionswaage eine Masse von 12,0 g, so folgt für das Raumgewicht ρ = 12,0 g / 40 cm³ = 0,30 g/cm³. Bei Umrechnung in kg/m³ entspricht dies 300 kg/m³. Dieses Beispiel verdeutlicht, dass bereits kleine Abweichungen bei Dicke oder Masse die berechnete Dichte spürbar verändern können. Ergänzend ein zweites Szenario: Eine 150 mm × 150 mm große Doppelwellenprobe mit 7,0 mm Dicke hat ein Volumen von 157,5 cm³ (15,0 cm × 15,0 cm × 0,70 cm). Wiegt die Probe 50,4 g, ergibt sich ρ = 50,4 g / 157,5 cm³ ≈ 0,32 g/cm³ beziehungsweise rund 320 kg/m³. Der Vergleich zeigt, dass die Geometrie und der Wandaufbau deutliche Einflüsse auf das berechnete Raumgewicht haben, obwohl die verwendeten Papiere ähnlich sein können.

Praxis-Tipps für konsistente Ergebnisse

  • Proben stets klimatisieren und zügig messen, um Feuchteeinfluss zu minimieren.
  • Mehrere Messpunkte für die Dicke erfassen und mitteln.
  • Einheitliche Messmittel verwenden und regelmäßig kalibrieren.
  • Ergebnisse mit weiteren Kennwerten (z. B. ECT/BCT) kombinieren, um die Eignung für den Einsatzfall besser einzuschätzen.
  • Messreihen über verschiedene Produktionslose hinweg anlegen, um saisonale und prozessbedingte Schwankungen zu erkennen.
  • Bei sehr leichten Qualitäten geeignete Auflösung von Waage und Dickenmessgerät sicherstellen, um systematische Fehler zu vermeiden.

Zusammenfassung:

  • Die Raumgewichtsberechnung bestimmt die Dichte eines Materials und ist für Unternehmen, die Verpackungen aus Wellpappe suchen, von großer Bedeutung.
  • Das Raumgewicht wird durch das Verhältnis von Gewicht zu Volumen eines Materials ermittelt. Dieses Verhältnis beeinflusst die Stabilität und Robustheit der fertigen Verpackung.
  • Durch die exakte Raumgewichtsberechnung lässt sich der Verbrauch von Ressourcen optimieren und damit sowohl Kosten als auch die Umweltbelastung der Herstellung von Wellpappe reduzieren.
  • Als volumenbezogene Kennzahl ergänzt das Raumgewicht flächenbezogene Größen wie die Grammatur und ermöglicht eine differenzierte Materialbewertung.
  • Für belastbare Aussagen sind standardisierte Messbedingungen, ausreichende Probenanzahl und die Kombination mit weiteren Prüfwerten erforderlich.
  • Die Beachtung einschlägiger Normen sowie eine saubere Einheitenführung erhöhen Transparenz, Vergleichbarkeit und Aussagekraft der Ergebnisse.

Veröffentlicht am 01.05.2025
Letzte Überarbeitung am 31.12.2025 um 09:41 Uhr von Manuel Hofacker

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