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Tonnage
Der Begriff „Tonnage“ ist im Kontext von Produktion, Disposition und Transportplanung von zentraler Bedeutung, wenn Mengenströme, Kapazitäten und Frachtgewichte präzise bestimmt und gesteuert werden sollen. Im logistischen Sprachgebrauch beschreibt Tonnage die transportierte oder transportierbare Masse in Tonnen (t) und dient als harte Bezugsgröße für Kapazitätsplanung, Frachttarifierung und Kostenkalkulation. In einzelnen Verkehrsträgern existieren zudem spezifische tonnagebezogene Kennzahlen (z. B. Tragfähigkeit in der Seeschifffahrt), die sich nicht auf die Masse des Fahrzeugs, sondern auf dessen Last- beziehungsweise Raumkapazität beziehen. Darüber hinaus wird Tonnage in der Praxis häufig in Verbindung mit Wegstrecken zu Tonnenkilometern (tkm) verdichtet, um Leistung, Auslastung und Emissionen über Relationen hinweg vergleichbar zu machen. Für die Verpackungslogistik – insbesondere bei Wellpappe – ermöglicht die konsequente Erfassung der Tonnage eine belastbare Planung von Produktionsserien, Transportfrequenzen, Fahrzeugauswahl und Lagerprozessen.
Definition: Was versteht man unter Tonnage?
Der Begriff Tonnage leitet sich von der „Tonne“ als Maßeinheit ab und bezieht sich in der Logistik primär auf das Gewicht von Gütern oder Fracht, gemessen in Tonnen (1 t = 1.000 kg). Er ist ein grundlegender Maßstab im Frachtmanagement und hilft dabei, die Menge an Gütern zu quantifizieren, die mit einem Transportmittel bewegt werden können. In der Seeschifffahrt wird der Begriff zusätzlich in raumbezogenen Kennzahlen genutzt (z. B. Bruttoraumzahl/BRZ, Nettoraumzahl/NRZ) sowie als Tragfähigkeit (Deadweight Tonnage, DWT) verstanden. In der Praxis der Straße und Luftfracht dominiert die gewichtszentrierte Auslegung (Nutzlast, zulässiges Gesamtgewicht, volumetrisches Gewicht). Für die logistische Bewertung ist zu unterscheiden zwischen Nettogewicht (reine Ware), Bruttogewicht (inklusive Verpackungs- und Ladehilfsmittel) und Tara (Eigengewicht der Ladeeinheit), da die korrekte Tonnage aus der Summe aller relevanten Komponenten resultiert. In der Fachsprache wird dabei klar die metrische Tonne (t) verwendet; uneinheitliche Bezeichnungen wie „ton“ (short/long) werden in der europäischen Transportpraxis vermieden.
Begriffsabgrenzungen und Einordnung
- Gewichts-Tonnage (t): Tatsächlich zu transportierende Masse; maßgeblich für Kapazität, Frachtrate und Auslastung.
- Raumbezogene Tonnage: Historisch/seeverkehrsspezifisch (BRZ/NRZ); misst keinen „Gewichtswert“, sondern den verfügbaren Raum.
- Nutzlast/Tragfähigkeit: Maximal zulässige Last eines Fahrzeugs/Transportmittels (rechtliche und technische Grenze).
- Volumetrisches Gewicht: In der Luftfracht abrechnungsrelevant; leichtes, voluminöses Gut kann über das Umrechnungsverhältnis die Fracht bestimmen.
- Brutto-, Netto-, Tara: Abgrenzung der Gewichtsarten; entscheidend für Waagebelege, Zolldaten und Abrechnung.
- Tonnenkilometer (tkm): Produkt aus Tonnage und Distanz; dient der Leistungs- und Emissionsbewertung entlang von Transportketten.
- Stauverhältnis/Stauzahl: Verhältnis von Volumen zu Gewicht eines Gutes; beeinflusst, ob Raum- oder Gewichtsgrenzen zuerst ausschlagen.
