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Einsatzfrequenz
Die Welt der Wellpappe ist vielfältig und abwechslungsreich. Ein besonders wichtiges Element in diesem Bereich ist der Sammelbegriff Einsatzfrequenz. Hierbei handelt es sich um einen Faktor, der die Nutzungsfrequenz von Wellpapp-Verpackungsmaterialien in einem bestimmten Zeitraum erfasst. Er ist essenziell für die kosten- und ressourceneffiziente Gestaltung von Verpackungsprozessen. Im betrieblichen Alltag unterstützt die Kennzahl die Planung von Beschaffung, Disposition, Lagerhaltung, Kommissionierung und Wiederbeschaffung. Je präziser die Einsatzfrequenz ermittelt wird, desto stabiler lassen sich Materialflüsse, Servicegrade und Bestände steuern. Darüber hinaus ermöglicht die systematische Beobachtung der Einsatzfrequenz eine fundierte Abstimmung zwischen Verpackungsentwicklung, Fertigungssteuerung und Logistik, sodass Verpackungstypen, Abmessungen und Mengen besser mit realen Verbrauchsmustern harmonieren.
Definition: Was versteht man unter Einsatzfrequenz?
Unter Einsatzfrequenz versteht man im Kontext der Wellpappe die Häufigkeit, mit der ein bestimmtes Produkt oder Material genutzt wird. Dabei gibt die Einsatzfrequenz an, wie oft ein bestimmtes Wellpappeprodukt innerhalb eines definierten Zeitraums gebraucht wird. Sie ist damit eine Schlüsselgröße zur Optimierung von Verpackungsprozessen und Ressourcennutzung. In der Praxis wird sie meist als Anzahl der Einsätze pro Zeiteinheit (z. B. pro Tag, Woche oder Monat) angegeben. Synonyme Bezeichnungen in der Materialwirtschaft sind unter anderem Entnahmehäufigkeit, Nutzungstakt oder Nutzungsrate. Formal lässt sich die Kennzahl vereinfacht als Einsätze je Zeitraum ausdrücken; die gewählte Zeiteinheit sollte mit den operativen Entscheidungszyklen übereinstimmen.
Wichtig ist die klare Abgrenzung: Die Einsatzfrequenz misst die zeitliche Häufigkeit der Nutzung, nicht das verbrauchte Volumen je Einsatz. Eine hohe Einsatzfrequenz kann mit kleinen Entnahmemengen einhergehen und umgekehrt; beides beeinflusst Planung und Steuerung unterschiedlich. Erst die Kombination aus Einsatzfrequenz und durchschnittlicher Entnahmemenge ergibt eine vollständige Bedarfsperspektive (z. B. Bedarfsrate je Tag), während die reine Frequenz vor allem die Taktung und Wiederauffülllogik adressiert.
Abgrenzung zu verwandten Kennzahlen
- Bedarfsmenge: Menge je Zeitraum; sagt nichts über die Taktung einzelner Entnahmen aus. In der Verpackungspraxis relevant, wenn Losgrößen oder Bündelungen abgebildet werden müssen.
- Bestellrhythmus: Turnus, in dem bestellt wird; kann von der realen Nutzung abweichen. Wird häufig durch Lieferantentermine, Mindestabnahmemengen oder Transportkonsolidierung beeinflusst.
- Lagerumschlag: Wie oft der Bestand pro Zeitraum umgesetzt wird; umfasst Wert- und Mengenbezug. Der Umschlag reflektiert Bewegungen im Lager, nicht zwingend die feine Taktik der Entnahmen am Point of Use.
- Wiederbeschaffungszeit: Zeit von Bestellung bis Verfügbarkeit; bestimmt zusammen mit Einsatzfrequenz den Sicherheitsbedarf. Variabilität in der Wiederbeschaffung verstärkt die Anforderungen an Puffer und Servicegradsteuerung.
Messdimensionen und Einheiten
Die Einsatzfrequenz sollte konsistent in einer passfähigen Einheit geführt werden (z. B. Einsätze/Tag in der Kommissionierung oder Einsätze/Woche in der Disposition). Für hochdynamische Verpackungsprozesse in Schichten kann eine Darstellung als Einsätze/Schicht sinnvoll sein. Bei seltenen Verwendungen sind Monat oder Quartal geeignete Zeitraster, um Rauschen zu reduzieren.
Interpretation und Grenzfälle
Sehr unregelmäßige oder kampagnengetriebene Bedarfe erfordern zusätzlich zur Einsatzfrequenz die Betrachtung der Intervallverteilung zwischen zwei Einsätzen. In Phasen mit Nullverbräuchen ist die Kennzahl formal null; hier helfen gleitende Fenster oder Zero-Inflated-Modelle, die Steuerung robuster zu gestalten.
