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Perforation

In der Welt der Wellpappe spielt die Perforation, gezieltes Durchlöchern, eine hervorgehobene Rolle. Sie verbessert die Funktion von Verpackungen, gestaltet Prozesse effizienter und eröffnet innovative Möglichkeiten. Perforationen dienen als definierte Sollbruchstellen, erleichtern das Öffnen, reduzieren Öffnungskräfte und können den Luftaustausch oder die Entgasung unterstützen. Richtig dimensioniert, fügen sie sich in den Herstellprozess ein und ermöglichen reproduzierbare Ergebnisse in der Serienfertigung.

Darüber hinaus trägt eine angemessen ausgelegte Perforation zur Funktionsintegration in Verpackungen bei: Öffnungshilfen, Entnahmefenster oder Belüftungszonen lassen sich ohne zusätzliche Bauteile realisieren. In Lieferketten mit schwankenden klimatischen Bedingungen unterstützen Perforationsbilder den Feuchte- und Druckausgleich. Gleichzeitig bleibt die Kreislauffähigkeit von Wellpappe erhalten, wenn die Geometrie materialgerecht gewählt und das Papierfasergefüge nicht unnötig geschwächt wird.

Definition: Was versteht man unter Perforation?

Die Perforation, abgeleitet vom lateinischen 'perforare', was 'durchbohren' bedeutet, bezeichnet das Gestalten von Materialien durch das Setzen von Löchern. Diese Durchdringungen können in Aussehen, Dichte und Durchmesser variieren. In der Verpackungsindustrie und insbesondere beim Gebrauch von Wellpappe ergibt sich hieraus eine Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten. Der Begriff umfasst linienförmige Lochreihen (Abreißlinien) ebenso wie flächige Muster, die gezielt Festigkeit reduzieren oder Luftdurchlässigkeit erhöhen.

Abzugrenzen ist die Perforation von verwandten Techniken: Beim Ritzen wird die Decklage angeschnitten, beim Rillen das Material verdichtet, um Faltlinien zu erzeugen. Die Perforation hingegen erzeugt diskrete Öffnungen mit alternierenden Loch- und Stegbereichen. Wichtige Parameter sind Lochdurchmesser, Stegbreite, Teilung (Abstand von Loch zu Loch), das Verhältnis von Loch- zu Steglänge (Perforationsgrad in Prozent) sowie die Linienführung in Relation zur Wellenrichtung.

Für vertiefende fachliche Einordnung und Normbegriffe finden sich weiterführende Informationen zur praxisgerechten Perforation in der Wellpappe.

In normativen Dokumenten werden Begriffe wie Abreißkraft, Restfestigkeit und Lochbildpräzision klar definiert. Für die Praxis bedeutet das: Perforationslinien müssen innerhalb enger Toleranzen hinsichtlich Teilung, Steglänge und Lagegenauigkeit gefertigt werden, damit sich das Öffnungsverhalten reproduzierbar und sicher einstellt.

Anwendungsmöglichkeiten und Methoden der Perforation bei Wellpappe

Die Durchdringungen schaffen Flexibilität, da sie das Falten und Biegen der Wellpappe erleichtern, was sich insbesondere für maßgeschneiderte Verpackungen auszeichnet. Darüber hinaus unterstützt die Perforation bei Wellpappe die Freisetzung von Luft, was während des Versandprozesses von Vorteil sein kann. Die Methoden reichen von Heiß- über Nadel- bis hin zu Laserperforation. Je nach Anforderungen der Verpackungsindustrie werden diese Techniken ausgewählt und angewendet.

In der Praxis werden bei Wellpappe vor allem mechanische Verfahren genutzt: Rotationsstanzen mit Perforationslinien (Zahnsegmente) sowie Bogenstanzen erzeugen definierte Abreißlinien in einem Arbeitsgang mit Rillen und Stanzen. Laserperforation kommt punktuell zum Einsatz, wenn sehr feine Muster, variable Geometrien oder kontaktloses Arbeiten gefordert sind. Heißnadel- und Nadelperforation sind für Papier- und Folienbahnen verbreitet und können als Vorstufe bei Verbundmaterialien eingesetzt werden.

