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Umweltverträglichkeitszertifizierung

Wellpappe, ein weit verbreitetes Material der Verpackungsindustrie, hat im Kontext verantwortungsbewussten und ressourcenschonenden Handelns eine deutlich wachsende Bedeutung erlangt. Insbesondere bei den Verpackungen steht das Thema Nachhaltigkeit im Vordergrund. In einer Umgebung mit steigender Umwelt- und Klimaverantwortung entstehen präzisere Anforderungen, messbare Kriterien und normierte Nachweise. Von besonderer Relevanz ist hierbei die Zertifizierung der Umweltverträglichkeit, die eine objektivierte Bewertung der ökologischen Leistung ermöglicht und transparent macht. Als faserbasierter Werkstoff profitiert Wellpappe von etablierten Sammel- und Recyclingstrukturen, hohen Rücklaufquoten und der Möglichkeit, Sekundärfasern in funktionalen Anwendungen effizient einzusetzen.

Im Mittelpunkt stehen die ökologische Gesamtleistung über den gesamten Lebenszyklus, die Belastungswirkungen in relevanten Wirkungskategorien (zum Beispiel Treibhauspotenzial, Ressourceninanspruchnahme, Wasserbedarf) sowie die Kreislauffähigkeit. Damit rückt die nachvollziehbare Ökobilanzierung von faserbasierten Lösungen in den Fokus, die Herstellung, Nutzung, Wiederverwertung und Entsorgung einbezieht und so eine fundierte Grundlage für vergleichbare Aussagen zur Umweltwirkung schafft. Ergänzend gewinnen Aspekte der Kreislaufwirtschaft (Circular Economy) an Bedeutung: Design-for-Recycling, materialeffiziente Konstruktionen, schadstoffarme Prozesschemikalien und eine klare Trennbarkeit von Komponenten erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass Wellpappenverpackungen langfristig in hochwertigen Stoffkreisläufen verbleiben.

Definition: Was versteht man unter der Zertifizierung für Umweltverträglichkeit?

Die Zertifizierung der Umweltverträglichkeit ist ein formalisierter Nachweis, dass ein Produkt, ein Service oder ein Prozess definierte Anforderungen an die Umweltleistung erfüllt. Sie basiert auf anerkannten Kriterienkatalogen und der Prüfung durch unabhängige, fachlich qualifizierte Dritte. Damit wird belegt, dass die Ökobilanz (Lebenszyklusanalyse) – im vorliegenden Kontext insbesondere jene von Wellpappe für Verpackungen – methodisch korrekt erhoben, bewertet und verifiziert wurde. Berücksichtigt wird die gesamte Lebensdauer des Produkts (z. B. „cradle-to-grave“ oder „cradle-to-gate“), vom Rohstoff über Herstellung und Nutzung bis zur Verwertung, einschließlich Recyclingpfaden und Entsorgungsszenarien. Grundlage bilden international anerkannte Regelwerke und Leitfäden (z. B. ISO 14040/44 für LCA, ISO 14067 für den Produkt-Kohlenstofffußabdruck, ISO 14025 für Typ-III-Umweltdeklarationen sowie PEF-Leitlinien auf EU-Ebene), die Vergleichbarkeit und Reproduzierbarkeit sicherstellen.

Lebenszyklus, Systemgrenzen und funktionelle Einheit

Für die Vergleichbarkeit sind klare Systemgrenzen und eine funktionsbezogene Bezugsgröße (funktionelle Einheit) festzulegen, etwa „Schutz und Transport einer definierten Gütermenge“. Datenqualität, Repräsentativität, Allokation bei Koppelprodukten sowie die Dokumentation von Annahmen sind zentrale Elemente, um belastbare und auditierbare Ergebnisse zu erzielen. Ebenso maßgeblich sind konsistente Cut-off-Regeln, Transparenz zu Hintergrunddaten (z. B. Strommix, Faserherkunft) und die Beschreibung von End-of-Life-Szenarien, inklusive Sammelquoten, Sortierpfaden und stofflicher Verwertung.

