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Siegelmaschine
Im Produktionsalltag der Verpackungsindustrie ist die Siegelmaschine ein zentraler Bestandteil, insbesondere wenn es um Anwendungen im Umfeld der Wellpappe geht. Durch gezielte Verfahren und kontinuierliche Weiterentwicklung ermöglicht dieses Maschinenkonzept eine effiziente, reproduzierbare und prozesssichere Herstellung und den zuverlässigen Verschluss von schützendem Packmaterial – von Folieninlays und Beuteln bis hin zu papierbasierten, heißsiegelfähigen Zuschnitten. Zusätzlich gestatten moderne Anlagen die Erfassung, Auswertung und Rückverfolgung relevanter Prozessdaten (z. B. Temperaturprofile, Anpresskräfte, Taktzahlen), was für normierte Qualitätsprozesse und Auditierbarkeit von Bedeutung ist. In der Praxis kommen Siegelmaschinen als Stand-alone-Lösungen oder integriert in verkettete Verpackungslinien zum Einsatz, wo sie mit Zuführtechnik, Waagen, Etikettierung oder End-of-Line-Automation zusammenwirken und so die gesamte Prozesskette stabilisieren.
Definition: Was versteht man unter Siegelmaschine?
Eine Siegelmaschine ist eine Vorrichtung, die dazu dient, Verpackungsmaterialien mittels Wärme, Zeit und Druck stoffschlüssig zu verschließen. Das Siegeln beruht auf dem Aufschmelzen thermoplastischer Schichten (z. B. PE, PP, Beschichtungen oder Heißsiegellacke), die nach dem Abkühlen eine dauerhafte Verbindung eingehen. Bei Wellpappe wird die Siegeltechnik typischerweise dort eingesetzt, wo siegelfähige Liner, Kaschierungen oder Einsätze (Beutel, Inliner) vorhanden sind. Sie sichert die Struktur und Integrität des Verschlusses, schützt das Packgut gegenüber äußeren Einflüssen und trägt zur Transport- und Lagerfähigkeit bei. Im Sprachgebrauch wird der Begriff mitunter mit „Verschweißen“ gleichgesetzt; im Kontext der Verpackungstechnik bezeichnet Siegeln jedoch die gezielte Verbindung dünner, beschichteter Packstoffe, deren Nahtqualität anhand von Kriterien wie Siegelnahtfestigkeit, Dichtigkeit und Hot-Tack-Verhalten bewertet wird.
Je nach Einsatzgebiet unterscheidet man Hand- und Tischsiegelgeräte, Balkensiegelgeräte, Fußhebelgeräte, Durchlaufsiegelmaschinen, Heißluft- und Kontaktsiegler sowie Sonderbauarten (z. B. Induktionssiegelung bei Behälterverschlüssen). Allen gemein ist die gezielte Regelung von Temperatur, Anpressdruck und Siegelzeit für konsistente Nahtqualität. Zusätzlich werden Impulssiegelgeräte (kurzzeitige Widerstandserwärmung) und dauerbeheizte Systeme unterschieden; als weitere Sonderverfahren können Ultraschallsiegler oder kombinierte Schneid-Siegel-Module in speziellen Anwendungen zum Einsatz kommen, sofern Materialaufbau und Prozessziel dies erfordern.
Einsatz in der Wellpappe-Produktion
Die Siegelmaschine zeigt ihre Stärken in der Umgebung der Wellpappe-Produktion vor allem bei siegelfähigen Komponenten und Zusätzen. Sie ist ideal zum Verschließen von Inlinern, Beuteln und Folieneinlagen innerhalb von Kartonagen sowie für Papierzuschnitte mit Heißsiegelschichten (z. B. Versandhüllen). Dank hoher Geschwindigkeit, präziser Temperaturführung und reproduzierbarer Parameter lassen sich große Mengen mit gleichbleibender Nahtqualität verarbeiten. Ergänzend kommen in vielen Linien effiziente Füll- und Polstersysteme für empfindliche Produkte zum Einsatz, um Packgüter vor Stößen und Vibrationen zu schützen, bevor der Inliner oder Beutel final versiegelt wird. In verketteten Prozessen werden Siegelstationen häufig nach dem Abfüllen und vor dem Verschließen der Umverpackung positioniert, damit Barriereeigenschaften erhalten bleiben und Leckagen frühzeitig erkannt werden können.
