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Kondensschutz

In der Welt der Wellpappe spielt die Kondensationsvermeidung eine bedeutende Rolle. Denn um Produkte sicher und unbeschädigt zu transportieren, ist der Schutz vor Feuchtigkeit essenziell. So beschäftigt sich der Komplex des Kondensschutzes mit Lösungen, um der Feuchtigkeitsbildung innerhalb der Verpackung entgegenzuwirken. Kondensat entsteht, wenn feuchte Luft auf kältere Oberflächen trifft und der Taupunkt unterschritten wird. Für Wellpappe bedeutet dies: Dringt Feuchtigkeit ein oder schlägt sich Wasser an Innen- oder Außenflächen nieder, sinken Tragfähigkeit, Stapelstabilität und Kantenstauchwiderstand; gleichzeitig steigt das Risiko von Materialermüdung, Wellenverzug und mikrobieller Belastung. Ein wirksamer Kondensschutz adressiert diese Risiken systematisch und berücksichtigt Material, Konstruktion sowie klimatische Übergänge entlang der Lieferkette. Darüber hinaus werden Feuchteeinträge durch Diffusion, advektiven Luftaustausch und Restfeuchte des Packguts bewertet, um das Mikroklima in der Einheit stabil zu halten und mechanische Eigenschaften der Wellpappe über die gesamte Transportdauer hinweg abzusichern.

Definition: Was versteht man unter Kondensschutz?

Unter dem Begriff des Kondensschutzes versteht man diverse Maßnahmen und Methoden, die das Entstehen von Kondenswasser in Verpackungen verhindern sollen. Dies ist vor allem bei Verpackungslösungen aus Wellpappe von Bedeutung, da diese das Kondenswasser aufnehmen könnten, was zur Beschädigung der Verpackung und des Lagerguts führen kann. Im Kern zielt Kondensschutz darauf ab, den Taupunktkontakt zu vermeiden, Feuchtequellen zu kontrollieren und das Innenklima der Einheit zu stabilisieren – etwa durch Barrieren, Absorber, geeignete Packmittelkonstruktionen oder prozessuale Vorkonditionierung von Packgut und Umverpackung.

Kondensschutz umfasst präventive, limitierende und überwachende Maßnahmen: Präventiv wird der Feuchteeintrag minimiert (z. B. durch Sperrschichten), limitierend wird vorhandene Feuchte gebunden (z. B. durch Trockenmittel), und überwachend wird das Klima entlang der Prozesskette gemessen und dokumentiert. Ziel ist ein reproduzierbares, belastbares Verpackungssystem, das in unterschiedlichen Klimazonen und Temperaturwechseln die Funktionsfähigkeit der Wellpappe erhält.

Entstehung von Kondensat: Taupunkt und Mikroklima

Kondensation setzt ein, wenn die Lufttemperatur an einer Oberfläche unter den Taupunkt der umgebenden Luft fällt. In verpackten Einheiten entsteht ein eigenes Mikroklima, beeinflusst durch Restfeuchte des Packguts, Luftaustausch, Temperaturwechsel auf dem Transportweg und die Sorptionsfähigkeit der Wellpappe. Kritisch sind schnelle Temperaturgradienten (z. B. Kaltlager → warme Umschlaghalle) und hohe relative Luftfeuchte über längere Zeiträume.

Typische Praxisbeispiele: Wird eine Einheit aus einem Kühlbereich bei 2–8 °C in eine Umgebung mit 20–25 °C und hoher relativer Luftfeuchte verbracht, kann bereits kurze Zeit später Tauwasser an kühlen Oberflächen entstehen. Liegt die Umgebungsluft etwa bei 20 °C und 60 % relativer Feuchte, befindet sich der Taupunkt in der Nähe von 12 °C – Oberflächen darunter sind kondensationsgefährdet. Entsprechend wichtig sind kontrollierte Akklimatisierung und eine Verpackungskonstruktion, die Kaltstellen reduziert.