Arten der Zertifizierung

  • Produktbezogene Zertifizierung: Nachweis der Umweltleistung eines spezifischen Produktdesigns, inklusive Materialeinsatz, Herstellprozess und End-of-Life. Häufig erfolgt die Darstellung über verifizierte Umweltproduktdeklarationen (EPD) auf Basis von Lebenszyklusdaten und gültigen Produktkategorienregeln.
  • Prozess- bzw. standortbezogene Zertifizierung: Bewertung der Umweltaspekte entlang definierter Prozessschritte und Betriebsabläufe. Dazu zählen Energie- und Ressourcenmanagement, Emissionskontrolle, Abfall- und Wassermanagement sowie die Überwachung relevanter Betriebskennzahlen.
  • Managementsystembezogene Nachweise: Rahmenwerke und Verfahren, die systematisch zur kontinuierlichen Verbesserung der Umweltleistung beitragen. Hierzu gehören strukturiertes Umweltmanagement, Zielsysteme, interne Audits, Korrekturmaßnahmen und die Dokumentation von Verbesserungsfortschritten.

Normen, Standards und Nachweisformate

In der Praxis stützen sich Zertifizierungen und verifizierte Umweltangaben auf ein Zusammenspiel aus Normen, Methodenregeln und sektoralen Leitfäden. Für faserbasierte Verpackungen sind insbesondere folgende Referenzen verbreitet:

  • ISO 14040/44: Methodischer Rahmen für Lebenszyklusanalysen (LCA).
  • ISO 14067: Quantifizierung und Berichterstattung des Produkt-Kohlenstofffußabdrucks (CO2e).
  • ISO 14025: Typ-III-Umweltdeklarationen (EPD) als verifizierte, vergleichbare Informationsformate.
  • EN 13430: Anforderungen an die werkstoffliche Verwertung von Verpackungen.
  • EN 643: Sortenliste für Altpapier als Grundlage für verlässliche Recyclingströme.
  • PEF-Leitlinien: Produktspezifische Regeln zur Harmonisierung von Wirkungskategorien und Berechnungsansätzen.

Zertifizierungsprozess und beteiligte Akteure

Der Prozess der Zertifizierung für Umweltverträglichkeit ist mehrstufig und methodisch anspruchsvoll. Er beginnt mit der Ziel- und Untersuchungsrahmen-Definition, umfasst Datenerhebung (Primär- und Sekundärdaten), die Modellierung der Ökobilanz, die Wirkungsabschätzung und eine kritische Prüfung durch unabhängige Prüfstellen. Audits stellen sicher, dass die von normgebenden Stellen oder unabhängigen Organisationen vorgegebenen Kriterien eingehalten werden. Hersteller liefern belastbare Nachweise, Prüfstellen bewerten Konformität und Datenkonsistenz, Aufsichts- bzw. Akkreditierungsstellen überwachen die Verfahren. Je nach Produktkomplexität und Datenverfügbarkeit kann die Zertifizierung mehrere Monate bis hin zu längeren Zyklen beanspruchen, einschließlich regelmäßiger Überwachungs- und Rezertifizierungsaudits. Für den operativen Einkauf kann die Übersicht zu sofort verfügbaren Verpackungen ab Lager als pragmatischer Einstieg in standardisierte Lösungen dienen, ohne den Fokus auf belastbare Umweltkennzahlen zu verlieren. Ergänzend unterstützen interne Lenkungsausschüsse, klare Verantwortlichkeiten und digitale Datenerfassungssysteme die Nachvollziehbarkeit.

Typischer Ablauf in Etappen

  1. Scoping: Festlegung von Ziel, funktioneller Einheit, Systemgrenzen und relevanten Wirkungskategorien.
  2. Datenerhebung: Sammlung verifizierbarer Primärdaten (Produktion, Energie, Hilfsstoffe) und geeigneter Sekundärdaten (Hintergrunddatenbanken).
  3. Modellierung und Bewertung: Bilanzierung von Stoff- und Energieflüssen, Wirkungsabschätzung und Sensitivitätsanalysen.
  4. Audit und Verifizierung: Prüfung auf Nachvollziehbarkeit, Vollständigkeit, Konformität mit anerkannten Methodenregeln.
  5. Zertifikat und Überwachung: Erteilung des Zertifikats, regelmäßige Überwachungsaudits und Aktualisierungen bei Prozess- oder Materialänderungen.

