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Witterungsgeschützte Verpackung
Wellpappe kann als vielseitiges und umweltfreundliches Verpackungsmaterial angesehen werden. Ein besonderer Aspekt dieser Materialeigenschaften ist der Schutz vor Umwelteinflüssen wie Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen. Das Thema dieser Diskussion sind witterungsgeschützte Verpackungen. Unter Witterungseinflüssen werden neben Regen und Schnee auch erhöhte Luftfeuchte, Kondensation bei Taupunktunterschreitung, Spritzwasser, UV-Strahlung, Verschmutzung sowie thermische Zyklen verstanden. Ergänzend können Nebel, starke Luftzirkulation, Staubbelastung und Meerklima (Salznebel) die Belastung erhöhen. Ziel ist es, Produkte während Lagerung, innerbetrieblichem Transport und Versand zuverlässig vor diesen Einwirkungen zu bewahren und die geforderten Leistungsparameter über den gesamten Logistikprozess hinweg stabil zu halten.
Definition: Was ist eine witterungsgeschützte Verpackung?
Witterungsgeschützte Verpackungen sind spezielle Transportbehältnisse, die Waren und Güter vor atmosphärischen Einflüssen schützen. Um diesen Schutz zu gewährleisten, werden bestimmte Materialien und Technologien verwendet. Insbesondere spielen die Materialbeschaffenheit und die Verarbeitungstechnik eine entscheidende Rolle zur Gewährleistung des Schutzes der Produkte vor Witterungseinflüssen. Dazu zählen wasserabweisende Barrieren, nassfeste Faserqualitäten, robuste Klebungen, konstruktive Überdeckungen an Klappen sowie sichere Verschluss- und Dichtkonzepte. Der Schutz kann auf kurzzeitige Exposition (z. B. Be- und Entladung im Freien) oder auf längere Zeiträume (z. B. Außenlagerung, Seetransport mit Kondenswasserbildung) ausgelegt sein. Eine klare Zieldefinition (Expositionsdauer, Temperatur- und Feuchtebandbreite, Handhabungsintensität) ist Grundlage für die Auslegung der witterungsgeschützten Verpackung.
Materialien und Technologien für witterungsgeschützte Verpackungen aus Wellpappe
Wellpappe als Basismaterial für eine witterungsgeschützte Verpackung hat sich bewährt. Der Aufbau aus mehreren Papierlagen verleiht dem Material nicht nur Stabilität, sondern auch eine gewisse Resistenz gegenüber Feuchtigkeit. Zusätzlich kann Wellpappe mit speziellen Beschichtungen, wie zum Beispiel einer Wachs- oder Kunststoffschicht, versehen werden. Diese bieten einen zusätzlichen Schutz der Waren vor Witterungseinflüssen. Ergänzend kommen wasserbasierte Dispersionsbarrieren, biobasierte Wachse sowie Extrusionskaschierungen (z. B. mit dünnen Polyolefin-Filmen) in Betracht. Die Auswahl der Deck- und Wellenpapiere (Kraftliner, Testliner), die Wellenart (E, B, C) sowie mehrwellige Qualitäten (Doppel- oder Triple-Wall) beeinflussen Tragfähigkeit, Kantenstauchwiderstand (ECT) und Verhalten bei Feuchte deutlich.
Wichtige Stellschrauben sind zudem die Nassfestigkeit der eingesetzten Papiere und Klebstoffe, der Cobb-Wert (Wasseraufnahme) der Außenlage und die Art der Oberflächenveredelung. Drucklacke mit erhöhter Scheuer- und Feuchtebeständigkeit, hydrophobe Imprägnierungen sowie randseitige Nahtversiegelungen reduzieren das Eindringen von Wasser an potenziellen Schwachstellen. Für den Verschluss kommen feuchtigkeitsresistente Klebebänder (z. B. Hotmelt- oder acrylatbasierte Systeme), Nassklebebänder mit geeigneter Leimrezeptur oder umreifungsunterstützte Lösungen infrage. Bei erhöhten Temperaturwechseln sollten Materialien mit geringer Versprödungsneigung gewählt werden, um die Funktion der Verschlüsse zu sichern. Ergänzend kann der Wasserdampfdurchgang (WVTR) relevanter Barrieren betrachtet werden, um Kondensationsphasen in kalten und warmen Klimaten besser zu beherrschen.
