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Climate Neutral Packaging

Im Zeitalter der Nachhaltigkeit steht die Verpackungsindustrie vor neuen Herausforderungen. Klimaneutrale Verpackung, eine innovative Lösung in diesem Kontext, hat das Potenzial, weitreichende Auswirkungen auf den Bereich der Wellpapp-Verpackungen zu haben. Regulatorische Initiativen, neue Berichtspflichten und wachsende Transparenzanforderungen entlang der Wertschöpfungskette führen dazu, dass ökologische Kennzahlen konsequent erhoben und Maßnahmen systematisch priorisiert werden. Unternehmen prüfen daher Lebenswegdaten, Materialeffizienz und Kreislauffähigkeit deutlich genauer als in der Vergangenheit.

Im Mittelpunkt stehen die messbare Reduktion von Treibhausgasemissionen, eine saubere Datengrundlage über den gesamten Lebenszyklus sowie eine konsequente Kreislaufführung von Materialien. Klimaschutzziele, regulatorische Rahmenbedingungen und Erwartungen entlang der Lieferkette erhöhen den Druck, Verpackungssysteme ganzheitlich zu überdenken – von der Rohstoffauswahl über die Produktionsprozesse bis hin zu Nutzung, Entsorgung und Wiederverwertung. Ergänzend gewinnt die Betrachtung indirekter Effekte an Relevanz, etwa durch optimierte Logistik, passgenaue Abmessungen und geringere Bruch- bzw. Rücksendequoten, die den gesamten Fußabdruck beeinflussen.

Definition: Was versteht man unter klimaneutraler Verpackung?

Klimaneutrale Verpackungen – im Kontext der englischen Bezeichnung als „Climate Neutral Packaging“ bekannt – sind Verpackungen, deren Herstellung, Nutzung und End-of-Life so gestaltet sind, dass unvermeidbare Treibhausgasemissionen vollständig bilanziert und durch anerkannte Kompensationsmaßnahmen ausgeglichen werden. Der Begriff umfasst technologische Innovationen, den Einsatz erneuerbarer und recycelter Materialien, Effizienzsteigerungen in der Fertigung sowie die systematische Reduzierung von CO2e-Emissionen über den gesamten Lebenszyklus. Dabei ist relevant, ob biogene Kohlenstoffflüsse korrekt berücksichtigt und Doppelzählungen vermieden werden.

In der Praxis wird die Klimawirkung als CO2-Äquivalente (CO2e) ermittelt. Grundlage sind transparente Systemgrenzen (z. B. Cradle-to-Gate oder Cradle-to-Grave), eine strukturierte Datenerhebung und international gebräuchliche Bilanzierungsansätze. Klimaneutral bedeutet dabei: erst vermeiden, dann reduzieren, schließlich verbleibende Restemissionen seriös kompensieren. Zusätzlich sollten Datenquellen, Annahmen und Unsicherheiten dokumentiert werden, um die Nachvollziehbarkeit zu erhöhen und Vergleiche zwischen Verpackungslösungen fair zu gestalten.

Abgrenzung und Begriffsverständnis

  • Klimaneutral: Emissionen werden umfassend erfasst und durch Reduktion sowie hochwertige Kompensation ausgeglichen.
  • Klimafreundlich: Emissionsarme Gestaltung ohne Anspruch auf vollständigen Ausgleich.
  • Klimapositiv: Überkompensation über die eigenen Emissionen hinaus (anspruchsvoll in der glaubwürdigen Umsetzung).
  • Netto-null: Langfristiges Ziel, Emissionen über Wertschöpfungsstufen hinweg so weit wie möglich zu eliminieren und verbleibende Restmengen dauerhaft zu neutralisieren.
  • Produktebene vs. Unternehmensebene: Aussagen zur Klimaneutralität müssen klar trennen, ob sie für einzelne Verpackungen, Produktlinien oder gesamte Organisationen gelten.

