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Industriepalette
Industriepaletten sind ein wesentlicher Bestandteil im Vertrieb und Transport von Waren. Ihre Beziehung zum Einsatz in der Wellpapp-Verpackungsindustrie ist von maßgeblicher Bedeutung, da sie eine optimale Plattform bieten, auf der Waren in Wellpappe effizient und sicher transportiert werden können. Durch standardisierte Abmessungen und definierte Tragfähigkeiten bilden sie die Grundlage stabiler Ladeeinheiten, minimieren Transportschäden und unterstützen eine planbare, wiederholgenaue Palettierung in Produktion, Lager und Distribution. Zudem erleichtern sie die Abstimmung zwischen Verpackungsentwicklung, Palettierungskonzepten und nachgelagerten Prozessschritten entlang der gesamten Lieferkette.
Als universelles Ladehilfsmittel verbinden Industriepaletten Produktion, Intralogistik und Distribution. Sie ermöglichen den Aufbau stabiler Ladeeinheiten, schützen Produkte in Kombination mit Umreifung, Stretchfolie und Kantenschutzelementen und sorgen für eine wirtschaftliche Auslastung von Lager- und Transportkapazitäten. In der Praxis sind sie damit die Schnittstelle zwischen Produkt, Transportverpackung und Fördertechnik. Darüber hinaus unterstützen sie standardisierte Tausch- und Umlaufprozesse, sind mit gängigen Flurförderzeugen, AMR/AGV-Systemen und Regalanlagen kompatibel und lassen sich in IT-gestützte Bestands- und Lademittelverwaltungen einbinden, was die Effizienz in der Intralogistik weiter erhöht.
Definition: Was versteht man unter einer Industriepalette?
Angefangen bei der grundsätzlichen Klärung: Eine Industriepalette ist eine flache, transportfähige Plattform, auf die Waren eingeladen und gesichert werden können. Sie sind zumeist aus Holz gefertigt, es gibt aber auch Varianten aus Kunststoff oder Metall. Ihr Hauptziel ist es, den Warentransport und die Lagerhaltung zu vereinfachen. Ihre Normgröße beträgt in Europa meist 1200 x 800 x 144 mm, auch bekannt unter dem Begriff Europalette (weitere Details zur genormten Europalette). Zusätzlich sind Paletten mit definierter Einfahrhöhe, standardisierten Einfahröffnungen und festgelegten Toleranzen verfügbar, sodass sie zuverlässig von Gabelstaplern und Hubwagen aufgenommen werden können und auf Rollenbahnen sauber laufen.
Je nach Bauart unterscheidet man zwischen Einweg- und Mehrwegpaletten sowie 2-Wege- und 4-Wege-Ausführungen (Zugänglichkeit für Gabelstapler von zwei oder vier Seiten). Konstruktiv bestehen Paletten in der Regel aus Deckbrettern, Klötzen beziehungsweise Kufen und Bodenbrettern. Holz ist der am weitesten verbreitete Werkstoff, da er robust, reparierbar und in regionalen Kreisläufen verfügbar ist. Kunststoff- und Metallpaletten werden eingesetzt, wenn besondere Anforderungen an Hygiene, Maßstabilität oder Feuchtebeständigkeit bestehen. Ergänzend sind Pressholz- und faserbasierte Lösungen (z. B. wabenstrukturbasierte Träger) für gewichts- oder exportkritische Anwendungen im Einsatz; nestbare Kunststoffpaletten sparen zudem Volumen im Leerguttransport.
Neben der in Europa verbreiteten 1200 x 800 mm gibt es weitere gebräuchliche Formate, etwa 1200 x 1000 mm für Industriegüter oder 600 x 800 mm (Halbpalette) für filialgerechte Distributionskonzepte. Die Auswahl orientiert sich an Abmessungen von Produkten, Ladehilfsmitteln und Fördertechnik sowie an den Vorgaben der Lkw- und Containerlogistik. International haben sich darüber hinaus Maße wie 1219 x 1016 mm (48" x 40") oder 1140 x 1140 mm etabliert, die insbesondere für Seecontainer und bestimmte Branchenanforderungen genutzt werden, um Raumausnutzung und Handling zu optimieren.