Funktionsweise der Tonnage in der Logistik
Die Tonnage eines Transportmittels bestimmt seine Fähigkeit, bestimmte Gewichte zu laden und sicher zu transportieren. Höhere Tonnagen ermöglichen die Beförderung größerer oder schwererer Lasten, während Fahrzeuge mit geringerer Tonnage für kleinere, leichtere Fracht vorgesehen sind. Die passende Tonnage wird daher anhand Art, Dichte und Menge der Güter ausgewählt, unter Berücksichtigung von Nutzlastgrenzen, Achslasten sowie betrieblichen Restriktionen entlang der Transportkette. Zusätzlich spielen Streckenrestriktionen (Brückenklassen, Streckenprofile), Ladehilfsmittel (Paletten, Gitterboxen, Zwischenlagen) und die Ladungssicherung eine Rolle, da sie das effektive Transportgewicht und die sichere Verteilung der Last auf dem Fahrzeug beeinflussen. In der Praxis werden deshalb Tonnage- und Volumenplanung integriert betrachtet, um Leerraum zu vermeiden und die Auslastung fahrzeug- sowie relationenspezifisch zu optimieren.
Planungsgrößen, Umrechnungen und Praxisparameter
- Ladefaktor/Auslastung: Verhältnis von belegter zur verfügbaren Kapazität; steuert Effizienz und Kostenteilung.
- Dichte und Stauverhalten: Beeinflussen, ob Gewichts- oder Volumengrenzen zuerst erreicht werden.
- Volumetrische Anrechnung: Je nach Verkehrsträger gelten Umrechnungsregeln (z. B. Verhältnis von Volumen zu abrechnungsrelevantem Gewicht).
- Rechtliche Limits: Zulässiges Gesamtgewicht und Achslasten bestimmen die maximal zulässige Frachtmenge.
- Handling-Anforderungen: Fördersysteme, Ladehilfen und Sicherung beeinflussen die effektiv nutzbare Kapazität.
- Lademeter und Fahrzeugwahl: Länge der Ladefläche (Ldm) begrenzt die Stellplätze; wichtig bei kombinierter Volumen-/Gewichtsplanung.
- Palettierung und Einheitspackung: Palettenmaß, Stapelhöhe und Stapelfestigkeit bestimmen, wie viel Tonnage pro Ladeeinheit sinnvoll bewegbar ist.
Rechenbeispiele zur Ermittlung der Tonnage
- Gesamtfrachtgewicht: Tonnage = Stückzahl × Gewicht je Einheit / 1.000. Beispiel: 12.000 Faltzuschnitte à 0,28 kg = 3.360 kg = 3,36 t.
- Konsolidierung unterschiedlicher Positionen: Summe aller Positionsgewichte (inkl. Hilfsmittel wie Bänder oder Kantenschutz) ergibt die transportierte Tonnage.
- Vergleich von Gewicht vs. Volumen: Wenn die Volumengrenze vor der Gewichtsgrenze erreicht wird, limitiert der Raum, nicht die Tonnage; umgekehrt limitiert die Tonnage bei dichten Gütern.
- Volumetrisches Gewicht (Luftfracht): Beispielhafte Formel: Volumengewicht = (L × B × H in cm) / 5.000. Abrechnungsrelevant ist der höhere Wert aus tatsächlichem Gewicht und Volumengewicht.
- Wellpappenauftrag: Gewicht je Bogen = Fläche (m²) × Grammatur (g/m²) ÷ 1.000; Tonnage = Summe aller Bogen-Gewichte. Beschnitt, Leimauftrag und Feuchte können als Zuschläge berücksichtigt werden.
