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Auftragsvolumen
Im Kontext von Wellpappe-Verpackungen ist das Thema Auftragsvolumen von zentraler Bedeutung. Es beschreibt die Menge und den Wert der Aufträge, die ein Unternehmen innerhalb eines definierten Zeitraums erhält, bearbeitet und ausliefert. Als Steuergröße unterstützt das Auftragsvolumen die Planung von Kapazitäten, Material, Personal und Terminen und dient als Grundlage für die Steuerung von Auslastung, Durchlaufzeit und Lieferfähigkeit. In der Praxis fungiert es als verbindendes Element zwischen Vertrieb, Disposition, Produktionssteuerung und Logistik und beeinflusst unmittelbar die Reihenfolgeplanung, die Vorstufen (z. B. Druckplattenbereitstellung) sowie die nachgelagerte Konfektion und Kommissionierung. Für Betriebe der Wellpappenverarbeitung ist das Auftragsvolumen zudem ein Frühindikator zur Bewertung der Nachfrageentwicklung, der Pipeline an Kundenprojekten und der Stabilität der Supply-Chain-Prozesse.
Definition: Was versteht man unter Auftragsvolumen?
Unter dem Auftragsvolumen versteht man das Ausmaß der eingehenden und zu produzierenden Aufträge innerhalb eines festgelegten Betrachtungszeitraums. Die Kennzahl kann mengenbasiert (z. B. Anzahl der Aufträge, Positionen oder produzierten Einheiten) und wertbasiert (z. B. Auftragswert, Erlös, Umsatz) erfasst werden. Sie bildet die Brücke zwischen Absatz- beziehungsweise Auftragseingang und operativer Fertigungsplanung. Ergänzend wird das Auftragsvolumen häufig in technische Maßeinheiten der Wellpappe übersetzt, etwa Quadratmeter (m²), Laufmeter (lfm) oder Tonnage, um die Belastung von Wellpappenanlage, Druck und Stanzerei realitätsnah abzubilden.
Zur genauen Abgrenzung wird häufig zwischen Auftragseingang (neu hinzugekommene Aufträge), Auftragsbestand (noch abzuarbeitende Aufträge) und Auslieferung (abgeschlossene Aufträge) unterschieden. Das Auftragsvolumen kann sich auf alle drei Perspektiven beziehen und sollte stets mit einem klar definierten Zeitraum (z. B. Woche, Monat, Quartal, rollierend) ausgewiesen werden. Ebenso ist eine klare Definition des Erfassungszeitpunkts relevant (z. B. Bestelleingang, Bestätigung, Freigabe zur Produktion), um konsistente Vergleiche und verlässliche Forecasts zu ermöglichen.
Die Rolle des Auftragsvolumens in der Wellpappenbranche
Das Auftragsvolumen beeinflusst in der Wellpappenbranche unmittelbar die Produktionsmenge und damit die Auslastung von Wellpappenanlagen, Druck- und Stanzprozessen sowie nachgelagerten Konfektionsschritten. Steigt das Volumen, lassen sich häufig Effizienzgewinne erzielen, etwa durch längere Laufzeiten auf der Wellpappenanlage, reduzierte Rüsthäufigkeit und gebündelte Materialabrufe. Solche Skaleneffekte können die Stückkosten senken und die Deckungsbeiträge stabilisieren. Gleichzeitig unterstützt ein stetiger Volumenfluss die Reduktion von Stillstandszeiten, verbessert die OEE-Kennwerte (Anlagenverfügbarkeit, Leistung, Qualität) und mindert Ausschuss, da weniger Formatwechsel und Startverluste auftreten.
Gleichzeitig wirken die Struktur des Auftragsvolumens (z. B. Auftragsmix aus Klein- und Mittelserien, Varianz an Formaten, Qualitäten und Konfigurationen) sowie die Terminforderungen der Kunden auf die Planbarkeit. Ein unausgewogener Mix mit hoher Variantenvielfalt kann die Rüstzeiten erhöhen und die Durchlaufzeit verlängern. Deshalb ist neben der Höhe des Auftragsvolumens auch dessen Zusammensetzung entscheidend für stabile Prozesse, Liefertreue und Bestandsniveau. In Phasen kurzfristiger Nachfragespitzen unterstützt ein transparenter Blick auf das Volumen die Priorisierung, Schichtplanung und sequenzielle Feinsteuerung. Für die Materialwirtschaft (Papiersorten, Wellenprofile, Klebstoffe) liefert die Struktur des Volumens Hinweise, welche Qualitäten in welchen Mengen zeitnah benötigt werden.