Relevanz für Wellpappe: Materialeigenschaften

Wellpappe ist hygroskopisch: Fasern nehmen Feuchte auf und geben sie wieder ab. Steigt die Luftfeuchtigkeit, verringern sich Festigkeitskennwerte (z. B. Kantenstauchwiderstand/ECT, Stapeldruckfestigkeit/BCT), und Klebstoffsysteme können empfindlicher reagieren. Konstruktionswahl (Wellensorte, Linerqualität), Leimrezeptur sowie gegebenenfalls wasserabweisende Ausrüstungen beeinflussen das Feuchteverhalten. Ergänzende Fachinformationen bieten Fundierte Grundlagen zu Pappkartons und Feuchteverhalten.

Die Auswahl von Wellensorten (z. B. E-, B-, C- oder BC-Doppelwelle), die Flächengewichte der Deckenpapiere und die Art des Klebstoffsystems (Stärkekleber, modifizierte Rezepturen) bestimmen maßgeblich das Sorptions- und Festigkeitsverhalten. Hydrophobe Ausrüstungen, Imprägnierungen oder Verbundpapiere können den Feuchteeintrag senken, verändern aber gleichzeitig Diffusionspfade und damit das Innenklima der Verpackungseinheit.

Anwendungsgebiete von Kondensschutz in der Wellpapp-Industrie

Kondensschutzmaßnahmen sind überall dort gefragt, wo Waren mit Wellpappe verpackt und gelagert werden. Besonders betroffen sind Produkte, die unter extremen klimatischen Bedingungen transportiert und gelagert werden. Wenn z. B. eine kühle Ware plötzlich einer warmen Umgebung ausgesetzt wird, kann sich Kondenswasser bilden. Das kann den Zustand der Wellpappe beeinflussen und dazu führen, dass die Verpackung ihre strukturelle Integrität verliert. Ebenso kritisch sind Seetransporte mit stark schwankenden Außenklimata (Container-Sweat), Winter-/Sommerwechsel in untemperierten Lagern sowie die Kühlkette mit wiederholten Be- und Entladevorgängen.

  • Temperaturwechselzonen: Anlieferung aus gekühlter Produktion in temperierte Kommissionierbereiche.
  • Langstreckentransporte: Seefracht mit hoher relativer Feuchte und nächtlicher Abkühlung.
  • Zwischenlagerung: Unbeheizte oder schlecht belüftete Hallen mit Kondensationsrisiko an Außenwänden.
  • Rückware/Retouren: Wiederverpacken feuchter oder vorgekühlter Produkte ohne Vortrocknung.
  • Luftfracht: Start-/Landephasen mit raschen Druck- und Temperaturwechseln sowie wechselnden Klimazonen.
  • Umschlagknoten: Cross-Docking mit kurzen, aber intensiven Klimasprüngen zwischen Ladezonen.

Typische Branchen und Produkte

  • Lebensmittel und Getränke (gekühlte Frischewaren, Molkereiprodukte, Obst/Gemüse).
  • Pharma und Diagnostik (temperatursensitive Güter mit Kühlkette).
  • Elektronik (feuchteempfindliche Bauteile, Korrosionsrisiko an Kontakten).
  • Metallwaren (Rostgefahr bei Kondensfilmen auf Oberflächen).
  • Holz- und Papierwaren (Maßänderungen, Verzug durch Feuchteaufnahme).
  • Chemische Erzeugnisse (pulverförmige Produkte mit Klump- und Verblockungsrisiko).
  • Automotive- und Ersatzteil-Logistik (lange Transport- und Zwischenlagerzeiten).

Funktionsweise von Kondensschutz-Systemen

Der Kondensschutz arbeitet mit verschiedenen Methoden, um das Kondenswasser zu reduzieren oder zu eliminieren. Dazu gehören Verfahren wie die Trocknung der Luft im Inneren der Verpackung oder die Verwendung von wasserabweisenden Materialien. Andere Nutzungsvarianten des Kondensschutzes beinhalten den Einsatz spezieller Beschichtungen, die das Wasser abweisen, oder den Gebrauch von Silicagel, um die Feuchtigkeit zu absorbieren. Zusätzlich kommen kombinierte Ansätze zum Einsatz, bei denen die Packgutausgangsfeuchte reduziert, Temperatursprünge minimiert und die Luftzirkulation gezielt geführt wird.

