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Kühlverpackung
In der Welt der Verpackungsindustrie spielt das Thema Kühlverpackung aus Wellpappe eine wichtige Rolle. Insbesondere für den Bereich Lebensmittel- und Pharmaindustrie bietet sie entscheidende Lösungen zur sicheren und effektiven Aufbewahrung temperaturempfindlicher Produkte. Neben der physischen Schutzfunktion sorgt die Kombination aus Dämmmaterialien und Kühlelementen für eine stabile Temperaturführung während Transport und Lagerung. Darüber hinaus lässt sich die Isolierwirkung durch den passenden Aufbau und eine korrekte Handhabung planbar gestalten, sodass sich definierte Temperaturzonen verlässlich einhalten lassen. Im Vergleich zu rein kunststoffbasierten Thermoverpackungen punkten Lösungen aus Papier- und Naturfasern mit guter Recyclingfähigkeit, einer hohen Stapelfestigkeit und einer günstigen Relation aus Eigengewicht, Schutzwirkung und Isolierleistung. Entscheidend ist stets das Zusammenspiel von Material, Pack-out und logistischer Strecke innerhalb der Kaltkette.
Definition: Was versteht man unter Kühlverpackung?
Unter Kühlverpackungen werden Verpackungslösungen verstanden, die darauf abzielen, Produkte während des Transportes oder der Lagerung bei einer bestimmten Temperatur zu halten. Besonders im Lebensmittel- und Pharmabereich sind sie essenziell, um die Produktsicherheit und -qualität zu gewährleisten. Kühlverpackungen aus Wellpappe sind dabei eine besonders umweltfreundliche und nachhaltige Form der temperaturkontrollierten Verpackung. Sie zählen zu den passiv gekühlten Versandverpackungen, da die Temperaturhaltung ohne aktive Aggregate erfolgt und über Isoliereinlagen sowie vorkonditionierte Kältequellen gesteuert wird.
Im engeren Sinn handelt es sich meist um passive Systeme: Eine isolierende Umverpackung reduziert den Wärmestrom, während vorgekonditionierte Kühlelemente (z. B. Gelpacks oder Phasenwechselmaterialien) die gewünschte Temperaturzone stabilisieren. Übliche Zielbereiche sind gekühlt (2–8 °C), kontrollierte Raumtemperatur (15–25 °C) oder tiefgekühlt (unter −18 °C). Die Haltezeit orientiert sich an definierten Laufzeiten, etwa 24, 48 oder 72 Stunden, und an saisonalen Profilen. Ergänzend kommen Temperaturindikatoren oder Datenlogger zum Einsatz, um die Einhaltung der Vorgaben entlang der Kaltkette objektiv nachzuverfolgen.
Aktive versus passive Systeme
Aktive Systeme arbeiten mit eigener Energiezufuhr (z. B. Kompressor oder Peltier-Elemente) und sind für Wellpappe als Primärträger weniger typisch. Passive Systeme mit Wellpapp-Umkarton, Isolierschicht und Kältequelle sind verbreitet, da sie ohne externe Energie funktionieren, standardisierte Pack-outs erlauben und sich effizient in Paket- und Palettenlogistik integrieren lassen.
Herstellung und Material von Kühlverpackungen
Die Herstellung von Kühlverpackungen aus Wellpappe beinhaltet unterschiedliche Schritte. Der Rohkarton wird zugeschnitten, wobei die innenliegende Wärmeisolierung bereits mit eingearbeitet wird. Diese sorgt für die Thermoisolierung, die zum Halten der Temperatur benötigt wird. Als Isolationsmaterial kommen oft Naturmaterialien wie Hanf oder Schafwolle zum Einsatz.
In der Praxis besteht der Aufbau häufig aus einem stabilen Wellpapp-Umkarton (ein- oder zweiwellige Qualitäten, z. B. B-, C- oder BC-Welle) und modularen Isoliereinlagen. Neben Hanf- oder Schafwollmatten werden auch Zellulosefasern, recycelte Papierfasern oder mehrlagige Papierwaben verwendet. Für höhere Feuchtebeständigkeit können nassfest verleimte Qualitäten sowie feuchtigkeitsabweisende Innenlagen eingesetzt werden. Der Zuschnitt erfolgt über Rillen, Stanzen und Verkleben nach standardisierten Bauformen; die Isoliereinlagen werden passgenau eingelegt, sodass möglichst wenige Wärmebrücken entstehen.
