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Thermoplastische Verpackung

Im Bereich der Verpackungslösungen hat sich die Thermoplastische Verpackung als effiziente und vielseitige Option etabliert. Ihre besonderen Eigenschaften machen sie zu einem etablierten Bestandteil in der Welt der Wellpappe und der kombinierten Schutzverpackungen. Durch die gezielte Kombination aus Materialauswahl, Geometrie und Fertigungsprozess lassen sich sowohl empfindliche Bauteile als auch volumensensitive Güter sicher und platzsparend verpacken.

Thermoplastisch beschreibt Werkstoffe, die sich bei Erwärmung wiederholt verformen und bei Abkühlung erneut erstarren. Diese Umformbarkeit, kombiniert mit geringem Gewicht, präziser Formtreue und guten Schutzfunktionen, macht die thermoplastische Lösung zu einer technisch ausgereiften Option für empfindliche oder komplexe Güter. Im Unterschied zu Duroplasten bleiben Thermoplaste bei wiederholtem Erwärmen verarbeitbar; dadurch sind Reparaturen, Anpassungen und ein geordneter Recyclingkreislauf grundsätzlich möglich.

Definition: Was versteht man unter thermoplastischer Verpackung?

Unter einer thermoplastischen Verpackung versteht man ein Produkt, das aus Thermoplast, einem speziellen Kunststoff, hergestellt wird. Dieser zeichnet sich insbesondere durch seine Formbarkeit bei Erhitzung aus. Sobald der Kunststoff abkühlt, erstarrt er in der geformten Gestalt und behält diese bis zu einer erneuten Erwärmung bei. Diese Eigenschaft ermöglicht eine Vielzahl von Verpackungsformen und -größen mit definierter Maßhaltigkeit, reproduzierbarer Qualität und integrierten Funktionen. Thermoplastische Verpackungen können mehrfach erhitzt und geformt werden, wodurch sie sich grundsätzlich für Recyclingprozesse eignen und unter geeigneten Rahmenbedingungen zu Rezyklaten verarbeitet werden können.

Thermoplaste lassen sich grob in amorphe und teilkristalline Typen einteilen. Relevante Kennwerte sind Schmelz- beziehungsweise Erweichungsbereich, Glasübergangstemperatur, Schlagzähigkeit, Chemikalienbeständigkeit und Transparenz. Ergänzend spielen Dichte, Schwindung, Wärmeformbeständigkeit (z. B. Vicat, HDT) sowie der Schmelzflussindex (MFR) für die Verarbeitung eine Rolle. Typische Polymerklassen sind Polyethylen (PE), Polypropylen (PP), Polyethylenterephthalat (PET), Polystyrol (PS) und deren Modifikationen. Die Auswahl richtet sich nach gefordertem Schutz, Temperaturfenster, optischen Anforderungen und regulatorischen Vorgaben (z. B. Lebensmittelkontakt). Zudem beeinflussen Additive wie Antistatikum, Flammschutz, UV-Stabilisator oder leitfähige Füllstoffe die Eignung für spezielle Anwendungen.

Materialbeispiele und Eigenschaften

  • PE (LD/HD): zäh, gute Kälteflexibilität, lebensmitteltauglich; geeignet für Beutel, Inlays, Formteile mit Stoßschutz. Varianten mit erhöhter Spannungsrissbeständigkeit für Medienkontakt.
  • PP: höhere Wärmeformbeständigkeit, gute Chemikalienresistenz; häufig für Trays, Klappverpackungen und funktionale Scharniere. Gute Ermüdungsfestigkeit bei Filmscharnieren.
  • PET: gute Transparenz und Barriere (mit Modifikationen), formstabil; verbreitet bei Schalen und Blistern. In APET/CPET-Varianten für unterschiedliche Temperaturfenster.
  • PS: steif, leicht zu thermoformen; genutzt für Tiefziehtrays und Einsätze. OPS/GPPS/HIPS je nach Zähigkeit und Klarheit.
  • ABS/Blend: robust, formstabil; für technische Einsätze und wiederverwendbare Einsätze in Transportverpackungen.
  • PA (Polyamid): gute Temperatur- und Abriebfestigkeit, je nach Typ mit Barriereeigenschaften; sinnvoll für technische Formeinleger und Mehrwegtrays.
  • PC: hohe Zähigkeit und Wärmebeständigkeit, transparent; für sichtbare Schutzhüllen und Präzisionseinsätze.
  • PLA und andere Biopolymere: biobasiert, je nach Rezeptur industriell kompostierbar; für definierte Anwendungen mit klaren Entsorgungswegen.

