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Schaumstoff

Wellpappe ist ein flexibles, robustes und nachhaltiges Verpackungsmaterial, das durch seine Struktur aus Wellen und Decken eine hohe Flächensteifigkeit bei geringem Materialeinsatz ermöglicht. In der Praxis bietet Wellpappe vielseitige Einsatzmöglichkeiten von der Umverpackung bis zur maßgeschneiderten Transportlösung. Durch die Integration von Schaumstoff entsteht ein funktionaler Verbund für Versand und Transport, der Schutz, Fixierung und Isolationsleistung vereint und sich präzise an Produktanforderungen anpassen lässt.

In technischen Schutzverpackungen übernimmt Schaumstoff die Aufgabe der Stoß- und Vibrationsdämpfung, während Wellpappe Formstabilität, Flächensteifigkeit und eine effiziente Außenhülle bereitstellt. Diese Kombination ermöglicht anwendungsoptimierte Lösungen mit kontrollierter Energieaufnahme, passgenauer Fixierung und materialeffizientem Ressourceneinsatz. Zusätzlich lassen sich Anforderungen an Stapeldruck, Kantenstabilität und Handhabungssicherheit abbilden, ohne die Gesamtmasse unnötig zu erhöhen.

Definition: Was versteht man unter Schaumstoff?

Unter Schaumstoff versteht man ein poröses, zelliges Material, das durch das Einblasen oder Entstehen von Gasblasen in einer flüssigen oder pastösen Ausgangsmasse erzeugt wird. Es existieren zahlreiche Schaumstoffarten mit unterschiedlichen Eigenschaften und Verarbeitungswegen. Für Verpackungszwecke steht Verpackungsschaumstoff im Fokus, häufig auf Basis von Polyurethan, Polyethylen, expandiertem Polystyrol oder expandiertem Polypropylen. Je nach Rezeptur, Zellstruktur und Dichte reicht das Spektrum von sehr weich bis sehr hart; der Anteil und die Verteilung eingeschlossener Luft beeinflussen die Dämpfung, Rückstellfähigkeit und Oberflächencharakteristik.

Schaumstoffe lassen sich grundlegend in offenzellige und geschlossenzellige Strukturen einteilen. Offenzellige Varianten (z. B. viele Polyurethan-Schäume) sind besonders geeignet für formschlüssige Polster, Einlagen und Konturpassungen mit guter Kompressionsfähigkeit und anpassungsfähiger Oberfläche. Geschlossenzellige Varianten (z. B. Polyethylen sowie expandiertes Polypropylen) sind feuchtigkeitsunempfindlich, besitzen höhere Rückstellkräfte und zeigen eine ausgeprägte Dämpfungswirkung auch bei wiederholten Stoßereignissen. Wichtige Materialkennwerte sind unter anderem Raumgewicht (Rohdichte), Stauchhärte, Druckverformungsrest, Rückfederungsverhalten, die Zellstruktur sowie die Temperatur- und Alterungsbeständigkeit.

Typische Verpackungsschaumstoffe und Eigenschaften

  • Polyurethan (PU): meist offenzellig, gut konturierbar, geeignet für Formeinlagen, Noppenschaum und empfindliche Oberflächen; vielseitige Härtegrade; gute Anpassung an komplexe Geometrien und Oberflächen mit geringem Abrieb.
  • Polyethylen (PE): geschlossenzellig, robuste Oberfläche, hohe Rückstellfähigkeit, gute Kanten- und Flächenpolsterung, relativ geringe Wasseraufnahme; geeignet für Mehrwegkonzepte und wiederholte Beanspruchung.
  • Expandiertes Polystyrol (EPS) und expandiertes Polypropylen (EPP): Partikelschäume mit ausgeprägter Isolationswirkung und definierten Dämpfungseigenschaften, häufig für thermosensible Anwendungen und formgegebene Inlays; präzise formbar, mit gut reproduzierbaren Energieabsorptionskurven.

Einsatz von Schaumstoff in der Verpackungsindustrie

Schaumstoff zeigt eine beeindruckende Vielseitigkeit in der Verpackungsbranche. Aufgrund seiner Dichte, Zellstruktur und Elastizität eignet er sich hervorragend zum Schutz von Gütern während des Transportes. Die Pufferwirkung absorbiert Stöße, reduziert Spitzenbeschleunigungen und schützt Produkte vor Schäden. Darüber hinaus bietet Schaumstoff eine ausgeprägte Isolationsleistung, was ihn für temperatursensible Sendungen attraktiv macht. Ob als Polsterung in Wellpappkartons, als konturgeschnittene Einlage oder als formgegebene Auflage – die Anwendungen in der Verpackungsbranche sind vielfältig und lassen sich skalierbar auf Serien- und Kleinserienstückzahlen auslegen.