Typische Einsatzfälle in der Wellpappe

  • Aufreiß- und Abreißlaschen an Versand- und Aufrichtekartons für nutzerfreundliches Öffnen ohne Werkzeuge.
  • Sollbruchstellen für Teilentnahmen, z. B. Display-Fronten oder abtrennbare Deckelbereiche im POS-Einsatz.
  • Belüftungs- und Entgasungsfunktionen bei empfindlichen Gütern; Perforationen erleichtern den Druckausgleich und den Feuchtetransport.
  • Falt- und Biegeunterstützung bei komplexen Zuschnitten, um definierte Bewegungen zu ermöglichen.
  • Manipulationsnachweis durch definiert reißende Verschlussbereiche, die einen einmaligen Öffnungsvorgang sichtbar machen.
  • Trage- und Griffzonen, die durch perforierte Konturen kontrolliert herausgetrennt werden können.
  • Frischefenster oder Mikroperforationen zur Durchlüftung bei agrarischen Produkten und temperaturgeführten Lieferketten.
  • Ausreißstreifen bei Versandverpackungen für einfache Retoure und verbesserte Wiederverwendbarkeit.

Methoden im Überblick

  • Mechanische Perforation (Stanzlinie): Wechsel von Zähnen und Lücken definiert Abreißverhalten und Resttragfähigkeit.
  • Laserperforation: Hochpräzise, für feine Muster und variable Daten; geringer mechanischer Stress am Substrat.
  • Nadel-/Heißnadel-Verfahren: Eher für dünne Bahnen geeignet; in Wellpapp-Prozessen vorwiegend bei kaschierten Materialien relevant.
  • Kombinierte Verfahren: Mischung aus Perforationslinie und Mikroperforation zur Feinabstimmung von Öffnungskräften und Luftdurchlass.

Gestaltungsparameter und Qualitätskriterien

Die Wirksamkeit einer Perforation wird maßgeblich durch die Geometrie bestimmt. Entscheidende Stellgrößen sind:

  • Perforationsgrad: Verhältnis von Lochlänge zu Gesamtlänge; höhere Werte erleichtern das Abreißen, reduzieren aber die Restfestigkeit.
  • Stegbreite und -abstand: Bestimmen die Ausreißkraft und die Gleichmäßigkeit der Trennung.
  • Lochdurchmesser und Form: Rund, schlitzförmig oder kombiniert; beeinflusst Luftdurchlass, Kantenqualität und Staubentwicklung.
  • Ausrichtung zur Wellenrichtung: Quer zur Welle andere Abreißcharakteristik als längs; relevant für die Stapel- und Kantenstauchfestigkeit (z. B. ECT/BCT-Effekte).
  • Position im Zuschnitt: Abstand zu Kanten, Rillungen und Klebenähten, um Schwachstellen zu vermeiden.
  • Materialeinfluss: Flächengewicht, Papierqualität und Wellenprofil beeinflussen Rissausbreitung und Kantenstabilität.
  • Werkzeugzustand: Schärfe, Zahngeometrie und Anpressdruck wirken auf Faserabriss, Staub und Sauberkeit der Kanten.
  • Prozessparameter: Registerhaltigkeit zur Druckgrafik, Schnittfolge, Maschinensteifigkeit und Feuchtegehalt des Materials.

Zur Qualitätssicherung werden u. a. Abreißkraftmessungen entlang der Perforationslinie, Sichtprüfungen auf Faserzug, Gratbildung und Registerhaltigkeit (Perforation zu Druckbild) durchgeführt. Musterbauten und Vorserien helfen, die Balance zwischen Bedienerfreundlichkeit und Tragfähigkeit zu validieren.

Ergänzend bewährt sich ein Prüfplan mit Stichproben je Losgröße, dokumentierten Toleranzfenstern für Perforationsgrad und Linienlage sowie statistischer Prozesslenkung. Funktionsmuster unter realitätsnahen Klimabedingungen (Temperatur, Luftfeuchte) liefern verlässliche Aussagen zur Stabilität im Einsatz.

Einfluss von Material und Wellenprofil

Wellpappen mit unterschiedlichen Wellenprofilen reagieren verschieden auf Perforationen. Feinere Wellen erleichtern präzise Abreißkanten, stärkere Profile bieten höhere Resttragfähigkeit. Mehrlagige Qualitäten benötigen angepasste Zahn-/Steg-Kombinationen, um das gleichmäßige Einreißen durch alle Lagen zu sichern.

