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Rostschutz

In der Wellpappenindustrie spielt der Rostschutz eine zentrale Rolle, insbesondere im Kontext transport- und lagergerechter Umhüllungen. Ziel ist es, die darin enthaltenen Artikel zuverlässig vor Korrosion zu bewahren, insbesondere wenn es sich um Metallprodukte oder andere rostanfällige Materialien handelt. Damit ist diese Schutzmaßnahme ein fester Bestandteil des Verpackungs- und Transportprozesses und trägt maßgeblich zur Qualitätssicherung sowie zur Vermeidung von Folgekosten entlang der Lieferkette bei. Relevante Einflussgrößen sind unter anderem Klimabedingungen während Transport und Lagerung, die Materialpaarung von Produkt und Packmittel, die Zeitdauer bis zur Entnahme sowie die Feuchteaufnahme des Fasermaterials. Zusätzlich beeinflussen Oberflächenreinheit, Salz- und Säurekontaminationen, Kondensatbildung durch Temperaturwechsel, das Sorptionsverhalten der Wellpappe, Holzfeuchte von Paletten sowie die Dichtigkeit der Umverpackung das Korrosionsrisiko. Eine prozesssichere Planung berücksichtigt daher nicht nur das Packmittel, sondern die gesamte Prozesskette vom Wareneingang über die Konfektionierung bis zur Endverwendung.

Definition: Was versteht man unter Rostschutz?

Der Rostschutz, auch Korrosionsschutz genannt, bezeichnet sämtliche Maßnahmen zur Vermeidung oder Verminderung von Rost. Rost ist ein Oxidationsprozess, der vor allem Eisen und Stahl betrifft. Feuchtigkeit, Luft und Salz können diesen Prozess beschleunigen. Das Ziel des Rostschutzes ist es daher, die Materialien vor diesen Einflüssen zu schützen und so ihre Lebensdauer zu verlängern.

Korrosion entsteht elektrochemisch: In Anwesenheit eines Elektrolyten (z. B. Kondenswasser) laufen Redoxreaktionen ab, die das Metall angreifen. Neben gleichmäßiger Flächenkorrosion treten in der Praxis Spalt-, Loch- oder Kontaktkorrosion (bei unterschiedlichen Metallen) auf. Bereits eine relative Luftfeuchte ab etwa 50–60 % kann – abhängig von Temperatur, Salz- oder Säureverunreinigungen – die Korrosionsrate deutlich erhöhen. Temperaturwechsel mit Taupunktunterschreitungen fördern Kondensatbildung und beschleunigen Korrosionsprozesse.

Zur Begriffsklärung im Verpackungskontext gehören zudem: Passiver Schutz (Barrieren gegen Sauerstoff/Feuchte), aktiver Schutz (Inhibitoren, passivierende Medien), temporäre Konservierung (abwasch- oder abziehbare Filme) sowie systemische Maßnahmen (Klimaführung, Trockenhaltung, dichte Packeinheiten). Entscheidend ist das abgestimmte Zusammenwirken dieser Elemente mit dem zu schützenden Werkstoff und der geplanten Laufzeit.

Methoden des Rostschutzes

Es gibt verschiedene Möglichkeiten zur Umsetzung von Rostschutz. Eine gängige Methode ist die Verwendung spezieller Beschichtungen, die eine Schutzschicht bilden und somit das darunterliegende Material vor Rost schützen. Darüber hinaus kann Rostschutz durch den Einsatz von Korrosionsinhibitoren erreicht werden, die Rost chemisch verhindern. Auch können die Materialien selbst rostresistent gemacht werden, z. B. durch Legierungen oder die Verwendung rostfreier Stoffe. Ergänzend wirken dicht schließende Umhüllungen, mehrlagige Verpackungssysteme und kontrollierte Klimabedingungen als wirksame Schutzstrategie im Gesamtsystem aus Produkt, Packmittel und Logistikumgebung.

Temporäre, aktive und passive Verfahren

  • Passive Barrieren: Lacke, Pulverbeschichtungen, Zink- oder Phosphatschichten sowie öl- oder wachsbasierte Konservierungen minimieren den Kontakt zu Sauerstoff und Feuchte.
  • Aktiver Schutz: Einsatz von Inhibitoren (z. B. VCI), die korrosive Reaktionen hemmen, sowie passivierende Medien, die die Metalloberfläche stabilisieren.
  • Temporäre Konservierung: Kurz- bis mittelfristige Schutzschichten, die vor Gebrauch entfernt werden können, etwa ölige Filme oder wachshaltige Emulsionen.
  • Systemische Maßnahmen: Dichte Packeinheiten, reduzierter Luftaustausch, kontrollierte Beladung (geringer Luftraum), trockene Prozessführung und geeignete Lagerbedingungen.

Klimaführung und Trockenhaltung

Rostschutz gelingt häufig durch Kontrolle des Verpackungsklimas: Trockenmittel (z. B. Silicagel) reduzieren die Luftfeuchte im Innenraum; dichte Umhüllungen und feuchteabweisende Innenlagen senken Diffusion. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Feuchteaufnahme des Fasermaterials, Dichtigkeit der Packeinheit und dem Verhältnis von Metalloberfläche zu eingeschlossener Luft.