Einsatzgebiete der thermoplastischen Verpackung

Thermoplastische Verpackungen erfreuen sich in einer Vielzahl von Industrien großer Beliebtheit. Dank ihrer Flexibilität und Formbarkeit eignen sie sich besonders zur Verpackung komplex geformter Produkte. Zudem sind sie eine geeignete Wahl für Produkte, die einen hohen Schutz benötigen, da sie neben ihrer Anpassungsfähigkeit auch eine definierte Stoßfestigkeit aufweisen. Von der Lebensmittelindustrie über den Elektronikbereich bis hin zur Automobilindustrie finden thermoplastische Verpackungen im Mehrweg- und Einwegsystem Anwendung. Auch im E-Commerce, im Versandhandel und in der Intralogistik dienen sie als Schutz- und Fixierelemente, die den Materialeinsatz optimieren und Transportschäden reduzieren.

Sie kommen als Blister, Trays, Klappverpackungen, Formeinlagen, Schalen, Behälter oder Schutzhüllen zum Einsatz. Je nach Bedarf lassen sich Sichtfenster, Schnappverbindungen, Sollbiegestellen, Randversteifungen und integrierte Fixierkonturen realisieren. In Kombination mit Wellpappverpackungen dienen passgenau geformte Einsätze der Produktfixierung, dem Kanten- und Oberflächenschutz sowie der Optimierung von Innenlogistikabläufen. Die Schnittstelle zwischen Thermoplast-Einsatz und Wellpapp-Trägerverpackung wird über definierte Anlageflächen, Rastgeometrien und Toleranzen gestaltet, um eine sichere Arretierung und schnelle Bestückung zu gewährleisten.

Typische Anwendungen

  • Lebensmittel: Schalen und Deckel (ggf. mit Barriere), Blister für Süßwaren, Trays für Obst/Gemüse; optional mit Siegelrand und Peel-Eigenschaften.
  • Elektronik: ESD-geeignete Trays und Blister für empfindliche Baugruppen; leitfähige oder dissipative Ausführungen für geerdete Transportketten.
  • Automobil: formstabile Mehrwegtrays für Komponenten, Einlagen für Transportverpackungen; abriebarm und mit definierter Lageorientierung.
  • Pharma/Medizin: sterile Blister, Trays mit definierter Geometrie für sichere Handhabung; geeignete Oberflächen für Validierung und Rückverfolgbarkeit.
  • Kosmetik/Haushalt: transparente Sichtverpackungen mit Diebstahlschutz und guter Warenpräsentation; kratzunempfindliche Oberflächen für hochwertige Optik.
  • Maschinenbau/Feinmechanik: konturgenaue Formeinlagen für Kleinteile, Verschraubungen und Baugruppen; kombinierbar mit Zwischenlagen aus Wellpappe.

Herstellungsprozess von thermoplastischen Verpackungen

Der Prozess der Herstellung einer thermoplastischen Verpackung beinhaltet in der Regel das Erhitzen des Thermoplasten, bis er weich wird. Anschließend wird er in die gewünschte Form gebracht, häufig durch Thermoformen (Tiefziehen) oder Spritzgießen. Nachdem die Form erreicht ist, wird das Material kontrolliert abgekühlt und erhärtet, wodurch die neue Form dauerhaft beibehalten wird. Nachgelagerte Schritte wie Randbeschnitt, Lochung, Entgraten, Stapeln und Qualitätsprüfung sichern Maßhaltigkeit und Prozessfähigkeit. Dieser Ablauf ist effizient und für seriennahe Taktzeiten geeignet.

