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Hochfrequenzschweißen

Die Bedeutung des Hochfrequenzschweißens hat in vielen Industriezweigen eine hohe Relevanz, insbesondere in der Fertigung von Verpackungen. Hier, im Speziellen bei Wellpappenverpackungen, bietet es eine Reihe von Vorteilen gegenüber anderen Verfahren. Die Technologie des Hochfrequenzschweißens kommt bei der Produktion funktioneller und zudem optisch ansprechender Verpackungen aus Wellpappe zum Einsatz. Ergänzend ist zu berücksichtigen, dass das Verfahren besonders dann genutzt wird, wenn in oder an Wellpappenkonstruktionen thermoplastische Komponenten (z. B. beschichtete Liner, Folien, Einleger) vorhanden sind, die sich durch das elektromagnetische Feld gezielt erwärmen und fügen lassen. Das ermöglicht prozesssichere, reproduzierbare Nähte mit definierter Nahtgeometrie, kurzen Taktzeiten und ohne zusätzliche Lösemittel.

Definition: Was versteht man unter Hochfrequenzschweißen?

Hochfrequenzschweißen ist ein Verfahren, das in der Fertigungstechnik bei der Verbindung von Materialien angewendet wird. Es handelt sich um ein plastisches Schweißverfahren, bei dem durch die Anwendung von Hochfrequenzstrom beziehungsweise eines elektromagnetischen Wechselfeldes Wärme erzeugt wird. Diese Wärme lässt die zu verbindenden thermoplastischen Materialien aufschmelzen, und nach dem Abkühlen sind sie fest miteinander verschweißt. Besonders vorteilhaft ist dieses Verfahren bei Werkstoffen, die sich durch Hitze verformen oder schmelzen lassen. Im Kontext der Wellpappe betrifft dies insbesondere Verpackungen, bei denen thermoplastische Schichten, Beschichtungen oder Folien als Funktionslage in den Faserstoffverbund integriert sind.

Technisch beruht das Hochfrequenzschweißen (auch HF- oder RF-Schweißen) auf dielektrischer Erwärmung: Ein elektromagnetisches Wechselfeld im ISM-Frequenzbereich regt polare Molekülketten an, wodurch Reibungswärme im Material entsteht. Typische Frequenzen sind 13,56 MHz, 27,12 MHz oder 40,68 MHz. Das Verfahren wird primär für thermoplastische Kunststoffe (z. B. PVC, PU, PA, PET, EVA) eingesetzt. Im Kontext von Wellpappenkonstruktionen kommt es insbesondere dann zum Tragen, wenn thermoplastische Schichten, Folienfenster, Beschichtungen oder hybride Baugruppen mit Kunststoffanteil gefügt werden. Einflussgrößen wie Permittivität, Verlustfaktor (tan δ), Schichtdicke und Materialfeuchte bestimmen die Erwärmungsgeschwindigkeit und die erreichbare Nahtqualität.

Anwendungsgebiete des Hochfrequenzschweißens in der Wellpappenindustrie

Im Bereich der Wellpappenindustrie findet das Hochfrequenzschweißen vielseitige Anwendung. Dabei wird es genutzt, um unterschiedlichste Formen und Größen von Verpackungen zu produzieren. Durch den gezielten Einsatz von Hochfrequenz lassen sich thermoplastische Lagen, Beschichtungen und Einleger an Wellpappe präzise und fest verschweißen, was eine hohe Qualität und Beständigkeit der Verpackungen gewährleistet. So können unter anderem komplex geformte Verpackungen hergestellt werden, die zudem eine hohe Belastbarkeit aufweisen. Die Fügung erfolgt reproduzierbar, konturiert und sauber, wodurch sich funktionale Zonen, Dichtnähte und verstärkte Bereiche definieren lassen.

Praktische Einsatzfelder ergeben sich überall dort, wo thermoplastische Komponenten eine Funktion übernehmen oder zusätzliche Eigenschaften (z. B. Dichtigkeit, Abriebfestigkeit, Medienbeständigkeit) gefordert sind. Beispiele:

