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Xenon-Test

In der Welt der Wellpappe-Produktion und der Verpackungsbranche spielt der Xenon-Test eine zentrale Rolle. Dieses Verfahren dient der Überprüfung der Farbbeständigkeit von Wellpappe unter variablen, aber kontrollierten Licht- und Klimabedingungen. Ziel ist es, die Veränderung von Farbton, Sättigung und Helligkeit unter definierten Strahlungsbedingungen nachvollziehbar zu erfassen und damit Aussagen zur Beständigkeit bedruckter Oberflächen über den Lebenszyklus eines Produkts hinweg zu ermöglichen. In der Praxis betrifft dies die gesamte Lieferkette von der Fertigung über Lagerung, Transport und Umschlag bis hin zur Präsentation am Point of Sale. Die Methode unterstützt die Qualitätssicherung, indem sie Lichtalterung, Ausbleichneigung und mögliche Farbdrift reproduzierbar abbildet und so die Planung sicherer Toleranzen für Wellpapp-Verpackungen ermöglicht. Ergänzend trägt sie zur Risikominimierung bei Reklamationen, zur Absicherung von Markenfarbkonstanz und zur nachhaltigen Materialauswahl im Sinne langlebiger Verpackungsauftritte bei.

Definition: Was versteht man unter Xenon-Test?

Ein Xenon-Test ist ein standardisiertes Testverfahren, das in erster Linie zur Bewertung der Lichtechtheit und der Witterungsbeständigkeit von Materialien wie Wellpappe eingesetzt wird. Dabei simuliert der Test die Auswirkungen von Sonnenlicht, indem er Xenonbogenlampen verwendet, die das volle Spektrum des Sonnenlichts nachbilden können. Die Prüfbelastung umfasst häufig UV-Anteile, sichtbares Licht sowie ggf. Nahinfrarot, ergänzt um definierte Temperatur- und Feuchtebedingungen. In einschlägigen Normen (z. B. ISO 4892-2 oder ASTM G155) sind Spektralverteilungen, Bestrahlungsstärken und Prüfzyklen spezifiziert, um reproduzierbare und zwischen Laboren vergleichbare Ergebnisse zu erzielen. Unter Lichtechtheit wird dabei die Beständigkeit eines gefärbten oder bedruckten Substrats gegen farbverändernde photochemische Einflüsse verstanden; Witterungsbeständigkeit erweitert dies um Feuchte, Temperaturwechsel und ggf. Beregnung. In der Wellpappe-Praxis werden je nach Einsatzzweck unterschiedliche Filterkonfigurationen (z. B. „Daylight“- oder „Window“-Filter) gewählt, um direkte Sonnenexposition oder hinter Glas simulierte Beleuchtung abzubilden. Wesentlich ist außerdem die Erfassung der Bestrahlungsdosis in kJ/m² als Maß für die kumulative Belastung. Für die Temperaturführung sind die Schwarztafeltemperatur (BST) bzw. die Schwarzstandardtemperatur (BPT) maßgeblich; zusätzlich ist die aktive Steuerung der Bestrahlungsstärke bei 340 nm oder 420 nm etabliert, um materialspezifische Empfindlichkeiten abzubilden.

Anwendungsbereiche des Xenon-Tests in der Wellpappe-Industrie?

Auch wenn der Xenon-Test ursprünglich aus der Textilbranche stammt, findet dieser in vielen anderen Branchen seine Anwendung. In der Wellpappe-Industrie wird er zur Ermittlung der Licht- und der Witterungsbeständigkeit von bedruckten oder gefärbten Wellpappe-Produkten genutzt. Die Farben von Logos, Marken und anderen Drucken auf Wellpapp-Verpackungen müssen auch unter verschiedenen klimatischen Bedingungen bestehen können. Besonders relevant ist dies für sichtstarke Displays, Shelf-Ready-Lösungen, Versandverpackungen mit Markenauftritt, Etiketten und vorgedruckte Deckenpapiere (Preprint) ebenso wie im Postprint-Flexodruck oder in digitalen Druckverfahren. Neben Farbaufbauten werden auch Schutzlacke, Kaschierfolien, Klebstoffe und weiße bzw. braune Linerqualitäten geprüft, da Materialkombinationen das Alterungsverhalten beeinflussen. Für Anwendungen mit längerem Sichtkontakt (z. B. Zweitplatzierungen, Thekendisplays oder saisonale Promotions) sowie für Exportverpackungen in Regionen mit hoher Strahlungsintensität oder längeren Transportzeiten (inkl. Seecontainer mit Kondenswasserbelastung) liefert der Xenon-Test wertvolle Entscheidungsgrundlagen. Auch bei Kaschierungen, Litho-Lamination, Sonderfarben, Metallic-Effekten oder fluoreszierenden Aufhellern in weißen Linern lassen sich systematische Unterschiede im Alterungsverhalten erfassen. Zunehmend fließen zudem E-Commerce-Anforderungen ein, bei denen wechselnde Innen- und Außenlichtsituationen sowie verlängerte Logistikketten zu berücksichtigen sind.

