In der Welt der Wellpappe spielt die Druckbarkeitsprüfung eine entscheidende Rolle. Als Verfahren der Qualitätskontrolle sichert sie die Güte bedruckbarer Oberflächen und ist für die Herstellung von wellpappenbasierten Verpackungen in Flexo-, Digital- oder Offset-Preprint-Prozessen gleichermaßen relevant. Sie bewertet systematisch, wie zuverlässig eine Oberfläche Farbe annimmt, wie gleichmäßig der Farbauftrag erfolgt und wie beständig das Druckbild gegenüber mechanischer Beanspruchung ist. So werden Abweichungen frühzeitig erkannt, Prozessparameter stabilisiert und reproduzierbare Ergebnisse über unterschiedliche Losgrößen und Produktionsläufe hinweg erreicht. Darüber hinaus dient die Prüfung als Schnittstelle zwischen Papierherstellung, Wellpappenproduktion, Druckvorstufe und Weiterverarbeitung (Rillen, Stanzen, Falten, Kleben), damit Abbildungsschärfe, Volltonhomogenität, Kantenqualität sowie die Lesbarkeit von Barcodes und QR-Codes auch unter realen Transport- und Handlingsbedingungen gewährleistet bleiben.
Definition: Was versteht man unter Druckbarkeitsprüfung?
Unter der Prüfung der Druckbarkeit versteht man das Testen der Qualität einer Oberfläche hinsichtlich ihrer Eignung für den Druckprozess. Dabei stehen Oberflächenbeschaffenheit, Oberflächenenergie und die Farbaufnahmefähigkeit im Fokus. Bewertet werden unter anderem Benetzbarkeit, Saug- und Trocknungsverhalten, Haftung der Druckfarbe sowie die mechanische Beständigkeit des Druckbildes. Bei Wellpappen ist diese Prüfung besonders wichtig, weil der Verbund aus Decken- und Wellenpapier je nach Material, Flutentyp, Feuchtegehalt und Vorbehandlung unterschiedliche Druckergebnisse liefert. Ebenso beeinflussen Faserausrichtung, Strichaufbau, Recyclingfaseranteil und Kalandergrad die Druckfähigkeit und die resultierende Tonwertzunahme.
Ziel ist es, ein reproduzierbares, sauberes Druckbild mit stabilen Farbtönen, kontrollierter Tonwertzunahme und ausreichender Haftung zu erzielen – unabhängig davon, ob es sich um Postprint (direkt auf die Decke) oder Preprint (druckfertige Deckenpapiere) handelt. Abgegrenzt wird die Druckbarkeitsprüfung von der reinen Materialprüfung (z. B. Festigkeitskennwerte), da sie vorrangig das Interaktionsverhalten zwischen Substratoberfläche und Farbe bewertet. In der Praxis werden hierzu definierte Mess- und Prüfbedingungen eingesetzt (z. B. normierte Klimatisierung, genormte Messgeometrien und standardisierte Messmittel), damit Ergebnisse vergleichbar, interpretierbar und für die Prozesssteuerung nutzbar sind.
Relevante Prüfkriterien und Kennwerte
- Oberflächenenergie/Benetzbarkeit: Aussage über das Spreiten der Druckfarbe und die Neigung zu Abrissen oder Tröpfchenbildung.
- Saugfähigkeit/Absorption: Geschwindigkeit und Umfang der Flüssigkeitsaufnahme, maßgeblich für Trocknung und Kantenabzug.
- Rauheit/Glätte: Einfluss auf Punktzuwachs, Kantenqualität und Volltondichte; wichtig für feine Raster.
- Porosität/Luftdurchlässigkeit: Beeinflusst die Eindringtiefe der Farbe und das Trocknungsverhalten.
- Haftung/Adhäsion: Fähigkeit der Farbschicht, auf dem Substrat zu verbleiben, ohne Abblättern oder Abziehen.
- Rubbel-/Abriebfestigkeit: Beständigkeit des Druckbilds gegen mechanische Beanspruchung im Handling und Transport.
- Optische Eigenschaften: Weißgrad, Helligkeit und Glanz als Basis für Farbwirkung und Kontrast.
- Farbmetrische Stabilität: Abweichungen (z. B. ΔE) zwischen Soll- und Ist-Farbwerten über die Auflage.
- Feuchtegehalt des Substrats: Einfluss auf Dimensionsstabilität, Auflagenkonstanz und Trocknungsverhalten.
- Oberflächenkontamination: Staub, Faserflug oder Additive, die zu Haftungsproblemen, Mottle oder Punktverlust führen können.
- Barcode- und 2D-Code-Verifizierung: Beurteilung von Kontrast, Modulation und Kantenqualität für zuverlässige Lesbarkeit.
- Glanz und Erscheinungsbild: Gleichmäßigkeit von Volltönen, Streifenbildung und Wolkigkeit (Mottle) als Qualitätsmerkmale.
Methoden zur Durchführung einer Druckbarkeitsprüfung
Verschiedene Methoden stehen zur Verfügung, um die Eignung einer Oberfläche für die Bedruckung zu testen. Zu den wichtigsten zählen die Ink Rub Test Methode, die Farbaufnahmetest Methode und die Cobb Test Methode. Dabei kann sowohl die Qualität des Drucks als auch die Haltbarkeit des Drucks getestet werden. Ergänzend kommen Verfahren zur Bestimmung von Oberflächenenergie, Rauheit, Porosität und Farbmetriken zum Einsatz, um ein vollständiges Bild der Bedruckbarkeit zu erhalten. Densitometrische und spektralfotometrische Messungen, standardisierte Andrucke sowie definierte Testmotive unterstützen die Bewertung von Volltondichte, Grau