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Falzungstechniken

In der Verpackungswelt spielt Wellpappe eine zunehmend wichtige Rolle. Insbesondere ihre Transformationsfähigkeit durch verschiedene Falzungstechniken macht sie zu einer attraktiven Option für Verpackungen aller Art. Der folgende Artikel des Wellpapp-Lexikons, herausgegeben von der Wellstar-Packaging GmbH, gibt einen tieferen Einblick in diese Techniken.

Als standardisierter Werkstoff verbindet Wellpappe Gewichtsvorteile mit hoher Formstabilität. Durch gezielte Falzungen lassen sich aus ebenen Zuschnitten funktionale Verpackungen mit Klappen, Deckeln, Einsätzen und Verstärkungsbereichen formen. Ob Versandkarton, Displaytray, polsternde Einlage oder passgenaue Produktaufnahme: Die Art und Qualität der Falzung bestimmt maßgeblich Handhabung, Schutzfunktion und Wirtschaftlichkeit einer Verpackungslösung.

Definition: Was versteht man unter Falzungstechniken?

Unter Falzungstechniken versteht man die unterschiedlichen Methoden, mit denen Pappe oder Karton gefaltet wird, um Verpackungen zu erstellen. Diese Techniken werden eingesetzt, um den Verpackungen unterschiedliche Formen und Strukturen zu geben. Sie sind ein wesentlicher Faktor, der die Vielseitigkeit und Flexibilität von Wellpappe als Verpackungsmaterial ausmacht.

Im technischen Sinne umfasst Falzen das gezielte Biegen entlang vorbereiteter Linien. Dafür werden in der Regel zuvor Rillungen (gequetschte bzw. verformte Zonen) eingebracht, die das Material an exakt definierten Stellen leichter und kontrolliert knicken lassen. Der Unterschied: Rillen bereitet die Faltkante vor, Falzen ist der eigentliche Faltvorgang. Ergänzend kommen Stanzungen (zum Ausschneiden und Formen) sowie optional Öffnungshilfen wie Aufreißstreifen zum Einsatz.

Wesentliche Einflussgrößen für saubere Falze sind der Faserlauf des Deckenpapiers, die Rillgeometrie (Breite, Tiefe, Verhältnis zur Materialdicke), die Richtung zur Welle (parallel/quer) und die Feuchte des Materials. Ziel ist eine rissfreie, stabile Kante ohne Faserbruch an der Außenseite und ohne Quetschungen, die die Schutzfunktion beeinträchtigen.

In der Praxis werden Falzung und Rillung teils auch als Nutung bzw. Vorprägung bezeichnet. Unabhängig von der Terminologie gilt: Eine korrekt dimensionierte Rille verlagert die Neutralzone des Materials, verringert den Biegewiderstand entlang der Linie und lenkt Dehn- sowie Druckspannungen so, dass Außenfaserbrüche minimiert werden. Das Ergebnis sind definierte Scharnierkanten, die wiederholtes Auf- und Zuklappen zulassen, ohne die Wellstruktur zu schädigen.

Im Zusammenspiel: Falzung und Wellstärken

Die Falzung der Wellpappe hängt eng mit der Wellenstärke des Materials zusammen. Je stärker die Welle, desto stabiler ist die Verpackung und desto komplexer können die Falzungen sein. Dünne Wellpappe, die für leichte Produkte verwendet wird, wird in der Regel mit einfacheren Falzungstechniken bearbeitet.

In der Praxis unterscheidet man zwischen feinerer Mikrowelle und stärkeren Wellenprofilen sowie Doppelwellen. Jede Kategorie reagiert beim Rillen und Falzen unterschiedlich: Feinere Wellen lassen engere Faltradien zu, während grobe oder doppelte Wellen größere Rillkanäle und eine angepasste Rilltiefe benötigen. Eine zu schmale Rille kann zu Kantenrissen führen; eine zu breite Rille mindert die Formstabilität. Daher werden Rillwerkzeuge auf Materialdicke und Wellenprofil abgestimmt.

