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Wickelfolie
Im breiten Spektrum der Verpackungsindustrie und insbesondere in Verbindung mit Wellpappe erleben wir eine Schlüsselrolle der Wickelfolie. Als umfassendes und vielseitiges Verpackungsmaterial spielt die Wickelfolie eine wichtige Funktion im Schutz und der Sicherheit von Gütern während des Transports und der Lagerung. Mit ihrer Flexibilität und Festigkeit bietet die Wickelfolie einen beträchtlichen Schutz für Produkte aller Größen sowie Formen. Sie dient zur Stabilisierung kompletter Ladeeinheiten, zum sicheren Bündeln einzelner Packstücke und als Barriere gegen Staub, Spritzwasser und Abrieb. Durch die transparente oder gefärbte Ausführung lassen sich zudem Inhalte sichtbar halten oder gezielt kennzeichnen, ohne zusätzliche Etikettierung. In der Praxis unterstützt Wickelfolie die Ladungssicherung von Wellpappkartons, reduziert Relativbewegungen innerhalb der Einheit und minimiert so Transportschäden. Zudem ermöglicht sie das effiziente Handling in der Intralogistik, etwa beim Kommissionieren, Cross-Docking oder in E-Commerce-Prozessen mit heterogenen Packstücken.
Definition: Was versteht man unter Wickelfolie?
Wickelfolie bezieht sich auf ein dehnbares Kunststoffmaterial, hauptsächlich aus Polyethylen niedriger Dichte, das zum Verpacken und Schützen von Produkten verwendet wird. Meistens wird sie um Artikel gewickelt und gestreckt, um sie zusammenzuhalten und vor Staub, Feuchtigkeit und Beschädigungen zu schützen. Sie kommt vor allem in den Bereichen Palettenverpackung und Frachtverpackung zum Einsatz. Technisch handelt es sich häufig um LLDPE- oder mLLDPE-basierte Folien mit definierter Dehnfähigkeit, Rückstellkraft (Haltekraft) und einer oder zwei klebenden Oberflächen (Cling), die entweder innen, außen oder beidseitig anliegen. Übliche Stärken bewegen sich im Bereich sehr dünner, hochvorgestreckter Qualitäten bis hin zu robusteren Varianten für schwerere Lasten; erhältlich sind klare, opake und farbige Folien sowie gelochte Ausführungen für belüftungssensible Güter. Neben der Materialbasis unterscheiden sich Wickelfolien auch hinsichtlich des Herstellverfahrens (gegossene Cast-Folie oder geblasene Blown-Folie), des Schichtaufbaus (mehrlagige Co-Extrusion, optional mit Mikroschichten), der Haftformulierung sowie der Oberflächencharakteristik. Typische Rollenspezifikationen sind Bahnbreiten von etwa 450 bis 500 mm bei Handrollen und 500 mm bei Maschinenrollen, verschiedene Kerndurchmesser und praxisgerechte Lauflängen, die auf Prozessgeschwindigkeit und Handling ausgelegt sind. Weitere gebräuchliche Bezeichnungen sind Stretchfolie, Stretchfilm oder Dehnfolie.
Typen und Ausführungen der Wickelfolie
- Handstretchfolie: Für manuelles Wickeln mit Abrollgeräten; geeignet für kleinere Serien, wechselnde Formate und punktuelle Sicherungsaufgaben.
- Maschinenstretchfolie: Für halb- und vollautomatische Wickler; konstante Vorspannung, reproduzierbare Qualität und hohe Prozesssicherheit bei größeren Mengen.
- Pre-Stretch-Folie: Bereits vorgedehnt, besonders materialsparend, mit hoher Haltekraft bei geringem Eigengewicht.
- Mini-Stretch/Bündelfolie: Schmale Rollenbreiten für das Fixieren kleinerer Einheiten, Kantenschutz oder das Bündeln von Langgut.
- Kernlose oder kernarme Varianten: Verringern Abfall durch den Verzicht auf schwere Hülsen, erleichtern die Entsorgung.
- Hochleistungs- bzw. Powerstretchfolien: Für hohe Vordehnungen und konstante Haltekräfte bei anspruchsvoller Ladungssicherung.
- Belüftungs- bzw. gelochte Stretchfolien: Ermöglichen Luftaustausch bei feuchte- oder wärmesensiblen Gütern.
- Oberflächen-optimierte Ausführungen: Geräuscharmes Abrollen, definierte Außenreibung oder reduzierte Außenhaftung zur Minimierung von Verklebungen zwischen Paletten.
Wesentliche Materialeigenschaften
- Dehnbarkeit und Rückstellkraft: Bestimmen, wie stark die Folie vorgedehnt werden kann und wie gut sie die Ladeeinheit zusammenhält.
