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Informationsaustausch

Im Bereich der Wellpappe-Verpackungen spielt der Informationsaustausch eine zentrale Rolle. Durch die effiziente Weitergabe von Wissen und Daten können Produktion, Vertrieb und Qualitätssicherung deutlich optimiert werden. Ein konsistenter Informationsfluss verbindet technische Entwicklung, Einkauf, Fertigungssteuerung und Logistik über Systemgrenzen hinweg und schafft einen durchgängigen digitalen Faden vom ersten Briefing bis zur Auslieferung. So werden Schnittstellen zwischen ERP, CAD, Druckvorstufe und Fertigungssystemen überbrückt und relevante Packmittel-Informationen wie FEFCO-Codes, Rillbilder und Etikettierungsregeln zuverlässig transportiert.

Ein strukturierter Informationsfluss reduziert Nacharbeiten, verkürzt Durchlaufzeiten und schafft Transparenz entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von der Anforderung über die Fertigung bis zur Auslieferung. Je konsistenter Terminologie, Datenformate und Zuständigkeiten definiert sind, desto zuverlässiger lassen sich technische Vorgaben, Planungsdaten und Qualitätsinformationen übermitteln und nutzen. Dazu gehören klar gepflegte Artikelstammdaten, eindeutige Versionierungen, nachvollziehbare Änderungsstände und belastbare Zuständigkeiten, die Missverständnisse vermeiden und die Rückverfolgbarkeit erhöhen.

Definition: Was versteht man unter Informationsaustausch?

Unter dem Begriff des Informationsaustausches versteht man das Übermitteln und Empfangen von Informationen zwischen mindestens zwei Akteuren. Diese können sowohl Personen als auch Unternehmen oder Institutionen sein. Informationen können dabei unterschiedlichster Natur sein – etwa technische Spezifikationen, Produktinformationen oder operative Daten. Entscheidend ist, dass aus Daten durch Kontext, Struktur und Qualität verwertbare Information wird, die für Entscheidungen und Prozesse in der Verpackungsentwicklung und -produktion nutzbar ist.

Im engeren Sinn umfasst Informationsaustausch sowohl die inhaltliche Ebene (Welche Daten? In welcher Qualität? Mit welcher Aktualität?) als auch die prozessuale Ebene (Wer übermittelt? Wann? Über welchen Kanal? Mit welcher Verbindlichkeit?). Man unterscheidet häufig zwischen synchrone Kommunikation (z. B. Telefon, Meeting) und asynchrone Kommunikation (z. B. E-Mail, Portale, Datenschnittstellen). Zentrale Qualitätskriterien sind Vollständigkeit, Eindeutigkeit der Begriffe, Nachvollziehbarkeit (Versionen, Zeitstempel) und Berechtigungskonzepte. Ergänzend spielen Integrität, Verfügbarkeit und Konsistenz der Daten eine Rolle, um Abstimmungen zu beschleunigen und Reibungsverluste zu minimieren.

  • Strukturiert vs. unstrukturiert: strukturierte Daten in definierten Feldern (z. B. Materialkennwerte) versus freie Texte und Notizen.
  • Formell vs. informell: freigegebene Dokumente, Protokolle und Spezifikationen im Gegensatz zu situativen Abstimmungen.
  • Statisch vs. dynamisch: Stammdaten mit geringer Änderungsfrequenz versus operative Daten mit hoher Aktualisierung (Planung, Verfügbarkeiten).

Abgrenzung: Daten, Informationen und Wissen

Daten sind rohe, kontextlose Werte (z. B. Grammatur 150 g/m²). Informationen entstehen, wenn Daten strukturiert, einem Objekt zugeordnet und zeitlich-validiert werden (z. B. Grammatur 150 g/m² für Decklage, Version 2, gültig ab 01.08.). Wissen entsteht durch Erfahrung, Interpretation und Anwendung (z. B. welche Grammatur bei bestimmten Stapelanforderungen und klimatischen Bedingungen zweckmäßig ist). Ein wirksamer Informationsaustausch macht diese Ebenen explizit und dokumentiert.

Rolle des Informationsaustausches in der Wellpappe-Produktion

Im Kontext der Wellpappe-Produktion ist ein effektiver Informationsaustausch unverzichtbar. Einerseits fließen hier technische Informationen und Anforderungen von den Verpackungsunternehmen zum Hersteller. Andererseits müssen auch Informationen über Verfügbarkeit und Preise von Rohstoffen, Produktionsmöglichkeiten und -zeiten sowie Qualität und Steifigkeit der Wellpappe zurück zum Verpackungsunternehmen fließen. Dieser Dialog zwischen Hersteller und Abnehmer ist für eine optimale Produktion und Vermarktung essentiell. Ergänzend relevant sind Freigabestandards für Druckdaten, Layouts und Farbvorgaben, damit die Umsetzungen auf den jeweiligen Wellenkombinationen reproduzierbar bleiben.

