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Rotationsdruck

Im spezialisierten Bereich der Herstellung von Wellpappe-Verpackungen spielt der Druckprozess eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung hochwertiger Produkte. Ein besonders innovatives Verfahren ist hierbei der Rotationsdruck, der für seine hohe Leistungsfähigkeit und Flexibilität geschätzt wird. Er gewährleistet nicht nur eine hohe Druckgeschwindigkeit, sondern auch eine konsistente Reproduzierbarkeit, präzise Registerhaltung und eine kontrollierte Farbdichte, die für Spezialverpackungen mit variierenden Oberflächenqualitäten besonders relevant ist. Durch die kontinuierliche Bahnführung lassen sich Prozessstabilität und Ausstoß im industriellen Maßstab sicherstellen.

In der Praxis verbindet der Rotationsdruck kurze Stillstandszeiten mit stabilen Prozessfenstern, sofern Vorstufe, Druckform, Anilox-Konfiguration, Farbführung und Trocknung sorgfältig aufeinander abgestimmt sind. Dadurch können Textinhalte, Barcodes, Piktogramme und bildhafte Elemente zuverlässig auf Linerbahnen oder direkt auf Wellpappenbögen übertragen werden, ohne die mechanische Integrität der Wellenstruktur zu beeinträchtigen.

Definition: Was versteht man unter dem Rotationsdruck?

Der Begriff Rotationsdruck bezieht sich auf einen Endlosdruck, bei dem zylindrische Druckformen auf rotierenden Walzen (z. B. Gummituch, Polymerklischee) eingesetzt werden. Diese Druckplatte wird gleichmäßig mit Farbe versorgt und überträgt das Motiv in kontinuierlicher Bewegung auf das Substrat, etwa Linerbahnen oder direkt auf die Oberfläche des Wellpappe-Materials. Im Wellpappenbereich wird der Rotationsdruck typischerweise als Flexodruck in Rollen- oder Bogenführung eingesetzt. Die konstante Drehbewegung ermöglicht hohe Taktzahlen, kurze Rüst- und Wechselzeiten zwischen Wiederholungen sowie eine effiziente Produktion für mittlere bis große Auflagen. Häufig kommen Sleeve-Systeme, präzise Spannwerke und definierte Nip-Drücke zum Einsatz, um die Kompression der Welle zu minimieren.

Synonym werden im Kontext der Wellpappe auch Begriffe wie Rollendruck oder Endlosdruck verwendet. Abzugrenzen sind andere Rotationsverfahren wie Rollenoffset oder Tiefdruck, die je nach Material und Qualitätsanforderung ebenfalls vorkommen können, im Wellpappenumfeld jedoch seltener direkt auf der geformten Welle eingesetzt werden.

Geschichte und Entwicklung des Rotationsdrucks

Die Ursprünge des Rotationsdrucks gehen bis in das 19. Jahrhundert zurück, als Endlosdruckmaschinen insbesondere für Zeitungen und Magazine maßgeblich waren. Mit der Weiterentwicklung der Werkstoffe (Gummitücher, Fotopolymerplatten), der Farbtechnologie und der Antriebstechnik (Servoachsen, Registerregelungen) verlagerte sich der Einsatz auch in industrielle Anwendungsfelder jenseits des Verlagswesens. Für die Wellpappe wurde die Technologie durch zwei Entwicklungen praxistauglich: den Flexo-Preprint auf Rollenlinern, die anschließend mit der Wellpappe kaschiert oder im Wellpappenprozess verarbeitet werden, und den Flexo-Postprint als Direktdruck auf die bereits geformte Wellpappenbahn oder den Bogen. Kontinuierliche Verbesserungen bei Rasterwalzen, Trocknung und Bahnführung sorgten dafür, dass der Rotationsdruck heute ein etablierter Standard für kennzeichnungs- und gestaltungsintensive Anwendungen ist.

Aktuelle Fortschritte umfassen verfeinerte Oberflächen von Aniloxwalzen, präzisere Klischeematerialien mit optimierter Oberflächenenergie, geschlossene Farbkreisläufe mit konstanter Viskosität sowie kamera- und sensorbasierte Regelungen für Passer und Farbdichte. Diese Entwicklungen stärken die Prozessfähigkeit über unterschiedliche Papierqualitäten hinweg.

