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Ölresistente Verpackung

In der Welt der Wellpappe ist der Begriff der ölresistenten Verpackung von hoher Relevanz. Überall dort, wo Produkte mit Öl, Fett oder schmierigen Medien verpackt, gelagert oder transportiert werden, entsteht die Anforderung nach einer wirksamen Barriere gegen das Durchdringen dieser Substanzen. Gemeint ist eine spezifische Ausführung von Wellpappe, die durch geeignete Barrierekonzepte so modifiziert wird, dass Öl und Fette nicht in das Fasergefüge eindringen. Das reduziert Leckagen, verhindert Verschmutzungen am Packgut und in der Lieferkette und stabilisiert die Produktqualität über definierte Zeiträume. Ergänzend verbessert eine geeignete Barriere das saubere Handling an Packplätzen, minimiert Reinigungsaufwände und reduziert Reklamationsrisiken infolge von Durchfettung. Je nach Auslegung kann die Struktur der Wellpappe ihre mechanischen Eigenschaften weitgehend behalten, während gleichzeitig die Oberflächenaufnahme gegenüber unpolaren Medien gezielt begrenzt wird.

Definition: Was versteht man unter der ölresistenten Verpackung?

Die ölresistente Verpackung, ein Produkt aus der Welt der Wellpappe, ist speziell auf die Bedürfnisse von ölhaltigen oder fettführenden Produkten abgestimmt. Sie bietet einen wirkungsvollen Schutz gegen Öl, Fett und vergleichbare Medien. Möglich wird dies durch eine gezielte Imprägnierung des Faserstoffs oder durch eine zusätzliche, oberflächliche Beschichtung, die das Eindringen flüssiger Fette deutlich hemmt. In der Praxis entsteht so eine ölbeständige, in gewissem Maße wasserabweisende Barriere, die das Packgut sauber umschließt und die Umgebung vor Verunreinigungen schützt. Zusätzlich lässt sich die Oberfläche so einstellen, dass sie ein definiertes Benetzungsverhalten gegenüber Ölen zeigt, wodurch das Risiko von Kapillartransport und Durchschlagen an kritischen Punkten reduziert wird.

Ölresistenz ist dabei von reiner Wasserabweisung abzugrenzen: Während wasserabweisende Systeme das kurzzeitige Aufnehmen von Feuchtigkeit verringern, adressiert die Ölbarriere speziell das Verhalten gegenüber unpolaren Medien wie Mineralölen, Schmierfetten oder pflanzlichen Ölen. Für die Beurteilung werden in der Praxis häufig Kennwerte und Tests zur Fett- und Ölbeständigkeit herangezogen. Hierzu zählen standardisierte Prüfmethoden mit definierten Testflüssigkeiten und abgestuften Belastungsniveaus sowie praxisnahe Messungen an funktionskritischen Zonen wie Kanten, Rillungen und Stanzungen. Auch die Unterscheidung zwischen kurzzeitiger Kontamination (z. B. Spritzer) und Dauerbelastung (z. B. anhaftender Ölfilm) ist für die richtige Auslegung entscheidend.

Herstellung einer ölresistenten Wellpappe-Verpackung

Die Herstellung einer ölresistenten Verpackung bedarf spezieller Prozesse. Ausgangspunkt ist die herkömmliche Wellpappe. Ein wichtiges Kriterium bei der Herstellung ist die entsprechende Imprägnierung oder Beschichtung. Bei der Imprägnierung wird ein ölabweisendes Material in das Fasergefüge der Wellpappe eingearbeitet; bei der Beschichtung wird eine Barriere auf die Oberfläche aufgebracht. In beiden Fällen entsteht eine ölbeständige, in gewissem Maße wasserabweisende Schicht, die ölhaltige Produkte sicher umhüllt und das Durchschlagen der Medien in angrenzende Schichten reduziert. Je nach Verfahren erfolgen diese Schritte inline in der Wellpappenproduktion oder offline in separaten Beschichtungsprozessen. Neben der Barrierewirkung sind Aspekte wie Trocknung, Aushärtung, Geruchsneutralität, Weiterverarbeitbarkeit und Bedruckbarkeit integrale Bestandteile der Prozessauslegung.