Typische Inhalte aus Kundensicht sind u. a. Artikel- und Projektdaten, Zielmaße, Toleranzen, Rillvorgaben, Druckhinweise, Eilbedarfe und Lieferfenster. Von Herstellern werden häufig Materialvorschläge, Wellenkombinationen, Grammaturen, Kennwerte (z. B. Biege- und Stapelstabilität), Mindestmengen, Lieferzeiten, Produktionsfenster, Freigabestände sowie Prüfprotokolle bereitgestellt. Ergänzend sind Statusmeldungen bei Änderungen (z. B. Anpassung der Anforderungen oder der Fertigungsreihenfolge) wichtig, damit Planung, Beschaffung und Qualitätssicherung synchron bleiben. Für die Konfektionierung werden außerdem Packvorschriften, Palettenlayouts, Etikettierungsdaten und Hinweise zur Ladungssicherung übermittelt.

  • Planung: Bedarfsvorschau und Kapazitätsabgleich ermöglichen realistische Termine und vermeiden Engpässe.
  • Qualität: Klar definierte Spezifikationen und Freigabeprozesse senken Ausschuss und Reklamationsquoten.
  • Logistik: Abstimmung zu Lieferfenstern, Etikettierung und Packmitteln minimiert Verzögerungen im Warenein- und -ausgang.

Bezug zu Normen und Katalogen

Zur Eindeutigkeit tragen standardisierte Bezeichnungen und Kataloge bei, etwa die Verwendung gängiger Codes für Konstruktionsarten, definierte Rillbreiten, Nutztiefen und Klebelaschen. Durch diese Referenzen lassen sich Anforderungen präziser formulieren und Prüfkriterien eindeutig zuordnen, was den Informationsaustausch in der Wellpappe-Praxis wesentlich vereinfacht.

Mögliche Kommunikationskanäle

Verschiedene Kommunikationskanäle können für den Informationsaustausch genutzt werden. Dabei kann sich je nach Art der zu übermittelnden Information und der beteiligten Akteure der geeignetste Kanal unterscheiden. Zu den wichtigsten zählen E-Mail, Telefon und persönliche Gespräche. Aber auch Dokumente, Tabellen oder Diagramme, Website-Informationen oder Datenaustauschplattformen können effektive Mittel sein, um Information zu kommunizieren. Einheitliche Ordnerstrukturen, eindeutige Dateinamen und verbindliche Protokolle für Besprechungen erhöhen die Nachvollziehbarkeit.

Ergänzend kommen digitale Schnittstellen und Systeme zum Einsatz: elektronische Datenübertragung (z. B. EDI), APIs, Kunden- und Lieferantenportale, gemeinsame Dokumentenablagen, Ticketsysteme sowie standardisierte Formate (CSV, XML, PDF) für Spezifikationen und Prüfberichte. Für wiederkehrende Datenströme eignen sich automatisierte Kanäle; für Ausnahmen, Eskalationen und Entscheidungen sind synchrone Abstimmungen mit klaren Protokollen zielführend. Ein praxisnaher Einstieg gelingt über einen kompakten Leitfaden für die strukturierte Suche nach Lösungen, der Begriffe klärt und die relevanten Informationspunkte bündelt.

  • Asynchron: E-Mail, Portal-Uploads, automatisierte Schnittstellen – gut für Nachvollziehbarkeit und Versionierung.
  • Synchron: Telefon, Videokonferenz, Shopfloor-Meeting – gut für Klärungen mit Zeitkritikalität.
  • Hybrid: Live-Abstimmung mit anschließender Dokumentation im System der Wahl.

Schnittstellen und Datenformate in der Praxis

Für den maschinenlesbaren Austausch eignen sich strukturierte Formate mit klaren Felddefinitionen (z. B. JSON, XML, CSV). Neben Spezifikationsdaten werden häufig Lieferavisen, Produktionsbestätigungen und Prüfberichte transferiert. Kennzeichnungen und Etiketten profitieren von standardisierten Barcodes oder 2D-Codes, die Artikelnummer, Los, Charge und Menge eindeutig transportieren. Entscheidend ist die Vereinbarung einer gemeinsamen Datenspezifikation inklusive Einheiten, Toleranzangaben und Kodierregeln.