Verfahrensvarianten im Wellpappenkontext

Preprint (Rolle-zu-Rolle)

Beim Preprint wird das Motiv auf den Liner in der Rolle gedruckt. Der bedruckte Liner wird anschließend mit der Wellenbahn kombiniert. Vorteile sind eine hohe Druckqualität, gute Reproduzierbarkeit und stabile Trocknungsbedingungen. Preprint eignet sich für Designs mit feinen Verläufen, mehrstufigen Farbseparationen und größeren Auflagen. Durch definierte Bahnklimatisierung und konstante Zugspannung lassen sich weiche Tonwertabstufungen und gleichmäßige Vollflächen erzielen.

Postprint (Direktdruck)

Beim Postprint erfolgt der Druck direkt auf die Wellpappenbahn oder auf einzelne Bögen. Die Druckqualität hängt von der Wellengeometrie, der Papieroberfläche und der Verdichtung des Materials ab. Moderne Flexodruckwerke mit präziser Bahnspannung und geeigneter Anilox-Konfiguration liefern robuste Ergebnisse für Informationsdruck, Branding-Elemente und bildhafte Motive. Spezielle Klischeeunterlagen und reduzierte Andruckkräfte helfen, Kantenpressung und Verformung zu begrenzen.

Inline- und Offline-Konzepte

Rotationsdruckwerke können inline mit Schneid-, Rill- und Stanzaggregaten gekoppelt oder als eigenständige Druckmaschinen betrieben werden. Inline-Kombinationen reduzieren Durchlaufzeiten, während Offline-Lösungen mehr Flexibilität bei komplexen Motiven und Trocknungsanforderungen bieten. Die Wahl hängt von Losgröße, Motivwechselhäufigkeit, Rüststrategie und geforderter Veredelung ab.

Hybridkonzepte

Kombinationen aus Rotationsdruck mit Lackwerken, Siebmodulen für deckende Flächen oder digitalen Zusatzsystemen für variable Daten ermöglichen anforderungsgerechte Linienkonfigurationen, ohne den Grundprozess des Flexo-Rotationsdrucks zu verlassen.

Technische Komponenten und Prozessschritte

  • Druckform: Fotopolymerklischees oder Gummitücher, auf zylindrischen Trägern montiert; maßgeblich für Schärfe, Tonwertzuwachs und Kantenwiedergabe.
  • Anilox-/Rasterwalze: Dosiert die Farbmenge; Zellgeometrie und Linienzahl bestimmen Auflösung und Flächendeckung (z. B. mittlere bis hohe Linienzahlen für feine Details).
  • Farbwerk: Meist wasserbasierte Farben; Viskosität, Temperatur und pH-Wert werden prozessstabil gehalten.
  • Trocknung: Konvektion, Warmluft oder Infrarot (IR); angepasst an Substrat, Farbauftrag und Geschwindigkeit. UV-/EB-Systeme sind je nach Material und Anforderung ebenfalls möglich.
  • Bahnführung und Registerregelung: Sensorik für Passer, Bahnspannung und Rapporte; entscheidend für mehrfarbige Motive und variable Wiederholmaße.
  • Qualitätssicherung: Inline-Kameras, Dichte- und Farbmessung, Stichprobenprüfungen für Tonwert, Passer, Kantenpressung und Oberflächenwirkung.
  • Reinigung und Pflege: Automatisierte Waschsysteme, Partikelabsaugung und gepflegte Aniloxoberflächen sichern gleichbleibende Farbübertragung.
  • Klima- und Feuchtemanagement: Kontrollierte Luftfeuchte und Temperatur stabilisieren Papierdimensionen, reduzieren Planlagenprobleme und Passerschwankungen.

Besonders relevant ist eine konsistente Abstimmung zwischen Motiv, Rasterung und Abmessungen von Druckbild und Zuschnitt, um Registerfenster, Rilllinien und Stanzkonturen sicher zu berücksichtigen.

Zusätzlich sind tolerierte Schwankungen der Wellpappenstärke, die Laufrichtung des Liners sowie die Position der Rill- und Stanzwerkzeuge bei der Auslegung des Druckrasters zu berücksichtigen, um spätere Kollisionen mit Funktionsbereichen (Klebeflappen, Öffnungshilfen) zu vermeiden.

Farb- und Materialaspekte

Wellpappe ist ein saugfähiges, reliefgeprägtes Substrat. Daraus ergeben sich spezifische Anforderungen an Farbviskosität, Benetzung und Trocknung. Wasserbasierte Systeme sind verbreitet, weil sie gute Trocknungseigenschaften und geringe Geruchsentwicklung bieten. Deckweiß, Sonderfarben und Lacke werden zur Flächendeckung, zur Erhöhung von Kontrast und zum Schutz des Druckbildes eingesetzt. Die Papierqualität (Frischfaser- oder Recyclinganteil, Vorstrich, Glätte) beeinflusst Auflösung, Punktzuwachs und Farbertrag. Durch geeignete Vorbehandlung und optimierte Druckkennlinien lassen sich stabile Ergebnisse erzielen.