  • Leichte Qualitäten: geringer Widerstand, daher konservativere Stegbreiten zur Vermeidung unkontrollierter Rissbildung.
  • Schwere Qualitäten: höhere Ausreißkräfte, gegebenenfalls größere Lochanteile oder längere Zähne für nutzerfreundliches Öffnen.
  • Klimatische Einflüsse: erhöhte Feuchte senkt die Faserfestigkeit; Perforationsbilder sollten hier mit Sicherheitsreserven ausgelegt werden.

Auslegung und Berechnung der Perforation

Als praxisorientierte Faustregel gilt: Zunächst die erforderliche Restfestigkeit ermitteln (z. B. basierend auf Kantenstauchwerten), anschließend den Ziel-Perforationsgrad so wählen, dass die notwendige Abreißkraft im vorgesehenen Nutzungsfall erreicht wird. Iterative Bemusterungen mit variierter Steglänge/Teilung beschleunigen die Optimierung.

  • Startwerte: Perforationsgrad moderat wählen und schrittweise anheben, bis die gewünschte Bedienkraft erreicht wird.
  • Linienführung: Perforation nicht über hochbelastete Ecken, Rillungen oder Klebelaschen führen; Mindestabstände zu Kanten einhalten.
  • Skalierung: Für größere Zuschnitte kann eine segmentierte Perforation (unterbrochene Linie) die Stabilität verbessern.

Rolle der Perforation in der Verpackungsindustrie

Mit ihrer Vielseitigkeit ist die Perforation ein Schlüsselfaktor in der Verpackungsindustrie. Sie ermöglicht maßgeschneiderte Lösungen und führt zu wirtschaftlichen Vorteilen durch effiziente Gestaltung von Verpackungsprozessen. Die Notwendigkeit, den ausgewählten Inhalt zu schützen und gleichzeitig eine benutzerfreundliche Handhabung zu ermöglichen, wird mit Hilfe von Perforationen in der Wellpappe erfüllt.

Prozesstechnisch lässt sich Perforation in Stanzen, Rill-/Schneidaggregate und digitale Stationen integrieren. Das reduziert Umspannungen, verkürzt Rüstzeiten und erhöht die Prozesssicherheit über große Losgrößen. Zudem lassen sich Funktionen wie Öffnungshilfen, Display-Umwandlung und Belüftung ohne zusätzliche Komponenten realisieren, was Material- und Prozessschritte einspart.

Abgrenzung und Kombination mit anderen Techniken

Perforation wird häufig mit Rillen, Ritzen und Vollschnitten kombiniert: Rillen definieren die Biegelinie, Perforation die Abreißlinie, und Konturschnitte erzeugen die Außenform. Die richtige Reihenfolge und Werkzeugwahl verhindert Faserbruch an falscher Stelle und erhält die Stapelstabilität.

In der Kombination empfiehlt sich eine klare Prozesslogik: Erst präzise Rillung zur Faltdefinition, dann Perforation mit passender Zahngeometrie, abschließend saubere Konturschnitte. Klebe- und Verschlussbereiche sollten von Perforationslinien freigehalten oder mit Schutzstegen versehen werden, um die Integrität der Verbindung zu sichern.

Vor- und Nachteile von Perforation

Die Verwendung von Perforation in der Wellpappe bringt diverse Vorteile mit sich. Eine erhöhte Flexibilität sowie eine verbesserte Luftzirkulation sind nur einige der positiven Aspekte. Durch die Möglichkeiten der Prozessanpassung können Verpackungen individuell angepasst werden und bieten somit ein hohes Maß an Anpassungsfähigkeit. Auf der anderen Seite darf nicht übersehen werden, dass die Strukturintegrität der Wellpappe durch die Perforation beeinträchtigt werden kann. Daher ist eine sorgfältige Planung und Durchführung essenziell, um die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen.

  • Vorteile: Einfache und intuitive Öffnung; definierte Sollbruchstellen; potenzielle Material- und Prozessersparnisse; Entgasung/Luftaustausch bei verdichteten Packgütern; Integration in bestehende Stanzprozesse.
  • Potenzielle Nachteile: Reduktion von Kantenstauch- und Durchstoßfestigkeit; mögliche Staubentwicklung; erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Feuchte; Risiko von ungewolltem Einreißen bei falscher Ausrichtung oder zu hohem Perforationsgrad.
  • Gegenmaßnahmen: Optimierung von Steg-/Loch-Verhältnis, Muster und Linienführung; Vorversuche zur Bestimmung der Abreißkraft; Schutz der Perforation durch Überlappungen, Banderolen oder sekundäre Verschlüsse, wenn erforderlich.
  • Hinweise zur Validierung: Feldtests unter realen Transportbedingungen, Klimazyklusprüfungen sowie wiederholte Öffnungsversuche durch unterschiedliche Nutzergruppen.