Inhalte des Informationsaustauschs

  • Stammdaten: Artikelbezeichnungen, interne Nummern, Materialklassen, Freigabestände.
  • Technische Spezifikationen: Wellenart, Grammaturen, Rill- und Klebevorgaben, zulässige Toleranzen.
  • Operative Daten: Bedarfsprognosen, Produktions- und Liefertermine, Kapazitätsfenster.
  • Qualitätsdaten: Prüfpläne, Messergebnisse, Abweichungsberichte, Korrektur- und Vorbeugemaßnahmen.
  • Logistikdaten: Verpackungseinheiten, Etikettierungsregeln, Ladungssicherung, Avisierung.
  • Änderungsinformationen: Versionen, Gültigkeitszeiträume, Freigabestatus, Verantwortlichkeiten.

In der Praxis bewähren sich checklistenbasierte Vorlagen mit Pflicht- und Kannfeldern, etwa für Bauteilmaße, Rilllinien, Stanzkonturen, Feuchte- und Klimabedingungen, Prüfmethoden sowie Verpackungs- und Palettierhinweise. Ergänzend sollten zulässige Ersatzmaterialien, Prüfintervall-Definitionen und Hinweise zur Entsorgung dokumentiert werden.

Prozessschritte im Lebenszyklus

  1. Anfrage und Anforderungsklärung: Sammeln aller relevanten Vorgaben und Randbedingungen.
  2. Angebot und Machbarkeitsprüfung: Abgleich mit Material, Kapazitäten und Qualitätszielen.
  3. Spezifikationsfreigabe: Versionierte Dokumente, definierte Gültigkeiten und Prüfstatus.
  4. Fertigungsvorbereitung: Übergabe an Produktion, Planungs- und Rüstinformationen.
  5. Produktion und In-Prozess-Qualität: Rückmeldungen zu Status, Zwischenprüfungen, eventuellen Abweichungen.
  6. Auslieferung und Wareneingang: Versanddaten, Kennzeichnung, Empfangsbestätigung und Feedback.
  7. Reklamations- und Verbesserungsprozess: Ursachenanalyse, Maßnahmen, Lessons Learned und Aktualisierung der Spezifikationen.

Zwischen diesen Schritten unterstützen Meilensteine und Gate-Reviews die Steuerung. Klare Kriterien für das Erreichen eines Gates (z. B. vollständige Daten, freigegebene Zeichnungen, bestätigte Termine) verhindern Rücksprünge und sichern die Prozessstabilität.

Best Practices und Governance

  • Klare Verantwortlichkeiten: Rollen für Pflege, Prüfung und Freigabe von Informationen definieren.
  • Datenqualität sichern: Pflichtfelder, Plausibilitätsprüfungen und eindeutige Benennungen nutzen.
  • Versionierung und Nachvollziehbarkeit: Änderungen protokollieren, Gültigkeiten dokumentieren, alte Stände archivieren.
  • Standardisierung: Vorlagen, Checklisten und einheitliche Formate reduzieren Interpretationsspielräume.
  • Taktung und Servicelevel: Reaktionszeiten, Eskalationspfade und Regelkommunikation festlegen.
  • Schutzbedarf beachten: Berechtigungen, Verschlüsselung und vertrauliche Behandlung sensibler Daten.

Ergänzend empfiehlt sich eine Kommunikationsmatrix, die festhält, wer welche Information über welchen Kanal in welcher Frequenz bereitstellt. Ein gepflegtes Glossar für Begriffe und Abkürzungen verhindert Mehrdeutigkeiten. Archivierungsregeln und Aufbewahrungsfristen sorgen dafür, dass historische Stände bei Bedarf nachvollzogen werden können.

Vor- und Nachteile von Informationsaustausch

Der Informationsaustausch bringt sowohl Chancen als auch Risiken mit sich. Auf der positiven Seite ermöglicht er eine effiziente Produktion und Vermarktung von Wellpappe-Produkten. Dies wird durch verbesserte Kommunikation, Koordination und Entscheidungsfindung erreicht. Auf der anderen Seite birgt der Informationsaustausch jedoch auch Risiken wie Datenschutzprobleme oder Fehlinformationen. Es ist daher wichtig, in jeder Phase des Informationsaustauschs auf eine sorgfältige und akkurate Handhabung der Informationen zu achten. Eine klare Trennung zwischen vorläufigen und freigegebenen Ständen sowie die Kennzeichnung sensibler Inhalte mindern Fehlinterpretationen.

  • Vorteile: geringere Fehlerraten, weniger Rückfragen, stabile Termine, bessere Planbarkeit und belastbare Qualitätsnachweise.
  • Risiken: Medienbrüche, Versionskonflikte, unklare Zuständigkeiten, Verzögerungen durch fehlende Freigaben sowie Informationsüberfluss ohne Priorisierung.
  • Gegenmaßnahmen: verbindliche Regeln, Schulungen, zentrale Ablageorte, eindeutige Namenskonventionen und regelmäßige Reviews der Informationsflüsse.