Verfahren im Überblick

  • Thermoformen/Tiefziehen: Erwärmte Folie wird per Unterdruck/Überdruck in ein Werkzeug gezogen; effizient für Trays und Schalen. Vorstrecken, Stützluft und Temperaturzonen verbessern Wanddickenverteilung.
  • Spritzgießen: Granulat wird plastifiziert und in ein formgebendes Werkzeug injiziert; präzise, mit hoher Reproduzierbarkeit. Geeignet für Clips, Scharniere, Verschlüsse und robuste Einsätze.
  • Blasformen: Herstellung hohler Körper wie Flaschen durch Aufweiten eines Vorformlings; steuerbare Wanddicke und gute Schlagzähigkeit.
  • Extrusion: Kontinuierliche Herstellung von Folien, Platten oder Profilen als Ausgangsbasis für weitere Schritte; inline oder offline kombinierbar mit Kaschierung und Oberflächenprägung.

Prozessparameter und Konstruktionshinweise

  • Wanddickenverteilung, Radiusgestaltung und Entformungsschrägen sichern Maßhaltigkeit und Stabilität; lokale Versteifungen verbessern Tragfähigkeit.
  • Werkzeugtemperatur, Zykluszeit und Kühlung beeinflussen Oberflächenqualität, Eigenspannungen und Taktleistung; gleichmäßige Kühlung minimiert Verzug.
  • Funktionsintegration (z. B. Schnapphaken, Filmscharniere) reduziert Teilezahl und Montageaufwand; definierte Rastkräfte erleichtern die Handhabung.
  • Für passgenaue Teile helfen weiterführende Erläuterungen zu praxisrelevanten Abmessungen in Verpackungsprojekten bei der Definition von Toleranzen und Schnittstellen.
  • Materialfeuchte (z. B. bei PET/PA) und Trocknung beeinflussen Transparenz, Festigkeit und Oberflächenbild; geeignete Vorbehandlung ist einzuplanen.
  • Schwindung und Warpage sind in der Konstruktion zu berücksichtigen; Simulationen unterstützen die Vorhersage des Formverhaltens.
  • Geeignete Siegel- und Schweißzonen ermöglichen dichte Abschlüsse und reproduzierbare Peelkräfte bei Deckelfolien oder Klappverpackungen.

Qualitätsprüfung und Validierung

Zur Absicherung der Funktion werden Prüfungen wie Fall- und Stoßtests, Klimatests (Temperatur/Feuchte), Zug- und Biegeversuche sowie Stapel- und Druckprüfungen eingesetzt. Für lebensmittelnahe Anwendungen ist die Konformität mit den geltenden migrations- und hygienebezogenen Anforderungen nachzuweisen. Bei ESD-kritischen Gütern werden Oberflächen- und Volumenwiderstände sowie Ableitzeiten geprüft; die Verpackung wird in die definierte Schutzkette (Transport, Lagerung, Handhabung) eingebettet.

Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft

Thermoplastische Verpackungen lassen sich bei geeigneter Auslegung im Kreislauf führen. Design-for-Recycling umfasst Monomaterial-Ansätze, gut trennbare Verbunde, eindeutige Materialkennzeichnung und eine sortiergerechte Farbwahl. Der Einsatz von Rezyklaten (PCR/PIR) ist je nach Anwendung möglich; dabei sind mechanische Eigenschaften, Geruch und regulatorische Vorgaben zu berücksichtigen. Mehrwegfähige Trays und Einsätze in Kombination mit Wellpappe-Umverpackungen reduzieren Abfall und schonen Ressourcen, wenn Rücklauf und Reinigung prozesssicher organisiert sind.

Ökobilanzielle Betrachtungen berücksichtigen Materialverbrauch, Transportvolumen (Nesting, Stapelbarkeit), Wiederverwendung, Reparierbarkeit und die End-of-Life-Optionen. Durch geometrische Optimierung, Wanddickenreduktion und funktionsintegriertes Design lässt sich der Ressourceneinsatz bedarfsgerecht auslegen, ohne die Schutzwirkung zu vernachlässigen.