Xenon-Testmethodik: Simulierte Verhältnisse und genaue Beurteilung?

Der Xenon-Test nutzt eine Xenonbogenlampe, die Sonnenlicht, einschließlich ultravioletter (UV)-Strahlung, reproduziert. Die getesteten Produkte werden in der Xenon-Testkammer eine bestimmte Zeitperiode ausgesetzt. Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Lichtintensität können genau geregelt werden, was eine genaue Beurteilung der Farbechtheit zulässt. Typische Parameter sind die Bestrahlungsstärke (z. B. 0,35-0,55 W/m² bei 340 nm), die Schwarzstandard- oder Schwarztafeltemperatur (z. B. 60-75 °C), die relative Luftfeuchtigkeit (z. B. 50 ± 5 %) sowie optional Licht-/Dunkelzyklen und Beregnungssequenzen. Prüfkörper werden häufig rotiert, um eine homogene Exposition sicherzustellen. Vor der Exposition erfolgt eine Konditionierung, etwa nach ISO 187 (23 °C, 50 % r. F.), damit Ausgangswerte vergleichbar sind. Für die Auswertung werden Farbdifferenzen meist im CIE L*a*b*-Farbraum ermittelt (ΔE*), ergänzt um Beurteilungen nach Graumaßstab für Farbänderung und ggf. Glanz- oder Oberflächenmessungen. Bei Probenlayout und Messfeldern sind klare Vorgaben zu Größe und Positionierung wichtig; vertiefende Hinweise bieten etwa weiterführende Erläuterungen zu Abmessungen und Messflächen in Prüfprozessen. Ergänzend werden für gängige Druckverfahren Beobachterwinkel (2°/10°) und Beleuchtungen (D50/D65) festgelegt, um Messwerte zwischen Laboren abzugleichen. Die regelmäßige Kalibrierung der Strahlungssensorik und die Dokumentation der Lampenstunden sind Teil der Qualitätssicherung. Eine dokumentierte Regelstrategie (konstante Bestrahlungsstärke oder konstante Dosisraten) erhöht die Vergleichbarkeit und reduziert Messunsicherheit.

Probenvorbereitung und Messstrategie

Für aussagekräftige Resultate werden Referenz- und Prüfbereiche festgelegt (z. B. Vollflächen, Sonderfarben, Hauttöne, feine Verläufe). Maskierungen vermeiden Streulicht und thermische Randartefakte. Messungen vor, während (Zwischenwerte bei definierter Dosis, z. B. in kJ/m²) und nach der Exposition erlauben Degradationskurven und Schwellenwerte (z. B. ΔE* 1,0 / 2,0 / 3,0) zu definieren. Ergänzend können Haftfestigkeit, Riss- und Rubbelfestigkeit nach Exposition geprüft werden, um funktionale Auswirkungen abzuleiten. In der Wellpappe ist zudem die Faserrichtung (MD/CD) sowie die Wellenrichtung relevant, da sie lokale Spannungen und Feuchteaufnahme beeinflussen kann. Eine eindeutige Probenkennzeichnung, randomisierte Probenpositionen in der Kammer und Probenrotation reduzieren Positions- und Randartefakte. Je nach Druckverfahren ist die Messgeometrie d/8° oder 45/0 sinnvoll; bei optischen Aufhellern sollten UV-Anteile der Messbeleuchtung beachtet werden, um Fluoreszenzeffekte korrekt zu erfassen. Bei strukturierten Oberflächen der Wellpappe sind größere Messöffnungen und Wiederholmessungen empfehlenswert. Empfehlung: Sichtprüfungen immer unter definierter Normbeleuchtung ergänzen und Metamerieeffekte dokumentieren.