Imprägnierung

Imprägnierungen dringen in das Material ein und verändern dessen Aufnahmeverhalten gegenüber Ölen und Fetten. Typisch sind wachs- oder harzbasierte Systeme sowie moderne Dispersionslösungen. Sie bewahren das typische Falten, Rillen und Stanzen der Wellpappe und beeinflussen das mechanische Verhalten nur begrenzt, sofern Dosierung und Verteilung kontrolliert werden. Wichtig sind eine gleichmäßige Penetrationstiefe, reproduzierbare Auftragsmengen und eine gute Prozessstabilität, um lokale Schwachstellen zu vermeiden. In der Praxis werden häufig Kanten- und Falzbereiche besonders betrachtet, da dort kapillare Effekte das Durchfetten begünstigen können. Je nach Rezeptur sind zudem Trocknungsbedingungen, Emissionsverhalten und die Wechselwirkung mit Klebstoffsystemen zu berücksichtigen.

Beschichtung

Beschichtungen bilden eine geschlossene, oberflächliche Barriere. Verwendet werden beispielsweise wachsartige oder polymerbasierte Schichten sowie wasserbasierte Dispersionen. Sie lassen sich gezielt auf Deck- oder Innendecken applizieren, um die Barriere dort zu platzieren, wo sie funktional benötigt wird. Wichtig sind eine homogene Schichtbildung, ausreichende Haftung und die Kompatibilität mit Druck-, Klebe- und Rillprozessen. Neben der Schichtdicke (Auftragsgewicht) sind die Oberflächenenergie, die Flexibilität der Schicht bei Rillbeanspruchung und das Verhalten bei Temperaturwechseln relevante Parameter. Für Anwendungen mit thermischer Belastung kann die Wärmeformbeständigkeit der Barriere maßgeblich sein; bei stark dynamischer Beanspruchung sind Rissbildung und Abriebfestigkeit zu prüfen.

Konstruktive Aspekte

Die Wahl der Wellenart, der Grammaturen und der Deckenpapiere beeinflusst die Barrierefunktion und die Stabilität. Auch die Klebstoffe der Wellpappenfertigung und die Faltschachtelklebung müssen zur Barriere passen, damit keine Kapillarwege entstehen. Stanz- und Rilllinien sind so auszulegen, dass die Barriere nicht unnötig beschädigt wird. Ergänzend können konstruktive Kniffe wie umgelegte Kanten, Überlappungen an potenziellen Leckpfaden oder zusätzliche Einlagen das Risiko von Durchfettungen reduzieren. Für höhere Anforderungen kommen mehrlagige Aufbauten (z. B. Doppel- oder Tripplewall) mit gezielt positionierten Barriere-Lagen in Betracht, wobei Gewicht, Stapelfähigkeit und Materialeffizienz in der Auslegung mitzudenken sind.

Anwendungsbereiche der ölresistenten Wellpappe

Die vielfältigen Einsatzgebiete von ölresistenten Verpackungen reichen von Lebensmitteln und Kosmetikprodukten bis hin zu Maschinenteilen. Bei feuchten oder öligen Lebensmitteln wie Fisch, Fleischwaren oder Gebäck mit Fettanteil halten die Verpackungen auslaufendes Fett zuverlässig zurück und unterstützen hygienische Prozesse. Auch beim Transport von Maschinenteilen oder Metallwaren, bei denen häufig Konservierungs- oder Schmieröle eingesetzt werden, stellen ölbeständige Lösungen eine sichere und saubere Option dar. In der Praxis sind zudem Ersatzteile mit Restölen, Werkstatt- und Automotive-Komponenten, fettige Halbzeuge sowie ölhaltige Kosmetikformulierungen typische Einsatzfälle. Ergänzende Beispiele sind Käse- und Wurstwaren in Sekundärverpackungen, Backwaren mit Butter- oder Margarineanteil, ölbenetzte Ketten, Lager oder Hydraulikkomponenten, ebenso wie Wachse, Balsame und Seifen im Haushaltsbereich.