  • Passive Barrieren: Innenbeutel, Folien-Inliner, Verbundpapiere oder hydrophobe Beschichtungen begrenzen den Feuchteeintrag.
  • Aktive Absorption: Trockenmittel (z. B. Silicagel, Molekularsiebe, Calciumchlorid) binden Wasserdampf und senken die relative Feuchte.
  • Konstruktive Maßnahmen: Abstandhalter, doppelte Böden, definierte Luftkanäle zur Vermeidung von Kaltstellen und zur Homogenisierung des Innenklimas.
  • Prozessuale Steuerung: Vorwärmen/Vortemperieren von Ware und Umverpackung, kontrollierte Akklimatisierung vor dem Verschließen, reduzierte Öffnungszeiten von Kühlzonen.

Wesentliche Kenngrößen für Barrieren sind Wasserdampfdurchgangsraten und die Dichtigkeit der Einheit, während bei Absorbern die dynamische Aufnahmefähigkeit in Abhängigkeit von Temperatur, relativer Feuchte und Zeit bestimmend ist. Inliner und Folien beeinflussen zusätzlich die Konvektion im Karton und damit die Position typischer Kaltstellen.

Auslegung und Nachweis

Die Dimensionierung von Trockenmitteln orientiert sich an Packvolumen, Dichtigkeit, Zielklima, Transportdauer und erwarteten Klimasprüngen. Normative Leitplanken liefert u. a. das deutsche Regelwerk zu Trockenmitteleinheiten (DIN 55473) und deren Anwendung (DIN 55474). Die Wirksamkeit wird über Datenlogger (Temperatur/relative Feuchte), Taupunktberechnungen und gegebenenfalls Klimakammerprüfungen verifiziert. Wichtig ist die richtige Platzierung von Absorbern (Luftpfade, Hotspots) sowie das zeitnahe Verschließen der Einheit nach dem Einbringen.

Für eine belastbare Auslegung empfiehlt sich die Berücksichtigung der Leckrate der Verpackung (z. B. Dichtigkeits- oder Rauchtests), der geplanten Klimarouten (Klimazonen, See-/Luftfracht, Umschlagpunkte) und eines Sicherheitsfaktors für unerwartete Verzögerungen. Begleitende Messkonzepte mit sorgfältiger Sensorplatzierung und lückenloser Dokumentation unterstützen die Validierung und ermöglichen iterative Optimierungen.

Grenzen und Wechselwirkungen

Barrieren können die Luftzirkulation reduzieren und bei falscher Auslegung Kondensat lokal konzentrieren. Überdimensionierte Absorption kann zu unnötigen Kosten führen, während Unterdimensionierung die Schutzwirkung mindert. Zudem beeinflusst Feuchte das mechanische Verhalten der Wellpappe; eine zu hohe klimatische Belastung kann trotz Schutzmaßnahmen die Stapelstabilität reduzieren.

Auch ökologische und recyclingrelevante Aspekte sind zu beachten: Verbundmaterialien und zusätzliche Inliner verändern die Entsorgungswege. Konstruktive Eingriffe müssen deshalb so gewählt werden, dass Schutzwirkung, Materialeffizienz und Trennbarkeit in einem ausgewogenen Verhältnis stehen.

Vor- und Nachteile von Kondensschutz

Das Integrieren von Kondensschutz in Wellpappenverpackungen bringt eine Vielzahl an Vorteilen mit sich. So tragen diese dazu bei, die Produktqualität und Lebensdauer zu erhöhen. Teure Schäden durch Feuchtigkeit, Schimmel oder andere Ursachen können vermieden werden. Zudem ermöglicht der Kondensschutz einen verzögerungsfreien und sicheren Transport von Gütern, was eine deutliche Steigerung der Kundenzufriedenheit zur Folge haben kann. Dagegen stehen allerdings auch gewisse Nachteile. So können unter Umständen die Kosten für die Verpackung deutlich ansteigen. Zudem ist es wichtig, die Kondensschutzmaßnahmen korrekt zu implementieren, um eine optimale Wirkung zu erzielen. Die Entscheidung für oder gegen den Kondensschutz sollte daher immer abhängig vom individuellen Anwendungsfall und den spezifischen Anforderungen getroffen werden.