In der Praxis werden Trockenmittelmengen anhand von Verpackungsvolumen, geplanter Schutzdauer, Leckagerate und klimatischer Belastung dimensioniert. Feuchteindikatorkarten und Datenlogger unterstützen die Überwachung. Potenzielle Feuchtequellen (z. B. unausgehärtete Beschichtungen, nasses Packmittel, feuchte Palettenhölzer) sind vor dem Verpacken auszuschließen, um die Wirksamkeit der Trockenhaltung nicht zu beeinträchtigen.

VCI-Funktionsweise

VCI (Volatile Corrosion Inhibitors) verdampfen aus Papier- oder Folienträgern, lagern sich als monomolekulare Schicht auf Metalloberflächen an und unterbrechen so die elektrochemische Reaktionskette. Die Wirksamkeit setzt eine ausreichend geschlossene Packumgebung, eine angemessene Dosierung und eine Vermeidung von „Leckagen“ voraus. Nach der Entnahme verflüchtigen sich die Inhibitoren rückstandsfrei oder lassen sich leicht entfernen.

VCI-Systeme müssen auf die jeweilige Metallart (z. B. Stahl, Gusseisen, Aluminium, Buntmetalle) abgestimmt werden. Unverträglichkeiten mit Elastomeren, Dichtungen oder nachgelagerten Oberflächenbehandlungen sind vorab zu prüfen. Die Platzierung der VCI-Träger möglichst nahe an der Metalloberfläche, kurze Öffnungszeiten bei der Konfektionierung sowie eine kompakte, dichte Umhüllung erhöhen die Effizienz.

Anwendung des Rostschutzes in der Wellpappenindustrie

In der Wellpappenindustrie wird der Rostschutz unter anderem durch spezielle Innenbeschichtungen der Verpackungen erreicht. Diese können sowohl das Produkt als auch die Wellpappe selbst vor Feuchtigkeit schützen. Bei Metallwaren werden zudem häufig VCI-Papiere (Volatile Corrosion Inhibitor) eingesetzt, die Korrosionsschutzmittel abgeben und so den Inhalt der Verpackungen vor Rost schützen. Ergänzend kommen Barrierepapiere, PE-beschichtete Innenlagen, verschweißbare Hüllen und saugfähige Einleger zum Einsatz, um Kondensat zu binden oder die Diffusion zu begrenzen.

Praxisüblich sind mehrlagige Systeme: feuchteabweisende Dispersionen oder Barrierepapiere als Innenlage, VCI-Trennlagen nahe der Metalloberfläche, ergänzt um Trockenmittel und dichte Umreifung oder Verschlusslösungen. Konstruktive Details wie Stanzungen, Rillungen und die technische Grundlagen der Perforation in Kartonagen beeinflussen die Dichtigkeit und damit das Innenraumklima. Für Transporte in feucht-warmen Klimazonen (z. B. Übersee) sind zusätzlich Alterungs- und Klimaprüfungen sinnvoll, um Kondensatbildung und Salzbelastungen realistisch abzubilden.

  • Innenbeschichtungen und Barrieren: wasserabweisend, optional fettbeständig, zur Reduktion von Feuchteaufnahme.
  • Trennlagen und Einlagen: VCI-Papiere/-Folien nahe am Metall, Korrosionsschutzöle nur dort, wo kompatibel.
  • Klimamanagement: Trockenmittel dimensioniert nach Volumen, Laufzeit und Leckagerate; dichte Umverpackung.
  • Prozessführung: Trockene Konfektionierung, kurze Offenstandszeiten, Handschuhe/saubere Montage zur Vermeidung von Fingerabdrücken und Elektrolytfilmen.
  • Verpackungsdesign: Minimierung freier Lufträume, definierte Fixierung zur Vermeidung von Abrieb, abdichtende Verschlüsse und geeignete Palettierung.
  • Monitoring: Feuchteindikatoren im Packgut, Stichprobenprüfungen nach Klimabelastung und dokumentierte Freigaben.

Normen, Prüfungen und Validierung

Für eine belastbare Auslegung des Rostschutzes sind normnahe Prüfungen und Validierungen hilfreich. Klimakammerzyklen mit definierten Temperatur- und Feuchtigkeitssprüngen bilden Transport- und Lagerprofile ab. Trockenmittel können nach gängigen Spezifikationen (z. B. Beutelklassifizierung und Sorptionsleistung) ausgewählt und dimensioniert werden. Prüfpläne beinhalten typischerweise Referenzproben, Worst-Case-Konfigurationen, Öffnungszyklen sowie die Bewertung von Kondensatbildung, optischer Korrosion und Rückständen auf Oberflächen.

Zur Dokumentation gehören Packvorschriften (Materialien, Lagenfolge, Stückliste), Anweisungen für die trockene Montage, Akzeptanzkriterien nach der Belastung und eine nachvollziehbare Kennzeichnung der Einheiten. Datenlogger unterstützen die Rückverfolgbarkeit, indem Temperatur- und Feuchteverläufe entlang der Lieferkette sichtbar werden.