Schnittstelle zu Wellpappe und Systembetrachtung

In Systemverpackungen übernimmt die thermoplastische Komponente die formschlüssige Fixierung, während die Wellpappverpackung Lastabtragung, Stapelfestigkeit und äußeren Schutz bereitstellt. Passflächen, Schnappaufnahmen und Zentrierkegel sorgen für reproduzierbare Lage; Aufnahmen für Handhabung (Greifkerben, Ausdrückhilfen) beschleunigen Kommissionierung und Montage. Durch abgestimmte Toleranzen werden Reib- und Klemmsitze definiert, um Geräusche, Abrieb und Bauteilbewegung während Transport und Lagerung zu minimieren.

Vor- und Nachteile der thermoplastischen Verpackung

Zu den Vorteilen der thermoplastischen Verpackungen zählt vor allem ihre Flexibilität, welche die Produktion von individuellen Formen ermöglicht. Zudem sind sie leicht, robust und beständig gegenüber vielen Chemikalien. Allerdings gibt es auch Grenzen zu beachten. Thermoplastische Verpackungen neigen dazu, bei hohen Temperaturen zu verformen, was ihre Anwendung in bestimmten Bereichen einschränken kann. Zudem handelt es sich trotz ihrer Recyclebarkeit um Kunststoff, dessen Herstellung und Entsorgung ökologische Herausforderungen birgt. Eine sachgerechte Auslegung berücksichtigt daher Materialkreisläufe, Mehrwegkonzepte und den realen Sammel- und Sortierkontext.

  • Vorteile: hohe Formfreiheit, reproduzierbare Qualität, gutes Verhältnis von Gewicht zu Schutzleistung, optionale Transparenz und definierte Barrierefunktionen; präzise Fixierung komplexer Geometrien; gute Stapel- und Nestbarkeit für effiziente Logistik.
  • Grenzen: Wärmeformbeständigkeit beschränkt den Temperatureinsatz; mögliche Spannungsrissbildung bei bestimmten Medien; Werkzeugkosten erfordern geeignete Stückzahlniveaus; Materialtrennung und Additive beeinflussen die Wiederverwertung; farbige Compounds können die Sortierbarkeit mindern.
  • Hinweis: Die Auslegung sollte thermische Lastfälle, Transportbeanspruchung, Lagerklima sowie Interaktion mit Füllgut und Sekundärverpackung berücksichtigen. Zusätzlich sind Anforderungen an Hygiene, ESD-Schutz, Dichtheit und Ergonomie im Gesamtsystem festzulegen.

Zusammenfassung:

  • Thermoplastische Verpackung, häufig aus Polymeren wie Polyethylen oder Polypropylen, ist bekannt für ihre hohe Flexibilität und Widerstandsfähigkeit, ähnlich wie besonders robuste Wellpappverpackungen; in Kombination entstehen funktionale Systemlösungen.
  • Sie bieten vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten für die Verpackungsindustrie, indem sie auf Temperatur reagieren und in nahezu jede Form gebracht werden können. Dies ist vergleichbar mit der Anpassungsfähigkeit von Verpackungen aus Wellpappe, jedoch mit zusätzlichen Optionen für Sichtfenster, Funktionsintegration und präzise Konturführung.
  • Im Vergleich zu anderen Verpackungstypen wie Wellpappe helfen thermoplastische Verpackungen dabei, Produkte formschlüssig zu fixieren, empfindliche Oberflächen zu schützen und Haltbarkeit durch Barrierefunktionen zu unterstützen, was ihre Anwendung in verschiedenen Branchen fördert.
  • Relevante Verfahren sind Thermoformen, Spritzgießen, Blasformen und Extrusion; die Wahl richtet sich nach Geometrie, Taktzeit, Oberflächenanforderungen und Funktionsbedarf.
  • Materialwahl, Wanddicken, Toleranzen, Siegeleigenschaften und klimatische Randbedingungen bestimmen Schutzwirkung, Handhabung und Recyclingfähigkeit im Gesamtsystem; Prüf- und Validierungsschritte sichern die geforderte Performance.
  • Nachhaltige Auslegung umfasst Monomaterial-Design, eindeutige Kennzeichnung, Rezyklateinsatz und Mehrwegfähigkeit sowie eine auf Rückführung und Sortierbarkeit ausgerichtete Gestaltung.

Veröffentlicht am 21.06.2025
Letzte Überarbeitung am 19.01.2026 um 09:53 Uhr von Julia Kopp

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