Datenqualität, Unsicherheit und Reproduzierbarkeit

Die Aussagekraft einer Zertifizierung hängt wesentlich von der Qualität der zugrunde liegenden Daten ab. Wichtige Kriterien sind zeitliche, geografische und technologische Repräsentativität, Konsistenz von Allokationsregeln, Plausibilitätsprüfungen sowie die Dokumentation von Annahmen. Sensitivitäts- und Unsicherheitsanalysen zeigen, wie robust Ergebnisse gegenüber Datenvariationen sind. Eine klare Darstellung von Datenquellen, Messmethoden, Systemgrenzen und Cut-off-Kriterien erhöht die Reproduzierbarkeit.

Kennzahlen und Wirkungskategorien

  • Treibhauspotenzial (GWP): CO2e-Emissionen über den Produktlebenszyklus.
  • Kumulierter Energieaufwand: Erneuerbare und nicht erneuerbare Primärenergie.
  • Wasserbezogene Indikatoren: Verbrauch, Wasserknappheit und potenzielle Entnahmeeffekte.
  • Versauerung und Eutrophierung: Luft- und Gewässerbelastungen durch relevante Emissionen.
  • Photochemische Ozonbildung: Beitrag zu bodennahem Ozon.
  • Rohstoffinanspruchnahme: Einsatz von Primär- und Sekundärrohstoffen, inklusive Frisch- und Recyclingfasern.
  • Abfall- und Reststoffmengen: Anfall, Verwertungspfade und Deponieanteile.

Beteiligte Akteure und Rollen

  • Hersteller und Zulieferer: Bereitstellung valider Produktionsdaten und Nachweise über Materialherkünfte.
  • Unabhängige Prüfstellen: Durchführung von Audits, methodische Prüfung und Verifizierung der Ergebnisse.
  • Akkreditierte Stellen/Aufsicht: Sicherstellung der Integrität des Zertifizierungssystems und der Konformitätsbewertung.
  • Anwender/Stakeholder: Nutzung der Ergebnisse für Produktentwicklung, Beschaffung und Berichtswesen.

Rolle des Recycling in der Zertifizierung für Umweltverträglichkeit

Ein zentrales Element der Prüfkriterien ist das Recycling. Nachhaltige Verpackungen, beispielsweise aus Wellpappe, sollen eine hohe Rezyklierbarkeit aufweisen und in etablierten Kreisläufen sortenrein geführt werden können. Relevant sind sowohl die Gestaltbarkeit für sortier- und recyclingfreundliche Prozesse als auch die Qualitätssicherung beim Wiedereinsatz der Fasern. Ebenso tragen die Verringerung der Abfallentstehung, Materialeffizienz, die Minimierung kritischer Substanzen sowie der Einsatz von Sekundärrohstoffen zur ökologischen Gesamtleistung bei. Barrierebeschichtungen, Klebstoffe und Druckfarben sind so auszuwählen, dass sie Recyclingprozesse nicht beeinträchtigen und eine hohe Faserqualität über mehrere Umläufe erhalten bleibt.

Design-for-Recycling bei faserbasierten Lösungen

  • Monomaterial-Ansatz: Reduktion von Verbundanteilen und schwer trennbaren Schichten.
  • Rückbaubarkeit: Klebstoffe, Beschichtungen und Druckfarben so wählen, dass sie den Recyclingprozess nicht beeinträchtigen.
  • Gewichts- und Materialoptimierung: Funktionsgerechter Materialeinsatz ohne Qualitätsverlust.
  • Getrennte Erfassung: Sicherstellung der Anschlussfähigkeit an gängige Altpapierströme.
  • Klarheit im Design: Vermeidung großflächiger, recyclingkritischer Veredelungen; gut trennbare Zusatzelemente.
  • Informationskennzeichnung: Eindeutige Materialangaben und Entsorgungshinweise zur Unterstützung der Sortierung.

Rezyklatanteil und Faserqualität

Ein angemessener Rezyklatanteil kann die Ressourceneffizienz erhöhen, sofern die Produktfunktion gewährleistet bleibt. Zertifizierungen bewerten dabei nicht nur Quotenangaben, sondern auch die Auswirkung auf Haltbarkeit, Schutzfunktion und Kreislauffähigkeit der Fasern über mehrere Nutzungszyklen. Zudem wird betrachtet, wie sich Faserlängenveränderungen, Feinanteile und potenzielle Verunreinigungen auf die Performance der Verpackung auswirken und welche Ausgleichsmaßnahmen (z. B. Sortierqualität, prozessseitige Optimierungen) geeignet sind.