Praxisbeispiele und Best Practices

Bei Verpackungen für den Online-Versand erleichtern Abreißperforationen die Erstöffnung und ermöglichen eine geordnete Retoure. Im Handel werden perforierte Fronten in Shelf-Ready-Verpackungen genutzt, um schnell vom Transport- in den Präsentationsmodus zu wechseln. Für temperaturempfindliche Güter tragen Mikroperforationen zu einem stabilen Mikroklima bei, ohne zusätzliche Lüftungselemente zu benötigen.

  • Aufreißband mit flankierender Perforation für kontrollierte Öffnung.
  • Segmentierte Perforationszonen, die nur im Bedarfsfall aktiviert werden (z. B. Teilentnahme).
  • Perforationsfenster, die sich mit Rillungen überschneiden, jedoch definierte Mindeststege an Kanten wahren.

Nachhaltigkeit und Kreislauffähigkeit

Perforationen können den Materialeinsatz senken, indem zusätzliche Öffnungshilfen entfallen. Wichtig ist, das Lochbild so zu gestalten, dass die Restfestigkeit für Mehrfachnutzungen ausreicht und die Recyclingfähigkeit der Wellpappe nicht beeinträchtigt wird. Ein sauberer Schnitt ohne übermäßige Staub- und Faserbildung unterstützt die sortenreine Wiederverwertung.

Sicherheit und Konformität

Bei Anwendungen mit sensiblen Inhalten ist zu prüfen, ob die Perforation den Produktschutz (z. B. gegen Staub oder Feuchte) beeinflusst. Gegebenenfalls sind Abdeckungen, Innenlagen oder Schutzstege einzuplanen. Für den indirekten Lebensmittelkontakt sollte das Lochbild so gewählt werden, dass die Integrität der Barrierefunktionen erhalten bleibt.

Fehlerquellen und Troubleshooting

  • Unsaubere Kanten: Werkzeug schärfen, Anpressdruck anpassen, Materialfeuchte prüfen.
  • Zu hohe Abreißkraft: Perforationsgrad erhöhen, Stege verkürzen, Linienführung zur Welle anpassen.
  • Ungewolltes Einreißen: Stege vergrößern, Perforation von hochbelasteten Zonen abrücken, Segmentierung einsetzen.
  • Registerfehler zum Druckbild: Passerjustage und Bogen-/Bahnführung optimieren, Saug-/Greifersystem prüfen.

Zusammenfassung:

  • Perforation ist eine Technik, bei der in Materialien wie Wellpappe kleine Löcher oder Linien eingefügt werden, um eine einfache und genaue Trennung zu ermöglichen.
  • Bei der Herstellung von Verpackungen aus Wellpappe ermöglicht die Perforation eine intuitivere Nutzung, da die Verbraucher die Verpackung entlang der perforierten Linien öffnen können.
  • Perforation trägt dazu bei, den Wert und die Effizienz von Verpackungen zu steigern, da sie weniger Materialverbrauch, bessere Produktpräsentation und einfache Handhabung fördert.
  • Die Wirkungsweise hängt von Geometrie und Ausrichtung ab: Perforationsgrad, Stegbreite, Teilung und Bezug zur Wellenrichtung bestimmen Abreißkraft und Restfestigkeit.
  • Qualitätssicherung umfasst Abreißtests, Sichtprüfung und Registerhaltigkeit; Vorserien sichern die Balance aus Bedienerfreundlichkeit und Stabilität.
  • Material, Wellenprofil und Klimabedingungen beeinflussen das Öffnungsverhalten und die Resttragfähigkeit perforierter Bereiche.
  • Durch die Kombination mit Rillen und Konturschnitten lassen sich funktionsintegrierte Zuschnitte realisieren, ohne zusätzliche Komponenten zu benötigen.
  • Eine sorgfältige Auslegung und Validierung verhindert ungewolltes Einreißen und erhält die Stapelstabilität im Einsatz.

Veröffentlicht am 17.08.2024
Letzte Überarbeitung am 31.12.2025 um 09:35 Uhr von Manuel Hofacker

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