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Zustellkartons

Die Welt der Verpackung verzeichnet eine steigende Nachfrage nach ökologisch wertvollen und zugleich belastbaren Lösungen. Im Kontext moderner Lieferketten, regulatorischer Anforderungen und des wachsenden Online-Handels gewinnen Zustellkartons aus Wellpappe deutlich an Bedeutung. Ihre Funktion als schützende Außenverpackung, ihre Eignung für automatisierte Prozesse, ihre gute Bedruckbarkeit sowie ihre Rolle innerhalb der Kreislaufwirtschaft stehen zunehmend im Fokus. Zugleich rücken Aspekte wie Ressourceneffizienz, sortenreine Materialströme, CO₂-Bilanz und standardisierte Qualitätssicherung stärker in den Mittelpunkt der Betrachtung.

Definition: Was versteht man unter Zustellkartons?

Zustellkartons, häufig auch als Versandkartons oder Versandverpackungen bezeichnet, sind standardisierte oder kundenspezifische Verpackungseinheiten für den Transport von Gütern. Der Kern besteht aus Wellpappe-Verpackungen, die aus einer gewellten Papierbahn (Fluting) und ein bis zwei Deckbahnen (Linern) aufgebaut sind. Durch das Wellenprofil entsteht ein hohes Verhältnis aus Stabilität zu Eigengewicht bei zugleich effizientem Materialeinsatz. In der Praxis handelt es sich meist um gefaltete Schachteln (z. B. nach gängigen FEFCO-Bauarten wie 0201, 0203 oder konstruktive Speziallösungen wie 0713), die über Rillungen, Klappen, Klebelaschen und definierte Verschlussarten verfügen und so einen sicheren, effizienten Versand ermöglichen. Je nach Anwendung kommen zusätzliche Elemente wie Einlagen, Trays, Polsterzonen oder Klemmschutz zum Einsatz, um Packgut positionssicher und schwingungsarm zu fixieren.

Produktion und Eigenschaften der Zustellkartons

Der Produktionsprozess ist präzise und mehrstufig. Er beginnt mit der Auswahl von Recycling- oder Frischfaserpapieren in definierten Grammaturen und qualitativen Kennwerten. Nach dem Wellenprozess (Corrugieren) werden die Papierlagen mittels stärkebasierter Klebstoffe zu einer stabilen Wellpappe verbunden und je nach Anforderung vor- oder nachgelagert bedruckt (z. B. Flexo), gerillt und gestanzt (Rotations- oder Flachbettstanzen). Die resultierenden Zuschnitte werden anschließend zu Schachteln verklebt oder als flache Zuschnitte bereitgestellt. Optional folgen Öffnungshilfen, Aufreißfäden oder Retourenstreifen. Die Eigenschaften der Zustellkartons lassen sich über Materialqualität, Wellenart, Wandaufbau (einwellig, zweiwellig), Feuchtegehalt, Biegesteifigkeit und Verarbeitung präzise steuern. Ziel ist eine konstante Schutzwirkung bei möglichst geringem Materialeinsatz und hoher Maßhaltigkeit.

  • Gewicht und Stabilität: Geringe Masse bei hohem Kanten- und Flächendruckwiderstand unterstützt wirtschaftlichen und sicheren Transport; günstige Flächengewichte reduzieren Frachtkosten und tragen zur Ressourcenschonung bei.
  • Anpassungsfähigkeit: Formate, Rillabstände, Polsterzonen und Zusatzelemente können auf Produkt, Prozess und Versandweg abgestimmt werden; Innenmaße, Außenmaße und Toleranzen werden an Packgut, Füllmaterialbedarf und Palettenprofile angepasst.
  • Verarbeitungssicherheit: Saubere Rillung, exakt platzierte Stanzungen und maßhaltige Zuschnitte erleichtern die maschinelle oder manuelle Konfektionierung, reduzieren Störungen und erhöhen die Ausbringung.
  • Druck und Kennzeichnung: Informationen, Piktogramme, Handling-Hinweise und variable Daten (z. B. Barcodes) lassen sich integrieren und erhöhen die Prozessklarheit entlang der Lieferkette.
  • Nachhaltigkeit: Hohe Recyclingfähigkeit, sortenreine Materialkreisläufe und optimierter Materialeinsatz unterstützen eine kreislauffähige Verpackungsgestaltung.

