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Schlaufenetiketten

In der Entwicklung, Produktion und im Handling von Verpackungen ist der Einsatz verschiedener Etikettenformen üblich. Dazu zählen besonders Schlaufenetiketten, die sowohl im Bereich der Kartonagen als auch speziell im Sektor der Wellpappe-Verpackungen eine wichtige Rolle spielen. Sie fungieren als praktische Informationsträger und sind in Logistik, Lagerhaltung und Produktpräsentation gleichermaßen relevant, weil sie sich ohne Kleberkontakt mit dem Packgut anbringen und rückstandsfrei wieder entfernen lassen.

Durch ihre flexible Befestigungsart eignen sich Schlaufenetiketten für sehr unterschiedliche Geometrien und Oberflächen, ohne die Kartonoberfläche oder die Wellpappe zu beeinträchtigen. In der Praxis unterstützen sie eine strukturierte Kennzeichnung entlang der gesamten Versorgungskette – von Wareneingang und Kommissionierung über Zwischenlagerung bis hin zur Auslieferung und Retourenabwicklung.

Definition: Was versteht man unter Schlaufenetiketten?

Die Betrachtung von Schlaufenetiketten ist für Unternehmen im Verpackungssektor ein wesentlicher Baustein der Kennzeichnungsstrategie. Dabei handelt es sich um Etiketten, die nicht direkt auf das Produkt oder die Verpackung geklebt werden. Stattdessen werden sie um einen Teil des Produktes oder der Verpackung gelegt und an den Enden miteinander verbunden, sodass eine Schlaufe entsteht – daher die Bezeichnung „Schlaufenetiketten“.

Im engeren Sinne sind Schlaufenetiketten nicht- oder teilklebende Kennzeichnungselemente, die über einen Klebepunkt, eine Klebelasche oder eine mechanische Verbindung (z. B. Schlitz-Rastung) geschlossen werden. Sie hinterlassen keine Kleberückstände am Packgut, sind wieder entfernbar und eignen sich für empfindliche Oberflächen. Typische Materialien sind Papier, Karton, PE- oder PP-Folie sowie faserbasierte Spezialsubstrate mit erhöhter Reißfestigkeit. Je nach Anwendungsfall variieren Materialdicken, Reiß- und Weiterreißfestigkeit, Temperaturbeständigkeit und die Beständigkeit gegenüber Feuchte, Öl oder Chemikalien.

Abzugrenzen sind Schlaufenetiketten von hängenden Anhängeetiketten mit Faden oder Kabelbinder: Schlaufenetiketten bilden die Verbindung in sich selbst und benötigen keine zusätzlichen Verbindungsmittel. Gegenüber Banderolen sind sie in der Regel schmaler und primär auf Informationsübermittlung statt auf Umreifung oder Stabilisierung ausgelegt.

Anwendungsgebiete der Schlaufenetiketten

Die vielfältige Nutzung von Schlaufenetiketten findet sowohl in der Produktkennzeichnung als auch in der Logistik breite Anwendung. Sie werden häufig für Produkte verwendet, bei denen eine direkte Etikettierung nicht möglich oder erwünscht ist. Beispiele dafür sind Pflanzen, Kabel oder Textilien. Zudem bieten sie mit ihrem Format genügend Raum für Informationen wie das Firmenlogo, den Produktnamen, den Preis oder den Barcode. Auch Hinweise zu Handling, Sicherheit, Entsorgung oder zur Rückverfolgbarkeit (Traceability) lassen sich strukturiert abbilden.

Darüber hinaus werden Schlaufenetiketten für Schläuche, Profile, Stangenware, Möbelteile, Werkzeuggriffe, Kofferhandhaben, Musterkollektionen, Miet- und Mehrwegbehälter sowie gebündelte Waren eingesetzt. In intralogistischen Prozessen kennzeichnen sie Wareneingang, Kommissionierung, Zwischenlagerung, Cross-Docking und Inventur. In Verbindung mit Wellpappe-Verpackungen lassen sie sich an Grifföffnungen, Umreifungen oder Ausstanzungen befestigen, ohne die Kartonoberfläche zu beschädigen. Bei E-Commerce-Versandverpackungen unterstützen sie zudem die temporäre Zusatzkennzeichnung, etwa bei Aktionsware, Retouren oder Mehrsprachigkeit.

  • Informationsinhalte: Klartextdaten (Artikelnummer, Charge, Los, Haltbarkeit), Codes (EAN/UPC, Code 128, DataMatrix, QR), Piktogramme, Handling- und Sicherheitshinweise.
  • Umgebungsbedingungen: Für feuchte, kalte oder UV-exponierte Bereiche kommen witterungsbeständige Folien und abriebfeste Drucke zum Einsatz.
  • Rückführungsprozesse: Wiederverwendbare Behälter und Bauteile können rückstandsfrei neu gekennzeichnet werden.
  • Branchenbesonderheiten: In Automotive, Maschinenbau, Textil- und Gartenbau greifen spezifische Farbcodes, Materialanforderungen und Prüfkennzeichen.
  • Logistische Schnittstellen: Lesbarkeit an Fördertechnik, Scanzonen in Kommissionierbereichen und Palettierprozessen berücksichtigen.