Typische Fehlerquellen und Praxistipps

  • Nasse oder kalte Teile verpacken: Vorwärmen/Trocknen bis oberhalb des Taupunkts verhindert Kondensation in der Packeinheit.
  • Ungeeignete Materialpaarungen: Kontaktkorrosion zwischen unterschiedlichen Metallen durch isolierende Trennlagen vermeiden.
  • Unsaubere Oberflächen: Fingerabdrücke, Kühlschmierstoffreste oder Salze erhöhen die Korrosionsneigung; daher reinigen und neutralisieren.
  • Leckagen in der Umhüllung: Undichte Nähte, Laschen oder Perforationen reduzieren Schutzwirkung; dichte Verschlusslösungen einsetzen.
  • Über- oder Unterdosierung von VCI/Trockenmitteln: Bedarf an Laufzeit, Volumen und Klima anpassen, Überwachung vorsehen.
  • Feuchte Quellen im Packgut: Holz, Textilien, Schäume und frische Wellpappe als Feuchteträger berücksichtigen oder vorkonditionieren.

Nachhaltigkeit und Entsorgung

Rostschutz in Verbindung mit Wellpappenverpackungen sollte ökologische Aspekte berücksichtigen. Sortenreine Materialkonzepte und rückstandsfrei entfern- oder trennbare Schutzschichten erleichtern die Wiederverwertung. Wasserbasierte Dispersionen, geringere Auftragmengen und modulare Lagenfolgen reduzieren Materialeinsatz. Bei inhibitorischen Systemen ist die Kompatibilität mit nachgelagerten Prozessen (Reinigung, Beschichtung) ebenso zu beachten wie die sichere Handhabung und Entsorgung der Hilfsstoffe.

Vor- und Nachteile von Rostschutz

Der Einsatz von Rostschutz bietet diverse Vorteile. Zum einen erhöht er die Lebensdauer der verpackten Produkte und trägt somit zur Qualitätskontrolle bei. Weiterhin reduziert er die Notwendigkeit von Produktreklamationen und -rücksendungen, was Kosten spart. Ein weiterer Vorteil ist die Erhaltung des ästhetischen Erscheinungsbilds der Produkte. Auf der anderen Seite können die Kosten für Rostschutzmaterialien und -verfahren als Nachteil betrachtet werden. Zudem ist die Berücksichtigung von Umweltauswirkungen, insbesondere in Bezug auf die Entsorgung von Rostschutzmitteln und -verpackungen, erforderlich. Zusätzlich sind Schulungen und klare Prozessanweisungen notwendig, um die Wirksamkeit im Alltag sicherzustellen.

  • Vorteile: stabile Produktqualität, geringere Stillstände in der Montage, weniger Nacharbeit, längere Lagerfähigkeit und Planungssicherheit.
  • Potenzielle Nachteile: zusätzlicher Materialeinsatz, gegebenenfalls aufwendigere Prozesse, Entsorgungs- bzw. Recyclingaspekte bei beschichteten Fasermaterialien und die Notwendigkeit einer passenden Prozess- und Klimaführung.
  • Abstimmungsbedarf: Kompatibilität von Ölen, Fetten und VCI mit Oberflächen, Dichtungen und nachgelagerten Oberflächenbehandlungen.
  • Operative Aspekte: höherer Dokumentationsbedarf, qualitätssichernde Prüfungen, Monitoring der Klimabedingungen sowie eindeutige Kennzeichnung geschützter Einheiten.

Zusammenfassung:

  • Verpackungen aus Wellpappe können als Rostschutz dienen, wenn sie mit speziellen Beschichtungen oder Additiven versetzt sind, die das Eindringen von Feuchtigkeit verhindern.
  • Rostschutz umfasst eine Vielzahl von Techniken und Produkten zur Verhinderung und zur Bekämpfung von Korrosion, insbesondere bei Metallgegenständen.
  • Neben Schutzlacken und -anstrichen umfasst eine effiziente Rostschutzstrategie auch die sachgerechte Lagerung, zum Beispiel in korrosionsresistenten Verpackungen wie qualitativ hochwertigen Wellpappe-Behältern.
  • Entscheidend sind Verpackungsklima, Dichtigkeit der Einheit, die Nähe von VCI-Trägern zur Metalloberfläche sowie eine saubere Handhabung ohne elektrolythaltige Rückstände.
  • Für längere Laufzeiten und exponierte Routen empfiehlt sich die Kombination aus Barriere, Trockenmittel und inhibitorischen Systemen mit validierten Prüfungen unter realistischen Klimaprofilen.
  • Nachhaltigkeit und Entsorgung sind mitzudenken: Der Einsatz von sortenreinen Materialien und rückstandsfrei entfernbaren Schutzsystemen erleichtert die Wiederverwertung.
  • Eine dokumentierte Prozessführung mit Prüfplänen, Indikatoren und Datenlogging erhöht die Reproduzierbarkeit und senkt das Korrosionsrisiko im realen Logistikalltag.

Veröffentlicht am 20.08.2024
Letzte Überarbeitung am 10.11.2025 um 13:50 Uhr von Sebastian Würth

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