Auch die Ausrichtung spielt eine Rolle: Quer zur Welle gefalzte Kanten verhalten sich anders als parallel verlaufende. Querfalzen belastet die Wellenstege stärker, was höhere Rillqualität und genauere Prozessführung erfordert. Zusätzlich beeinflussen klimatische Bedingungen (Luftfeuchte, Temperatur) den Biegewiderstand und die Rückstellkräfte, weshalb eine konditionierte Verarbeitung und Lagerung die Reproduzierbarkeit verbessert.

Typische Wellenprofile (z. B. E-, B-, C- und BC-Doppelwelle) unterscheiden sich in Höhe und Schrittweite. Diese Parameter wirken sich auf Rilltiefe, Kanalbreite und zulässigen Faltradius aus. Für tragfähige Versandverpackungen mit hohem Kantenstauchwiderstand (ECT) wird die Rillgeometrie so gewählt, dass die resultierende Schachtelstauchfestigkeit (BCT) nicht unnötig reduziert wird. Bei feuchten oder klimatisch wechselhaften Bedingungen stabilisieren vorgetrocknete oder konditionierte Zuschnitte die Falzergebnisse und verringern Rückfedereffekte.

Die Vielfalt der Falztechniken

Es gibt viele unterschiedliche Falztechniken, und jede hat ihre spezifischen Vorteile. Einige der beliebtesten sind die Einzel-, Zickzack- und Wickelfalzung. Diese unterschiedlichen Techniken sorgen nicht nur für Vielfalt in der Gestaltung der Verpackungen, sondern ermöglichen auch eine Optimierung in Bezug auf Schutz, Transport und Lagerung der Produkte. Im Rahmen der Einzelfalzung wird das Material einmal an einem Punkt gefaltet. Sie bietet eine einfache und schnelle Lösung für Standardverpackungen. Die Zickzack-Falzung, auch Leporello-Falz genannt, ermöglicht es, das Material mehrfach zu falten, wobei jede Falte in die entgegengesetzte Richtung der vorhergehenden Falte geht. Sie eignet sich hervorragend für kompakte Packaging-Lösungen mit erhöhtem Platzbedarf. Die Wickelfalzung hingegen wird bevorzugt für Rundverpackungen oder Verpackungen mit hohem Füllgewicht eingesetzt.

Darüber hinaus werden in der Praxis weitere Falzgeometrien eingesetzt, die je nach Konstruktion (z. B. FEFCO-Bauarten) eine präzise Kantenführung erfordern:

  • Parallelfalz: Mehrere Falzen verlaufen parallel, häufig bei länglichen Zuschnitten zur Bildung von Seitenwänden und Klappen.
  • Kreuzfalz: Zwei Falzungen stehen rechtwinklig zueinander; relevant für Böden, Deckelmechaniken und Trays mit umlaufenden Klappen.
  • Doppelparallel- und Mehrfachfalz: Für verstärkte Kanten oder doppelt umgelegte Ränder zur Erhöhung der Kantenstabilität.
  • Gegen- und Berg-/Talfalz: Abfolge alternierender Faltrichtungen, wichtig für flachliegende Zuschnitte, die später volumenbildend aufgerichtet werden.
  • Scharnier- bzw. Pre-Break-Falz: Vorbruch der Faltkante zur erleichterten Endmontage und zur Sicherung definierter Öffnungs- und Schließkräfte.
  • Diagonalfalz: Schräge Falzungen zur Bildung abgeschrägter Ecken, Einsteckmechaniken oder formschlüssiger Stützkonstruktionen.

Prozesskette und Werkzeuge

Die Prozessschritte lauten typischerweise: Schlitzen/SchneidenRillen – optional StanzenFalzenKlebenAufrichten. Slitter-Scorer und kombinierte Rill-/Schneidaggregate erzeugen definierte Rilllinien. Für konstante Qualität werden Rillradien, Kanalbreite und Druck anhand der Materialkennwerte eingestellt. Bei komplexen Zuschnitten übernehmen Rotations- oder Flachbettstanzen das präzise Platzieren von Rill- und Schneidlinien. In der Weiterverarbeitung kommen 4‑Punkt- oder 6‑Punkt-Klebungen zum Einsatz, damit beim Aufrichten saubere Falzkanten entstehen.