Barrierearten und Leistungsparameter
Je nach Einsatzzweck kommen unterschiedliche Barrierekonzepte zum Tragen:
- Dispersionsbarrieren: dünnschichtige, repulpierbare Filme mit ausgewogenem Feuchteschutz und guter Bedruckbarkeit.
- Wachsimprägnierung: erhöht Spritzwasser- und Kurzzeitkontaktresistenz, wichtig für Außenumschlag; Einfluss auf Recyclingfähigkeit beachten.
- Extrusionsbeschichtung/Kaschierung: sehr homogene Schichten, geeignet für längere Exposition und Kondensation; Dünnschichtdesigns bevorzugen die Kreislauffähigkeit.
- Kombinierte Ansätze: Material- und Konstruktionsbarriere (Überdeckungen, Tropfkanten) zur Minimierung von Eintrittspfaden.
Als Kennwerte sind u. a. Cobb (z. B. 60 s), ECT/BCT im konditionierten Zustand, WVTR, Kantenwickel- und Delaminationsverhalten sowie Klebestärken unter Feuchtewechseln relevant. Diese Parameter sollten in klimatisierten Prüfungen verifiziert werden.
Herstellungsprozess von witterungsgeschützten Verpackungen
Der Herstellungsprozess witterungsgeschützter Verpackungen erfordert eine sorgfältige Auswahl der Materialien und der Fertigungstechniken. Zuerst wird die Wellpappe hergestellt, die danach mit einer speziellen Beschichtung versehen wird. Diese wird im nächsten Schritt mit Hilfe von Hitze auf das Material aufgebracht. Ist die Beschichtung abgekühlt, folgt die Formgebung der Verpackung. Zum Schluss werden die Ränder verklebt und die witterungsgeschützte Verpackung ist einsatzbereit. In der Praxis geschieht die Barriereapplikation entweder inline (z. B. Dispersionslackierung, Extrusionsbeschichtung) oder offline (Kaschierung, Wachs-Imprägnierung), stets mit kontrollierter Trocknung beziehungsweise Abkühlung, um Planlage und Klebbarkeit zu sichern. Anschließend werden Zuschnitte gerillt, geschlitzt oder gestanzt, Klebelaschen gefertigt und konstruktive Überdeckungen ausgelegt. Qualitätssichernde Prüfungen – etwa Cobb-Test zur Wasseraufnahme, ECT/BCT zur Stabilität sowie klimatische Konditionierungen – begleiten die Fertigung, um die geforderte Witterungsresistenz reproduzierbar zu erreichen. Prozessbegleitende Freigaben (Erstmuster, Rückstellmuster, Dokumentation der Klimadaten) unterstützen die gleichbleibende Performance.
Vor- und Nachteile von witterungsgeschützten Verpackungen
Die Vorteile von witterungsgeschützten Verpackungen aus Wellpappe liegen auf der Hand. Sie bieten einen hervorragenden Schutz für die Waren, sind stabil und belastbar. Zudem sind sie aufgrund des Materials Wellpappe leicht und ermöglichen eine einfache Handhabung. Nicht zuletzt sind sie recyclebar und damit umweltfreundlich. Allerdings können die Beschichtungen die Wiederverwertung erschweren. Zudem kann die Herstellung witterungsgeschützter Verpackungen kostenintensiver sein als die von Standard-Wellpappeverpackungen. In jedem Fall ist die Entscheidung für oder gegen witterungsgeschützte Verpackungen stark von den individuellen Anforderungen des zu verpackenden Produkts abhängig. Zusätzlich zu berücksichtigen sind potenzielle Einschränkungen bei der Bedruckbarkeit bestimmter Barrieren, der Gleitreibwert (wichtig für die Palettierung), die Kompatibilität mit Verschlusssystemen sowie die Entsorgung im Altpapierkreislauf. Lösungsansätze reichen von wasserbasierten, repulpierbaren Barrieren über dünnschichtige Verbunde bis zu konstruktiven Maßnahmen, die den Materialeinsatz für Beschichtungen minimieren. In der Gesamtbetrachtung sollten TCO-Aspekte (Material, Verarbeitung, Ausschuss, Entsorgung) zusammen mit dem geforderten Schutzgrad bewertet werden.