  • Vorteile: Reduziertes Risiko von Tauwasserschäden, verbesserte Produktintegrität, planbarere Logistikprozesse, geringerer Reklamationsaufwand, stabilere Stapelperformance in feuchteexponierten Szenarien.
  • Potenzielle Nachteile: Zusatzkosten für Materialien/Prozesse, höherer Planungsaufwand (Auslegung, Monitoring), möglicher Mehraufwand bei der Entsorgung kombinierter Materialien, erhöhte Komplexität im Handling.
  • Abwägung: Nutzen entsteht, wenn Klimarisiken, Transportdauer und Materialeigenschaften systematisch bewertet und Maßnahmen passgenau kombiniert werden. Ökonomie, Ökologie und Funktionalität sollten gemeinsam betrachtet werden.

Praxisempfehlungen

  1. Ausgangslage ermitteln: Temperatur- und Feuchteprofile entlang der Prozesskette aufnehmen.
  2. Materialwahl optimieren: Wellpappqualität, Ausrüstung und Barrieren auf das Zielklima abstimmen.
  3. Absorption dimensionieren: Trockenmittelmenge anhand Volumen, Leckrate und Dauer berechnen.
  4. Prozesse stabilisieren: Akklimatisieren, Vortemperieren, zügig verschließen, unnötige Öffnungen vermeiden.
  5. Wirksamkeit prüfen: Datenlogger einsetzen, Ergebnisse dokumentieren und Maßnahmen iterativ anpassen.
  6. Dichtigkeit sicherstellen: Fugen, Stöße und Verschlussarten prüfen; gegebenenfalls Abdichtung verbessern.
  7. Kritische Punkte identifizieren: Kaltstellen und Feuchte-Hotspots lokalisieren und konstruktiv entschärfen.
  8. Routinen etablieren: Verpackungs- und Logistikpersonal schulen, Standards und Checklisten einführen.

Zusammenfassung:

  • Kondensschutz steht für Maßnahmen, die das Bilden von Kondensat auf der Ware und deren Verpackung verhindern. Dies ist besonders relevant für Unternehmen, die mit Wellpappe verpacken, da diese empfindlich gegen Feuchtigkeit ist.
  • Mithilfe von Feuchtigkeitsbarrieren und absorbierenden Materialien kann der Kondensschutz verbessert werden. Diese Lösungen halten die Feuchtigkeit von der Verpackung fern und beugen so Schäden durch Kondensation vor.
  • Die Effizienz des Kondensschutzes trägt zur Langlebigkeit der Verpackungen aus Wellpappe bei und schützt so das Produkt im Inneren. Daher spielt der Kondensschutz eine bedeutende Rolle in der Verpackungsindustrie.
  • Entscheidend ist die Kontrolle von Taupunkt und Klimasprüngen: Barrieren, Trockenmittel und prozessuale Maßnahmen wirken am besten im abgestimmten System.
  • Validierung durch Messdaten (Temperatur/relative Feuchte) und angepasste Auslegung reduziert Risiken und sorgt für reproduzierbare Ergebnisse.
  • Eine systematische Planung unter Berücksichtigung von Dichtigkeit, Routenklima und Sicherheitsfaktoren erhöht die Robustheit des Gesamtsystems.
  • Regelmäßige Reviews der Klimadaten und kontinuierliche Verbesserungen sichern dauerhaft stabile Verpackungsleistungen.

Veröffentlicht am 27.07.2024
Letzte Überarbeitung am 09.12.2025 um 12:41 Uhr von Sebastian Würth

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