- Beutel-in-Karton (Bag-in-Box): Staub-, Aroma- oder Feuchtigkeitsschutz durch das dichte Versiegeln von PE-/PP-Inlinern vor dem Verschließen der Außenverpackung.
- Versandhüllen und papierbasierte Zuschnitte mit Heißsiegellack: Verschluss ohne Klebstoff, geeignet für standardisierte Versandprozesse.
- Folienfenster oder kaschierte Flächen: Selektives Siegeln an vorgegebenen Kontaktzonen zur Fixierung transparenter Sichtfenster oder Beschichtungen.
- Schüttgut- und Schutzeinlagen: Sichere Nahtbildung bei Sack- und Beutelsystemen in Umkartons für Pulver, Granulate oder feuchteempfindliche Güter.
- Trays und Faltkisten mit Barriereeinlagen: Prozesssicheres Verschließen von Linerbags zur Verlängerung der Haltbarkeit und zum Schutz vor Geruchs- oder Aromamigration.
- Rücksendelösungen: Heißsiegelfähige Verschlussstreifen für papierbasierte Versandhüllen mit definierter Peelnaht zur einfachen, dokumentierten Öffnung.
Die Funktion einer Siegelmaschine
Die Arbeitsweise einer Siegelmaschine ist darauf ausgerichtet, Verschlüsse zu schaffen, die den Inhalt sicher und unbeschädigt transportieren. Im Prozess wird Wärme in Kombination mit Anpressdruck über eine definierte Zeit auf die siegelfähigen Schichten übertragen. So entsteht eine homogene Siegelnaht, die das Innere vor äußeren Einflüssen wie Feuchtigkeit, Staub und mechanischer Beanspruchung schützt und die Formstabilität des Packguts unterstützt. Entscheidend ist eine gleichmäßige Temperaturverteilung über die Siegelwerkzeuge, eine reproduzierbare Anpresskraft sowie eine exakt kontrollierte Verweil- und Kühlphase, um Materialschädigungen und Nahtschwächen zu vermeiden.
- Temperatur: Ausreichend hoch, um die thermoplastische Schicht anzuschmelzen, jedoch ohne Materialschädigung (z. B. Verzug, Verbrennungen).
- Druck: Sicherstellung des innigen Kontakts der Fügepartner; verhindert Hohlräume und Nahtschwächen.
- Zeit (Verweilzeit + Kühlzeit): Genügend lang für Schmelzfluss und anschließende Abkühlung, damit die Naht ihre Festigkeit erreicht.
- Nahtgeometrie und -breite: Angepasste Struktur (glatt, geriffelt, Kontur) beeinflusst Wärmeübergang, Peelverhalten und Dichtigkeit.
- Materialzustand: Sauberkeit, Feuchtegehalt und Dickentoleranzen der Schichten wirken direkt auf die Nahtqualität.
Für die Qualitätssicherung kommen Prüfungen wie Dichtigkeits- oder Peeltests zum Einsatz. Moderne Geräte verfügen über stabile Temperaturregelungen, Nahtbreiten- und Konturvarianten sowie optional integrierte Schneidkanten zum Trimmen von Überständen. Ergänzend werden häufig Prüfmethoden zur Bestimmung der Siegelnahtfestigkeit, Hot-Tack-Tests, Farb- oder Unterdrucklecktests sowie statistische Prozesskontrollen (z. B. Stichprobenpläne, Trendanalysen) genutzt, um Abweichungen frühzeitig zu erkennen und Parametrierungen nachvollziehbar zu dokumentieren.