Für farbmetrisch reproduzierbare Ergebnisse sind definierte Tonwertkurven, regelmäßige Anilox-Prüfungen und standardisierte Abmusterungsbedingungen wichtig. Migrationsarme Systeme und geruchsreduzierte Formulierungen sind relevant, wenn Verpackungen für sensible Anwendungen vorgesehen sind.

Qualitätskennzahlen und typische Parameter

  • Auflösung und Raster: Im Direktdruck auf Wellpappe häufig mittlere Linienzahlen; Preprint erlaubt feinere Raster und weichere Verläufe.
  • Tonwertzuwachs: Abhängig von Papier, Druckform und Anilox; linearisierte Kennlinien sichern reproduzierbare Farbwirkung.
  • Passer-/Registergenauigkeit: Wesentlich für mehrfarbige Motive und feine Linien; moderne Regelungen minimieren Abweichungen auch bei hohen Geschwindigkeiten.
  • Flächendeckung: Gleichmäßige Vollflächen erfordern passende Zellvolumina und stabile Viskosität, um Wolkigkeit zu vermeiden.
  • Kantenpressung und Kompression: Die mechanische Belastung darf die Wellenstruktur nicht beeinträchtigen; angepasster Anpressdruck ist entscheidend.
  • Farbmetrische Stabilität: ΔE-Werte und Dichten sollten innerhalb definierter Toleranzen gehalten werden; spektrale Messungen unterstützen die Regelung.
  • Oberflächengüte: Substratrauheit und Vorstrichgrad beeinflussen Punktform, Kantenabfall und Glanz.

Anwendungsbereiche im Wellpappenkontext

Die Anwendung des Rotationsdrucks in der Wellpappenindustrie ist aus mehreren Gründen weit verbreitet. Zum einen ermöglicht die Technologie eine schnelle und effiziente Produktion, die für Unternehmen mit hohen Produktionsvolumen vorteilhaft ist. Darüber hinaus gewährleistet der Rotationsdruck eine gleichbleibende Druckqualität, die auch bei großen Auflagen stabil bleibt. Schließlich bietet er die Flexibilität, eine Vielzahl von Designs, Kennzeichnungen und Musterflächen auf die Wellpappe zu drucken, was die Produktvielfalt und das individuelle Erscheinungsbild erhöht. Ergänzend lassen sich variable Daten über nachgelagerte Prozesse oder hybride Module einbinden, ohne den Grundprozess zu verändern.

Beispiele aus der Praxis

  • Transport- und Lagereinheiten mit eindeutiger Produktkennzeichnung, Barcodes und Piktogrammen.
  • Handels- und Regalkartons mit markanten Logoelementen, Farbflächen und Informationsfeldern.
  • Mehrsprachige Packmittel für internationale Lieferketten mit variablen Text- und Symbolanteilen.
  • Aktions- und Saisondarstellungen, die in wiederkehrenden Zyklen mit gleichbleibenden Parametern produziert werden.
  • Verpackungen mit Funktionshinweisen, Handlingsymbolen und Chargeninformationen für rückverfolgbare Prozesse.
  • Displays und Shelf-Ready-Verpackungen, bei denen Farbkonstanz und klare Kantenführung die Erkennbarkeit am POS unterstützen.

Vor- und Nachteile des Rotationsdrucks

Die Vorteile des Rotationsdrucks liegen besonders in seiner Geschwindigkeit und Qualität. Durch die hohe Druckgeschwindigkeit sind große Produktionsmengen in kurzer Zeit möglich. Die konsequente Qualität und hohe Detailgenauigkeit macht den Druck von komplexen Designs möglich. Allerdings kann der Rotationsdruck bei kleineren Auflagen hinsichtlich der Kosten weniger effektiv sein. Darüber hinaus können die Kosten für die Einrichtung von Rotationsdruckmaschinen für Unternehmen, die nur gelegentlich Druckaufträge haben, relativ hoch sein.