Anwendungsbereiche und typische Belastungsszenarien
Witterungsgeschützte Lösungen kommen überall dort zum Einsatz, wo Feuchte- und Temperaturwechsel auftreten oder zeitweise Außenexposition nicht auszuschließen ist. Beispiele sind die Frischelogistik (gekühlte Lieferketten mit Kondensationsrisiko), Export in Seecontainern (Stichwort „Container Rain“), Bauteile und Ersatzteile für den Außeneinsatz, Baustoffe, saisonale Außenlagerung sowie Umschlagprozesse auf Rampen bei Niederschlag. Auch bei palettierten Einheiten unter Stretch- oder Schrumpfhauben verbessert eine feuchtebeständigere Außenlage die Kantenstabilität. Für empfindliche Güter (Elektronik, beschichtete Metalle, hygroskopische Materialien) sind zusätzliche Trocknungsmittel und Korrosionsschutzsysteme als Ergänzung zur schützenden Kartonage sinnvoll. Weitere Beispiele umfassen Agrarprodukte mit Restfeuchte, in Säcken verpackte Pulver, die hygroskopisch reagieren, sowie E-Commerce-Sendungen in Herbst- und Wintermonaten mit häufigen Klimasprüngen.
Konstruktive Gestaltung und Dichtungskonzepte
Neben der Barriere des Materials beeinflussen Konstruktion und Verschluss maßgeblich den Witterungsschutz. Bewährt sind überlappende Deckelklappen, Tropfkanten, erhöhte Seitenwände und innenliegende Einstecklaschen, um Wasser fernzuhalten. Rillungen sollten so gesetzt sein, dass Kapillareffekte an Kanten reduziert werden. Randverklebungen und Nahtabdichtungen verhindern das punktuelle Eindringen von Feuchtigkeit. Bei längerer Außenexposition empfiehlt sich ein zusätzlicher Schutz durch Hauben, Zwischenlagen und kantenschonende Umreifung, damit sich keine Wasserpfade an Druckstellen bilden. Für die konstruktive Auslegung sind die Außenmaße der Einheit im Verhältnis zur Ladungssicherung zu prüfen; Weiterführende Hinweise zu passenden Abmessungen für witterungsfeste Kartonagen unterstützen die passgenaue Auslegung. Zusätzliche Maßnahmen wie das Vermeiden von Lochausstanzungen in exponierten Bereichen, das Abdecken von Stoßkanten und die gezielte Führung von Abtropfkanten erhöhen die Robustheit gegen Spritzwasser und kurzzeitige Regenlast.
Integration mit Ladungssicherung und Sekundärverpackung
Witterungsschutz wirkt optimal im Zusammenspiel mit der Ladeeinheit: Antirutschlagen, Kantenschutzleisten, geeignete Stretchparameter (Vorspannung, Überlappung) und wasserdichte Hauben oder Deckpappen wirken als zusätzliche Barrieren. Die Wechselwirkung zwischen Folienhauben und Kartonoberfläche (Kondensatbildung, Abführung von Feuchte) ist bei der Auslegung zu berücksichtigen.
Prüfverfahren, Kennwerte und Normbezug
Zur Beurteilung der Eignung werden standardisierte Prüfungen herangezogen. Der Cobb-Test (z. B. nach DIN EN ISO 535) charakterisiert die Wasseraufnahme der Außenlage. ECT (Edge Crush Test) und BCT (Box Compression Test, z. B. ISO 12048) bewerten die Druckstabilität. Klimatische Konditionierungen (z. B. nach ISO 2233 oder ASTM D4332) simulieren Feuchte- und Temperaturwechsel, inklusive Kondensationsphasen. Für den Versand eignen sich auch kombinierte Prüfprofile (Fall-, Vibrations- und Stapeltests), um die Leistungsfähigkeit unter realitätsnahen Bedingungen zu verifizieren. Die Interpretation der Ergebnisse erfolgt stets in Verbindung mit dem vorgesehenen Einsatzszenario, der Dauer der Exposition und der vorgesehenen Sicherung auf der Palette. Ergänzende Prüfungen zu Nahtfestigkeit, Bandhaftung nach Klimastress sowie WVTR-Analysen für Barriereoberflächen runden die Bewertung ab.