Vor- und Nachteile von Siegelmaschinen
Eine Siegelmaschine bringt deutliche Vorteile in der Produktion siegelfähiger Verpackungskomponenten rund um Wellpappe. Sie ermöglicht eine schnelle, effektive und standardisierte Verarbeitung von Inlinern, Beuteln und beschichteten Zuschnitten. Mit ihrer Hilfe können große Mengen in kurzer Zeit verschlossen und die Prozesskosten durch Automatisierung und geringe Nacharbeitsquoten gesenkt werden. Zudem unterstützt sie die gleichbleibende Qualität der Nähte, was die Produktsicherheit erhöht. Vorteile einer Siegelmaschine sind somit unter anderem die erhöhte Produktionsgeschwindigkeit, Prozessstabilität, Kosteneffizienz und Qualitätssicherung. Darüber hinaus bieten moderne Systeme Rezeptverwaltung für wiederkehrende Aufträge, kurze Umrüstzeiten bei Formatwechseln und die Möglichkeit, Prozessfenster für unterschiedliche Materialstärken sauber zu trennen.
Jedoch gibt es auch Nachteile, die berücksichtigt werden müssen. Die Anschaffungskosten können relativ hoch sein, insbesondere bei automatisierten Durchlaufsystemen. Je nach Maschinentyp kann ein erhöhtes Maß an Wartung erforderlich sein (z. B. Austausch von Heizbalken, Dichtungen, Verschleißteilen). Zudem ist die Installation und Bedienung nicht immer trivial und erfordert geschultes Personal, etwa zur Parametrierung von Temperatur, Druck und Zeit. Ein weiterer Aspekt ist der Energiebedarf, insbesondere bei kontinuierlich beheizten Systemen oder Heißluftvarianten. Als wärmebetriebenes Gerät kann der Energieverbrauch einer Siegelmaschine im höheren Bereich liegen. Zusätzlich sind Materialschwankungen (z. B. variierende Beschichtungsgewichte oder Linerrezepturen) als Einflussfaktoren zu beachten, da sie die Prozessfenster verschieben und gegebenenfalls Nachjustierungen der Parameter notwendig machen.
- Typische Fehlerursachen: Falsches Temperaturfenster, kontaminierte Siegelbereiche (Staub, Feuchtigkeit), unzureichender Druck, zu kurze Verweil- oder Kühlzeit. Auch unpassende Nahtgeometrien, verschlissene Teflonabdeckungen, ungleichmäßige Erwärmung oder falsch positionierte Siegelzonen können Dichtigkeitsprobleme und Peelausfälle verursachen.
- Praxisempfehlungen: Materialtests vor Serienstart, regelmäßige Kalibrierung, saubere Fügezonen, dokumentierte Parameterfenster für wiederkehrende Aufträge. Ergänzend sind Wartungspläne, Prüfmittelüberwachung, Mustersiegelungen unter Worst-Case-Bedingungen sowie die kontinuierliche Datenerfassung (z. B. Chargen- und Liniennummern) hilfreich, um die Prozessfähigkeit langfristig abzusichern.
Maschinentypen und Verfahren
Impulssiegeln (Widerstandsheizung)
Beim Impulssiegeln wird der Heizdraht nur während der Verweilzeit bestromt. Das ermöglicht kurze, energieeffiziente Zyklen und schont das Material. Geeignet ist das Verfahren für Beutel- und Inlineranwendungen mit definierter Nahtlänge, häufig in Kombination mit integrierten Abschneidfunktionen.
Dauerbeheizte Balkensiegelung
Dauerbeheizte Werkzeuge halten eine konstante Temperatur und bieten stabile Bedingungen für wiederholgenaue Nähte, insbesondere bei hohen Taktzahlen. Die homogene Wärmeverteilung entlang des Balkens ist wesentlich für gleichbleibende Festigkeiten über die gesamte Nahtbreite.
Durchlaufsiegeln
Durchlaufsiegelmaschinen transportieren das Packgut kontinuierlich durch die Siegelzone. Sie sind für große Stückzahlen geeignet und ermöglichen reproduzierbare Ergebnisse bei geringem Bedienaufwand, erfordern jedoch eine sorgfältige Materialführung und präzise Geschwindigkeitsabstimmung.
Heißluft und Kontaktsiegler
Heißluftsysteme erwärmen die Oberfläche berührungslos, bevor der Verschluss durch Kontakt und Druck entsteht. Kontaktsiegler arbeiten mit direkter Wärmeübertragung und sind unempfindlicher gegenüber Luftströmungen. Die Wahl hängt von Materialaufbau, Schichtdicke und gewünschtem Nahtbild ab.