Für Disposition und Vertrieb liefert das Auftragsvolumen zudem Hinweise auf Trendverläufe, Saisonalitäten und die Wirksamkeit von Rahmenabrufen. Im operativen Alltag hilft die Kennzahl, Kapazitätsengpässe früh zu erkennen und Gegenmaßnahmen einzuleiten, beispielsweise durch alternative Maschineneinsätze oder angepasste Reihenfolgen. Auf Ebene der Werkslogistik beeinflusst das Volumen den Bedarf an Lagerflächen, innerbetrieblichem Transport und Versandkapazitäten und trägt so maßgeblich zur Lieferfähigkeit bei.
Bestimmung und Berechnung des Auftragsvolumens
Die Bestimmung des Auftragsvolumens erfolgt durch die Summe aller relevanten Aufträge innerhalb eines Zeitintervalls. Je nach Fragestellung sind unterschiedliche Zählweisen sinnvoll:
- Mengenbasiert: Anzahl der Kundenaufträge, Auftragspositionen, produzierte Einheiten oder Quadratmeter bedruckter Wellpappe.
- Wertbasiert: Summe der Auftragssummen (netto), Erlöse oder Deckungsbeiträge.
- Kapazitätsbezogen: geplante Maschinenstunden, Laufmeter auf der Wellpappenanlage, benötigte Schichtstunden.
In der Praxis werden oft gleitende Mittelwerte, Vorjahresvergleiche oder rollierende 12-Monats-Sichten genutzt, um kurzfristige Schwankungen zu glätten und Trends erkennbar zu machen. Für die Feinplanung ist eine tägliche oder schichtbezogene Granularität hilfreich, um Belegung, Reihenfolgen und Materialverfügbarkeit abzustimmen. Datenquellen sind typischerweise ERP, MES und Feinplanungssysteme, die Auftragseingänge, Statusmeldungen und Ist-Zeiten zusammenführen. Für robuste Analysen empfiehlt sich eine klare Datenpflege: eindeutige Auftragsstatus, konsistente Mengeneinheiten (z. B. Stück, Bund, Palette, m²) und definierte Stichtage (z. B. 00:00 Uhr) vermeiden Fehlinterpretationen.
Beispielhafte Auswertung
Ein Werk aggregiert monatlich die Summe aller bestätigten Kundenaufträge (wertbasiert) und die geplanten Maschinenstunden (kapazitätsbezogen). Ergänzend wird die Anzahl der Auftragspositionen ausgewiesen, um die operative Komplexität zu erfassen. Aus dem Vergleich von Auftragsvolumen und verfügbarer Kapazität ergeben sich Auslastungsgrade und Handlungsbedarfe für Zusatzschichten oder Umplanungen. Ergänzt man diese Betrachtung um m² Wellpappe pro Wellenprofil und Druckverfahren, lassen sich Engpässe präziser identifizieren und Rüstfamilien zielgerichtet bilden.
Messmethodik, Datenqualität und Abgrenzungen
Eine verlässliche Bewertung des Auftragsvolumens setzt konsistente Erfassungsregeln voraus. Dazu gehören klare Definitionen für Stornierungen, Terminverschiebungen, Teilmengen und Nacharbeiten. Unterschiedliche Buchungspraktiken können das Volumen verzerren, wenn z. B. Sammelaufträge aufgeteilt oder Eilaufträge außerhalb der regulären Planung eingebracht werden. Ein standardisierter Datenhaushalt mit regelmäßigen Plausibilitätschecks (z. B. Abgleich Auftragseingang vs. Produktionsfreigaben) reduziert Fehlsteuerungen und verbessert die Vergleichbarkeit über Zeiträume und Werke hinweg.