Die Rolle der Wellpappe im klimaneutralen Verpackungskonzept

Wellpappe spielt eine große Rolle im Bereich der klimaneutralen Verpackungen, da sie aus nachwachsenden Rohstoffen besteht und vollständig recycelbar ist. Durch die Verwendung von Wellpappe statt umweltunfreundlichen Materialien kann die CO2-Bilanz erheblich verbessert werden. Der hohe Anteil an Recyclingfasern, die etablierte Sammlung und die effiziente Wiederverwertung im Faserkreislauf unterstützen die Kreislaufwirtschaft und senken den Bedarf an Primärfasern.

Wesentliche Hebel sind der Einsatz von Recyclingfasern, die Reduktion von Flächengewichten bei gleichbleibender Schutzfunktion sowie Monomaterial-Designs, die das werkstoffliche Recycling erleichtern. Die hohe stoffliche Verwertungsquote in etablierten Sammel- und Sortiersystemen begünstigt geschlossene Kreisläufe und reduziert Primärrohstoffbedarf. Ergänzend tragen optimierte Konstruktionen (z. B. anwendungsangepasste Wellenkombinationen), effiziente Palettierung und passgenaue Formate dazu bei, Transportvolumen zu senken und Transportschäden zu vermeiden.

Material- und Konstruktionsaspekte

  • Leichtbau: Optimierte Wellen- und Deckenpapiere senken Materialeinsatz bei definierter Performance.
  • Design for Recycling: Monomaterial, reduzierte Verbunde, lösbare Verklebungen und sparsame Druckbilder erleichtern die Wiederverwertung.
  • Prozessenergie: Effiziente Trocknung, Abwärmenutzung und erneuerbare Energien reduzieren den Fußabdruck in der Herstellung.
  • Materialalternativen: Ergänzend können faserbasierte Lösungen wie faserbasierte Lösungen wie Verpackungen aus Graspapier zur Minderung der Klimawirkung beitragen, sofern sie in ökobilanziellen Vergleichen vorteilhaft abschneiden.
  • Klebstoff- und Farbsysteme: Stärke- oder Dextrin-basierte Klebstoffe sowie wasserbasierte Farben unterstützen Recyclingfähigkeit und verringern potenzielle Störstoffe.
  • Faserqualitäten: Ein geeigneter Mix aus Primär- und Sekundärfasern ermöglicht die geforderte Festigkeit (z. B. ECT/BCT) bei minimalem Materialeinsatz.
  • Feuchte- und Kantenstabilität: Schutz gegen Feuchtigkeit durch geeignete Konstruktion und gezielte, recyclingfreundliche Ausrüstungen erhält die Performance ohne unnötige Verbunde.

Der Weg zu einem klimaneutralen Verpackungsprotokoll

Für die Implementierung eines klimaneutralen Verpackungsprotokolls muss das gesamte Verpackungsökosystem analysiert und überarbeitet werden. Umweltaspekte wie Materialeinsatz, Fertigungsprozesse und Recyclingfähigkeit werden dabei ganzheitlich betrachtet. Zudem erfolgt eine genaue CO2-Bilanzierung, um die notwendigen Kompensationsmaßnahmen zu bestimmen. Ergänzend sind Governance-Aspekte relevant, etwa klare Verantwortlichkeiten, Datenmanagement und regelmäßige Verifizierungen durch unabhängige Stellen, um die Belastbarkeit der Ergebnisse zu sichern.

