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Auskleidungsmaterialien
In der Welt der Wellpappe-Verpackungen spielen die verwendeten Auskleidungsmaterialien eine entscheidende Rolle. Sie tragen wesentlich zu den Eigenschaften und der Qualität der Endprodukte bei. Die Wahl des passenden Materials hat einen wesentlichen Einfluss auf den Schutz des Inhalts sowie auf die Umweltverträglichkeit der Verpackung. Darüber hinaus beeinflussen die Auskleidungsmaterialien die Wirtschaftlichkeit und das ästhetische Erscheinungsbild der Verpackungen. Zusätzlich bestimmen sie die Kompatibilität mit Verarbeitungsprozessen wie Rillen, Stanzen und Bedrucken und wirken sich auf Leistungskennwerte der Gesamtstruktur (z. B. Kantenstauch- und Berstfestigkeit) aus. Ebenso relevant sind die Beständigkeit bei klimatischen Schwankungen, die Prozessstabilität in der Weiterverarbeitung und die Konformität mit branchenspezifischen Anforderungen, etwa für Lebensmittel, Elektronik oder Pharmaprodukte. Eine sorgfältige Materialauswahl unterstützt robuste Supply-Chain-Prozesse, reduziert Ausschuss und ermöglicht eine verlässliche Druck- und Kennzeichnungsqualität.
Definition: Was versteht man unter Auskleidungsmaterialien?
Auskleidungsmaterialien sind spezielle Rohstoffe, die in der Produktion von Wellpappe für die innere und äußere Beschichtung der Wellpappe benutzt werden. Sie dienen als effektive Barrieren gegen verschiedene äußere Einflüsse und haben einen großen Einfluss auf die physischen Eigenschaften der Verpackung. Die gebräuchlichsten Materialien sind verschiedene Arten von Papier und Karton, obwohl auch andere Materialien wie Kunststoffe oder Verbundmaterialien verwendet werden können. In der Praxis werden Auskleidungsmaterialien als integraler Bestandteil der Deckschichten der Wellpappe verstanden und prägen Optik, Haptik und Funktionalität der fertigen Verpackung.
Im engeren Sinn handelt es sich bei Auskleidungsmaterialien um die sogenannten Deckschichten (Innen- und Außendecke, auch Liner) und um funktionale Beschichtungen bzw. Kaschierungen. Typische Papierqualitäten sind Kraftliner (primärfaserbasiert), Testliner (recyclingfaserbasiert), White-Top-Varianten für höhere Weißgrade sowie Spezialpapiere mit definierter Oberflächenrauheit und Opazität. Ergänzend kommen Barriere- oder Funktionsschichten zum Einsatz, etwa wasserbasierte Dispersionsbeschichtungen, biobasierte Barrieren, PE-/PP-Beschichtungen, Silikonierungen, antistatische oder korrosionshemmende Ausrüstungen (z. B. VCI) – jeweils abgestimmt auf den späteren Einsatzzweck. Je nach Anforderung werden Auskleidungsmaterialien braun oder weiß, gestrichen oder ungestrichen, mit oder ohne Nassfest-Ausrüstung spezifiziert; zudem variiert die Grammatur, um Steifigkeit, Reißlänge und Weiterreißwiderstand gezielt zu beeinflussen.
Eigenschaften von Auskleidungsmaterialien
Die spezifischen Eigenschaften der Auskleidungsmaterialien sind von großer Bedeutung für die Leistungsfähigkeit der Wellpappe. Einige der wichtigsten Faktoren sind die Festigkeit, das Gewicht, die Barriereeigenschaften und die Bedruckbarkeit. Vor allem die Barriereeigenschaften sind entscheidend, um den Inhalt der Verpackung vor Feuchtigkeit, Sauerstoff oder Verunreinigungen zu schützen. Das Gewicht des Auskleidungsmaterials hat einen direkten Einfluss auf die Stabilität der Verpackung, während Druck- und Farbwiedergabequalität für das ästhetische Erscheinungsbild entscheidend sind. Ebenso wichtig sind die Dimensionsstabilität im Normklima, die Oberflächenenergie für die Tintenhaftung und die Abriebfestigkeit der bedruckten Schichten bei Transport und Handling.