Auftragsvolumen, Losgrößen und Rüstoptimierung
Zwischen Auftragsvolumen und wirtschaftlicher Losgröße besteht ein enger Zusammenhang. Hohe Volumina begünstigen längere Serien und damit geringere Rüstanteile, während fragmentierte Volumenstrukturen kleinere Lose und häufige Wechsel erzwingen. Durch die Bildung von Rüstfamilien (z. B. gleicher Kartonqualitätsmix, identischer Druck oder Stanzform) kann die Reihenfolge so geplant werden, dass Wechselzeiten, Anfahrmakulatur und Energiebedarf sinken. Das führt zu stabileren Durchlaufzeiten und hilft, Terminschwankungen zu puffern.
Zusätzliche Einflussfaktoren auf das Auftragsvolumen
Die Höhe und Struktur des Auftragsvolumens werden unter anderem durch Saisonalität, Marktimpulse, Abrufverhalten bei Rahmenvereinbarungen, Produktlebenszyklen sowie Aktions- und Kampagnenzeiträume beeinflusst. In der Wellpappenverarbeitung wirken darüber hinaus Format- und Qualitätsmix, Druckverfahren und Stanzanforderungen auf die produktive Umsetzung.
Für kurzfristig schwankende Bedarfe kann die Verfügbarkeit standardisierter Lösungen unterstützen. Informationen über ein breites Sortiment sofort verfügbarer Verpackungen helfen, Übergänge zu überbrücken, ohne die eigene Fertigung dauerhaft umzurüsten.
Kennzahlen, Monitoring und Forecast
Vor- und Nachteile von Auftragsvolumen
Ein hohes Auftragsvolumen deutet auf starke Nachfrage hin und ermöglicht oft wirtschaftliche Fertigung durch längere Serien und geringere Rüstanteile. Gleichzeitig steigt der Koordinationsaufwand in Disposition, Produktionssteuerung und Logistik. Ohne abgestimmte Kapazitätsplanung können Überlastungen auftreten, die Terminverschiebungen, erhöhte WIP-Bestände und längere Durchlaufzeiten nach sich ziehen. Auch die Belastung von Mitarbeitenden kann steigen, wenn kurzfristig Schichten erweitert oder Aufträge umpriorisiert werden. Zusätzlich ist auf die Materialverfügbarkeit (Papiersorten, Hilfsstoffe) zu achten, damit Mehrmengen nicht durch Lieferengpässe ausgebremst werden.
Ein niedriges Auftragsvolumen reduziert zwar die Auslastung und vereinfacht kurzfristig die Terminplanung, kann aber zu Unterbeschäftigung, ineffizienter Ressourcennutzung und sinkender Rentabilität führen. Aus Sicht des Bestandsmanagements beeinflusst das Volumen die Zielgrößen für Roh-, Halb- und Fertigwaren sowie die Planungssicherheit von Material und Einsatzstoffen. In solchen Phasen können präventive Wartungen, Qualifizierungsmaßnahmen und Verbesserungsprojekte die Zeit sinnvoll nutzen und künftige Leistungsfähigkeit stärken.
Ausgleichs- und Steuerungsmaßnahmen
- Glättung durch vorausschauende Reihenfolgeplanung und gebündelte Fertigung ähnlicher Aufträge.
- Temporäre Kapazitätsanpassung über Zusatzschichten oder alternative Maschinenbelegung.
- Frühzeitige Abstimmung mit Kunden bei Terminrestriktionen und prioritären Bedarfen.
- Transparenz über Engpässe entlang der Prozesskette, um Rückstaus zu vermeiden.
Nachhaltigkeits- und Qualitätsaspekte
Ein ausgewogenes Auftragsvolumen trägt zur Ressourcenschonung bei: Weniger Rüstwechsel und stabile Serien senken Anfahrmakulatur, Energiebedarf und Materialverluste. Gleichzeitig kann eine klare Volumenstruktur die Qualitätsstabilität fördern, da Parameter seltener geändert werden. In der Praxis werden Qualitätskennzahlen (Ausschussquote, Reklamationsrate) deshalb häufig gemeinsam mit Volumen- und Auslastungskennwerten betrachtet, um Ursache-Wirkungs-Beziehungen frühzeitig zu erkennen.