  1. Systemgrenzen festlegen: Definition des Betrachtungsumfangs (z. B. Rohstoff, Produktion, Transport, Nutzung, End-of-Life). Festlegen, ob biogene Kohlenstoffspeicherung, Landnutzungsänderungen und Emissionen aus Infrastruktur berücksichtigt werden und wie Scope-1-, Scope-2- und Scope-3-Anteile zugeordnet sind.
  2. Datenerhebung und Hotspot-Analyse: Materialdaten, Energiequellen, Transportdistanzen und Prozessparameter erfassen; Emissionstreiber identifizieren. Primärdaten bevorzugen, Sekundärdaten valide dokumentieren; Sensitivitätsanalysen durchführen, um Unsicherheiten offenzulegen.
  3. Vermeidung und Reduktion: Materialoptimierung, Umstellung auf erneuerbare Energien, Abfallvermeidung, Wiederverwendung und effiziente Logistik. Maßnahmenportfolio priorisieren (technische Machbarkeit, Kosteneffizienz, Emissionswirkung) und anschließend in Pilotprojekten validieren.
  4. Restemissionen kompensieren: Qualitativ hochwertige Projekte nutzen, doppelte Anrechnung vermeiden, Transparenz sicherstellen. Kriterien wie Zusätzlichkeit, Permanenz, Verifizierung und klare Registerführung beachten; Kompensation erst nach maximaler Reduktion einsetzen.
  5. Monitoring und Verbesserung: Kontinuierliche Aktualisierung der Datengrundlage, Validierung der Ergebnisse und iterative Optimierung. Kennzahlen (z. B. g CO2e pro Verpackungseinheit) definieren, Zielpfade festlegen und Abweichungen systematisch adressieren.
  6. Kommunikation: Sachlich, nachvollziehbar und ohne Missverständnisse, mit klaren Angaben zu Systemgrenzen und Bilanzierungsjahr. Aussagen präzise formulieren, Prüfnachweise bereitstellen und die Methodik inkl. Datenquellen offenlegen.

Messgrößen und Methodik

  • CO2e als gemeinsame Einheit für verschiedene Treibhausgase.
  • Lebenszyklusdenken zur Vermeidung von Lastverschiebungen zwischen Stufen.
  • Transparenz über Annahmen, Datenqualität und Rechengrundlagen.
  • Normen und Leitfäden: ISO 14040/14044 für Ökobilanzen sowie ISO 14067 für produktbezogene Treibhausgasbilanzen.
  • Bilanzierungsrahmen: Greenhouse Gas Protocol (Corporate/Scope-3, Product Standard) als etablierte Orientierung.
  • Produktkategorien: Product Category Rules (PCR) und Umweltproduktdeklarationen (EPD) erhöhen Vergleichbarkeit und Konsistenz der Ergebnisse.
  • Qualitätssicherung: Kritische Durchsicht bzw. Verifizierung durch unabhängige Fachstellen zur Sicherung der Datenintegrität.

Vor- und Nachteile von klimaneutraler Verpackung

Die Vorteile von klimaneutraler Verpackung liegen in der starken Reduzierung des CO2-Fußabdrucks und dem Beitrag zur Wiederverwendung und Recyclingfähigkeit von Verpackungen. Die Verwendung nachwachsender Rohstoffe wie Wellpappe agiert hierbei als wichtiger Hebel. Unternehmen, die auf klimaneutrale Verpackungen setzen, verbessern nicht nur ihre Umweltbilanz, sie schaffen auch einen Mehrwert für ihre Marke und steigern ihre Attraktivität für umweltbewusste Verbraucher. Dennoch gibt es auch Nachteile: Für den kompletten Umstieg auf klimaneutrale Verpackungen sind oftmals umfassende Anpassungen in der Produktionskette und damit verbunden höhere Kosten notwendig. Darüber hinaus kann die Herstellung von klimaneutralen Verpackungen derzeit noch mit technischen Herausforderungen verbunden sein. Zusätzlich sind lokale Sammel- und Sortierinfrastrukturen, Verfügbarkeiten von Sekundärfasern sowie Marktpreise für Energie und Rohstoffe entscheidende Faktoren für die praktische Umsetzung.

  • Vorteile
    • Messbare Minderung der Treibhausgasemissionen über den Lebenszyklus.
    • Kreislauffähigkeit durch faserbasierte Monomaterial-Konzepte und etablierte Recyclingstrukturen.
    • Ressourcenschonung durch Materialeffizienz und Leichtbau.
    • Planungssicherheit durch strukturierte Datenerhebung und kontinuierliches Monitoring.
    • Reduzierte Transportrisiken durch optimierte Packdichte, verbesserte Palettierung und passgenaue Formate.
    • Hohe Akzeptanz in der Entsorgungslogistik aufgrund etablierter Fraktionen und klarer Trennhinweise.
  • Herausforderungen
    • Investitionen in Prozesse, Materialien und Datensysteme.
    • Technische Zielkonflikte zwischen Schutzfunktion, Stabilität und Materialreduktion.
    • Abhängigkeit von Datenqualität und verlässlichen Emissionsfaktoren.
    • Glaubwürdige Kompensation erfordert strenge Kriterien und Nachweise.
    • Regionale Unterschiede in Recyclinginfrastrukturen können die tatsächliche Klimawirkung beeinflussen.
    • Potenzielle Fehlinterpretationen in der Kommunikation, wenn Systemgrenzen oder Bilanzierungsjahre unklar sind.