Wesentliche Einflussgrößen im Überblick:
- Faserbasis und Grammatur: Primärfaser- vs. Recyclingfaseranteil sowie das Flächengewicht (g/m²) bestimmen Steifigkeit, Reißlänge und Weiterreißwiderstand und wirken auf ECT/BCT des fertigen Wellpappaufbaus; zusätzlich beeinflussen Faseraufbereitung, Leimungsgrad und Feuchtegehalt die mechanische Performance und die Stabilität unter Last.
- Feuchtigkeits- und Fettbarriere: Beschichtungen und Ausrüstungen (z. B. nassfeste Ausrüstung, Cobb-Wert-Optimierung, Fettabweisung) begrenzen das Eindringen von Wasser bzw. Fetten und stabilisieren die mechanischen Kennwerte bei klimatischer Belastung; bei sensiblen Gütern sind ergänzend Wasserdampf- (WVTR) und Sauerstoffdurchlässigkeit (OTR) zu berücksichtigen.
- Oberflächeneigenschaften: Rauheit, Glätte, Weißgrad und Opazität beeinflussen die Bedruckbarkeit (Flexo-, Digital-, Offset-Preprint/Postprint) und die Lesbarkeit von Kennzeichnungen; zudem haben Staubungsneigung, Faserausrichtung und Porosität Auswirkungen auf Punktzuwachs, Feinstreproduzierbarkeit und Trocknungsverhalten.
- Verarbeitbarkeit: Rillbarkeit, Faltkantenstabilität und Reißverhalten an Stanzkonturen wirken auf die Qualitäts- und Taktleistung in der Weiterverarbeitung; Kantenverdichtung, Rillspalt und Faltwinkel sollten auf Materialsteifigkeit und Lineraufbau abgestimmt sein.
- Funktionale Zusätze: Antistatik, rutschhemmende Ausrüstung, Abrieb- und Kratzschutz sowie antikorrosive Wirkmechanismen können produktspezifische Anforderungen abbilden; additiv eingebrachte Pigmente oder Primer verbessern die Druckbildqualität und ermöglichen definierte Reibwerte.
- Umweltaspekte: Rezyklierbarkeit, Faserherkunft und der Verzicht auf problematische Verbundsysteme unterstützen kreislauffähige Materialkonzepte; repulpierbare Beschichtungen und wasserbasierte Systeme erleichtern die Faser-Rückgewinnung und reduzieren Entsorgungsaufwand.
Die Auswahl der Grammatur und der geeigneten Linerqualität sollte in Relation zu Produktmasse, Transportbelastung, klimatischen Bedingungen und konstruktiven Parametern stehen; hierzu bieten weiterführende Informationen zu praxisnahen Abmessungen hilfreiche Orientierung. In der Praxis werden zudem Lager- und Einsatzklima (z. B. 23 °C/50 % r. F.), erforderliche Stapeldauer, Palettenlayout und die geplante Drucktechnologie in die Auslegung einbezogen.
Prüfmethoden und Kennzahlen
Zur objektiven Beurteilung von Auskleidungsmaterialien und Wellpappaufbauten dienen standardisierte Prüfungen und Kenngrößen. Dazu zählen unter anderem:
- ECT/BCT: Kantenstauch- bzw. Boxstauchwiderstand als Maß für Stapel- und Transportstabilität.
- SCT/CMT/RCT: Kurzzeittestmethoden zur Bestimmung der Schicht- bzw. Wellenkraft in Abhängigkeit von Fasereigenschaften und Grammatur.
- Burst: Berstfestigkeit zur Bewertung der Widerstandsfähigkeit gegen schlagartige Belastungen.
- Cobb: Wasseraufnahmetest zur Einschätzung der Feuchtebeständigkeit und Oberflächenleimung.