- Durchstoß- und Reißfestigkeit: Relevant bei kantigen Packgütern, bei wechselnden Temperaturen und dynamischen Belastungen.
- Cling/Haftung: Einseitig oder beidseitig; beeinflusst Haftung zwischen den Lagen und das Wickelverhalten.
- Gleitreibwert: Wichtig für das Zusammenspiel mit Kartonoberflächen und für die Transportsicherheit.
- Optik und Funktion: Transparent für Sichtkontrolle, opak für Sichtschutz; optional UV-Stabilisierung für Außenlagerung.
- Neck-In-Verhalten: Verjüngung der Folienbahn bei hoher Dehnung; beeinflusst Überlappung und Kantenabdeckung.
- Schichtaufbau: Mehrlagige Co-Ex-Folien ermöglichen eine gezielte Kombination aus Haltekraft, Puncture-Resistenz und definierter Außenlage.
- Rollen- und Kernmaße: Breite, Kerndurchmesser und Rollengewicht wirken sich auf Ergonomie, Maschinenkompatibilität und Abrollverhalten aus.
Die Anwendung von Wickelfolie in der Verpackungsindustrie
Die Wickelfolie zeigt eine weitreichende Anwendung in der Verpackungsindustrie. Da sie aus dehnbarem Kunststoff besteht, kann sie sich an die Form des zu verpackenden Produkts oder Containers anpassen und eine sichere, eng anliegende und wasserabweisende Verpackung bieten. Ihre Verwendung sorgt für erhöhte Stabilität von Paletten während des Transports und schützt gleichzeitig vor Staub und Feuchtigkeit. Darüber hinaus erschwert die Anwendung von Wickelfolie den unbefugten Zugriff und dient somit als Sicherheitsmaßnahme. In der Praxis umfasst dies die Sicherung kompletter Ladeeinheiten mit Wellpappkartons, das Bündeln von Einzelkartons, die Fixierung von Innenverpackungen sowie das partielle Umschlagen zur Kantenverstärkung. Je nach Ware, Palettentyp und Reibpaarung (Folie zu Karton, Folie zu Folie) werden unterschiedliche Wickelschemata und Vorspannungen gewählt, um ein stabiles, reproduzierbares Ergebnis zu erzielen.
Typische Wickelschemata sind Kreuz- und Helixwicklungen mit definiertem Überlappungsgrad, häufig ergänzt durch eine Fuß- und Kopfwicklung zur Fixierung an der Palette oder am untersten Karton. Für schwere oder kantige Güter empfiehlt sich der Einsatz robusterer Folienstärken oder eine zusätzliche Pufferung scharfer Kanten, um Folienrisse zu vermeiden. Ergänzend sind Lösungen hilfreich, die die Ladungssicherung unterstützen, etwa Paletten stabilisieren und Kanten zuverlässig schützen. Ebenso können Antirutsch-Zwischenlagen aus Papier oder Wellpappe die Reibung erhöhen und den Bedarf an Wickelrunden reduzieren. Bei sortenreinen, gleichförmigen Packbildern ist eine standardisierte Wickelstrategie mit dokumentierten Parametern besonders sinnvoll.
Handhabung, Ergonomie und Sicherheit
- Bei manueller Anwendung Abrollgeräte verwenden, um gleichmäßige Vorspannung und sauberes Abrollen zu gewährleisten.
- Schnittschutzhandschuhe und sichere Schneidwerkzeuge nutzen, um Verletzungen beim Abtrennen der Folie zu vermeiden.
- Auf trittsicheren Stand achten; Folienbahnen nicht als Stolperfallen am Boden liegen lassen.
- Maschinenparameter (Vordehnung, Bremsmoment, Wickelrunden) dokumentieren, um reproduzierbare Ladeeinheitenqualität zu erzielen.
- Rollenwechsel ergonomisch gestalten (Gewicht, Greifhöhe), um körperliche Belastungen zu reduzieren.
- Verarbeitung in sauberer Umgebung; Staub und scharfkantige Störkörper vor dem Wickeln entfernen, um Einrisse zu vermeiden.
- Auf geeignete Umgebungstemperaturen achten, da sehr niedrige Temperaturen Haftung und Elastizität beeinflussen können.
Umweltaspekte rund um die Wickelfolie
Da die Bedenken hinsichtlich der Umweltauswirkungen von Kunststoffprodukten steigen, rückt auch die Umweltverträglichkeit der Wickelfolie in den Fokus. Bei der Auswahl sollten Unternehmen auf wiederverwendbare, recycelbare oder aus recyceltem Material hergestellte Folien achten. Mehrere Hersteller bieten mittlerweile umweltfreundlichere Optionen an, um den Anforderungen des nachhaltigen Verpackens gerecht zu werden. In der Praxis helfen Maßnahmen wie die Optimierung der Vordehnung, die Reduktion der Foliendicke bei gleichbleibender Haltekraft, der Einsatz von Rezyklatanteilen (PCR) sowie kernlose Systeme, den Materialeinsatz pro Ladeeinheit zu senken.