Wellenarten und Materialqualitäten

Die Auswahl der Wellenart (z. B. E-, B-, C-Welle oder Kombinationen wie EB bzw. BC) und der Papiergrammaturen bestimmt maßgeblich die Leistungsfähigkeit. Feinere Wellen begünstigen eine gute Bedruckbarkeit, präzise Rillungen und geringere Bauhöhe; gröbere Wellen erhöhen Polsterwirkung, Durchstoßwiderstand und Stapelwiderstand. Zweiwellige Aufbauten kombinieren diese Eigenschaften für anspruchsvollere Anwendungen, etwa bei schweren oder empfindlichen Gütern, längeren Transportwegen oder höheren Stapelanforderungen.

Konstruktive Ausführung und Verschlüsse

  • Rillungen und Stanzungen: Sichern passgenaues Falten, definierte Kanten, ergonomisches Handling und reproduzierbare Falzkräfte; sie begünstigen kurze Taktzeiten in automatisierten Linien.
  • Verschlussarten: Selbstklebestreifen, Stecklaschen oder Klebebandverschlüsse ermöglichen prozessabhängig schnelle und sichere Konfektionierung; bei sensiblen Inhalten erhöhen zusätzliche Siegel oder manipulationssichere Lösungen die Transportsicherheit.
  • Öffnungs- und Retourenkomfort: Aufreißfäden, Perforationen und Zusatzklebestreifen erleichtern Entnahme und Rücksendung, minimieren Beschädigungsrisiken beim Öffnen und verbessern das Nutzererlebnis.

Für die Formatplanung sind exakte Innen- und Außenmaße entscheidend, um Produktschutz, Füllmaterialbedarf und Palettierung zu optimieren. Weitere Hinweise liefert der Beitrag Abmessungen richtig wählen und berechnen im Versand, insbesondere zur Differenz zwischen Innenmaß und Außenmaß sowie zu praxisüblichen Toleranzen.

Anwendungsbereiche der Zustellkartons

Die Anwendungsbereiche reichen vom Online-Handel über Ersatzteil- und Elektroniklogistik bis zu etablierten Einzelhandelsketten. Im Versandhandel bilden Zustellkartons die zentrale Transporthülle für unterschiedlichste Waren. Auch im Lebensmittelbereich (vorwiegend trockene, verpackte Produkte), in der Pharma-Distribution, im Buch- und Medienversand sowie im Möbel- und Heimwerkersegment werden sie aufgrund ihrer Schutzfunktion, ihrer Tragfähigkeit und des effizienten Handlings eingesetzt. Branchenspezifische Anforderungen – etwa Kennzeichnung, Temperatur- oder Feuchteanforderungen, Rücksendeprozesse, Diebstahlschutz oder ESD-Schutz in Kombination mit geeigneten Inlays – lassen sich konstruktiv berücksichtigen.

  • E-Commerce und Fulfillment: Standardisierte Größen für Regallagerung, Kommissionierung und automatisierte Verpackungsstraßen; variable Füllhöhen und Höhenriller unterstützen volumenoptimiertes Packen.
  • Industrie und B2B: Teileversorgung, Ersatzteile, Baugruppen – häufig mit Einlagen, Formpolstern oder Trays kombiniert, um Bauteile lage- und stoßsicher zu führen.
  • Verlage und Medien: Kantenschutz, Klemmschutz und robuste Ecken für empfindliche Inhalte; zusätzliche Einstecklaschen können Beschädigungen beim Öffnen reduzieren.
  • Pharma und Kosmetik: Maßhaltige Außenverpackung, manipulationssichere Verschlüsse, Informationsdruck und chargenbezogene Kennzeichnung für Nachverfolgbarkeit.
  • Lebensmittel (trocken, verpackt): Transportverpackung mit definierter Stabilität, sauberer Kennzeichnung und geeigneter Feuchteführung für unterschiedliche Klimazonen.