Inlinermaschinen integrieren Rillen, Schlitzen und Druckprozesse in einem Durchlauf; Faltschachtel-Klebemaschinen nutzen Pre-Break-Stationen, Führungen und Andruckstrecken für reproduzierbare Faltwinkel. Klebstoffe (z. B. Dispersionsleime oder Hotmelt) werden so positioniert, dass Faltkanten nicht verunreinigt werden und Klappen sicher anliegen. Kamerasysteme und Sensorik überwachen Registerhaltigkeit, Rillqualität und Klebstoffauftrag, während Stichproben die Falzkräfte und Kantenintegrität prüfen.

Öffnungshilfen und Bedienbarkeit

Für nutzerfreundliche Öffnungslösungen können Risslinien, Zipper und Aufreißstreifen in den Zuschnitt integriert werden. Eine sauber definierte Rissführung wird oft durch Mikrostanzungen oder feine Schlitzungen vorbereitet. Eine weiterführende Erklärung zur Perforation als kontrollierte Öffnungshilfe unterstützt die Einordnung dieses Sonderfalls der Linienführung.

Zusätzlich lassen sich Sollbruchstellen, Wiederverschlusslaschen und manipulationssichere Abreißkonzepte einplanen. Entscheidend ist die Abstimmung mit der Falzfolge: Öffnungshilfen dürfen die tragende Struktur nicht schwächen und sollten in Faserrichtung so positioniert sein, dass sich definierte Öffnungskräfte ergeben und Faserausrisse vermieden werden.

Vor- und Nachteile der Falzungstechniken bei Wellpappe

Die Falzungstechniken von Wellpappe bieten viele Vorteile. Zum einen erlauben sie eine hohe Flexibilität bei der Gestaltung der Verpackungen. Durch die unterschiedlichen Techniken können Kunden auf Lösungen zurückgreifen, die genau auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind. Zum anderen bieten die Falzungen einen erhöhten Schutz für die Produkte, die in den Verpackungen transportiert werden. Auch Wellpappe selbst profitiert von der Falzung, da sie so ihre Stabilität und Form behält. Aber es gibt auch Nachteile. So kann die Falzung, besonders, wenn sie zu stark oder nicht korrekt ausgeführt wird, die Struktur der Verpackung schwächen. Zudem kann der Prozess der Falzung Zeit in Anspruch nehmen und die Produktionskosten erhöhen.

  • Vorteile:
    • Formgebende Stabilität bei geringem Materialeinsatz.
    • Passgenaue Kantenführung für sicheres Aufrichten und Verschließen.
    • Integration von Funktionsklappen, Einstecklaschen und Verstärkungsumschlägen.
    • Verbesserter Kantenschutz und Dämpfung durch mehrlagige Umlegungen.
    • Skalierbarkeit von einfachen bis komplexen Zuschnitten ohne Materialwechsel.
    • Prozesssichere Wiederholbarkeit bei standardisierten Rill- und Falzparametern.
  • Risiken/Nachteile:
    • Kantenrisse bei falscher Rilltiefe oder schlechtem Feuchtehaushalt.
    • Verzug und Maßungenauigkeiten bei unsymmetrischen Falzfolgen.
    • Höherer Einrichtaufwand bei wechselnden Materialstärken und Wellenprofilen.
    • Potenzielle Reduktion mechanischer Kennwerte (z. B. Stapelstabilität) bei ungünstiger Falzauslegung.
    • Erhöhter Ausschuss bei unzureichender Prozesskontrolle (z. B. Klebstoff im Falzbereich).
    • Begrenzte Minimalradien bei groben Wellenprofilen, was die Gestaltung einschränkt.