Praxisbeispiele

  • Baumschulen: Pflanzenetiketten mit Pflegehinweisen und Preisangabe.
  • Elektrotechnik: Kennzeichnung von Kabelbäumen und Leitungen ohne Verkleben.
  • Textilwirtschaft: Temporäre Auszeichnung von Konfektion, Teppichmustern und Heimtextilien.
  • Handel/Versand: Zusatzinfos an Tragegriffen von Kartonagen oder Umreifungsbändern.
  • Automotive/Industrie: Kennzeichnung von KLT-Warenträgern, Leergut und Baugruppen.
  • Lebensmittel-Distribution: Mehrwegkisten und Gebindebänder mit Chargen- und Datumsangaben.
  • Bau/Handwerk: Bündelkennzeichnung von Profilen, Leisten, Rohren und Bewehrungsstahl.

Herstellungsprozess der Schlaufenetiketten

Detailliert ausgearbeitet ist auch der Fertigungsprozess dieser Etikettenvarianten. Die Produktion von Schlaufenetiketten erfolgt auf geeigneten Druck- und Weiterverarbeitungsanlagen, die sowohl den Druck als auch das Anbringen von Klebefeldern sowie das Schneiden und Stanzen in die gewünschte Länge und Form ermöglichen. Schlaufenetiketten sind in verschiedenen Materialausführungen erhältlich, typischerweise aus Papier, Kunststofffolien (PE/PP) oder faserverstärkten Substraten mit hoher Reißfestigkeit.

Je nach Anforderung kommen Flexo-, Digital-, Thermotransfer- oder Inkjetdruck zum Einsatz. Nach dem Druck folgen Stanzen, Rillen und optional eine Perforation für Abreißabschnitte (z. B. Belege, Prüfabschnitte). Die Klebetechnik reicht von punktuellen Hotmelt-Klebefeldern über ablösbare Kautschuksysteme bis hin zu mechanischen Verriegelungen ohne Klebstoff. Konfektioniert wird als Rollenware, Leporello oder Einzeletikett, abgestimmt auf manuelle oder halbautomatische Applikation. Ergänzend können Schutzlacke, Laminierungen oder variable Datendrucke (Serialisierung, Chargen, Datamatrix) integriert werden.

Qualitätssicherung umfasst Tests zur Abriebfestigkeit, Haftkraft der Klebelasche, Reißfestigkeit des Trägermaterials, Lesbarkeit von Codes, Temperatur- und Feuchtebeständigkeit. Für sensible Anwendungen sind material- und farbseitige Konformitäten (z. B. lebensmittelnahe Umfelder, REACH) zu beachten. Zusätzlich relevant sind Prüfungen nach gängigen Richtlinien (z. B. FINAT-Methoden für Haft- und Trenneigenschaften) sowie Praxis-Checks an Originalverpackungen aus Wellpappe, um Kanten, Stanzungen und Grifföffnungen realitätsnah zu berücksichtigen.

Für eine reibungslose Verarbeitung sollten Wickelrichtung, Kerndurchmesser, Rollendurchmesser und Etikettenbahn (Nutzbreite, Stegbreiten) mit den eingesetzten Spendegeräten oder Arbeitsplätzen abgestimmt werden. Bei farbkodierten Serien erleichtern definierte Farbfelder oder Indexmarken die sichere Zuordnung in Kommissionier- und Packbereichen.

Auswahlkriterien und Dimensionierung

Für eine passende Auslegung sind Materialstärke, Flexibilität, Verschlussart, Druckbild, Temperaturbereich und die geforderte Lebensdauer zu berücksichtigen. Ebenso relevant sind die Länge der Schlaufe, die Breite (Beschriftungsfläche), die Position der Klebelasche sowie eventuelle Zusatzfelder für Barcodes oder Abreißcoupons. Weiterführende Planungshilfen bieten praxisrelevante Informationen zu Abmessungen und Formatangaben, insbesondere wenn Schlaufenetiketten an Grifföffnungen, Bünden oder Umreifungen geführt werden.

  • Materialwahl: Papier für trockene Innenbereiche; PP/PE oder faserverstärkte Substrate für feuchte, ölhaltige oder stark beanspruchte Umgebungen.
  • Verschluss: Klebelasche für schnelle Anwendung; mechanische Schlaufe, wenn Klebstoffe unerwünscht sind.
  • Druck/Design: Hoher Kontrast und matte Oberflächen verbessern die Scannbarkeit; ausreichender Weißrand um Barcodes.
  • Prozesskompatibilität: Format passend zu manueller Applikation, Handschuhbedienung oder Spendegeräten wählen.
  • Schlaufenweite: Ausreichende Überlappung (typisch 15–30 mm) einplanen; Toleranzen für Fertigung und Anwendung berücksichtigen.
  • Kontakt mit Wellpappe: Kantenradien, Stanzgrat und Reibung beachten, um Abrieb zu vermeiden und die Lesbarkeit zu sichern.
  • Nachhaltigkeit: Monomaterial-Ansätze und recyclingfreundliche Farben bevorzugen; Wiederverwendung in Mehrwegzyklen evaluieren.