  • Lebensmittelbereich: Transporttrays, Primär- oder Sekundärverpackungen für fettführende Produkte
  • Industrie: Metallteile mit Korrosionsschutzölen, mechanische Baugruppen, Werkzeuge nach der Bearbeitung
  • Kosmetik und Haushalt: ölhaltige Pflegeprodukte, Seifen und Wachse
  • Handel und E-Commerce: Versand von Produkten mit möglichem Fett-/Öleintrag aus Produktion oder Nutzung
  • Logistik und After-Sales: Rücksendungen mit potenziell kontaminierten Komponenten, Servicekits mit Schmierstoffen

Vor- und Nachteile der ölresistenten Verpackung

Der Vorteil einer ölresistenten Verpackung liegt in ihrem Schutz gegenüber öl- und fettbedingten Verunreinigungen. Das erhöht die Prozesssicherheit entlang der Logistikkette und unterstützt eine saubere Präsentation des Packguts. Dem stehen aufwendigere Herstellprozesse und höhere Materialkosten gegenüber, die sich auf den Preis auswirken können. Abhängig von Barriereart und Materialmix kann die stoffliche Verwertung eingeschränkt sein, wenn die Barriere die Faseraufbereitung behindert. Zudem ist zu beachten, dass Ölbarrieren nicht automatisch gleichbedeutend mit einer hohen Beständigkeit gegenüber Wasserdampf oder Wasser sind; hierfür gelten eigene Kenngrößen. Weiterhin können Reibungs- und Gleitwerte, die Bedruckbarkeit sowie die Wärme- und Kältebeständigkeit durch die Barriere beeinflusst werden, was bei der Prozessplanung zu berücksichtigen ist.

  • Vorteile: Schutz vor Durchfetten und Verschmutzung, sauberere Lager- und Transportumgebung, stabilere Produktqualität
  • Grenzen: Mehrkosten, potenziell eingeschränkte Recyclingfähigkeit je nach Barriere, gesonderte Qualitätsprüfung erforderlich
  • Technische Hinweise: Barrierewirkung ist abhängig von Medium, Temperatur, Kontaktzeit und Flächenpressung
  • Prozessbezogene Aspekte: Einfluss auf Rill- und Klebevorgänge, Reibwerte und Bedruckbarkeit einplanen

Zusätzliche Praxisaspekte und Qualitätssicherung

Auslegung und Spezifikation

Für eine geeignete Auslegung werden Medium (Art des Öls/Fetts), Viskosität, Temperatur, Kontaktzeit, Flächenlast, Kapillarwege an Kanten sowie klimatische Bedingungen betrachtet. Ebenso relevant sind konstruktive Details wie Verschlüsse, Rillungen und potenzielle Schwachstellen an Schnittkanten. Zur Spezifikation gehören Barriereart, Flächengewicht, Schichtdicke und Prüfkennwerte. In diesem Zusammenhang hilft es, die genauen Abmessungen und Toleranzen sicher bestimmen zu können, um funktionskritische Kanten, Auflageflächen und Dichtzonen korrekt auszulegen. Ergänzend werden Anforderungen an Geruch, Migration (bei Lebensmittelkontakt), Farbstabilität und Kompatibilität mit gängigen Klebstoff- und Druckfarbensystemen festgelegt.

Prüfmethoden und Kennwerte

Zur Beurteilung der Öl- und Fettbeständigkeit werden standardisierte Tests eingesetzt. Häufig genutzt werden Fett-/Ölbeständigkeitstests mit definierten Prüfflüssigkeiten (z. B. Kit-Methoden) sowie Penetrationstests unter erhöhter Temperatur oder Last. Für Feuchtigkeitsverhalten kommen ergänzend Wasseraufnahme- und Kurzzeitkontakt-Tests zum Einsatz. In der Qualifizierungspraxis sind praxisnahe Prüfaufbauten mit Originalmedien, realistischen Kontaktzeiten und Temperaturprofilen sinnvoll. Ergänzend werden Kantenpenetrationstests, Benetzungs- bzw. Kontaktwinkelmessungen und Alterungstests (Temperatur- und Feuchtewechsel) genutzt, um die Robustheit der Barriere im Lebenszyklus der Verpackung zu bewerten.

Lagerung, Verarbeitung und Handling

Beschichtete oder imprägnierte Wellpappen sollten trocken, klimastabil und vor direkter Wärme geschützt gelagert werden. Vor der Verarbeitung empfiehlt sich eine Akklimatisierung an die Produktionsumgebung. Beim Rillen und Stanzen ist auf scharfe Werkzeuge und moderate Einstellungen zu achten, um die Barriere nicht zu schädigen. Klebstoffe und Druckfarben sind auf Verträglichkeit mit der Barriere abzustimmen. Für den Betrieb sind First-in-first-out-Strategien, schonende Palettierung, angepasste Gleitlagen und geeignete Zwischenlagen hilfreich, um Oberflächenschäden und lokale Barrierebrüche zu vermeiden.