- COF und Abrieb: Gleitreibwert und Scheuerbeständigkeit zur Beurteilung von Handling, Stapelfähigkeit und Druckbildhaltbarkeit.
Anwendungsbereiche von Auskleidungsmaterialien
Die vielfältigen Anwendungsbereiche von Auskleidungsmaterialien spiegeln ihre Bedeutung in der Verpackungsindustrie wider. Sie werden je nach den spezifischen Anforderungen des verpackten Produkts ausgewählt. Beispielsweise wird für die Verpackung von Lebensmitteln häufig ein Material mit hohen Barriereeigenschaften und Lebensmittelechtheit benötigt, während für Schwerlastverpackungen ein Material mit hoher Festigkeit und Stabilität erforderlich ist. Darüber hinaus spielen Anforderungen an Kennzeichnung, Rückverfolgbarkeit und Oberflächenschutz eine Rolle, etwa bei empfindlichen oder hochdekorativen Oberflächen.
- Frische- und Tiefkühlwaren: Feuchte- und Fettbarrieren, gegebenenfalls nassfeste Ausrüstung; geeignete Migrationsbarrieren und konforme Farbsysteme für indirekten Lebensmittelkontakt.
- Elektronik und Präzisionsteile: Antistatik-Ausrüstung, geringe Staubung, saubere Oberflächen; bei sensiblen Gütern optional kombinierbar mit polsternden Einlagen oder Fixierlösungen.
- Schwerlast- und Exportverpackungen: Höhere Grammaturen, robuste Linerqualitäten und beständige Oberflächen für lange Transportwege und wechselnde Klimata.
- Pharma und Kosmetik: Hohe Druckbildqualität (White-Top), definierte Oberflächen für feine Grafiken, eventuell zusätzliche Barrieren gegen Feuchte.
- E-Commerce und Retail: Gute Bedruckbarkeit für Markenkommunikation, reißfeste Kanten, rillgenaue Faltungen sowie optional integrierte Öffnungshilfen.
- Getränke- und Feinkostverpackungen: Feuchtebeständige Beschichtungen und stabile Liner zur Vermeidung von Durchweichen in gekühlter Umgebung; hohe Bedruckungsqualität für Regalwirkung.
- Möbel und Haushaltswaren: Abrieb- und Kratzschutz durch geeignete Oberflächen, abgestimmte Rutschkennwerte zur sicheren Palettierung.
- Automotive und Metallteile: Korrosionshemmende Ausrüstung (z. B. VCI) und robuste Außenliner, kombiniert mit definierter Gleitreibung für automatisierte Fördertechnik.
Vor- und Nachteile von Auskleidungsmaterialien
Auskleidungsmaterialien kommen mit einer Reihe von Vorteilen. Sie bieten die nötige Stabilität und Schutz für die verpackten Produkte und ermöglichen eine attraktive Präsentation der Waren. Darüber hinaus tragen sie zur Umweltverträglichkeit der Wellpappe durch die Verwendung von recycelbaren und nachhaltigen Materialien bei. Allerdings ist es wichtig, die passenden Materialien sorgfältig auszuwählen, da eine falsche Wahl zu Problemen wie mangelnder Stabilität, schlechter Druckqualität oder unzureichendem Schutz führen kann. Eine systematische Bewertung der Anforderungen, Prüfkennzahlen und Prozessparameter reduziert Risiken und schafft Planungssicherheit.
- Vorteile: gezielte Leistungsanpassung durch Auswahl von Linerqualität und Beschichtung; verbesserte Feuchte- und Fettresistenz; optimierte Bedruckbarkeit; bedarfsgerechte Funktionalitäten (z. B. Antistatik, Rutschhemmung); potenziell hohe Rezyklierbarkeit bei monomateriellen Lösungen; stabile Prozessfähigkeit und konstante Druckbildtreue über Serien hinweg.
