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Wellstar-Packaging GmbH
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Fertigungsqualität
Die Bedeutung der Fertigungsqualität in der Herstellung von Wellpappe lässt sich nicht genug betonen. Sie ist ein zentraler Faktor, der die Leistungsfähigkeit der daraus entstehenden Packmittel, die Prozesssicherheit in der Produktion und die Wirtschaftlichkeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette beeinflusst. Eine systematische Qualitätssicherung in der Produktion ist daher ein elementarer Bestandteil des Herstellprozesses. Sie sorgt für reproduzierbare Ergebnisse, minimiert Ausschuss und gewährleistet, dass verpackte Güter zuverlässig geschützt, effizient gehandhabt und sicher transportiert werden. Darüber hinaus schafft ein konsistentes Qualitätsniveau die Grundlage für planbare Lieferzeiten, stabile Weiterverarbeitung auf Folgemaschinen und die Einhaltung vertraglich vereinbarter Spezifikationen. In Verbindung mit einer vorausschauenden Instandhaltung und einer belastbaren Datenerfassung trägt sie wesentlich dazu bei, Abweichungen frühzeitig zu erkennen, Ursachen zu beheben und die Gesamtleistung der Verpackungen über den gesamten Lebenszyklus hinweg zu stabilisieren.
Definition: Was versteht man unter Fertigungsqualität?
Unter der Fertigungsqualität versteht man das Maß, in dem ein hergestelltes Produkt oder eine Dienstleistung definierte Spezifikationen, Toleranzen und Funktionsanforderungen erfüllt. Dazu zählen Aspekte wie Präzision, Reproduzierbarkeit, Prozessfähigkeit, Zuverlässigkeit und die Eignung für den vorgesehenen Einsatz. In der Wellpappe-Produktion umfasst dies die Güte der eingesetzten Rohpapiere (z. B. Liner und Wellenpapier), die Beständigkeit der Klebeverbindungen, die Planlage und Maßhaltigkeit der Zuschnitte sowie die Stabilität und Funktion der fertigen Zuschnitte und Schachteln. Auch die Beschaffenheit und Konstanz von Leimrezeptur, Feuchtegehalt und Temperaturführung sind integrale Bestandteile der Qualitätsbetrachtung. Ergänzend spielen Rüststabilität, Maschinenfähigkeit (z. B. konstante Bahnspannung) sowie die Eignung der Wellpappe für spezifische Anwendungen, etwa automatisierte Abpackprozesse, eine entscheidende Rolle.
Relevante Dimensionen der Fertigungsqualität
- Konformität: Einhaltung von Spezifikationen, Toleranzen und Normen.
- Prozessstabilität: Geringe Schwankungen durch fähige Prozesse (z. B. konstante Temperaturen, Spannungen, Leimauftrag).
- Materialgüte: Geeignete Papierqualitäten, definierte Grammaturen, ausreichende Festigkeiten.
- Klebebindung: Ausreichende Penetration und Klebezugfestigkeit ohne Delamination.
- Maß- und Formtreue: Planlage, Rill- und Perforationsqualität, saubere Schnittkanten.
- Nachverfolgbarkeit: Dokumentierte Chargen, Prüfwerte und Prozessparameter.
Prüfkriterien und Methoden in der Qualitätskontrolle
Es existieren etablierte Standards und Testverfahren, um die Fertigungsqualität von Wellpappe und daraus gefertigten Zuschnitten zu bewerten. Typische Parameter sind Dicke (Kaliber) und Flächengewicht, Druckfestigkeit in verschiedenen Prüfaufbauten, Biegesteifigkeit, Riss- und Durchstoßfestigkeit, Klebezugfestigkeit sowie Feuchte- und Klimabeständigkeit. Ergänzend werden Rill-, Schnitt- und Perforationsqualität sowie die Verpackungstauglichkeit im Einsatzzweck beurteilt. Für eine konsistente Beurteilung werden Prüfpläne, Stichprobenverfahren (z. B. AQL) und statistische Prozesslenkung eingesetzt, um Trends und Abweichungen frühzeitig zu erkennen und zu korrigieren. Wer eine vertiefte Maßprüfung benötigt, kann hierzu mehr über Abmessungen, Toleranzen und Messmethoden erfahren. Zusätzlich ist die Bewertung der Messunsicherheit (z. B. Wiederhol- und Reproduzierbarkeit) sinnvoll, um Messergebnisse korrekt zu interpretieren und Grenzwerte belastbar zu definieren.