Bedeutung der Tonnage in der Wellpappenindustrie
In der Wellpappenindustrie ist Tonnage eine zentrale Kennzahl für Produktionsplanung und Logistik. Sie wirkt in mehreren Stufen: bei der Beschaffung (Papier-Tonnage und Grammaturen), in der Fertigung (gewichtsbasiertes Reporting von Halb- und Fertigware) sowie im Versand (Frachtkalkulation und Kapazitätsbelegung). Produktionsmengen lassen sich anhand der disponierten Papier- und Produkt-Tonnage planen; ebenso werden Transportkapazitäten für den Versand an Kunden oder Auslieferungslager über die zu bewegende Tonnage kalkuliert. Ein effizientes Tonnage-Management unterstützt kurze Durchlaufzeiten, stabile Abläufe und eine verlässliche Kostenbasis. Für standardisierte Lösungen kann die Übersicht der sofort verfügbaren Verpackungen ab Lager als Orientierung dienen, um Gewicht, Menge und Kapazitätsbedarf aufeinander abzustimmen. In der Praxis hat sich die Kombination aus Flächengewicht (Grammatur), Formatoptimierung, Palettierung und Ladeeinheitendefinition bewährt, um die Tonnage über die gesamte Wertschöpfungskette konsistent zu führen und Abweichungen frühzeitig zu erkennen.
Auswirkungen auf Fertigung, Materialeinsatz und Transport
- Materialdimensionierung: Papierqualitäten und Grammaturen bestimmen das Gewicht pro Flächeneinheit und damit die resultierende Tonnage je Auftrag.
- Maschinenauslastung: Gewichtsbasiertes Planen ermöglicht die bessere Verteilung von Aufträgen und vermeidet Überlastung von Aggregaten.
- Frachtkalkulation: Tonnage ist ein Kernparameter bei der Preisbildung im Güterverkehr und beeinflusst die Wahl geeigneter Verkehrsträger.
- Nachhaltigkeitskennzahlen: Emissionen werden häufig auf Basis von Tonnenkilometern ausgewiesen, wodurch Tonnage eine Rolle im Reporting spielt.
- Bestandsführung: Saubere Trennung von Netto-/Bruttogewichten verbessert Inventur- und Dispositionsqualität sowie die Abbildung in ERP/WMS.
- Qualität und Feuchtegehalt: Schwankungen in der Papierfeuchte verändern das reale Gewicht und sollten bei Wiege- und Übergabeprozessen berücksichtigt werden.
Vor- und Nachteile der Tonnage
Ein Hauptvorteil der Tonnage als Maßstab liegt in ihrer breiten Anwendbarkeit: Sie ermöglicht die Planung und Steuerung von Lieferketten über verschiedene Verkehrsträger hinweg. Die Berechnung und Kommunikation der Transportmengen ist transparent und für alle Beteiligten nachvollziehbar. Grenzen zeigen sich, wenn die ausschließliche Fokussierung auf die Tonnage andere Faktoren verdrängt, etwa Volumen, Empfindlichkeit der Güter, Stapel- und Sicherungsanforderungen oder besondere Handling-Bedingungen. Unvollständig ausgelastete Kapazitäten verursachen Kosten, ebenso wie Fehlplanungen bei volumenstarken, leichten Gütern, bei denen nicht die Tonnage, sondern der verfügbare Raum limitiert.
- Vorteile: Vergleichbarkeit über Transporte hinweg, klare Kennzahl für Kapazitäten, Grundlage für Kalkulation und Controlling.
- Nachteile: Potenzielle Fehleinschätzung bei volumenlastigen Gütern, Risiko unausgelasteter Kapazitäten, Vernachlässigung transportspezifischer Anforderungen.
- Abwägung in der Praxis: Optimale Ergebnisse entstehen aus der kombinierten Betrachtung von Gewicht, Volumen, Lademetern, Ladungssicherung und Fahrstreckenrestriktionen.
Mess- und Einheitensysteme rund um die Tonnage
Die metrische Tonne (t) ist die etablierte Einheit in der europäischen Logistik. Für internationale Vergleiche ist die klare Benennung wichtig, da in einigen Regionen „short ton“ oder „long ton“ gebräuchlich sind. In der Verpackungsbranche wird das Flächengewicht der Papiere in g/m² angegeben und über die verarbeitete Fläche in das Produktgewicht überführt. Tonnenkilometer (tkm) verbinden Masse und Distanz zu einer vergleichbaren Leistungsgröße; sie dienen der Bewertung von Transporteffizienz und der Ableitung von Emissionswerten.