Je nach Anforderung kommen ergänzende Komponenten hinzu: Kühlelemente mit definiertem Phasenwechselpunkt, absorbierende Einlagen zur Kondensatbindung, Trenneinsätze zur Warenfixierung sowie Dichtlaschen oder Klebestreifen zur sicheren Verschließung. Bei tiefgekühlten Sendungen kann auch Trockeneis verwendet werden; hierbei sind Belüftung, Kennzeichnung und Sicherheitsvorgaben zwingend zu beachten.
Materialeigenschaften und Isolierleistung
Die Isolierwirkung hängt von der Wärmeleitfähigkeit der verwendeten Materialien, der Gesamtdicke der Isolierschichten und der Dichtigkeit des Systems ab. Naturfasern wie Hanf, Schaf- oder Zellulosefasern weisen typische Lambda-Werte im Bereich von etwa 0,038–0,045 W/(m·K) auf. Mehrlagige Papierwaben erzeugen durch Lufteinschlüsse eine zusätzliche Dämmebene. Wellpappe selbst sorgt neben der Dämpfung für Kantenstabilität und gute Stapelfähigkeit, was die Transport- und Lagerrisiken reduziert.
Mechanische Stabilität und Feuchtemanagement
Gerade in feuchter Umgebung muss die Druck- und Kantenstabilität erhalten bleiben. Dafür sind geeignete Wellpappqualitäten (z. B. höhere Flächengewichte, nassfeste Verleimungen) entscheidend. Kondenswasser wird durch Absorber gebunden; zusätzlich helfen Abstandhalter oder Trenneinsätze, direkten Kontakt zwischen Ware und Kondensat zu vermeiden.
Anwendungsbereiche für Kühlverpackungen
Kühlverpackungen eignen sich für eine Vielzahl von Anwendungen. Sie werden oft in der Lebensmittelindustrie verwendet, um verderbliche Waren wie Fleisch, Fisch, Käse oder Gemüse zu transportieren. Aber auch in der Pharmaindustrie sind sie unverzichtbar: Medikamente, Impfstoffe und andere temperatursensible Produkte werden in solchen Verpackungen aufbewahrt und versendet. Insbesondere der Versand von online bestellten Lebensmitteln setzt häufig auf Kühlverpackungen aus Wellpappe.
Ergänzend zu den genannten Beispielen zählen Molkereiprodukte, Frischobst, Backwaren mit empfindlichen Füllungen, Schokolade (wärmesensibel) sowie diagnostische Proben, Reagenzien und Biologika zu typischen Anwendungen. Auch Click-and-Collect-Modelle oder die letzte Meile im Stadtgebiet profitieren von leichten, gut stapelbaren Lösungen mit definierter Laufzeit.
Weitere Einsatzfelder
Zusätzlich verbreitet sind Kühlverpackungen bei Kochboxen, Feinkost, Nahrungsergänzungsmitteln mit Temperaturvorgaben, Spezialkosmetik und empfindlichen Chemikalien. Im Laborumfeld werden Referenzstandards, Enzyme oder Testkits in temperaturgeführten Versandboxen bewegt, häufig mit dokumentierter Temperaturführung.
Temperaturbereiche und Laufzeiten
- Gekühlt (2–8 °C): Frische Lebensmittel, zahlreiche Arzneimittel, Impfstoffe.
- Kontrollierte Raumtemperatur (15–25 °C): temperatursensible Medikamente und Diagnostika, die nicht gekühlt werden dürfen.
- Tiefgekühlt (≤ −18 °C): gefrorene Lebensmittel oder spezielle pharmazeutische Proben, ggf. mit Trockeneis.
- Laufzeiten: üblicherweise 24–72 Stunden; saisonale Sommer-/Winterprofile berücksichtigen Umgebungstemperaturen und Transportdauer.
Klimaprofile und saisonale Auslegung
Für eine zuverlässige Temperaturhaltung werden standardisierte Klimaprofile (z. B. Sommer- und Winterkurven mit Tag-/Nachtwechseln) zugrunde gelegt. Daraus leitet sich die Menge und Position der Kühlelemente ab. Die Planung berücksichtigt Starttemperatur der Ware, Vorlaufzeiten im Hub, Umschlagpunkte und Verzögerungen auf der letzten Meile.
Aufbau und Pack-out
Ein funktionierendes System setzt auf präzise abgestimmte Komponenten und eine korrekte Pack-out-Anleitung. Typische Schritte sind:
- Kühlelemente gemäß Vorgabe vorkonditionieren (z. B. vorkühlen oder vorfrosten).