Hauptverwendung von Industriepaletten
Die Verwendung von Industriepaletten ist vielseitig. Sie sind ein entscheidender Bestandteil in der Lieferkette, genauer gesagt, im Warenfluss. Von Produktionsanlagen über Lager bis hin zu Vertriebszentren werden Industriepaletten eingesetzt, um Güter effizient zu bearbeiten, zu lagern und zu transportieren. Dank ihrer standardisierten Maße können sie problemlos in Gabelstaplern, Hubwagen und anderen gängigen Transportfahrzeugen verwendet werden. In taktgebundenen Abläufen unterstützen sie Just-in-Time- und Just-in-Sequence-Versorgungen, reduzieren Umsetzvorgänge und ermöglichen einheitliche Verpackungseinheiten für unterschiedliche Absatzkanäle.
In der Produktion dienen sie als Träger für Materialnachschub und Fertigwaren, in der Kommissionierung als Basis für kundenspezifische Ladeeinheiten und in der Distribution als abschließende Transporteinheit. Sie sind kompatibel mit automatisierten Fördermitteln, Rollenbahnen, Regalanlagen, Stretchwicklern und Waagen. Etiketten und Kennzeichnungen lassen sich gut platzieren, sodass Paletten auch organisatorische Funktionen in der Bestandsführung und Rückverfolgbarkeit übernehmen. Ergänzend kommen standardisierte Identifikationskennzeichen (z. B. SSCC) und Scannermarkierungen zum Einsatz, die eine lückenlose Nachverfolgung und eine reibungsarme Einbindung in Lagerverwaltungssysteme unterstützen.
Typische Belastungsarten und Tragfähigkeiten
- Dynamische Last (Bewegung mit Flurförderzeug): häufig bis ca. 1.000 kg, abhängig von Material, Bauart und Zustand.
- Statische Last (stehende Lagerung): deutlich höher, oft 2.000 kg und mehr, sofern die Last gleichmäßig verteilt ist.
- Regal- oder Durchbiegungslast (Einlagerung im Hochregal auf zwei Auflagepunkten): meist niedriger als die statische Last; entscheidend sind Kufenanordnung, Holzqualität und Regalsystem.
- Stoß- und Schwingbeanspruchung (Transport, Fördertechnik, Fahrbahnunebenheiten): abhängig von Sicherung, Dämpfung und Verpackungsaufbau; relevant für empfindliche Packgüter.
Die genannten Werte sind Richtgrößen. Zentrale Einflussfaktoren sind Feuchtegehalt des Holzes, Verschleiß, Temperatur, Lastverteilung und Schwerpunktlage der Ware. Ebenso bestimmen die Anzahl der Auflagepunkte im Regal, die Qualität der Verbindungsmittel (z. B. Nägel, Klammern) und die Ebenheit der Palette, wie sicher eine Ladeeinheit steht und wie gut sie automatisiert verarbeitet werden kann.
Zusätzliche Prozessanforderungen
- Ebenheit und Verwindungssteifigkeit: Unebenheiten beeinträchtigen die Palettiergenauigkeit, das Laufverhalten auf Bahnen sowie die Lesbarkeit von Sensoren.
- Maßtoleranzen und Nagelbild: Einheitliche Außenmaße und versenkte Verbindungsmittel sind wichtig, um Anfahrschäden, Haken und Beschädigungen an Wellpappverpackungen zu vermeiden.
- Kufen- und Deckbild: Durchgehende Kufen und ausreichend breite Deckbretter verbessern die Lastverteilung und reduzieren punktuelle Druckspitzen auf Kartonagen.
Verwendung in der Wellpapp-Verpackungsindustrie
In der Wellpapp-Verpackungsindustrie spielen Industriepaletten eine ebenso wichtige Rolle. Die Waren, die in Wellpappe verpackt sind, werden auf den Paletten gestapelt und mit Folie oder Bändern für den weiteren Transport gesichert. Je nach Gewicht und Art der Waren können auf einer Standard-Industriepalette fast 1000 kg Waren gelagert und transportiert werden. Für die Stapelstabilität von Kartonagen sind eine gleichmäßige Druckverteilung, eine plane Auflage und das Vermeiden von Überständen entscheidend, damit Kanten- und Flächendrücke nicht zu Verformungen führen.
Für Kartonagen, Zuschnitte, Stanzlinge und konfektionierte Faltkartons ist die palettengerechte Auslegung wesentlich. Wichtige Aspekte sind das Vermeiden von Überständen, die Anlage stabiler Lagenbilder (z. B. im Kreuz- oder Säulenstapel), der Einsatz von Zwischenlagen sowie Kantenschutzprofilen zur Druckverteilung. Antirutschunterlagen und Umreifung verbessern die Stabilität der Ladeeinheit, insbesondere bei hohen, leichten Gütern. Zusätzlich beeinflussen klimatische Bedingungen (Temperatur und relative Luftfeuchte) die Stauch- und Stapelfestigkeit von Wellpappe; geeignete Zwischenlagen, Abdeckblätter und die Wahl der Wickelparameter tragen zur Sicherung bei.