Praxisbeispiele aus der Wellpappenanwendung

  • E-Commerce-Versandkarton: Robustes Design mit minimalem Materialeinsatz, optimiert für hohe Rücklaufquoten im Altpapierstrom.
  • Shelf-Ready-Packaging: Druck- und Stanzbilder so ausgelegt, dass Recycling und Sortierung nicht beeinträchtigt werden.
  • Mehrkomponenten-Verpackungen: Reduktion von schwer trennbaren Fremdmaterialien (z. B. Kunststofffenster) zugunsten monomaterialer Lösungen.
  • Transportverpackungen: Stapelfähigkeit und Schutzfunktion in Einklang mit Materialeffizienz und hoher Rezyklierbarkeit.

Vor- und Nachteile der Zertifizierung für Umweltverträglichkeit

Die Vorteile der Zertifizierung liegen in der nachvollziehbaren Dokumentation ökologischer Leistungsmerkmale, der Erhöhung der Glaubwürdigkeit und der Unterstützung von Entscheidungen in Entwicklung, Beschaffung und Logistik. Unternehmen können auf dieser Grundlage ihre Umweltwirkungen strukturiert reduzieren, Abfälle minimieren und Ressourceneffizienz steigern. Zudem erleichtert ein verifiziertes Umweltprofil die Erfüllung regulatorischer Anforderungen und kann Anforderungen entlang der Lieferkette abdecken. Dem gegenüber stehen zeitlicher und finanzieller Aufwand, die kontinuierliche Pflege der Datengrundlage sowie mögliche Anpassungen von Prozessen und Materialien. Im Ergebnis können die langfristigen Vorteile, wie Transparenz, Risikoreduktion und verbesserte ökologische Performance, die Investitionen überwiegen. Wichtig ist eine klare Kommunikation von Annahmen, Grenzen und Aktualisierungsintervallen, um Missverständnisse zu vermeiden und Entscheidungen belastbar zu unterstützen.

  • Vorteile: belastbare Vergleichbarkeit, dokumentierte Konformität, strukturierte Verbesserungsprozesse, Unterstützung bei Produktentwicklung und Beschaffung.
  • Herausforderungen: Datenverfügbarkeit, Auditaufwand, laufende Aktualisierung bei Produktänderungen, Schulungsbedarf.
  • Potenziale: Identifikation von Hotspots, Optimierung entlang der Wertschöpfungskette, Stärkung kreislaufgerechter Designs.
  • Grenzen: Abhängigkeit von Datenqualität, Unsicherheiten bei End-of-Life-Annahmen, methodische Unterschiede zwischen Regelwerken.

Zusammenfassung:

  • Die Umweltverträglichkeitszertifizierung ist ein Gütesiegel, das die hohe ökologische Nachhaltigkeit eines Produktes, wie beispielsweise einer Verpackung aus Wellpappe, bestätigt.
  • Unternehmen, die ihre Verpackungen aus Wellpappe ökologisch gestalten möchten, können durch diese Zertifizierung ihre Verpflichtung zur Nachhaltigkeit und den Schutz des Planeten nachweisen.
  • Eine solche Zertifizierung trägt zur Stärkung des Markenimages bei, da sie zeigt, dass das Unternehmen verantwortungsbewusst handelt und Wert auf die Bewahrung der natürlichen Ressourcen legt.
  • Wesentliche Bewertungsaspekte sind Lebenszyklusperspektive, Rezyklierbarkeit, Ressourceneinsatz, Emissionen und Abfallvermeidung.
  • Der Prozess umfasst Scoping, Datenerhebung, Modellierung, Auditierung und regelmäßige Überwachung zur Sicherung der Aussagequalität.
  • Recyclingfreundliches Design und der sinnvolle Einsatz von Sekundärfasern leisten einen messbaren Beitrag zur Gesamtumweltleistung.
  • Normenkonforme Methoden und transparente Datendokumentation erhöhen Vergleichbarkeit, Glaubwürdigkeit und Reproduzierbarkeit der Ergebnisse.
  • Kontinuierliche Verbesserungen in Materialeffizienz, Prozessenergie und End-of-Life-Management stärken die ökologische Performance von Wellpappenverpackungen nachhaltig.

Veröffentlicht am 03.05.2025
Letzte Überarbeitung am 09.01.2026 um 09:30 Uhr von Sebastian Würth

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