Induktions- und Ultraschallsiegeln
Induktionsverfahren werden vor allem bei Behälterverschlüssen genutzt, Ultraschallsiegeln bei speziellen Folienverbunden. Beide Verfahren gelten als Sonderlösungen, wenn die klassische Wärmeübertragung nicht ausreichend oder nicht materialverträglich ist.
Materialien, Liner und Beschichtungen
In der Wellpappenumgebung kommen häufig Polyethylen- (PE) und Polypropylen- (PP) Liner, coextrudierte Barrierefolien, papierbasierte Träger mit Heißsiegellack sowie kaschierte Verbunde zum Einsatz. Für stabile Ergebnisse müssen Schmelzbereiche, Oberflächenenergie, Beschichtungsgewichte und Dickentoleranzen bekannt sein. Auch biobasierte bzw. recyclingfähige Monomaterial-Lösungen gewinnen an Bedeutung, sofern ihre Siegeleigenschaften (z. B. niedrigerer Hot-Tack, verändertes Abkühlverhalten) prozesssicher berücksichtigt werden.
Prozesskontrolle und Dokumentation
Zur Prozessabsicherung werden Sensorik für Werkzeugtemperatur, Anpressdruck und Wegmessung genutzt. Datenerfassung, Chargenrückverfolgung, rezeptbasierte Parametrierung und definierte Freigabeprozeduren unterstützen reproduzierbare Resultate. In Prüfplänen sind Grenzwerte für Siegelnahtfestigkeit, Dichtigkeit und optische Kriterien (z. B. Blasen, Einschlüsse, Randglanz) festzulegen, während SPC-Methoden Trends sichtbar machen und Eingriffe rechtzeitig auslösen.
Arbeitssicherheit und Wartung
Heizflächen, Schneidkanten und bewegte Teile erfordern Schutzmaßnahmen, klare Anweisungen und regelmäßige Inspektionen. Wartungsumfänge umfassen das Austauschen von Teflonbändern, Federn, Dichtungen sowie die Reinigung der Siegelzonen. Eine vorausschauende Instandhaltung und periodische Kalibrierung sichern konstante Qualität und minimieren Stillstände.
Nachhaltigkeitsaspekte
Energieeffiziente Betriebsarten (Standby, Impulsmodi), optimierte Nahtgeometrien und materialgerechte Parameter senken den Ressourcenverbrauch. In Verbindung mit monomaterialen Linerlösungen kann die Recyclingfähigkeit der Gesamtverpackung verbessert werden, sofern Siegelnähte so ausgelegt sind, dass sie die Trennbarkeit der Materialien nicht behindern.
Zusammenfassung:
- Eine Siegelmaschine ist ein prozesssicheres Gerät, das zum Versiegeln siegelfähiger Verpackungsmaterialien und Komponenten im Umfeld der Wellpappe eingesetzt wird.
- Durch die Kombination aus Wärme, Druck und Zeit gewährleistet sie eine sichere, robuste Siegelnaht und unterstützt die Langlebigkeit der Produkte in der Umverpackung.
- In der Praxis werden Inliner, Beutel und heißsiegelfähige Zuschnitte effizient verschlossen, was den Einsatz von Wellpappe ergänzt und zur Vermeidung von Materialverschwendung durch reduzierte Nacharbeit beiträgt.
- Vorteile sind reproduzierbare Qualität, hohe Taktleistungen und Automatisierbarkeit; zu berücksichtigen sind Investition, Wartung und Energiebedarf.
- Die richtige Einstellung von Temperatur, Druck und Zeit sowie konsequente Qualitätsprüfungen sind entscheidend für dauerhafte, dichte Nähte.
- Zusätzliche Erfolgsfaktoren sind geeignete Nahtgeometrien, validierte Rezepturen und eine lückenlose Dokumentation relevanter Prozessdaten.
- Die Auswahl des Maschinentyps richtet sich nach Materialaufbau, Stückzahl, Linienintegration und geforderten Prüfmerkmalen wie Siegelnahtfestigkeit und Dichtigkeit.
Veröffentlicht am 04.07.2024
Letzte Überarbeitung am 11.11.2025 um 09:25 Uhr von Julia Kopp