Für eine sortenreine Wiederverwertung ist die getrennte Erfassung von Folienresten (typischerweise LDPE) wichtig; Verschmutzungen durch Etiketten, Bänder oder organische Rückstände sollten vermieden werden. Eine ausgewogene Betrachtung von Produktschutz und Materialverbrauch ist zentral: Eine intakte Ladeeinheit verhindert Transportschäden und vermeidet im Zweifel ein Vielfaches an Ressourcenverlust gegenüber einer minimal höheren Folienmenge. Zudem unterstützt eine eindeutige Materialkennzeichnung (z. B. PE-LD) die Zuordnung im Recyclingprozess. Die Kombination aus Prozessoptimierung, vorausschauender Materialwahl und Schulung der Mitarbeitenden stärkt die Ressourceneffizienz über den gesamten Lebenszyklus.
Vor- und Nachteile von Wickelfolie
Zu den Vorteilen der Wickelfolien zählen ihre Flexibilität, die Möglichkeit zur sicheren Verpackung verschiedener Produkte unterschiedlicher Größen und Formen sowie der Schutz vor externen Einflüssen wie Staub und Feuchtigkeit. Wickelfolien sind zudem kostengünstig und bieten einen unschätzbaren Wert für die Lager- und Transporteffizienz. Jedoch gibt es auch einige Nachteile. Die Umweltauswirkungen von Kunststoffprodukten sind ein wachsendes globales Problem. Obwohl viele Unternehmen nachhaltigere Alternativen suchen, stellen sich ökologische Herausforderungen, wie die Entsorgung und das Recycling von Wickelfolien, noch immer als Hürde dar.
- Vorteile: Hohe Anpassungsfähigkeit, geringes Eigengewicht, schnelle Anwendung, transparenter Sichtschutz oder gezielte Farbkennzeichnung, gute Kompatibilität mit Kartonagen aus Wellpappe.
- Nachteile: Potenzielle Folienrisse an scharfen Kanten, statische Aufladung, Abhängigkeit von korrekter Vorspannung, Entsorgungs- und Recyclingaufwand, mögliche Beeinflussung der Atmungsaktivität verpackter Güter.
- Weitere Vorteile: Skalierbar von Einzelverpackungen bis zu kompletten Ladeeinheiten, standardisierbar im Maschinenprozess, kombinierbar mit Kantenschutzprofilen.
- Weitere Nachteile: Bei falscher Haftseite oder zu hohen Reibwerten kann es zu Verklebungen zwischen Paletten kommen; ungeeignete Lagerbedingungen verkürzen die Gebrauchsdauer der Rollen.
Häufige Fehler und deren Vermeidung
- Zu geringe Vorspannung: Führt zu unzureichender Haltekraft; Parameter anpassen oder vorgedehnte Folie einsetzen.
- Überdehnung: Verursacht Neck-In und reduzierte Durchstoßfestigkeit; auf spezifizierten Dehnbereich achten.
- Fehlende Kantenpolsterung: Schutzprofile oder zusätzliche Polsterlagen einplanen, um Einreißen zu vermeiden.
- Ungeeignete Folienstärke: Stärke und Qualität an Gewicht, Kantenbeschaffenheit und Transportweg ausrichten.
- Uneinheitliche Wickeltechnik: Wickelschemata standardisieren und dokumentieren; Mitarbeiter schulen.
- Falsche Haftseite: Haftseite außen kann zu ungewolltem Anhaften an Nachbarpaletten führen; Produktspezifikation prüfen.
- Unzureichender Überlappungsgrad: Lücken im Wickelbild mindern die Haltekraft; Überlappung und Wickelrunden an die Ladungsgeometrie anpassen.
- Ungeeignete Umgebung: Sehr kalte oder verschmutzte Umgebungen erschweren konstante Wickelergebnisse; Vorbereitung der Ladeeinheit verbessert die Qualität.
Technische Kennzahlen und Praxiswerte
- Folienstärken: Von sehr dünnen Qualitäten für leichte Einheiten bis zu stärkeren Varianten für hohe Belastungen.
- Vordehnung: Je nach Folie und Maschine typischerweise im Bereich moderater bis hoher Prozentsätze; auf Herstellerangaben achten.