Filterauswahl, Dosissteuerung und Korrelation

Die Wahl des Filtersets (z. B. Tageslicht hinter Glas vs. Freiland) beeinflusst die UV-Anteile und damit die Photodegradation von Bindemitteln und Pigmenten. Dosisgesteuerte Verfahren (konstante Bestrahlungsstärke bis zu einer Ziel-Energie) erleichtern die Vergleichbarkeit über Prüfstände hinweg. Für eine belastbare Korrelation zur Praxis empfiehlt sich die Ergänzung durch Freiland- oder Fenstersimulationsprüfungen sowie Referenzmaterialien mit bekannter Lichtechtheit. Die Kombination aus ΔE*-Verlauf, visuellem Eindruck und Materialkennwerten (z. B. Glanz, Weißgrad) führt zu einer robusten Bewertung. In der Praxis bewährt sich die Dokumentation der Zielwellenlänge der Regelung (z. B. 340 nm oder 420 nm) sowie der relevanten Dosisangabe (kJ/m²@λ), um Ergebnisse transparent vergleichbar zu machen.

Vor- und Nachteile des Xenon-Tests?

Vorteile des Xenon-Tests sind insbesondere seine hohe Reproduzierbarkeit und die genaue Simulation des Sonnenlichts, insbesondere der schädlichen UV-Strahlung. So können Produktproben unter kontrollierten, aber dennoch realistischen Bedingungen getestet werden. Ein weiterer großer Pluspunkt ist, dass während eines Xenon-Tests mehrere verschiedene klimatische und physikalische Faktoren gleichzeitig eingesetzt werden können, was die Prüfsituation noch realistischer macht. Für Wellpapp-Verpackungen erlaubt dies, farbkritische Motive, Weiß- und Buntliner, Lacke, Laminierungen sowie Klebstoffe im Verbund zu bewerten und Wechselwirkungen im System abzubilden. Zusätzlicher Nutzen: Validierte Prüfpläne beschleunigen Freigaben, reduzieren Iterationsschleifen und unterstützen die konsistente Qualität über Lieferanten hinweg.

Die Hauptnachteile des Xenon-Tests liegen in den hohen Kosten für die Anschaffung und Unterhaltung der Testausrüstung sowie im hohen Zeitaufwand für den Test selbst. Es kann mehrere Wochen dauern, bis erste zuverlässige Resultate vorliegen. Darüber hinaus kann es sein, dass extreme Bedingungen simuliert werden, die so in der Realität nicht vorkommen. Das kann zu übermäßig konservativen Ergebnissen führen. Zusätzlich variiert die Korrelation zwischen Labor- und Feldexposition je nach Farb- und Bindemittelsystem; unterschiedliche Spektralfilter, Kammergeometrien und Luftführung können zu Labor-zu-Labor-Streuungen führen. Fehlerquellen sind u. a. unzureichende Probenrotation, lokale Überhitzung, Tropfenbildung bei Beregnung oder unklare Abbruchkriterien. Eine valide Bewertung erfordert daher saubere Dokumentation, definierte Toleranzen und eine statistisch belastbare Stichprobenstrategie. Für Materialien mit optischen Aufhellern kann zudem die Bewertung durch messgeräteabhängige UV-Anteile verfälscht werden, weshalb abgestimmte Messbedingungen wichtig sind. Wo möglich, helfen Prüfpläne mit Zwischenstopps und definierten Review-Punkten, Zeit und Ressourcen gezielt einzusetzen.

Normen, Einstellungen und Grenzwerte?

Für die Prüfung mit Xenonbogenlampen kommen häufig ISO 4892-2 bzw. ASTM G155 zum Einsatz; für papier- und druckspezifische Aspekte werden ergänzende Normen herangezogen (z. B. ISO 5630-Reihen für Alterung von Papier, ISO 2470/2471 für optische Kennwerte oder ISO 2846/12647 für drucktechnische Farbreferenzen). Festgelegte Prüfabschnitte (z. B. 24-h-Zyklen mit Licht/Dunkel, 102 min Licht/18 min Licht + Beregnung) sowie Stoppkriterien (Ziel-Dosis oder ΔE*-Schwellen) sichern Vergleichbarkeit. Die Definition produktspezifischer Grenzwerte erfolgt nach Einsatzzweck: Für kurzlebige Versandverwendungen genügen oft höhere ΔE*-Toleranzen, für länger präsente Displays sind engere Grenzen zweckmäßig. Für die farbmetrische Erfassung werden in der grafischen Industrie häufig Mess- und Auswertebedingungen gemäß ISO 13655 genutzt; neben ΔE*ab kann je nach Anforderung auch ΔE00 (CIEDE2000) betrachtet werden. Grenzwerte sollten auf Sichtbarkeitsstudien, Betrachtungsbedingungen (z. B. D50) und Substratbesonderheiten (weiße oder braune Liner, Recyclinganteil) abgestimmt werden. Eine klare Zuordnung von Berichtsgrößen (z. B. Dosis als kJ/m²@340 nm) und Toleranzen erhöht die Nachvollziehbarkeit.