- Maß- und Formatabstimmung: Palettenformat, Packstück-Abmessungen und Lagenhöhe sollten so gewählt werden, dass Ladehöhe und Gewicht zu Fördertechnik und Transportmittel passen. Rastermaße (z. B. 400 x 600 mm) und modulare Packmuster erleichtern die Flächen- und Volumenausnutzung.
- Schutz vor Feuchte und Verschmutzung: Besonders bei offener Wellpappe sind saubere, trockene Auflageflächen wichtig; gegebenenfalls mit Deckblatt oder Haube arbeiten. Feuchtebarrieren, Trockenmittel oder geschlossene Hauben können bei kondensationsgefährdeten Transporten sinnvoll sein.
- Automatisierung: Homogene Palettenqualität erleichtert die Verarbeitung auf Palettierern, Wicklern und Regalanlagen. Eng tolerierte Außenmaße und definierte Anfahrkanten verbessern die Prozesssicherheit in automatisierten Linien.
Export- und Hygienebedingungen
Für internationale Sendungen sind phytosanitäre Vorgaben (z. B. Wärmebehandlung von Holz nach gängigen Standards) zu berücksichtigen. In hygienekritischen Bereichen kommen häufig Kunststoffpaletten zum Einsatz, da sie leicht zu reinigen und feuchteunempfindlich sind. Holzpaletten für den Export sollten entsprechend gekennzeichnet sein (z. B. nach anerkannter Wärmebehandlung) und frei von Erde, Rinde und Schädlingsbefall; alternativ können behandlungsfreie Materialien eingesetzt werden, wenn Hygiene, Feuchtebeständigkeit oder branchenspezifische Vorschriften dies erfordern.
Vor- und Nachteile von Industriepaletten
Zu den Vorteilen von Industriepaletten gehört in erster Linie ihre Robustheit, die ihnen durch die Verwendung hochwertiger Materialien wie Holz oder Kunststoff verliehen wird. Darüber hinaus sind ihre standardisierten Dimensionen ein wichtiger Vorteil, da sie dadurch in weiten Teilen des Transports und der Lagerung übergreifend genutzt werden können. Die Kompatibilität mit gängiger Fördertechnik, die Reparierbarkeit vieler Ausführungen und die breite Verfügbarkeit unterstützen effiziente, planbare Materialflüsse.
- Prozesssicherheit: Standardisierte Ladehilfsmittel erleichtern Handling, Kommissionierung und Lagerung.
- Skalierbarkeit: Geeignet für automatisierte und manuelle Prozesse; kompatibel mit gängiger Fördertechnik.
- Reparierbarkeit: Holzpaletten lassen sich instandsetzen; Komponenten können ersetzt werden.
- Breite Verfügbarkeit: Unterschiedliche Formate und Materialien für diverse Branchenanforderungen.
Zu den Nachteilen gehört, dass spezielle Anforderungen oder Abmessungen, die von den Standards abweichen, nur schwer oder gar nicht realisierbar sind. Zudem kann der Transport oder das Lagern von leichteren Gütern ungünstig sein. Ein Palettenpooling und der Tausch sind zudem nicht immer möglich. Zusätzlich sind Verlust- und Beschädigungsrisiken in offenen Tauschkreisläufen zu berücksichtigen, ebenso wie zusätzlicher Platzbedarf für Leerpaletten.
- Formatstarre: Abweichende Sonderformate verursachen Mehraufwand in Handling und Beschaffung.
- Eigengewicht: Holzpaletten bringen je nach Ausführung ein relevantes Leergewicht mit; das kann bei Luftfracht oder leichten Gütern nachteilig sein.
- Zustandsabhängigkeit: Beschädigte Paletten mindern Traglast und Prozesssicherheit.
- Pooling-Einschränkungen: Nicht überall sind Tauschsysteme etabliert oder praktikabel.
- Verlust- und Tauschrisiko: Schwund, Fehlbuchungen oder defekte Paletten können Mehrkosten und Prozessunterbrechungen verursachen.
Auswahlkriterien aus Sicht der Wellpapp-Verpackungsindustrie
- Produkt- und Verpackungsmaße: Passung von Packstücken und Palettenformat zur Vermeidung von Überständen.
- Gewicht und Schwerpunkt: Tragfähigkeit und Kufenanordnung müssen zur Last passen.