- Herausforderungen: Trade-offs zwischen Kosten, Gewicht und Performance; mögliche Einschränkungen der Recyclingfähigkeit bei bestimmten Verbundsystemen; erhöhte Komplexität in der Materialdisposition; Einfluss klimatischer Bedingungen auf Stabilität, wenn Barrieren oder Nassfestigkeit fehlen; Verfügbarkeits- und Qualitätsschwankungen bei Rohstoffen können zusätzliche Sicherheitszuschläge erfordern.
- Abstimmung im System: Die Wirkung entfaltet sich erst im Zusammenspiel mit Wellenstoff, Geometrie, Klebstoffsystem und Verarbeitungsparametern; eine ganzheitliche Auslegung reduziert Über- oder Unterdimensionierung. Ergänzend sollten Palettenkonfiguration, Stapellasten, Transportprofile und Lagerdauer in die Bemessung einfließen.
Praxis-Tipps für die Auslegung
Für eine passgenaue Spezifikation empfiehlt sich ein strukturiertes Vorgehen: Anforderungen präzisieren (Produktmasse, Empfindlichkeit, Feuchte- und Fettkontakt), Zielklima definieren, gewünschte Druckqualität festlegen, Rezyklierbarkeitsziele berücksichtigen und Musterprüfungen (z. B. ECT/BCT, Cobb) vor Serieneinsatz durchführen. Iteratives Prototyping mit abgestuften Grammaturen reduziert Materialeinsatz bei gleichzeitiger Funktionssicherheit.
Zusammenfassung:
- Auskleidungsmaterialien sind spezielle Stoffe, die in der Industrie dazu verwendet werden, Verpackungen zusätzlich zu stärken und Waren gegen äußere Einflüsse, wie Hitze, Feuchtigkeit oder Stoßschäden, zu schützen. Sie prägen Deckschichten, Oberflächenqualität und Barrierewirkung von Wellpappe und beeinflussen damit maßgeblich Transport- und Lagerfähigkeit.
- Für Verpackungen aus Wellpappe eignen sich besonders Schaumstoff, Kunststofffolien und Papier als Auskleidungsmaterial. Sie erhöhen die Stabilität der Verpackung und ermöglichen einen zusätzlichen Schutz der Produkte. In der Wellpappe-Praxis stehen Linerpapiere und funktionale Beschichtungen im Fokus; je nach Einsatzfall können ergänzende Einlagen oder Kaschierungen sinnvoll sein, um definierte Schutzkriterien zu erfüllen.
- Unternehmen, die Verpackungen aus Wellpappe suchen, können durch die gezielte Auswahl von Auskleidungsmaterialien den Schutz ihrer Produkte erhöhen und das Risiko von Beschädigungen während des Transports vermindern. Die Abstimmung von Grammatur, Barriere und Oberfläche auf Produkt, Klima und Logistikkette steigert Prozesssicherheit und Wirtschaftlichkeit.
- Kernaspekte: Faserbasis, Grammatur, Barriere- und Oberflächeneigenschaften, Verarbeitbarkeit und Rezyklierbarkeit bestimmen die Eignung für den jeweiligen Einsatzzweck. Ergänzend liefern Kennwerte wie ECT/BCT, Cobb und Abriebfestigkeit belastbare Entscheidungsgrundlagen für die Spezifikation.
- Anwendungsspezifische Auswahl: Lebensmittel benötigen oft Barrieren und konforme Oberflächen; Schwerlastanwendungen setzen auf robuste Liner mit höherer Grammatur und stabiler Rillbarkeit. Für empfindliche Oberflächen sind abrieb- und kratzfeste Ausrüstungen vorteilhaft, bei Elektronik sind antistatische Eigenschaften hilfreich.
- Abwägung: Vorteile in Schutzwirkung und Bedruckbarkeit stehen potenziellen Einschränkungen bei Verbundmaterialien gegenüber; die materialeffiziente Auslegung im Gesamtsystem ist entscheidend. Prüfungen unter realistischen Klimabedingungen und Transportprofilen sichern die geforderte Performance ab.
Veröffentlicht am 06.07.2024
Letzte Überarbeitung am 22.09.2025 um 13:43 Uhr von Julia Kopp