Mechanische Prüfungen
- Kantenstauchwiderstand (ECT) und Stapelstauchwiderstand (BCT) zur Bewertung der Tragfähigkeit.
- Ring Crush (RCT), Short-Span Compression (SCT) und Biegesteifigkeit zur Beurteilung der Papier- und Verbundsteifigkeit.
- Durchstoß- und Reißfestigkeit für die Widerstandsfähigkeit gegen mechanische Belastungen.
- Berstdruck bzw. Flächenpressung für bestimmte Anwendungsfälle.
Material- und Klima-Tests
- Grammatur und Dicke zur Sicherstellung der spezifizierten Materialbasis.
- Feuchtegehalt und Cobb-Wert zur Bestimmung von Wasseraufnahme und klimatischer Stabilität.
- Klebezugfestigkeit (PAT) und Beurteilung der Leimpenetration zur Sicherung einer stabilen Wellen-Liner-Verbindung.
Prozess- und Inline-Prüfungen
- Planlauf- und Planlagenkontrollen für störungsfreie Weiterverarbeitung.
- Rill- und Perforationsqualität für saubere Falzbilder und definierte Öffnungseigenschaften.
- Optische und sensorische Inline-Systeme (z. B. Kameras, Dicken- und Feuchtesensoren) zur Echtzeit-Überwachung.
- SPC-Kennzahlen (z. B. Cp/Cpk) und OEE-Betrachtungen zur Bewertung der Prozessfähigkeit.
Normen, Referenzbedingungen und Kalibrierung
Für eine belastbare Bewertung der Fertigungsqualität sind normgerechte Prüfbedingungen und kalibrierte Messmittel entscheidend. Referenzklimata (z. B. definierte Temperatur- und Feuchtebereiche) sichern die Vergleichbarkeit der Ergebnisse; Abweichungen vom Prüfklima können Kennwerte wie ECT, BCT oder Biegesteifigkeit signifikant beeinflussen. Regelmäßige Kalibrierung und Verifizierung von Prüfmitteln sowie Messsystemanalysen (z. B. Wiederhol- und Vergleichsmessungen) erhöhen die Aussagekraft der Daten. Sinnvoll sind zudem Referenzmuster und interne Ringversuche, um die Reproduzierbarkeit zwischen Schichten, Maschinen und Standorten sicherzustellen.
Typische Abweichungen und Gegenmaßnahmen
Häufige Ursachen für Qualitätsabweichungen in der Wellpappe-Fertigung sind schwankende Feuchte- und Temperaturführung, unzureichende Leimpenetration, variierende Papierqualitäten, falsche Bahnspannung oder mangelhaftes Schärfen von Messern und Rillwerkzeugen. Wirksame Gegenmaßnahmen sind unter anderem klar definierte Rüstparameter, Anlagen-Checks vor Produktionsbeginn, eng getaktete In-Prozess-Kontrollen, lückenlose Dokumentation relevanter Prozesswerte sowie eine strukturierte Ursachenanalyse bei Grenzwertverletzungen. Auch vorbeugende Wartung, Schulungen zur Materialhandhabung und standardisierte Reinigungsintervalle tragen deutlich zu einer stabilen Fertigungsqualität bei.
Auswirkungen von Fertigungsqualität auf den Erfolg von Verpackungen
Hochwertige Wellpappe und verlässlich gefertigte Zuschnitte wirken sich direkt auf Funktionssicherheit, Verarbeitbarkeit und Wirtschaftlichkeit aus. Eine stabile Qualität reduziert Störungen in nachfolgenden Prozessschritten (Rillen, Kleben, Aufrichten, Abpacken), verringert Rüst- und Stillstandszeiten und trägt zu konstanten Durchlaufzeiten bei. Gleichzeitig erhöht sie den Schutzgrad für verpackte Güter, senkt Transportschäden und Reklamationsraten und verbessert damit die Gesamtprozesskosten. In der Logistik begünstigt gute Maßhaltigkeit und Stapelfähigkeit eine sichere Palettierung und einen effizienten Flächennutzungsgrad. Für Anwendungen mit wechselnden Klimabedingungen (z. B. Kühlkette) ist eine kontrollierte Feuchteführung in der Fertigung essenziell, um Festigkeiten und Formstabilität zu erhalten. Darüber hinaus unterstützt eine konsistente Oberflächen- und Rillqualität die Systemfähigkeit in automatisierten Verpackungslinien und reduziert die Gefahr von Maschinenstopps, Fehlfaltungen oder Materialrissen.