- Umgebung und Einsatzgebiet: Feuchte, Temperatur, Hygieneanforderungen und Exportbestimmungen berücksichtigen.
- Prozessintegration: Eignung für Palettierer, Wickler, Hochregale und innerbetriebliche Transporte.
- Hygiene- und Exportnormen: Vorgaben für Lebensmittel, Pharma oder Exportländer (z. B. Wärmebehandlung) einhalten.
- Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit: Ausreichende Etikettenflächen, scannbare Positionen und dauerhafte Markierungen vorsehen.
Nachhaltigkeit von Industriepaletten
Der ökologische Aspekt von Industriepaletten darf nicht außer Acht gelassen werden. Sie sind in den meisten Fällen wiederverwendbar und bei Beschädigung reparierbar. Funktioniert dies nicht mehr, ist das verwendete Holz oder Kunststoff in vielen Fällen recycelbar. Das trägt zum Schutz unserer Umwelt und Ressourcen bei. Eine lange Nutzungsdauer, regional kurze Beschaffungswege und etablierte Reparaturkreisläufe verbessern die Bilanz über den Lebenszyklus.
Holzpaletten sind Teil etablierter Rücknahme- und Reparaturkreisläufe. Durch Austausch defekter Bauteile lässt sich die Nutzungsdauer verlängern; am Ende der Lebensphase ist eine stoffliche Nutzung (z. B. als Sekundärrohstoff) oder energetische Verwertung möglich. Kunststoffpaletten können bei entsprechender Auslegung Rezyklatanteile enthalten und sind feuchte- sowie chemikalienbeständig, was die Lebensdauer in bestimmten Anwendungen erhöht. Regional beschaffte Paletten verkürzen Transportwege und unterstützen eine effiziente Kreislaufführung. Zudem tragen kaskadische Nutzungen und eine sachgerechte Rückführung dazu bei, Material im Umlauf zu halten und Primärressourcen zu schonen.
Langlebigkeit und Qualitätssicherung
- Regelmäßige Sichtprüfung: Risse, lose Bretter, herausstehende Nägel und Verformungen frühzeitig erkennen.
- Geeignete Lagerung: Trocken, eben und gut belüftet lagern, um Verzug und Feuchteaufnahme zu minimieren.
- Passende Ladungssicherung: Korrektes Stretchen oder Umreifen reduziert Beschädigungen und Folgekosten.
- Defekte eindeutig kennzeichnen: Beschädigte Paletten aussortieren und zeitnah instandsetzen lassen, um Folgeschäden an Verpackungen zu vermeiden.
- Kantenschutz und Zwischenlagen: Kantenprofile und flächige Auflagen verbessern die Druckverteilung und erhöhen die Stapelstabilität von Wellpappverpackungen.
- Schulung des Personals: Sorgfältiger Umgang beim Heben, Absetzen und Wickeln erhöht die Lebensdauer der Paletten und die Sicherheit im Betrieb.
Zusammenfassung:
- Industriepaletten sind speziell gefertigte Paletten für den weit verbreiteten und effizienten Warentransport in verschiedenen Branchen, sie standardisieren Prozesse und reduzieren Beschädigungsrisiken.
- Industriepaletten haben standardisierte Abmessungen, was es einfach macht, sie zu verpacken und zu stapeln. Deshalb sind sie besonders nützlich für Unternehmen, die mit Verpackungen aus Wellpappe arbeiten, weil sich stabile und raumeffiziente Ladeeinheiten bilden lassen.
- Da sie robust und widerstandsfähig sind, eignen sich Industriepaletten hervorragend für den sicheren Transport von Gütern, einschließlich empfindlicher Produkte, die in Wellpappverpackungen geschützt sind; passende Lagenbilder und Ladungssicherung erhöhen dabei die Stabilität.
- Die Auswahl des passenden Palettenmaterials (Holz, Kunststoff, Metall) richtet sich nach Traglast, Umgebungsbedingungen und Prozessanforderungen und berücksichtigt zudem Export- und Hygienevorgaben.
- Eine sorgfältige Ladungssicherung und ein passendes Lagenbild verbessern Stabilität, Schutz und Ausnutzung von Lager- und Transportvolumen, insbesondere bei automatisierten Prozessen.
- Wiederverwendung, Reparaturfähigkeit und Recyclingfähigkeit unterstreichen die nachhaltige Rolle von Industriepaletten im Materialkreislauf und tragen zur Ressourcenschonung bei.
Veröffentlicht am 27.07.2024
Letzte Überarbeitung am 12.09.2025 um 09:18 Uhr von Sebastian Würth