Praxisbeispiel: Anwendung in der Produktionsplanung
Ein Betrieb konsolidiert täglich die bestätigten Kundenaufträge für die nächsten zwei Wochen. Darauf basierend werden Maschinenbelegungen erstellt, Rüstfamilien gebildet und Materialabrufe terminiert. Zeigt das Auftragsvolumen Lastspitzen in bestimmten Formaten, werden alternative Anlagen genutzt oder Reihenfolgen angepasst. Sinkt das Volumen kurzfristig, werden Wartungen vorgezogen und Mitarbeitende für Verbesserungsprojekte eingeplant. Zusätzlich werden für den Folgemonat Szenarien erstellt, um je nach Auftragseingang frühzeitig Zusatzschichten zu planen oder Papierqualitäten vorzupositionieren. Die Kombination aus m²-Volumen je Profil, geplanten Rüstwechseln und Schichtkalender liefert dabei eine belastbare Basis für Entscheidungen im täglichen Shopfloor-Meeting.
Zusätzliche Praxisperspektive: Zusammenarbeit zwischen Disposition, Vertrieb und Produktion
Durch einen wöchentlichen Abgleich zwischen Vertrieb (Rahmenabrufe, Kampagnen), Disposition (Papierbedarf, Liefertermine) und Produktion (Kapazitäten, Engpässe) wird das erwartete Auftragsvolumen transparent gemacht. So lassen sich kritische Zeitfenster identifizieren, rechtzeitig Kapazitätsreserven aktivieren und Kundenanforderungen präziser bestätigen. Ein konsistenter Datenfluss reduziert Nacharbeiten, minimiert Expressversand und verbessert die Termintreue über die gesamte Supply Chain.
Typische Fehlerquellen und Best Practices
Zu den häufigsten Fehlerquellen zählen unklare Definitionen (z. B. Doppelzählungen bei Terminverlegungen), uneinheitliche Mengeneinheiten sowie fehlende Synchronisierung zwischen Auftragseingang und Produktionsfreigabe. Als bewährte Praxis gilt: standardisierte Stammdaten, feste Reporting-Zeitpunkte, durchgängige Einheiten und ein gemeinsames Verständnis der Kennzahlen. Regelmäßige Reviews der Abweichungen zwischen Plan- und Ist-Volumen verbessern Prognosegüte und Planungsqualität nachhaltig.
Zusammenfassung:
- Unter Auftragsvolumen versteht man die Gesamtmenge an Produkten oder Dienstleistungen, die ein Kunde bei einem Unternehmen bestellt hat, was für Betriebe, die Verpackungen aus Wellpappe anbieten, ein wichtiger Geschäftsindikator ist.
- Das Auftragsvolumen kann genutzt werden, um die Produktion von Wellpapp-Verpackungen effizient zu planen und anzupassen, um die Kundenanforderungen optimal zu erfüllen.
- In Zusammenhang mit Verpackungen aus Wellpappe hilft dieses Kennzahl dabei, Bestandsmanagement und Lieferfähigkeit zu verbessern und Kosten zu optimieren.
- Die Erfassung kann mengen-, wert- und kapazitätsbasiert erfolgen; sinnvoll sind klare Zeiträume, Trendbetrachtungen und rollierende Auswertungen.
- Vorteile eines hohen Volumens liegen in Effizienz und Kostensenkung, Risiken in Überlastung und Terminabweichungen; bei niedrigem Volumen drohen Unterauslastung und höhere Stückkosten.
- Transparente Kennzahlen, vorausschauende Planung und abgestimmte Steuerungsmaßnahmen stabilisieren Prozesse von Auftragseingang bis Auslieferung.
- Konsequente Datenqualität (einheitliche Einheiten, klare Statusdefinitionen) erhöht die Aussagekraft des Auftragsvolumens und verbessert Forecasts.
- Die Struktur des Auftragsvolumens (Mix aus Formaten, Qualitäten, Losgrößen) ist ebenso wichtig wie die Höhe und beeinflusst Rüstzeiten, Durchlaufzeit und Auslastung.
- Regelmäßige, szenariobasierte Reviews unterstützen Kapazitätsentscheidungen, Materialdisposition und termingerechte Auslieferung in der Wellpappenproduktion.
Veröffentlicht am 22.06.2024
Letzte Überarbeitung am 09.09.2025 um 11:46 Uhr von Julia Kopp