- Isoliereinlagen in den Wellpapp-Umkarton einlegen, Fugen passgenau schließen.
- Waren mittig platzieren, Kontakt mit Kühlelementen entsprechend der Spezifikation herstellen (direkt oder indirekt mit Trenneinsatz).
- Leerraum reduzieren, um Konvektion zu minimieren; ggf. absorbierende Einlagen gegen Kondenswasser einsetzen.
- Verpackung gemäß Anleitung verschließen und kennzeichnen.
- Vor dem Pack-out Umkarton und Isoliereinlagen auf Zieltemperatur vorkonditionieren, um Wärmeeintrag zu minimieren.
- Kühlelemente in definierter Orientierung anordnen (oben/unten/seitlich), damit der Phasenwechsel optimal genutzt wird.
- Dokumentation durchführen (Chargen, Zeiten, Temperaturen) und bei Bedarf einen Datenlogger platzieren.
Praxisempfehlungen zum Pack-out
Ein konsistentes Vorgehen (SOP) verhindert Abweichungen. Packflächen sollten frei von Wärmequellen sein, und die Zeit zwischen Entnahme der Kühlelemente aus dem Kältebereich und dem finalen Verschluss möglichst kurz gehalten werden. Etiketten zur Handhabung (Ausrichtung, Zieltemperatur) verbessern die Prozesssicherheit.
Qualifizierung und Prüfverfahren
Für konstante Temperaturführung ist die Qualifizierung (Design-, OQ- und PQ-Tests) unter definierten Temperaturprofilen üblich. Testverfahren simulieren Sommer- und Winterbedingungen sowie unterschiedliche Laufzeiten. Datenlogger dokumentieren Temperaturverläufe, Abweichungen und mögliche Hot-Spots. Die Validierung sichert reproduzierbare Ergebnisse im praktischen Einsatz und bildet die Basis für Arbeitsanweisungen.
Akzeptanzkriterien und Requalifizierung
Typische Kriterien sind maximale zulässige Abweichungen vom Zielbereich, Zeit außer Spezifikation und Unversehrtheit der Verpackung. Änderungen an Material, Pack-out oder Logistikstrecke erfordern eine Requalifizierung. Regelmäßige Stichprobenprüfungen helfen, saisonale Effekte oder geänderte Carrier-Bedingungen zu berücksichtigen.
Nachhaltigkeit und Entsorgung
Wellpappe ist recyclingfähig und wird in etablierten Kreisläufen wiederverwertet. Naturfaser-Isolierungen wie Hanf, Schaf- oder Zellulosefasern können – je nach lokaler Vorgabe – getrennt entsorgt oder ebenfalls recycelt werden. Der Verzicht auf schäumende Kunststoffe reduziert das Abfallvolumen. Wichtig ist eine sortenreine Trennung: Kühlelemente (Gele) und eventuelle Folienbestandteile sind separat zu entsorgen, während der Umkarton dem Altpapier zugeführt wird.
Ressourceneffizienz und Wiederverwendung
Durch optimierte Abmessungen, materialeffiziente Zuschnitte und modulare Einlagen lässt sich der Materialeinsatz reduzieren. Mehrfachverwendung ist je nach Aufbau möglich, sofern mechanische Stabilität und Hygiene gewährleistet bleiben. Bei sichtbarer Beschädigung oder Durchfeuchtung ist ein Austausch vorzuziehen.
Dimensionierung und Logistik
Die richtige Auslegung verbindet Nutzvolumen, Isolierleistung und Stapelfähigkeit. Faktoren sind Warenmasse, spezifische Wärmekapazität, Anzahl und Position der Kühlelemente, Wandstärken der Isoliereinlagen sowie die geplante Laufzeit. Ebenso relevant sind Transportwege, Umschlagpunkte und saisonale Schwankungen. Für Hintergrundwissen zu Maßeinheiten und Toleranzen siehe weiterführende Hinweise zu Abmessungen im Überblick.
Innen- und Außenmaß, Palettierung und Paketgrenzen
Bei der Auslegung sind Innenmaße (Nutzvolumen) und Außenmaße (Transport- und Lagermaß) zu unterscheiden. Außenmaße bestimmen Palettenraster, Lkw-Auslastung und Paketklassen; Innenmaße müssen die Isoliereinlagen und den Produktschutz berücksichtigen. Eine maßlich stabile Ausführung erleichtert die Palettierung, reduziert Transportschäden und unterstützt reproduzierbare Laufzeiten.