  • Herstellung von Zuschnitten mit integrierten Folienfenstern, Blister- oder Sichtfeldern, die mittels HF sauber und formschlüssig an kaschierte Lagen angebunden werden.
  • Fügen von PE-/PP- oder PET-beschichteten Linerbahnen an Kanten, Klappen und Laschen, um Feuchtebarrieren und dichtungsähnliche Bereiche auszubilden.
  • Fixieren von funktionalen Einlegern, Polstereinheiten oder Kunststoff-Trays in Wellpappträgern, wenn eine lösungsmittelfreie, reproduzierbare Verbindung gefordert ist.
  • Ausbildung verstärkter Ränder, Laschen und Griffzonen durch das Zusammenschweißen thermoplastisch ausgerüsteter Lagen für höhere Kanten- und Reißfestigkeit.
  • Fertigung hybrider Innenverpackungen, bei denen HF-verschweißte Folien oder Schaumstoffe passgenau mit Karton-Komponenten zusammenspielen.
  • Integration von Folienventilen, Ausgießhilfen oder Membranen in Wellpappenverpackungen für flüssigkeits- oder staubführende Inhalte.
  • Formen von Dicht- und Siegelnähten in Versand- und E-Commerce-Verpackungen, um Rücksende- oder Erstöffnungsindikatoren zu realisieren.
  • Ausbildung von Schutz- und Barrierebereichen für empfindliche Güter (z. B. Feuchtigkeit, Fett, Geruch), indem Beschichtungslagen lokal verschweißt werden.

Materialeignung und Gestaltungshinweise

Reines Papier oder unbehandelte Wellpappe sind nicht schmelzfähig. Die Fügbarkeit entsteht durch thermoplastische Schichten, Folien oder Kaschierungen. Für robuste Ergebnisse sind Materialverträglichkeit (Polarität, Schmelzbereich), Oberflächenreinheit sowie eine geeignete Laminat- und Lagenstruktur entscheidend. Konstruktiv sollte der Nahtbereich so gestaltet werden, dass Elektroden die Energie konzentriert einbringen können und Wärmeabfuhr sowie Abkühlung kontrolliert erfolgen. Einflussgrößen sind zudem der Feuchtegehalt der Faserstoffe, die Temperaturbeständigkeit verwendeter Kaschierklebstoffe und die gleichmäßige Planlage der Verbunde. Übergänge und Überlappungen sollten ausreichend breit ausgelegt sein, um Nahtanfang und -ende sicher zu stabilisieren.

Funktionsweise und Prozessablauf beim Hochfrequenzschweißen

Der Prozess des Hochfrequenzschweißens vollzieht sich in mehreren Phasen. Ein hochfrequentes elektrisches Feld wird zwischen Werkzeugen/Elektroden angelegt, die die zu fügenden Materialien überlappen. Dielektrische Verluste in den thermoplastischen Schichten erzeugen Wärme, bis der Kunststoff im Nahtbereich plastifiziert und verschweißbar ist. Nach dem kontrollierten Abkühlen unter Druck verfestigt sich die Fügezone. Wichtig ist bei diesem Verfahren die präzise Regelung von Leistung, Feldstärke, Anpressdruck und Zeit, da diese die Qualität der Verschweißung maßgeblich beeinflussen. Korrekt durchgeführt, führt das Hochfrequenzschweißen zu stabilen und dichten Verbindungen mit reproduzierbarer Nahtgeometrie.

  1. Vorbereitung: Zuschneiden, Positionieren und Fixieren der Fügepartner im Werkzeug, Reinigen der Nahtflächen.
  2. Andruck: Aufbau eines definierten Pressdrucks über die Elektrode, um Kontakt und Wärmeleitung sicherzustellen.
  3. Energieeintrag: Einschalten des HF-Feldes, Anregung der polaren Moleküle, kontrolliertes Aufschmelzen im Nahtbereich.
  4. Haltezeit: Aufrechterhaltung von Druck und Energie bis zur Zieltemperatur und erforderlichen Durchwärmung.
  5. Abkühlphase: Energie aus, Druck gehalten, Erstarrung der Schmelze zur Stabilisierung der Fügezone.
  6. Entnahme und Prüfung: Sichtkontrolle, Nahtfestigkeits- oder Dichtigkeitsprüfung je nach Anforderung.

Prozessparameter und Qualitätskontrolle

  • Einflussgrößen: Frequenz, Leistung, Anpressdruck, Takt- und Haltezeit, Elektrodengeometrie, Materialdicke und Feuchtegehalt.
  • Werkzeug und Elektrode: Konturierte Elektroden bündeln das Feld, vermeiden Randentladung und ermöglichen reproduzierbare Nähte.
  • Qualitätssicherung: Schäl- und Scherfestigkeitsprüfungen, Mikroschliffanalysen, Dichtigkeits- und Klimatests zur Absicherung der Nahtintegrität.
  • Fehlerbilder: Unvollständige Verschweißung, Überhitzung/Braunfärbung, Funkenüberschlag (Arcing), Versatz – vermeidbar durch abgestimmte Parameter und Materialvorbereitung.
  • Prozessüberwachung: Leistungs- und Impedanzmonitoring, Temperaturmessung an Referenzpunkten, statistische Prozesskontrolle (z. B. Cp/Cpk) zur Sicherung der Konstanz.