Für die Dimensionierung hat sich folgende Faustformel bewährt: Schlaufenlänge = Umfang des Anlegeobjekts + Überlappung + Toleranz. Bei rechteckigen Grifföffnungen sollte zusätzlich der Kantenradius einbezogen werden. Die Etikettenbreite richtet sich nach Informationsdichte, erforderlicher Schriftgröße sowie der Mindestgröße für Barcodes inklusive Ruhezonen.

Vor- und Nachteile von Schlaufenetiketten

Jede Produktwahl ist von einer individuellen Nutzenbewertung geprägt, so auch die der Schlaufenetiketten im Kontext der Wellpappe-Verpackungen. Zu den Vorteilen dieser Etikettenform zählen vor allem die hohe Flexibilität bei der Anbringung und die Möglichkeit, ausführliche Produktinformationen auf dem Etikett zu platzieren. Ferner sind ihre Langlebigkeit und Robustheit hervorzuheben. Allerdings bringen sie auch einige Nachteile mit sich. So kann das Anbringen der Etiketten je nach Produkt und Verpackung aufwendig sein, und es besteht die Gefahr, dass die Etiketten unfachgemäß angebracht werden. Zudem können die Kosten für die Etiketten, insbesondere wenn sie in großen Mengen benötigt werden, ins Gewicht fallen. In automatisierten Anlagen sind zudem mögliche Störkanten und Scanwinkel zu berücksichtigen.

  • Vorteile: rückstandsfreie Kennzeichnung, geeignet für unbenetzbare oder strukturierte Oberflächen, wieder entfernbar, große Beschriftungsfläche für Klartext und Codes, gute Sichtbarkeit an Griffen und Bünden.
  • Nachteile: manueller Aufwand, Risiko des Verrutschens bei zu lockerer Schlaufe, potenzielle Störkante in automatisierten Anlagen, Stückkosten über klassischen Haftetiketten.
  • Risikominderung: klare Anlegeanweisungen, geeignete Bandbreiten und Längen, robuste Materialien, definierte Toleranzen für Schlaufenweite.
  • Ergonomie/Prozess: Arbeitsanweisungen bebildern, Hilfswerkzeuge (Lehren) nutzen, Prüfschritte für Lesbarkeit und Halt einführen.
  • Datenqualität: Barcode-Prüfung (z. B. ISO/IEC-Klassen), Plausibilitätschecks und eindeutige Feldbezeichnungen sicherstellen.

Best Practices für die Anwendung

  • Schlaufe eng, aber nicht quetschend schließen; Lesebereich nach außen ausrichten.
  • Barcodes parallel zur erwarteten Scanrichtung platzieren; ausreichenden Ruhebereich einplanen.
  • Material und Druck auf Einsatzumgebung (Temperatur, Feuchte, UV) abstimmen.
  • Prüffelder für Datum, Los und Unterschrift vorsehen, wenn manuelle Ergänzungen notwendig sind.
  • Vorab Muster an Originalverpackungen aus Wellpappe testen; Grifföffnungen, Stanzungen und Umreifungen einbeziehen.
  • Variablen Datendruck validieren (Inhalt, Position, Kontrast) und Wiederholgenauigkeit überwachen.
  • Richtige Wickelrichtung und Rollenspezifikation für Spendegeräte definieren; eindeutige Artikel- und Chargenkennzeichnung verwenden.

Zusammenfassung:

  • Schlaufenetiketten sind pragmatische, bedruckbare Identifizierungselemente und eignen sich hervorragend für Produkte und Verpackungen aus Wellpappe.
  • Durch ihre flexible Anpassungsfähigkeit sind Schlaufenetiketten eine effiziente Lösung für Unternehmen, um Informationen wie Produktname, Herkunft oder Inhaltsstoffe auf den Verpackungen aus Wellpappe darzustellen.
  • Da Schlaufenetiketten um die Verpackung oder das Produkt herum befestigt werden, bieten sie eine hohe Sichtbarkeit und erhöhen damit die Wahrnehmung der Marke und des Produkts.
  • Bei Auswahl und Dimensionierung sind Material, Schlaufenweite, Überlappung und Lesbarkeit zentral; Tests an Originalverpackungen sichern die Praxistauglichkeit.
  • Im Zusammenspiel mit Kartonagen und Wellpappe ermöglichen sie eine rückstandsfreie, wieder entfern- und erneuerbare Kennzeichnung entlang der gesamten Prozesskette.

Veröffentlicht am 04.06.2024
Letzte Überarbeitung am 08.10.2025 um 11:43 Uhr von Sebastian Würth

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