Typische Fehler und Praxistipps
- Unzureichende Vorkonditionierung der Kühlelemente führt zu verkürzter Haltezeit.
- Übermäßiger Luftraum begünstigt Konvektion; Hohlräume möglichst reduzieren.
- Feuchtebelastung unterschätzt: Bei kondensationsreicher Ware feuchtigkeitsbeständige Qualitäten und Absorber einplanen.
- Falsche Temperaturzone gewählt: Anforderungen von Produktetiketten, Sicherheitsdatenblättern und Transportvorgaben beachten.
- Jahreszeitliche Profile nicht berücksichtigt: Sommer- und Winterpack-outs gesondert definieren und qualifizieren.
- Falscher Phasenwechselpunkt der Kühlelemente: PCM-Auswahl an Zielbereich und Laufzeit anpassen.
- Pack-out-Varianten vermischt: Mischbestückungen vermeiden, klare Arbeitsanweisungen nutzen.
- Datenlogger falsch platziert: Position so wählen, dass kritische Bereiche (z. B. Randzonen) abgebildet werden.
- Belüftung bei Trockeneis vernachlässigt: Sicherheitsregeln und Kennzeichnungspflichten beachten.
Vor- und Nachteile von Kühlverpackung
Die Vorteile von Kühlverpackungen aus Wellpappe sind vielfältig. Sie sind leicht, robust und bieten eine sehr gute Wärmeisolierung. Zudem sind sie, im Vergleich zu Styropor-Verpackungen, umweltfreundlich und nachhaltig. Nachteile können in höheren Anschaffungskosten liegen, da die Isolierung aus Naturmaterialien teurer ist als synthetische Varianten. Ebenso ist die Lagerung von großen Mengen durch den Platzbedarf problematischer als etwa bei zusammenfaltbaren Styroporboxen. Hinzu kommen potenzielle Leistungsschwankungen bei sehr hoher Luftfeuchte, die sich durch geeignete Materialwahl und einen fachgerechten Pack-out jedoch reduzieren lassen.
- Vorteile: geringes Gewicht, gute Stapelfähigkeit, recyclingfähige Materialien, anpassbarer Aufbau, definierbare Laufzeiten.
- Herausforderungen: Feuchteeinfluss, Kondensatmanagement, Kosten für hochwertige Isoliermaterialien, Bedarf an qualifiziertem Pack-out.
- Abwägung: Performance und Nachhaltigkeit gegenüber reinen Schaumstofflösungen, abhängig von Temperaturziel, Laufzeit und Logistik.
- Übertragbarkeit: Standardisierte Pack-outs erleichtern Skalierung und Schulung innerhalb der Logistikkette.
Zusammenfassung:
- Wellpappe ist eine hervorragende Wahl für Kühlverpackungen, da sie sowohl isolierende als auch stärkende Eigenschaften besitzt, ideal für den Schutz und die Erhaltung der Produktqualität.
- Kühlverpackungen werden genutzt, um temperatursensible Produkte sicher zu transportieren und sie vor Einflüssen von Hitze oder Kälte zu schützen, wodurch sichergestellt wird, dass die Produkte in bestem Zustand beim Kunden ankommen.
- Dank der Verwendung von Kühlkomponenten, wie beispielsweise Kühlelementen oder isolierenden Inlays, erhält man mit der Kühlverpackung aus Wellpappe eine umweltfreundliche und gleichzeitig effektive Lösung für den Warentransport.
- Die richtige Auslegung umfasst Temperaturzone, Laufzeit, Isoliermaterial, Anzahl und Anordnung der Kühlelemente sowie eine validierte Pack-out-Anleitung.
- Qualifizierte Systeme mit dokumentierten Temperaturprofilen erhöhen die Prozesssicherheit in Lebensmittel- und Pharmalogistik.
- Nachhaltige Materialwahl und sortenreine Entsorgung unterstützen etablierte Recyclingkreisläufe und reduzieren Abfall.
- Ein standardisiertes Vorgehen, klare Prüfpläne und saisonal angepasste Pack-outs sichern reproduzierbare Ergebnisse in der Praxis.
Veröffentlicht am 22.06.2024
Letzte Überarbeitung am 13.10.2025 um 10:47 Uhr von Manuel Hofacker