Interpretation der Ergebnisse und Praxisbezug?

Die reine Farbdifferenzzahl sollte immer im Kontext bewertet werden: Sichtbarkeit hängt vom Farbton, der Umgebung und der Betrachtungsbedingung ab. Neben ΔE* sind Verlauf und Geschwindigkeit der Veränderung relevant (Onset, Plateau, Ausbleichmuster). Für Wellpappe ist die Wechselwirkung zwischen Druckfarbe, Liner (weiß/braun), Primer, Decklacken und der Feuchteaufnahme des Substrats entscheidend. Weiß gestrichene Oberflächen zeigen häufig andere Alterungsmuster als braune Recyclingliner. Wasserbasierte Farben reagieren anders als UV-härtende Systeme; der Einsatz von Lichtschutzmitteln oder Überdrucken kann das Ergebnis beeinflussen. Prüfberichte sollten daher Rezepturhinweise, Substratqualitäten, Vordruck-/Nachdruckverfahren, Klimadaten und Messgeometrie enthalten. Ergänzend lohnt sich die Dokumentation der Probendicke, der Wellengeometrie und der Kantenversiegelung, da diese Faktoren die Feuchteaufnahme und damit den thermisch-hygrischen Stress während der Prüfung beeinflussen können. Wichtig: Metamerieeffekte zwischen D50 und D65 sowie der Einfluss von Glanz und Oberflächenrauigkeit sollten bei der Ergebnisinterpretation berücksichtigt werden.

Vergleich zu Alternativverfahren?

Neben dem Xenon-Test werden in der Praxis auch UV-Bewitterungsgeräte mit Leuchtstofflampen eingesetzt (z. B. UV-A/UV-B-Quellen). Diese betonen bestimmte UV-Bereiche, bilden das Sonnenspektrum jedoch weniger umfassend ab. Für Wellpappe mit sensiblen Farbsystemen kann der Xenon-Test daher eine realitätsnähere Aussage liefern. Ergänzende Natürlichkeitsprüfungen (Freilandexposition, Fensterbanktests, Lagerung unter D65/Innenraumlicht) dienen der Korrelation und helfen, produktspezifische Sicherheitszuschläge festzulegen. Für kurzlebige Versandverwendungen kann eine vereinfachte Lichtechtheitsprüfung genügen, während für hochwertige Präsentationsverpackungen und Displays die umfassende Xenon-Prüfung vorteilhaft ist. Als weitere Option werden LED-basierte Bewitterungen diskutiert, die energieeffizient arbeiten, derzeit jedoch die spektrale Breite der Xenonquelle noch nicht vollständig abbilden und deshalb primär ergänzend eingesetzt werden.

Best Practices für die Wellpappe-Qualitätssicherung?

  • Prüfziel definieren: Lichtechtheit (Indoor) vs. Witterungsbeständigkeit (Outdoor-nahe Bedingungen).
  • Repräsentative Farbflächen wählen: Hausfarben, kritische Töne, Bildmotive, Vollflächen und Verläufe.
  • Einheitliche Konditionierung und Messgeometrie festlegen (z. B. d/8°, 10°-Beobachter, definierte Öffnung).
  • Mehrere Probenstellen und Rotationspläne nutzen, um lokale Einflüsse zu minimieren.
  • Dosisgesteuerte Zwischenmessungen planen, um Degradationskinetik zu dokumentieren.
  • Referenzmaterialien und Kontrollkarten einsetzen, um Geräte- und Chargenschwankungen zu überwachen.
  • Ergebnisse mit Feldbeobachtungen abgleichen, um die Labor-Feld-Korrelation zu bewerten.
  • Wasserqualität für Beregnung steuern (Entmineralisierung), um Fleckenbildung zu vermeiden.
  • Filter- und Lampenzustand dokumentieren (Stundenzähler, Sensor-Kalibrierung), um Trends korrekt zu interpretieren.
  • Einfluss optischer Aufheller berücksichtigen und Messbedingungen entsprechend definieren.
  • Messunsicherheit und Wiederholbarkeit angeben (z. B. ΔE*-Streuung aus Mehrfachmessungen), um Entscheidungen belastbar abzuleiten.