Entsorgung und Kreislaufaspekte

Die Recyclingfähigkeit hängt von der Art der Barriere ab. Faserbasierte oder wasserlösliche Dispersionsbarrieren sind häufig besser repulpierbar als schmelzbare, dickschichtige Systeme. Eine sortenreine Erfassung verbessert die Verwertbarkeit. Bei Kontakt zu Lebensmitteln sind zusätzlich lebensmittelrechtliche Konformitätsanforderungen zu beachten. Grundsätzlich gilt: Je näher das Gesamtsystem an einem monomaterialen, faserfreundlichen Aufbau bleibt, desto leichter gelingt die stoffliche Verwertung. Hinweise zur Getrennthaltung, saubere Entleerung und eine sachgerechte Vorverdichtung unterstützen eine hochwertige Wiederaufbereitung.

Typische Fehlerbilder und Abhilfe

Zu den häufigsten Fehlerbildern zählen lokale Durchfettungen an Rillen, Falzkanten und Stanzungen, ungleichmäßiger Barriereauftrag, Delamination von Beschichtungen sowie Einschränkungen beim Kleben. Abhilfe schaffen eine gezielte Kanten- und Zonenoptimierung, angepasste Werkzeugparameter, eine verbesserte Prozesskontrolle beim Auftrag sowie die Auswahl kompatibler Klebstoffe und Druckfarben. Bei anhaltenden Problemen ist eine Ursachenanalyse mit Querschliffen, Rasterelektronenmikroskopie oder Farbstoffpenetrationstests hilfreich, um Schwachstellen sichtbar zu machen.

Regulatorische und hygienische Aspekte

Für Anwendungen mit Lebensmittelkontakt sind einschlägige rechtliche Vorgaben und Konformitätserklärungen zu beachten. Dazu gehören Anforderungen an Rohstoffe, Migrationsgrenzen, sensorische Unbedenklichkeit und Rückverfolgbarkeit. Auch für Non-Food-Anwendungen können interne Freigaben, Sicherheitsdaten und Freigabekriterien sinnvoll sein, um die Eignung der ölresistenten Verpackung im vorgesehenen Einsatzfeld nachvollziehbar zu dokumentieren.

Zusammenfassung:

  • Ölresistente Verpackungen sind besonders für den Transport und die Lagerung von ölhaltigen Produkten geeignet. Sie bieten einen hervorragenden Schutz, indem sie eine Durchdringung von Öl und Fett verhindern.
  • Diese Art von Verpackungen kann aus verschiedenen Materialien hergestellt werden, darunter auch aus Wellpappe. Der Einsatz von speziellen Beschichtungen macht die Wellpappe öl- und fettresistent.
  • Die ölresistente Eigenschaft dieser Verpackungen trägt zu einer längeren Haltbarkeit der Produkte bei und fördert eine nachhaltigere Logistik, indem weniger Schäden durch Auslaufen oder Verschmutzung von Lager- und Transportumgebungen auftreten.
  • Die Wahl zwischen Imprägnierung und Beschichtung richtet sich nach Medium, Temperatur, Kontaktzeit und konstruktiven Anforderungen der Verpackung.
  • Qualitätssicherung umfasst geeignete Testmethoden unter praxisnahen Bedingungen sowie eine sorgfältige Auslegung kritischer Zonen wie Kanten und Verschlüsse.
  • Recycling und Entsorgung sind abhängig von der Barriereart zu bewerten; faserfreundliche Systeme erleichtern die Verwertbarkeit.
  • Für die Spezifikation sind Barriereart, Auftragsgewicht, Oberflächenenergie, Kompatibilität mit Druck- und Klebeprozessen sowie klimatische Einsatzbedingungen maßgeblich.
  • Typische Schwachstellen liegen an Schnittkanten und Rillungen; konstruktive Maßnahmen und prozessstabile Auftragsverfahren minimieren das Risiko der Durchfettung.

Veröffentlicht am 17.06.2024
Letzte Überarbeitung am 14.10.2025 um 13:01 Uhr von Sebastian Würth

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