Maschinentechnik und Elektrodengeometrie

Die Auslegung der HF-Anlage beeinflusst die Fügequalität maßgeblich. Stabil geregelte Generatoren mit schneller Leistungsnachführung, wirksame Abschirmung sowie steife Gestelle für gleichmäßigen Anpressdruck sind grundlegend. Elektroden aus gut leitfähigen Werkstoffen (z. B. Kupfer, Messing) werden konturiert und entgratet ausgeführt, um Feldkonzentrationen gezielt zu nutzen und Randentladungen zu vermeiden. Kühlkanäle oder temperierte Gegenlagen unterstützen die Abkühlphase und erhöhen die Reproduzierbarkeit. Wechselbare Einsätze erlauben schnelle Formatwechsel in Verpackungslinien.

Konstruktive Gestaltung von Nahtbereichen

Für belastbare HF-Nähte empfiehlt sich eine definierte Überlappungsbreite, gleichmäßige Materialdicken und eine flächige Auflage. Stufen, Falzkanten und Wellen sollten so positioniert werden, dass die Feldverteilung homogen bleibt. Abrundungen an Elektrodenkanten reduzieren die Gefahr von Funkenüberschlag. Bei Barrierenähten (z. B. gegen Feuchte) muss die Schichtfolge so ausgelegt werden, dass die thermoplastische Lage durchgängig und vollständig verschmolzen wird. Pilotversuche helfen, Nahtkonturen und Parameter effizient zu optimieren.

Nachhaltigkeit und Recyclingaspekte

HF-verschweißte Verbunde aus Wellpappe und Thermoplasten sollten im Sinne der Kreislaufwirtschaft so gestaltet werden, dass Trennbarkeit oder Monomaterial-Lösungen berücksichtigt werden. Dünne, gezielt platzierte Funktionslagen minimieren Materialeinsatz. Wo möglich, erleichtern lösbare Fügekonzepte oder klar erkennbare Trennstellen das sortenreine Recycling. Gleichzeitig unterstützt die prozesssichere Nahtbildung eine längere Nutzungsdauer und schützt Inhalte, wodurch Ausschuss in der Lieferkette reduziert werden kann.

Normen, Validierung und Dokumentation

Für einen qualitätsgesicherten Betrieb sind dokumentierte Arbeitsanweisungen, freigegebene Parameterfenster und regelmäßige Geräteprüfungen erforderlich. Prüfungen unter genormten Klimabedingungen (z. B. 23 °C/50 % r. F.) erhöhen die Vergleichbarkeit. Rückverfolgbarkeit der Chargen, Kalibrierintervalle für Messmittel sowie Freigabemuster mit definierten Grenzwerten unterstützen die Serienfertigung in der Verpackungstechnik.

Troubleshooting und Best Practices

Typische Ursachen für Nahtschwankungen sind zu hohe Materialfeuchte, verunreinigte Oberflächen, unpassende Elektrodenkonturen oder unzureichender Pressdruck. Abhilfe schaffen getaktete Vorwärmphasen, schrittweise Leistungsrampen, optimierte Gegenlagen und regelmäßige Reinigung der Werkzeuge. Ein geplanter Parameterabgleich nach Materialwechseln und vorbeugende Wartung der HF-Komponenten erhöhen die Prozessstabilität.

Vor- und Nachteile von Hochfrequenzschweißen

Wie jedes Fertigungsverfahren hat auch das Hochfrequenzschweißen sowohl Vor- als auch Nachteile. Zu den Vorteilen zählen insbesondere die hohe Effizienz und Produktivität des Verfahrens. Weiterhin ermöglicht es das Herstellen von komplexen Verpackungsformen und die Produktion von Verpackungen mit hoher Belastbarkeit und Qualität. Auf der anderen Seite stehen Nachteile, zu denen hauptsächlich die benötigte Investition in die notwendigen Maschinen und die Energiekosten gehören. Zudem erfordert die Bedienung der Anlagen spezifisches Wissen und Qualifikationen. In der Gesamtabwägung spielen verfügbare Materialien, gewünschte Barriere- und Festigkeitseigenschaften sowie Integrationsaufwand in bestehende Linien die zentrale Rolle.