- Haltekraft: Abhängig von Material, Dehnung und Wickelrunden; im Zusammenspiel mit Oberflächen (z. B. Karton) bewerten.
- Temperatur- und UV-Beständigkeit: Für Außenlagerung oder längere Transportzeiten geeignete Ausführungen wählen.
- Rollenbreiten und -gewichte: Handrollen häufig im Bereich 450–500 mm, Maschinenrollen meist 500 mm; Rollengewichte an Ergonomie und Wickeltechnik ausrichten.
- Kernabmessungen: Gängige Kerndurchmesser für Hand- und Maschinenanwendungen; Kompatibilität mit Abroll- und Wickelsystemen sicherstellen.
- Rezyklatanteile: Einsatz von Post-Consumer-Rezyklaten möglich; Auswirkungen auf Optik und mechanische Kennwerte berücksichtigen.
Abgrenzung: Wickelfolie und Schrumpffolie
Wickelfolie stabilisiert Güter primär über Dehnung und Rückstellkräfte, während Schrumpffolie durch Wärmeeinwirkung schrumpft und sich formschlüssig anlegt. Für Wellpappverpackungen bietet Wickelfolie den Vorteil eines kalten, schnellen Prozesses ohne zusätzliche Wärmequelle. Schrumpfanwendungen sind hingegen sinnvoll, wenn ein besonders fester Formschluss oder ein definiertes, glattes Erscheinungsbild der Einheit gefordert ist.
Lagerung und Haltbarkeit
- Trocken, staubarm und vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt lagern, um Materialalterung zu begrenzen.
- Rollen liegend oder auf geeigneten Kernen lagern, um Verformungen und Teleskopieren der Wickellage zu vermeiden.
- Mitteltemperaturen bevorzugen; extreme Kälte oder Hitze können Haftung und Elastizität beeinflussen.
- First-in-First-out-Prinzip anwenden, um Schwankungen durch lange Lagerzeiten zu reduzieren.
Qualitätssicherung und Prüfung
- Stichproben von Rollen auf Dehnbarkeit und Haltekraft prüfen, um Chargenkonstanz sicherzustellen.
- Durchstoß- bzw. Reißwiderstand bewerten, insbesondere bei kantigen Packgütern und Mischpaletten.
- Wickelparameter (Vordehnung, Überlappung, Rundenanzahl) dokumentieren und nach Änderungen verifizieren.
- Visuelle Inspektion auf Gelkörper, Risse oder Unregelmäßigkeiten der Wickelkante, um Prozessstörungen vorzubeugen.
Praxisbeispiele und Best Practices
- Mischpaletten mit variierender Kartonhöhe profitieren von einer Helixwicklung mit erhöhter Überlappung im Schwerpunktbereich.
- Empfindliche Kanten von Wellpappkartons lassen sich durch Kantenschutzwinkel und zusätzliche Polsterlagen gezielt entlasten.
- Bei hoher Transportdynamik sind robuste Folienstärken oder zusätzliche Sicherungselemente wie Umreifungsbänder sinnvoll.
- Vorgedehnte Folien reduzieren Materialeinsatz pro Palette und erleichtern die gleichmäßige Anwendung im Handwickelprozess.
Zusammenfassung:
- Die Wickelfolie, auch Stretchfolie genannt, dient zur Sicherung und dem Schutz von Waren während des Transports. Sie wird oft in Kombination mit Kartonagen, insbesondere mit Wellpappe, verwendet.
- Durch ihre hohe Dehnbarkeit und Haftfähigkeit ist die Wickelfolie in der Lage, das Verpackungsmaterial eng an das zu verpackende Produkt anzupassen und somit eine stabile und sichere Verpackungslösung zu gewährleisten.
- Für Unternehmen, die Wellpappverpackungen nutzen, bietet die Verwendung von Wickelfolie neben dem stabilisierenden Effekt zusätzlich eine effektive Methode zur Reduzierung von Schäden während der Lagerung und des Transports.
- Die Wahl der passenden Folienart (Hand-, Maschinen- oder Pre-Stretch), der richtigen Stärke und einer standardisierten Wickeltechnik beeinflusst die Qualität der Ladeeinheit maßgeblich.
- Ökologische Optimierungen umfassen die Reduktion des Materialeinsatzes, den Einsatz von Rezyklaten sowie die sortenreine Erfassung zur Wiederverwertung.
- Eine sorgfältige Qualitätssicherung, ergonomische Prozesse und die Beachtung der Umgebungsbedingungen führen zu reproduzierbaren, sicheren Ladeeinheiten und unterstützen die Effizienz entlang der gesamten Lieferkette.
Veröffentlicht am 28.07.2024
Letzte Überarbeitung am 24.10.2025 um 13:49 Uhr von Sebastian Würth