Messung und kontinuierliche Verbesserung

  • Reaktionszeit in der Kommunikation: Zeit von Anfrage bis qualifizierter Rückmeldung.
  • First-Time-Right-Quote: Anteil vollständig und korrekt übermittelter Informationen ohne Nacharbeit.
  • Änderungsdurchlaufzeit: Zeit von Änderungsanstoß bis Freigabe und Umsetzung in Produktion und Logistik.
  • Termintreue: Einhaltung geplanter Produktions- und Liefertermine im Abgleich mit dem Informationsstand.

Weitere Kennzahlen können die Anzahl eskalierter Fälle, die Häufigkeit von Rückfragen, der Automatisierungsgrad im Datenaustausch sowie die Quote rechtzeitig freigegebener Druck- und Konstruktionsdaten sein. Visuelle Dashboards und regelmäßige Retrospektiven helfen, Muster zu erkennen und gezielte Verbesserungen umzusetzen.

Typische Fehlerquellen und deren Vermeidung

  • Uneinheitliche Maßeinheiten oder fehlende Toleranzangaben: Einheiten verbindlich festlegen und in Vorlagen verankern.
  • Unklare Versionierung: Eindeutige Versions- und Revisionskennzeichen mit Datum und Verantwortlichen verwenden.
  • Verteilte Ablagen ohne Zugriffskonzepte: Zentrale, berechtigungsbasierte Ablage mit definierten Zugriffsrechten nutzen.
  • Unvollständige Briefings: Checklisten vor Angebotsabgabe und vor Produktionsstart durchgehen und bestätigen lassen.
  • Medienbrüche: Wo möglich, strukturierte Schnittstellen statt manueller Übertragungen einsetzen.

Praxisbeispiele

Ein Verpackungsprojekt startet mit einer Anforderungsspezifikation, die Maße, Rillbild, Druckfarben, Belastungs- und Klimaanforderungen umfasst. Nach der Machbarkeitsprüfung werden Konstruktionszeichnung, Muster und Prüfplan abgestimmt. Vor Produktionsbeginn erfolgt die verbindliche Freigabe aller Dokumente. Während der Fertigung fließen Statusmeldungen und In-Prozess-Prüfergebnisse zurück, sodass bei Abweichungen zeitnah gegengesteuert werden kann. Schließlich werden Versanddaten, Etikettierung und Avis zusammengeführt, um einen reibungslosen Wareneingang zu ermöglichen.

Rechtliche und datenschutzrelevante Aspekte

Schutzbedarfsanalysen, abgestufte Berechtigungen und die Verschlüsselung sensibler Daten schützen vertrauliche Informationen. Vertraulichkeitsvereinbarungen, dokumentierte Freigabeprozesse und nachvollziehbare Audit-Trails unterstützen Compliance-Anforderungen und ermöglichen eine lückenlose Nachverfolgung.

Zusammenhang mit Nachhaltigkeit und Compliance

Durch konsistente Angaben zu Materialeinsatz, Grammaturen und Transportwegen lässt sich der Ressourcenverbrauch besser steuern. Transparente Informationsflüsse unterstützen die Dokumentation von Materialherkünften, Recyclingfähigkeit und Entsorgungshinweisen, was Anforderungen an Nachhaltigkeit und gesetzliche Vorgaben erleichtert.

Zusammenfassung:

  • Informationsaustausch ermöglicht es Unternehmen, die sich mit Wellpappe-Verpackungen befassen, detaillierte Angaben über Produkte und Leistungen zu erhalten, was die Entscheidungsqualität erhöht. Strukturierte Prozesse, klare Verantwortlichkeiten und verbindliche Formate sichern dabei Konsistenz und Nachvollziehbarkeit.
  • Durch wirksam organisierten Informationsaustausch verstehen Wellpappe-Hersteller Anforderungen präziser und können darauf basierend passgenaue, qualitativ hochwertige Lösungen realisieren. Abgestimmte Schnittstellen und eindeutige Spezifikationen reduzieren Nacharbeit und beschleunigen Freigaben.
  • Der gegenseitige Informationsaustausch zwischen Unternehmen und Lieferanten trägt zur Optimierung von Abläufen bei, senkt Kosten und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit. Transparente Datenflüsse fördern zudem Qualitätssicherung, Termintreue und eine belastbare Logistikabwicklung.

Veröffentlicht am 27.07.2024
Letzte Überarbeitung am 04.09.2025 um 14:02 Uhr von Julia Kopp

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