  • Vorteile: Lösemittelfreies Fügen, saubere, reproduzierbare Nähte, potenziell dichte Verbindungen, kurze Taktzeiten, Integration in automatisierte Linien möglich.
  • Einschränkungen: Eignung vorwiegend für thermoplastische Materialien oder Beschichtungen, Material- und Schichtaufbau müssen abgestimmt sein.
  • Aufwand: Werkzeug- und Elektrodenauslegung erforderlich, Einstellarbeit für optimale Prozessfenster, elektrische Abschirmung und Arbeitsschutz zu beachten.
  • Abgrenzung: Für reine Papier-Fügeaufgaben sind alternative Verfahren (z. B. Kleben, Heißsiegeln) häufig geeigneter.

Vergleich zu alternativen Fügeverfahren

  • Heißkleben/Hotmelt: Flexibel bei Substraten, gut für reine Faserstoffe; jedoch Klebstoffbereitstellung und -alterung beachten.
  • Heißsiegeln: Für beschichtete Substrate geeignet, thermische Energie über Heizelemente statt elektromagnetisches Feld.
  • Ultraschallschweißen: Mechanische Energie, punktuelle Erwärmung; je nach Geometrie und Materialstruktur eine Option für dünne Thermoplastlagen.
  • Kleben mit Dispersions- oder Reaktivsystemen: Gute Flächenbenetzung bei Papier/Karton, jedoch längere Aushärtezeiten und potenzielle Emissionen berücksichtigen.

Sicherheit und Arbeitsschutz

Die Nutzung von Hochfrequenzenergie erfordert geschirmte Arbeitsbereiche, regelmäßige Anlagenprüfung sowie Unterweisungen. Maßnahmen gegen Funkenüberschlag, geeignete Erdung, Brandschutz und persönliche Schutzausrüstung sind Bestandteil eines sicheren Betriebs. Zusätzlich sind Grenzwerte zur Exposition elektromagnetischer Felder einzuhalten; Sichtschutz, Verriegelungen und Not-Aus-Einrichtungen sind entsprechend zu berücksichtigen. Eine geordnete Abluftführung für eventuell entstehende Dämpfe aus Kunststoffen unterstützt den Gesundheitsschutz.

Zusammenfassung:

  • Hochfrequenzschweißen ist eine effiziente Methode zur Verbindung von Materialien, wobei Wellpappe in großem Umfang profitieren kann und so stabilere Verpackungen entstehen.
  • Beim Hochfrequenzschweißen kommen elektromagnetische Schwingungen zum Einsatz, die Materialien auf molekularer Ebene erhitzt - dieses Verfahren ist besonders geeignet für Materialien wie Kunststoffe, die in vielen Wellpappe-Verpackungen als Beschichtung oder Trennschicht verwendet werden.
  • Durch die gesteigerte Verbindungssicherheit wird die Haltbarkeit und Stabilität von Verpackungen erhöht, was in Branchen wie der Lebensmittelindustrie oder dem E-Commerce, in denen eine sichere und effiziente Verpackung von Produkten essenziell ist, besonders vorteilhaft ist.
  • Die Eignung hängt von Materialaufbau, Beschichtungen und Fügegeometrie ab; reine Faserstofflagen ohne Thermoplastanteil sind nicht schweißbar.
  • Prozessqualität wird durch Parameter wie Leistung, Druck, Zeit, Elektrodengeometrie und Nahtführung bestimmt; Prüfungen sichern Festigkeit und Dichtigkeit.
  • Für konstruktive Auslegung und Werkzeugdimensionierung helfen weiterführende und praxisnahe Hinweise zu relevanten Abmessungen, um reproduzierbare Ergebnisse zu erzielen.
  • Im Vergleich zu Kleben, Heißsiegeln oder Ultraschall ist HF-Schweißen besonders dort sinnvoll, wo saubere, lösemittelfreie und dichte Fügungen in thermoplastischen Schichten gefordert sind.
  • Eine vorausschauende Gestaltung von Nahtbereichen, abgestimmte Materialwahl und konsequente Prozessüberwachung unterstützen die stabile Serienfertigung in der Verpackungstechnik.

Veröffentlicht am 14.08.2024
Letzte Überarbeitung am 11.09.2025 um 14:45 Uhr von Sebastian Würth

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