Anwendungsbereiche der Einsatzfrequenz
Die Einsatzfrequenz spielt in vielen Bereichen der Wellpappe eine entscheidende Rolle. Sie beeinflusst unter anderem die Bestellmengen, die Lagerhaltung und letztendlich die Kosten. Unternehmen analysieren ihre Einsatzfrequenzen, um Bestellprozesse zu optimieren, Lagerkosten zu minimieren und die Effizienz ihrer Verpackungsprozesse zu erhöhen. Darüber hinaus dient sie als Grundlage für Servicegradziele, Kanban- und Two-Bin-Systeme sowie für die Priorisierung in der Materialbereitstellung. In der Verpackungslogistik unterstützt sie die Zuordnung von Verpackungsmaterialien zu optimalen Bereitstellungsorten (z. B. Near-Line vs. Supermarkt), die Planung von Pufferbereichen sowie die Definition von Nachschubsignalen.
Typische Einsatzfelder im Überblick
- Disposition und Bestellpunktverfahren: Ermittlung geeigneter Bestellpunkte und Bestellrhythmen auf Basis der Entnahmehäufigkeit. Kombination mit Losgrößenmodellen ermöglicht eine balancierte Nachschubstrategie.
- Sicherheitsbestände: Ableitung zusätzlicher Bedarfe bei Schwankungen, Saisonalitäten oder unsicheren Durchlaufzeiten. Die Frequenzvolatilität fließt in Zielreichweiten und Pufferspalten ein.
- Lager- und Flächenplanung: Zuordnung von Stellplätzen gemäß Umschlagshäufigkeit (z. B. A-/B-/C-Zonen). Häufig genutzte Kartonagen werden ergonomisch vornah platziert, um Wegezeiten zu senken.
- Kommissionierstrategien: Anpassung der Wege und Picks an häufige Entnahmen zur Reduktion von Durchlaufzeiten. Die Sequenzierung von Picks profitiert von stabilen Nutzungstakten.
- Mehrweg-/Kreislaufsysteme: Planung von Umlaufbeständen, wenn Trays, Ladungsträger oder Kartonagen mehrfach eingesetzt werden. Umlauf- und Reinigungszeiten werden über die Frequenz in die Verfügbarkeitssteuerung integriert.
Bei stark schwankender Einsatzfrequenz helfen gleitende Auswertungen und saisonale Profile, kurzfristige Peaks von strukturellen Trends zu unterscheiden. Für Bedarfsfälle, in denen Engpässe vermieden werden sollen, ist eine Übersicht der sofort verfügbaren Verpackungen ab Lager zweckmäßig, um Versorgungslücken zu schließen. Ergänzend können Notfallparameter (temporär höhere Sicherheitsbestände oder verkürzte Review-Zyklen) definiert werden, bis die Frequenz wieder in ein stabiles Muster übergeht.
Branchen- und Prozessbeispiele
- E-Commerce-Fulfillment: Hohe Einsatzfrequenz von Standard-Faltkartons in Peakzeiten; Priorisierung der Bereitstellung an Packplätzen.
- Lebensmittelverpackung: Taktgebundene Verwendung von Wellpapp-Trays in Linien mit variabler Schichtplanung.
- Automotive-Umgebung: KLT-ähnliche Wellpapp-Behälter in Kanban-Schleifen; Frequenz steuert Nachschubintervalle.
- Pharma/Healthcare: Seltene, aber kritische Einsätze mit hohen Servicegraden; Frequenz plus Losgrößenrestriktionen.
- Co-Packing und Promotion: Kampagnengetriebene Frequenzen mit deutlichen Peaks; temporäre Layoutanpassungen im Materialsupermarkt.
Bestimmung der Einsatzfrequenz
Die Bestimmung der Einsatzfrequenz erfolgt in der Regel durch eine gründliche Analyse der Verpackungsprozesse eines Unternehmens. Dabei wird erfasst, wie oft welche Materialien bzw. Produkte zum Einsatz kommen. Diese Daten werden dann genutzt, um die Einsatzfrequenzen für die einzelnen Materialien oder Produkte zu errechnen. In der operativen Umsetzung stammen die Informationen typischerweise aus ERP-/WMS-Buchungen, Kommissionierprotokollen, Fertigungsaufträgen oder Ausgabestellen. Eine klare Definition des „Einsatzereignisses“ (z. B. jede Entnahme, jeder Pick, jede Linienzuführung) ist zentral, um konsistente Werte zu erhalten.
Vorgehen in der Praxis
- Zeitraum definieren: Analysefenster festlegen (z. B. 12 Wochen), um aktuelle Muster abzubilden. Bei starker Saisonalität zusätzlich Vergleichszeiträume aus Vorjahren berücksichtigen.