Logistik- und Prozessaspekte

  • Palettierung: Maßführung und Stapelfestigkeit unterstützen eine sichere Lager- und Transportlogistik, z. B. auf gängigen Euro-Paletten; Verbund- und Kreuzstapel, Kantenschutz und Antirutschlagen erhöhen die Transportsicherheit.
  • Retourenfähigkeit: Rücksendeverschlüsse und klare Öffnungshilfen verbessern Kundenerlebnis und Prozesskosten; robuste Rückversandfähigkeiten reduzieren Beschädigungsquote und Nacharbeit.
  • Automatisierung: Maßkonstanz, planliegende Zuschnitte und definierte Rillungen erleichtern die Verarbeitung in Anlagen; geeignete Rill-/Falzparameter verringern Bruchkanten und Staubentwicklung.

Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft

Zustellkartons auf Basis von Wellpappe unterstützen geschlossene Materialkreisläufe. Hohe Altpapieranteile, sortenreine Verpackungen und reduzierte Materialstärken senken Ressourcenverbrauch und Abfallaufkommen. Design-for-Recycling (z. B. Vermeidung schwer trennbarer Verbunde) erleichtert das Wiederausfasern. Zusätzlich lassen sich Druckfarben, Kleber und Additive so wählen, dass Entsorgung und Wiederverwertung nicht beeinträchtigt werden. Durch optimierte Formate, Packdichten und Palettierungs-Schemata ist zudem eine emissionsarme Transportkette begünstigt.

Dimensionierung, Abmessungen und Toleranzen

Für eine passgenaue Auslegung werden Innenmaß, Außenmaß und Füllhöhe auf Packgut, Polsterbedarf und Laderaum abgestimmt. Üblich ist die Dimensionierung nach Innenmaß (L × B × H), um den Produktsitz zu sichern, während das Außenmaß für Palettierung und Ladeeinheiten entscheidend ist. Toleranzen ergeben sich aus Papiergrammaturen, Rill- und Stanzprozessen sowie klimatischen Bedingungen (z. B. Konditionierung bei 23 °C/50 % r. F.). Eine saubere Rillgeometrie und definierte Spaltmaße verbessern die Maßhaltigkeit und reduzieren Quetschungen an Kanten und Klappen.

Material- und Schutzkonzepte

Neben der Wahl der Wellenart beeinflussen Einlagen, Zwischenlagen, Formpolster oder Wabenkarton-Elemente die Schutzleistung. Für empfindliche Produkte werden häufig hybride Lösungen eingesetzt, etwa Kombinationen aus Wellpappe und papierbasierten Polstern, die Stoß- und Vibrationsenergie aufnehmen. Bei feuchtebelasteten Transporten können imprägnierte Papiere, angepasste Linergrammaturen oder spritzwassergeschützte Außenlagen die Stabilität stabilisieren. Für Elektronik unterstützen antistatische Inlays die sichere Zustellung.

Normen, Kennwerte und Auslegung

Für die Auslegung von Zustellkartons spielen Kennwerte wie Kantenstauchwiderstand (ECT), Stapelstauchwiderstand (BCT), Berstfestigkeit, Durchstoßwiderstand, Cobb-Wert (Wasseraufnahme), Biegesteifigkeit sowie RCT/SCT (Ring-/Kurzzeitkompressionswerte) eine maßgebliche Rolle. In der Praxis werden für die Dimensionierung vereinfachte McKee-Ansätze genutzt, um aus ECT, Umfang und Wandaufbau die zu erwartende BCT-Leistung abzuschätzen. Vor Serienstart verbessert die Konditionierung der Prüfkörper unter definierten Klima

Veröffentlicht am 13.06.2025
Letzte Überarbeitung am 08.01.2026 um 11:05 Uhr von Sebastian Würth

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