Häufige Fehlerquellen und deren Vermeidung?

  • Unzureichende Filter- und Lampenwartung: Regelmäßige Kalibrierung der Bestrahlungsstärke und Temperaturmessstellen.
  • Fehlerhafte Probenfixierung: Planlage sicherstellen, Kantenabschattungen vermeiden.
  • Unklare Stoppkriterien: Vorab Dosis- oder ΔE*-Grenzen definieren und dokumentieren.
  • Ungeeignete Vergleichsbedingungen: Einheitliche Betrachtungsbeleuchtung (z. B. D50/D65) für visuelle Beurteilung festlegen.
  • Zu geringe Stichprobe: Wiederholungen einplanen, um statistische Sicherheit zu erhöhen.
  • Vernachlässigte Probenrotation: Ungleichmäßige Exposition führt zu Streuungen in den Messwerten.
  • Feuchte- und Temperaturspitzen: Lokale Überhitzung oder Tropfenbildung kann Artefakte erzeugen.
  • Unpassende Farbdifferenzformel: ΔE*ab und ΔE00 unterscheiden - Auswahl vorab festlegen und konsistent anwenden.

Zusätzliche Hinweise zur Dokumentation?

Ein vollständiger Prüfbericht enthält Zielsetzung, Normenbezug, Filterauswahl, Bestrahlungsstärke, Dosis, Temperatur- und Feuchteeinstellungen, Zyklusbeschreibung (Licht/Dunkel/Beregnung), Probenbeschreibung (Substrat, Wellenart, Liner, Druckverfahren), Messbedingungen (Geometrie, Beleuchtung, Beobachter), Kalibrierinformationen, Zwischen- und Endwerte (ΔE*, Graumaßstab, ggf. ΔE00), visuelle Kommentare sowie Abweichungen und besondere Vorkommnisse. Diese Struktur erleichtert die Nachvollziehbarkeit und die spätere Ableitung von materialspezifischen Grenzwerten für Wellpapp-Verpackungen. Ergänzend sollten Rückführbarkeiten (Kalibrierzertifikate), Angabe der Messunsicherheit, Versionen der verwendeten Normen sowie die Zielwellenlänge der Regelung dokumentiert werden.

Zusammenfassung:

  • Der Xenon-Test ist ein Verfahren, das die Haltbarkeit und Widerstandskraft von Materialien wie der Wellpappe durch Simulation von Sonnenlicht und Wetterbedingungen prüft.
  • Dieses Prüfverfahren ist für Unternehmen, die Kartonagen und Verpackungen produzieren, äußerst relevant. Die Beständigkeit und Lebensdauer ihrer Produkte unter realen Bedingungen kann auf diese Weise effektiv ermittelt werden.
  • Durch den Xenon-Test können potenzielle Schwächen und Verbesserungsbereiche in der Materialbeschaffenheit und Qualität von Verpackungen identifiziert werden. Dadurch lässt sich die Produktqualität langfristig steigern.
  • Standardisierte Parameter (z. B. nach ISO 4892-2) und definierte Messmethoden (CIE L*a*b*, ΔE*) ermöglichen reproduzierbare, vergleichbare Resultate.
  • Die Interpretation berücksichtigt Einsatzdauer, Expositionsumfeld und Substrat-Farb-Systeme; Grenzwerte sind zweckabhängig festzulegen.
  • Saubere Probenvorbereitung, dokumentierte Prüfzyklen und Zwischenmessungen erhöhen die Aussagekraft und erleichtern die Korrelation zur Praxis.
  • Für Wellpapp-Verpackungen sind Linerfarbe, Druckverfahren, Lacke und Klebstoffe gemeinsam zu betrachten, um das Systemverhalten unter Licht- und Klimaeinfluss korrekt zu bewerten.
  • Ergänzende Vergleichsprüfungen (Freiland, Fensterbedingungen) unterstützen die Ableitung praxisnaher Toleranzen und verbessern die Vorhersagequalität.

Veröffentlicht am 11.08.2024
Letzte Überarbeitung am 29.05.2026 um 14:16 Uhr von Manuel Hofacker

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