Zusammenhang von Grammatur, Format und Tonnage
Aus Grammatur und Abmessungen eines Zuschnitts ergibt sich das Einzelgewicht. Multipliziert mit der Stückzahl entsteht die Auftrags-Tonnage. Optimierte Zuschnittpläne, minimierte Beschnittanteile und geeignete Stapelhöhen stabilisieren die Tonnageplanung und unterstützen eine verlässliche Auslastung von Fertigung und Transport.
Praxis in der Verpackungslogistik
In der täglichen Abwicklung bestimmen Ladeeinheiten, Palettenmuster und Stapelkonfigurationen sowohl die Raum- als auch die Gewichtsauslastung. Für Wellpappe ist die Balance zwischen Stapelfestigkeit, Kantenstauchwiderstand und Transportgewicht wesentlich, um Transportschäden zu vermeiden und Kapazitäten zielgerichtet zu nutzen.
Palettierung und Ladeeinheiten
Standardisierte Palettenmaße (z. B. EURO 800 × 1.200 mm) erleichtern die Planung von Stellplätzen und die Ermittlung der Tonnage pro Ladeeinheit. Zwischenlagen, Umreifung und Kantenschutz erhöhen das Bruttogewicht geringfügig, verbessern jedoch die Stabilität der Einheit und damit die sichere Handhabung.
Lademeter und Fahrzeugwahl
Je nach Fahrzeugtyp (z. B. 7,5-t-Fahrzeug, Sattelauflieger, Wechselbrücke) variiert die zulässige Nutzlast bei gleicher Stellflächenlänge. Eine integrierte Planung aus Lademetern, Tonnage und Achslastverteilung vermeidet Überladungen und reduziert Umladungen sowie Wartezeiten.
Dokumentation und Wiegeprozesse
Belastbare Tonnagewerte entstehen durch konsistente Wiegeprozesse (Wareneingang, Intralogistik, Warenausgang) und die saubere Erfassung in ERP/WMS. Wiegescheine, Toleranzen und die klare Ausweisung von Brutto/Netto/Tara schaffen Transparenz für Disposition, Abrechnung und Reporting.
Zusammenfassung:
- Die Tonnage ist eine Maßeinheit, die das Gewicht eines Schiffs oder einer Fracht zum Ausdruck bringt und somit einen direkten Einfluss auf die Menge der transportierten Wellpappe-Verpackungen hat.
- In Zusammenhang mit Verpackungen aus Wellpappe gibt die Tonnage an, wie viel Gewicht solche Verpackungen auf einem Transportmittel verursachen können, was für die Planung des Warenflusses bedeutsam ist.
- Da die Wellpappe eine leichte, aber widerstandsfähige Verpackungsoption darstellt, ermöglicht sie die Verminderung der Tonnage, was wiederum für eine effiziente und kostengünstige Transport- und Logistikplanung sorgt.
- Tonnage ist eine zentrale Planungsgröße für Beschaffung, Fertigung, Versand und Emissionskennzahlen; sie muss zusammen mit Volumen, Dichte und Handlingsanforderungen bewertet werden.
- Praktisch wird Tonnage über Stückzahl und Gewicht je Einheit ermittelt; konsolidierte Gewichte bilden die Basis für Kapazitäts- und Frachtentscheidungen.
- Für die Wellpappenlogistik sind zusätzlich Lademeter, Palettierung, Achslasten und Ladungssicherung zu berücksichtigen, um sichere und effiziente Transporte zu gewährleisten.
Veröffentlicht am 24.07.2024
Letzte Überarbeitung am 26.11.2025 um 12:53 Uhr von Manuel Hofacker