  • Stärken: Hoher Ausstoß, prozessstabile Wiederholbarkeit, präzise Registerführung, breites Materialspektrum, kombinierbar mit Lackierung.
  • Grenzen: Rüstaufwand und Klischeokosten, Anforderungen an Papierqualität und Planlage, potenzieller Tonwertzuwachs auf raueren Flächen.
  • Wirtschaftlichkeit: Vorteilhaft ab mittleren bis hohen Auflagen; bei häufigen Motivwechseln sind Rüstzeiten ein relevanter Faktor.
  • Energie- und Ressourcenbedarf: Trocknung und Luftführung erfordern abgestimmte Energieeinsätze; optimierte Prozesse senken Makulatur.

Abgrenzung zu anderen Druckverfahren

  • Bogenoffset/Litho-Laminierung: Sehr hohe Bildfeinheit, aber zusätzlicher Kaschierprozess; sinnvoll für besonders anspruchsvolle Bildmotive.
  • Digitaldruck (Rolle/Bogen): Flexibel bei Kleinserien und variablen Daten; bei großen Auflagen kann der Rotationsdruck Kostenvorteile bieten.
  • Tiefdruck/Rollenoffset: Für sehr lange Auflagen mit gleichbleibenden Motiven; Investitions- und Vorstufenkosten sind zu berücksichtigen.
  • Siebdruck (modular): Eignet sich für deckende Flächen oder Speziallacke; im Wellpappenumfeld häufig als Ergänzung zu Flexo-Linien.

Planung und praxisnahe Hinweise

  • Motivgestaltung an Material und Raster anpassen (Linienstärken, Negativtexte, Vollflächenanteile berücksichtigen).
  • Farb- und Lackauswahl auf Saugfähigkeit und Trocknung abstimmen; Prozessparameter überwachen.
  • Passerfenster, Rilllinien und Stanzkonturen frühzeitig in die Gestaltung integrieren.
  • Profilierung und Standardisierung (z. B. Hauskennlinien, Farbrezepturen) sichern die Reproduzierbarkeit über Chargen.
  • Vorstufenprüfung mit Prüffeldern und Andruckmustern unterstützt die Absicherung von Tonwerten, Dichten und Graubalance.
  • Regelmäßige Wartung von Anilox, Klischees und Bahnführung minimiert Schwankungen und sichert die Prozessfähigkeit.

Daten- und Vorstufenmanagement

Für konsistente Ergebnisse sind sauber separierte Daten, geeignete Rasterwinkelungen, korrekte Überfüllungen sowie definierte Tonwertzunahmen entscheidend. Prüfkeile und Kontrollstreifen auf der Bahn erleichtern die laufende Überwachung, während verlässliche Archivierung und Wiederverwendungsstrategien die Reproduzierbarkeit über Auflagen und Zeiträume hinweg unterstützen.

Fehlerbilder und Abhilfe

Typische Abweichungen umfassen Wolkigkeit in Vollflächen, Sägezahnkanten bei Schriften, Passerdrift durch Spannungsschwankungen und ungleichmäßige Farbdichte. Gegenmaßnahmen reichen von der Anpassung des Anilox-Volumens über die Optimierung der Viskosität und Temperaturführung bis hin zur Entkopplung kritischer Registerstellen oder der Verwendung geeigneter Unterlagenmaterialien.

Zusammenfassung:

  • Der Rotationsdruck ermöglicht eine hohe Druckgeschwindigkeit, was ideal für Großserien ist, etwa bei der Produktion von Wellpappenverpackungen.
  • Diese Methode eignet sich besonders für den Druck auf flexiblen Materialien, was die Anwendungsmöglichkeiten auf Wellpappe erweitert.
  • Die Qualität des Drucks ist bedingt durch die hochmoderne Technik des Rotationsdrucks sehr hoch, was zu einer optimalen Präsentation der Verpackungen führt.
  • Im Preprint lassen sich feinere Raster und weiche Verläufe realisieren, während Postprint robuste Direktdrucke auf Wellpappenbögen ermöglicht.
  • Wirtschaftlich vorteilhaft ist der Rotationsdruck vor allem bei mittleren bis großen Auflagen mit wiederkehrenden Motiven.
  • Eine sorgfältige Abstimmung von Druckform, Anilox, Farbe und Trocknung ist grundlegend für stabile Ergebnisse.
  • Frühe Berücksichtigung von Rill- und Stanzbereichen verbessert Passerqualität und reduziert Ausschuss.
  • Standardisierte Prüfungen, klare Toleranzen und konsequente Wartung sichern die Reproduzierbarkeit in der Serienfertigung.

Veröffentlicht am 20.06.2024
Letzte Überarbeitung am 24.11.2025 um 10:53 Uhr von Sebastian Würth

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