Prozess- und Kostenwirkung
- Effizienter Produktionsprozess durch reduzierte Ausschussquoten, stabile Rüstwerte und verlässliche Maschinenfähigkeit.
- Planbare Lieferbereitschaft dank konstanter Qualität und geringerer Nacharbeit. Für Bedarfe mit kurzer Vorlaufzeit kann die Nutzung von Verpackungen auf Lager, sofort verfügbar die Versorgungssicherheit zusätzlich unterstützen.
- Geringere Gesamtkosten über den Lebenszyklus durch weniger Schäden, optimierte Ladungssicherung und bessere Ausnutzung von Lager- und Transportvolumen.
- Konstante Performance in automatisierten Abpack- und Versandprozessen.
Zur Erreichung dieser Ergebnisse sind definierte Standards, qualifizierte Mitarbeitende, geeignete Messmittel und konsequente Prozessdisziplin erforderlich. Investitionen in Prüfmittel, Schulungen und Prozessdaten-Analytik erhöhen zwar den Aufwand, sorgen jedoch für belastbare und langfristig stabile Qualitätsniveaus. Ergänzend unterstützt eine strukturierte Kommunikation entlang der Lieferkette (Papierlieferanten, Wellpappenwerk, Weiterverarbeiter) die schnelle Ursacheneingrenzung bei Abweichungen und die nachhaltige Verbesserung der Gesamtprozesse.
Vor- und Nachteile von Fertigungsqualität
Fertigungsqualität ist in der Wellpappe-Produktion essenziell. Sie sorgt für Langlebigkeit und Robustheit der Endprodukte sowie für Effizienz in der Herstellung. Unternehmen profitieren in Form verlässlicher Produkteigenschaften, geringerer Reklamationen und stabiler Lieferfähigkeit. Allerdings erfordert die Umsetzung hoher Qualitätsstandards Investitionen in Technik, Messtechnik, Datenanalyse und Personalqualifikation. Trotz anfänglicher Aufwände überwiegen in der Regel die langfristigen Vorteile; standardisierte Prüfpläne, kontinuierliche Verbesserung (KVP) und datenbasierte Entscheidungen führen zu einer nachhaltigen Qualitäts- und Prozessstabilität. Zudem erleichtern klar definierte Freigabekriterien in Kombination mit Audit- und Kalibrierplänen die Einhaltung regulatorischer Anforderungen und schaffen Transparenz für alle Beteiligten.
- Vorteile: Höhere Funktionssicherheit, geringere Prozessverluste, konsistente Weiterverarbeitung, bessere Maßtreue, verlässliche Stapelfähigkeit.
- Herausforderungen: Investitionsbedarf, laufende Kalibrierung von Messmitteln, Schulungsaufwand, konsequente Einhaltung von Prüf- und Dokumentationspflichten.
Zusammenfassung:
- Die Fertigungsqualität bestimmt das Maß an Präzision und Sorgfalt, das bei der Produktion von Verpackungen aus Wellpappe angewendet wird, um sicherzustellen, dass sie den festgelegten Spezifikationen entsprechen.
- Gute Fertigungsqualität führt zu haltbaren, robusten Verpackungen, die optimalen Schutz für die verpackten Produkte bieten und widerstandsfähig gegen Beschädigungen während des Transports sind.
- Ein hohes Qualitätsniveau in der Fertigung gewährleistet außerdem die Lieferzuverlässigkeit und Verfügbarkeit von Verpackungen aus Wellpappe, was für Unternehmen, die sie nutzen, von großer Bedeutung ist.
- Messbare Qualitätsmerkmale wie ECT, BCT, Biegesteifigkeit, Klebezugfestigkeit, Feuchtegehalt und Planlage bilden die Grundlage für objektive Bewertungen und stabile Prozesse.
- Konsequente Prüfpläne, statistische Prozesskontrolle und dokumentierte Prozessparameter sichern Reproduzierbarkeit, reduzieren Ausschuss und verbessern die Gesamtwirtschaftlichkeit.
Veröffentlicht am 13.05.2025
Letzte Überarbeitung am 30.12.2025 um 11:43 Uhr von Sebastian Würth