Qualitätssicherung und Praxisempfehlungen

  • Rillkanal und Rilldruck auf Materialdicke und Wellenprofil abstimmen; Probestreifen falzen und auf Außenfaserbrüche prüfen.
  • Faserlauf berücksichtigen: Sichtflächen möglichst so auslegen, dass kritische Falzen nicht gegen den Faserverlauf laufen.
  • Klimatisierung beachten; konstante Bedingungen verbessern Wiederholgenauigkeit und reduzieren Rückstellkräfte.
  • Falzreihenfolge definieren: Zuerst tragende Kanten, danach funktionsbedingte Klappen falzen, um Verzug zu minimieren.
  • Öffnungshilfen so platzieren, dass Schutzfunktionen und Tragfähigkeit erhalten bleiben.
  • Pre-Break-Grad und Anpressdrücke dokumentieren; Grenzwerte für Rilltiefe und Kanalbreite hinterlegen.
  • Mechanische Prüfungen (z. B. ECT/BCT) im gefalzten Zustand bewerten, um reale Beanspruchungen abzubilden.
  • Werkzeugverschleiß überwachen (Rillräder, Gegenkanäle) und regelmäßig nachjustieren, um gleichbleibende Falzergebnisse sicherzustellen.

Normen, Maße und Toleranzen

Für die Auslegung von Falzungen sind die geforderten Innen- und Außenmaße sowie zulässige Toleranzen maßgeblich. Normen und Branchenrichtlinien (u. a. FEFCO-Codes, materialbezogene Prüfstandards) unterstützen bei der Festlegung von Rillbreiten, Faltwinkeln und Mindestabständen zwischen Rill- und Schneidlinien. Eine klare Maßdefinition erleichtert die Abstimmung zwischen Konstruktion, Werkzeugbau und Fertigung.

Fehlerbilder und Troubleshooting

Typische Fehlerbilder sind Außenfaserbrüche, gestauchte Innenlagen, aufspringende Klappen oder unsaubere, „blasige“ Falzkanten. Ursachen liegen häufig in zu schmalen Rillkanälen, fehlerhaftem Faserlauf, ungleichmäßiger Feuchte oder in Verklebungen, die in den Falzbereich hineinragen. Abhilfe schaffen angepasste Kanalbreiten, Pre-Break, Materialkonditionierung und ein sauber geführter Klebstoffauftrag.

Zusammenfassung:

  • Falzungstechniken sind essentielle Verarbeitungsprozesse in der Verpackungsbranche und insbesondere bei der Herstellung von Verpackungen aus Wellpappe.
  • Unterschiedliche Falzungstechniken ermöglichen vielfältige Verpackungsformen, die eine sichere und effiziente Lagerung, Transport und Präsentation von Produkten garantieren.
  • Mit speziellen Falzungstechniken können individuellen Designanforderungen gerecht werden, was für eine attraktive Produktpräsentation und eine effektive Markenkommunikation von besonderer Bedeutung ist.
  • Die Auswahl der Falzgeometrie sowie korrektes Rillen sind entscheidend für rissfreie Kanten, passgenaues Aufrichten und dauerhafte Formstabilität.
  • Materialparameter (Wellenprofil, Dicke, Feuchte) und Prozessführung (Rillkanalbreite, Druck, Ausrichtung) müssen aufeinander abgestimmt werden, um Risiken wie Kantenrisse oder Verzug zu vermeiden.
  • Öffnungsmechaniken lassen sich integrieren, sofern Linienführung und Falzfolge die Schutz- und Handlingsanforderungen weiterhin erfüllen.
  • Prüf- und Toleranzkonzepte, die die gefalzte Endgeometrie berücksichtigen, sichern Funktion und Passgenauigkeit im realen Einsatz.
  • Eine dokumentierte Prozesskette mit regelmäßiger Werkzeugpflege und Klimakontrolle erhöht die Reproduzierbarkeit und reduziert Ausschuss.

Veröffentlicht am 14.06.2025
Letzte Überarbeitung am 14.10.2025 um 14:17 Uhr von Julia Kopp

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