Gestaltungsprinzipien für die Praxis

  • Materialeinsatz konsequent optimieren, ohne die Schutzwirkung zu gefährden.
  • Transportwege, Ladeausnutzung und Stapelfähigkeit verbessern, um indirekte Emissionen zu senken.
  • Druck, Beschichtungen und Klebstoffe so auswählen, dass die Recyclingfähigkeit erhalten bleibt.
  • Standardisierte Formate und bedarfsgerechte Abmessungen einsetzen, um Verschnitt und Masse zu reduzieren.
  • Prüfmethoden (z. B. ECT/BCT) nutzen, um Festigkeit zielgerichtet statt pauschal zu dimensionieren.
  • Trennhinweise und Materialkennzeichnung klar gestalten, um die werkstoffliche Verwertung zu erleichtern.
  • Rückführungs- und Mehrwegoptionen prüfen, wenn Anwendungsfall und Logistik dies ermöglichen.
  • Datenmanagement professionalisieren, um Materialstammdaten, Energieverbräuche und Emissionsfaktoren aktuell zu halten.

Zusammenfassung:

  • Klimaneutrale Verpackungen umfassen Konzepte, bei denen alle Prozesse von der Produktion bis zur Entsorgung so gestaltet sind, dass sie keine negativen Auswirkungen auf das Klima haben. Die Bilanzierung erfolgt transparent, mit klaren Systemgrenzen und nachvollziehbarer Datengrundlage.
  • Bei der Nutzung von Wellpapp-Verpackungen können Unternehmen dazu beitragen, denn Wellpappe ist ein erneuerbarer, recycelbarer und in vielen Fällen auch kompostierbarer Rohstoff. Durch Leichtbau, effiziente Konstruktionen und hohe Recyclingquoten lassen sich belastbare Beiträge zur Emissionsminderung erzielen.
  • Die Arbeit hin zu klimaneutralen Verpackungen erfordert auf Unternehmensseite einerseits Investitionen und Veränderungen, bietet andererseits aber auch gesellschaftliche wie auch wirtschaftliche Chancen durch Stärkung des Nachhaltigkeitsimages und Einsparung von Ressourcen. Voraussetzung sind klare Verantwortlichkeiten, belastbare Daten und eine kontinuierliche Erfolgskontrolle.
  • Kernaussage: Erst vermeiden, dann reduzieren, schließlich verbleibende Restemissionen transparent kompensieren – auf Basis belastbarer Daten und klarer Systemgrenzen. Bei der Bewertung sind biogene Flüsse, End-of-Life-Szenarien und regionale Unterschiede miteinzubeziehen.
  • Praxisbezug: Wellpappe bietet als faserbasiertes, kreislauffähiges Material wesentliche Ansatzpunkte, insbesondere durch Leichtbau, Monomaterial-Design und etablierte Recyclingpfade. Geeignete Klebstoff- und Farbsysteme unterstützen die Reinheit der Faserströme.
  • Kontinuität: Klimaneutralität ist kein Status, sondern ein fortlaufender Prozess aus Analyse, Umsetzung und Verbesserung. Fortschritte sollten regelmäßig verifiziert, dokumentiert und kommuniziert werden.
  • Rahmenbedingungen: Normen (z. B. ISO 14040/44 und ISO 14067), Leitfäden und Produktregeln schaffen Vergleichbarkeit, während klare Kommunikation Missverständnisse reduziert.
  • Datenqualität: Primärdaten und verifizierte Faktoren erhöhen die Aussagekraft der CO2e-Bilanzen und ermöglichen eine zielgerichtete Priorisierung von Maßnahmen.

Veröffentlicht am 09.06.2024
Letzte Überarbeitung am 15.09.2025 um 15:52 Uhr von Manuel Hofacker

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