- Datenbasis bereinigen: Doppelbuchungen, Rücknahmen oder Sonderaktionen kennzeichnen und separieren. Ein einheitlicher Umgang mit Stornos verhindert Verzerrungen.
- Einsätze zählen: Jede Entnahme bzw. Verwendung als Ereignis erfassen, unabhängig von der Stückzahl je Entnahme. Ereignisdefinition dokumentieren, um Wiederholbarkeit sicherzustellen.
- Frequenz berechnen: Einsätze pro Zeiteinheit bestimmen (z. B. 45 Einsätze in 9 Wochen = 5 Einsätze/Woche). Für operative Tagessteuerung können Einsätze je Schicht zusätzliche Transparenz schaffen.
- Schwankungen bewerten: Median, Perzentile oder gleitende Mittel nutzen, um Ausreißer zu glätten. Variationskoeffizient und Interquartilsabstand helfen bei der Klassifikation der Stabilität.
- Klassifizieren: Häufig (täglich/mehrmals pro Woche), mittel (wöchentlich), selten (monatlich/quartalsweise) – je nach Bedarfsmuster. Klassengrenzen für die Verpackungslogistik verbindlich definieren.
- Validieren: Ergebnisse mit Fachbereichen (Disposition, Packplätze, Produktion) spiegeln; Plausibilitätschecks durchführen und Sonderfälle markieren.
- Parameter ableiten: Bestellpunkte, Review-Intervalle, Kanban-Kartenmengen und Flächenzuordnung auf Basis der Frequenz aktualisieren.
Beispielrechnung
Ein Faltkarton wird in einem Zeitraum von 8 Wochen an 32 Tagen eingesetzt. Daraus ergibt sich eine Einsatzfrequenz von 4 Einsätzen pro Woche bzw. 0,57 pro Tag. Kommt zusätzlich Saisonalität hinzu (z. B. zwei Stoßwochen mit je 8 Einsätzen), empfiehlt sich die getrennte Betrachtung von Peak- und Basisbedarf, um Sicherheitsbestände angemessen zu dimensionieren. Alternativ kann mit einem gleitenden 4-Wochen-Fenster gearbeitet werden, um kurzfristige Veränderungen schneller in die Disposition einfließen zu lassen. Wird der Karton in einer Schichtlogik verwendet, kann die Kennzahl ergänzend als 2 Einsätze/Schicht ausgewiesen werden, sofern zwei Schichten pro Tag gefahren werden.
Datengrundlagen und Qualität
- Quellen: ERP-Buchungen, Warenausgänge, Kommissionierlisten, Produktionsrückmeldungen, Scanner-Daten. Ergänzend sind Packplatz-Logs und Linienabrufe hilfreich.
- Granularität: Tages- bis Schichtlevel bietet ausreichend Präzision für operative Entscheidungen. Für strategische Layoutfragen kann eine Wochenaggregation genügen.
- Datenpflege: Konsistente Artikelkennzeichnung, korrekte Umlagerungen und klare Stornoprozesse vermeiden Fehlinterpretationen. Änderungen an Verpackungsversionen (z. B. neue FEFCO-Variante) sollten datenseitig versioniert werden.
- Erfassungstechniken: Barcode- und RFID-Scanning erhöhen die Genauigkeit der Ereigniszählung; bei manuellen Prozessen sind Stichproben sinnvoll.
- Transparenz: Dashboards mit Frequenzklassen und Trendindikatoren erleichtern die regelmäßige Überprüfung der Parameter.
Berechnungsvarianten und Ableitungen
Für die Verpackungssteuerung lassen sich aus der Einsatzfrequenz weitere Kennzahlen ableiten:
- Intervalldauer (Zeit zwischen zwei Einsätzen) zur Beurteilung von Taktkonstanz.
- Einsatzdichte (Anteil aktiver Tage/Schichten), nützlich bei ungleichmäßigen Prozessen.
- Variationskoeffizient als Maß für die Frequenzstabilität und Servicegradplanung.
- Frequenzklassen (A/B/C), kombiniert mit Prognosegüte (X/Y/Z) für differenzierte Steuerungsansätze.
- Gleitende Fenster zur schnellen Reaktion auf Trendwechsel in der Verpackungsnutzung.
Vor- und Nachteile der Einsatzfrequenz
Die Analyse der Einsatzfrequenzen kann viele Vorteile bringen. Sie ermöglicht Unternehmen eine kosten- und ressourceneffiziente Planung ihrer Verpackungsprozesse. Eine genaue Kenntnis der Einsatzfrequenzen kann dabei helfen, unnötige Kosten zu vermeiden, Lagerbestände optimal zu steuern und Bestellprozesse effizient zu gestalten. Ein Nachteil der Fokussierung auf die Einsatzfrequenz kann sein, dass möglicherweise nicht alle Faktoren, die die Wahl eines Verpackungsmaterials beeinflussen, berücksichtigt werden. Beispielsweise könnten materialeigene Eigenschaften, wie Stabilität oder Umweltverträglichkeit, an Bedeutung verlieren. Zudem bilden reine Frequenzbetrachtungen seltene, aber große Entnahmen nur unvollständig ab; hier ist die Kombination mit Mengen- und Qualitätsparametern erforderlich.