Nachhaltigkeit, Recycling und Entsorgung
Wellpappe ist grundsätzlich gut recycelbar. Werden Barrieren eingesetzt, ist auf repulpierbare, wasserbasierte Systeme oder leicht trennbare Verbunde zu achten. Dünnschichtige Beschichtungen und biobasierte Wachse können die Recyclingfähigkeit begünstigen, während vollflächige, dicke Polymerlaminate die Wiederverwertung erschweren. Eine sortenreine Auslegung, geringe Materialdicken bei gleicher Schutzwirkung und klare Kennzeichnung unterstützen die Kreislaufführung. In der Praxis hilft es, den Schutzbedarf exakt zu definieren, um den Einsatz von Barriere- und Dichtmitteln auf das notwendige Maß zu begrenzen. Design-for-Recycling, reduzierte Komplexität der Materialkombinationen und eine verantwortungsvolle Wahl der Verschlussmittel tragen zu einer hohen Akzeptanz im Altpapierstrom bei.
Praxisempfehlungen für Lagerung und Transport
- Vor dem Einsatz trocken und klimastabil lagern, direkte Boden- und Wandnähe vermeiden.
- Bei der Palettierung auf bündige Kanten und Lastverteilung achten; Druckspitzen fördern Feuchteeintritt.
- Verschlussmittel auf Temperatur- und Feuchtebeständigkeit abstimmen; Klebebänder fest anreiben.
- Für Außenumschlag temporäre Abdeckungen (Hauben, Deckpappen) vorhalten und Kondenswasserbildung berücksichtigen.
- Bei längeren Transporten mit starken Klimaschwankungen ergänzende Schutzmittel (z. B. Trockenmittel) einplanen.
- Kartons nicht aufweichen lassen: Staunässe vermeiden, Paletten mit intakter Decklage und ausreichendem Abstand zum Boden einsetzen.
- Beschädigte Barriereflächen zeitnah ersetzen oder durch zusätzliche Abdeckungen sichern, um Eintrittsstellen zu minimieren.
Begriffsabgrenzung und Planungsleitfaden
Witterungsgeschützt bedeutet nicht zwangsläufig wasserdicht. Während spritzwassergeschützte Auslegungen kurzfristige Feuchteereignisse abfangen, erfordern längere Außenlagerungen oder Kondensationsphasen ein höheres Schutzniveau. Ein praxisnaher Planungsleitfaden umfasst: Definition des Expositionsprofils, Auswahl der Papierqualitäten und Barrieren, konstruktive Maßnahmen gegen Kapillar- und Eintrittseffekte, abgestimmte Verschlusssysteme, kombinierte Prüfungen und die verlässliche Dokumentation der Leistungsdaten.
Zusammenfassung:
- Witterungsgeschützte Verpackung bezeichnet ein Verpackungsdesign, das vor widrigen Wetterbedingungen wie Regen, Schnee und extremen Temperaturen schützt, um die Qualität des verpackten Materials zu erhalten.
- Ein typisches Beispiel für witterungsgeschützte Verpackung ist die Wellpappe. Sie weist eine hohe Festigkeit und Robustheit gegenüber rauen Bedingungen, einschließlich Feuchtigkeit und Kälte, auf und ist gleichzeitig biologisch abbaubar und umweltfreundlich.
- Die Auswahl einer witterungsgeschützten Verpackung ist besonders wichtig für Unternehmen, die Güter versenden bzw. lagern, da sie sicherstellen müssen, dass ihre Produkte bei Witterungsveränderungen nicht beschädigt werden oder an Wert verlieren.
- Materialseitig tragen nassfeste Faserqualitäten, hydrophobe Barrieren (z. B. Dispersionslacke, Wachse) und mehrwellige Qualitäten zur Leistungsfähigkeit bei; konstruktiv helfen überlappende Klappen, Tropfkanten und dichte Verschlüsse.
- Relevante Prüfungen (Cobb, ECT/BCT, Klimakonditionierung) ermöglichen eine belastbare Auslegung für das jeweilige Einsatzszenario. Ergänzend sind WVTR-Analysen und Nahtfestigkeitsprüfungen hilfreich.
- Nachteile können in höheren Kosten, potenziell eingeschränkter Recyclingfähigkeit bestimmter Beschichtungen und angepassten Druckanforderungen liegen; repulpierbare Barrieren mindern diese Effekte.
- Eine präzise Abstimmung von Material, Konstruktion, Verschluss und Handhabung gewährleistet einen angemessenen Witterungsschutz entlang Lagerung, Umschlag und Transport. Die Ladeeinheit als Gesamtsystem ist dabei stets mitzudenken.
Veröffentlicht am 24.04.2025
Letzte Überarbeitung am 18.12.2025 um 10:13 Uhr von Julia Kopp