Vorteile
- Transparenz über Nutzungstakte und Entnahmeprofile für eine zielgerichtete Disposition.
- Kostensteuerung durch angepasste Bestellpunkte, geringere Bestandsreichweiten und reduzierte Liegezeiten.
- Prozesssicherheit durch bessere Synchronisation zwischen Bedarf, Beschaffung und Bereitstellung.
- Planbarkeit von Personal, Flächen und Materialflüssen dank verlässlicher Muster.
- Ergonomie und Wegezeiten durch frequenzbasierte Stellplatz- und Pick-Optimierung.
- Schnellere Reaktion auf Trendwechsel, wenn Frequenzen kontinuierlich überwacht werden.
Herausforderungen
- Einseitiger Fokus kann Materialeigenschaften, Transportschutz oder regulatorische Anforderungen untergewichten.
- Volatilität bei Aktionsgeschäften und Kampagnen erschwert die Vorhersage.
- Datenqualität und Buchungsdisziplin sind Voraussetzung für belastbare Kennzahlen.
- Saisonalität erfordert separate Betrachtung und dynamische Parameter statt statischer Richtwerte.
- Strukturelle Änderungen (neue Verpackungsvarianten, Layoutwechsel) können historische Frequenzen entwerten.
- Mehrwegkreisläufe benötigen zusätzlich die Berücksichtigung von Umlauf- und Reinigungszeiten.
Zusätzliche Hinweise für die Praxis
- ABC-/XYZ-Logik kombinieren: Häufigkeit (A/B/C) mit Vorhersagegüte (X/Y/Z) verknüpfen, um Steuerungsansätze zu differenzieren.
- Servicegrade definieren: Ziel-Erfüllungsgrade leiten Sicherheitsbedarfe ab, insbesondere bei kritischen Artikeln.
- Mehrweg beachten: Umlauf- und Reinigungszeiten in die Einsatzfrequenz und Bestandsplanung einbeziehen.
- Regelmäßige Reviews: Parameter halbjährlich oder bei Prozessänderungen prüfen und anpassen.
- Schnittstellen klären: Frequenzbasierte Nachschubsignale mit Lieferanten und internen Bereichen synchronisieren.
- Simulation nutzen: Was-wäre-wenn-Szenarien mit variierter Frequenz und Lead-Time testen, um Puffer zielgerichtet zu dimensionieren.
Zusammenfassung:
- Unter Einsatzfrequenz versteht man die Häufigkeit, mit der ein Produkt oder eine Komponente genutzt wird. Für Unternehmen, die Verpackungen aus Wellpappe anbieten, ist diese Metrik entscheidend, um ihren Lagerbestand effizient zu managen.
- Ein höherer Einsatzfrequenz-Wert deutet auf eine größere Nachfrage nach einem Produkt hin. In diesem Fall, der Verpackungen aus Wellpappe, kann dies zu einer intensiveren Produktion und Erhöhung der Qualität führen, um die Kundenerwartungen zu erfüllen.
- Die Einsatzfrequenz hilft Unternehmen auch, verwandte Produktlebenszyklen zu verstehen und zu planen. In Bezug auf Wellpapp-Verpackungen kann eine regelmäßige Überprüfung und Anpassung der Einsatzfrequenz dazu beitragen, die Kundenbindung zu verbessern und die Rentabilität zu steigern.
- Zur Ermittlung werden Einsätze pro Zeiteinheit gezählt, bereinigt und klassifiziert; Saisonalität und Ausreißer sollten gesondert betrachtet werden.
- Die Kennzahl wirkt direkt auf Bestellpunkte, Sicherheitsbestände, Flächenzuordnung und Kommissionierstrategien und unterstützt eine stabile, ressourcenschonende Materialversorgung.
- Für robuste Entscheidungen sollte die Einsatzfrequenz stets zusammen mit Entnahmemengen, Wiederbeschaffungszeiten und Qualitätsanforderungen betrachtet werden.
- Regelmäßiges Monitoring und klare Definitionen der Ereignisse sichern die Vergleichbarkeit und die Anwendbarkeit der Ergebnisse in der Verpackungslogistik.
Veröffentlicht am 24.05.2025
Letzte Überarbeitung am 08.01.2026 um 11:34 Uhr von Manuel Hofacker