Je nach Produktanforderung kommen unterschiedliche Verarbeitungsverfahren zum Einsatz: Stanzen, Schneiden, Wasserstrahlschneiden, Heißdraht- und Konturschnitt (bei EPS) sowie Kaschieren oder Verkleben zu mehrlagigen Polstereinheiten. Dadurch sind Serienlösungen ebenso möglich wie anwendungsbezogene Kleinserien mit präziser Passform. Ergänzend existieren antistatische oder leitfähige Schäume für elektronische Baugruppen sowie farbige Varianten zur visuellen Codierung von Fächern und Einsätzen. Auch additive Funktionen wie Oberflächenversiegelungen, Perforationen oder Peel-/Stick-Anwendungen können integriert werden, um Montage und Handling zu vereinfachen.

  • Typische Anwendungen: Formeinlagen für Instrumente und Medizintechnik, ESD-gerechte Einsätze für Elektronik, Kanten- und Flächenschutz im Maschinenbau, Polstermatten für Möbelteile, Kunstwerke und Prototypen sowie thermisch isolierende Inlays für temperatursensible Güter; zusätzlich Ladehilfsmittel, Zwischenlagen und Trays für innerbetriebliche Logistik.
  • Funktionale Rollen: Stoßdämpfung, Vibrationsentkopplung, Oberflächenschutz, Spaltüberbrückung, Abstandshalter, Lagesicherung und thermische Isolierung; optional Geräuschreduktion und Schwingungsdämpfung in Transportketten.

Schaumstoff in Kombination mit Wellpappe

Wellpappe in Kombination mit Schaumstoff erhöht die Stabilität von Verpackungen, bietet verbesserten Schutz und isolierende Eigenschaften. Der Schaumstoff wird oft als Inlay oder als zusätzliche Schicht in Wellpappkartons verwendet. Dabei schützt er die verpackten Güter nicht nur vor möglichen Transportschäden, sondern wirkt auch als Isolator gegen Temperaturschwankungen. Dadurch eignen sich Schaumstoff und Wellpappe zusammen bestens für die Verpackung von zerbrechlichen oder empfindlichen Produkten. Durch abgestimmte Konstruktionen lassen sich Einlegezeiten verkürzen, die Prozesssicherheit erhöhen und Schäden in der Lieferkette reduzieren.

Konstruktionsprinzipien und Ausführung

  • Formeinlagen und Rahmenpolster: Konturgeschnittene Einsätze positionieren Produkte formschlüssig, reduzieren Relativbewegungen und verteilen Stoßlasten über größere Flächen; definierte Auflagepunkte und Belastungspfade minimieren lokale Spitzen.
  • Sandwich- und Laminate: Kaschierte Schaumlagen auf Wellpapp-Zuschnitten erzeugen definierte Dämpfungskurven über die Materialdicke; mehrere Schichten können auf die geforderte Energieaufnahme abgestimmt werden, inklusive abgestufter Härtegrade (graduierte Polster).
  • Fixierung und Handling: Aussparungen, Greifkanten und Steckgeometrien erleichtern das Einlegen und Entnehmen, beschleunigen Packprozesse und erhöhen Prozesssicherheit; eindeutige Orientierung (Poka-Yoke) verringert Fehlpackungen.
  • Thermische Aspekte: Geschlossenzellige Schäume (z. B. EPP/EPS) stabilisieren die Temperaturführung während kurzer Transportphasen; ergänzende Isoliereinlagen verbessern die Performance im Verbund und unterstützen kontrollierte Kühlketten.

Leistungskriterien im Verbund

  • Stoßdämpfung: Auslegung nach Fallhöhe, Produktmasse und Empfindlichkeit; Ziel ist eine begrenzte Beschleunigung (G-Wert) am Produkt mit reproduzierbaren Dämpfungskennlinien.
  • Rückstellverhalten: Wiederholte Beanspruchung ohne bleibende Verformung erhöht die Zuverlässigkeit bei Mehrfachnutzung; geringe Setzerscheinungen sichern Maßhaltigkeit.
  • Feuchte- und Klimaresistenz: Geschlossenzellige Strukturen sind unempfindlicher gegenüber Feuchte; Wellpappe profitiert von angepasster Innenausstattung zur Klimastabilisierung; Lager- und Transportklimabedingungen sind in der Auslegung zu berücksichtigen.

Vor- und Nachteile von Schaumstoff

Die Vielseitigkeit und Anpassungsfähigkeit von Schaumstoff bringt viele Vorzüge mit sich. Er ist leicht, flexibel, feuchteunempfindlich (bei geschlossenzelligen Typen) und isolierend, was ihn zu einer geeigneten Wahl für Schutzverpackungen macht. Darüber hinaus sind viele Schaumstoffarten recycelbar, und aufbereitete Rezyklate können in geeigneten Anwendungen erneut eingesetzt werden. Andererseits hat Schaumstoff auch Nachteile. Die Produktion kann je nach Typ ressourcen- und energieintensiv sein, und trotz Recyclingmöglichkeiten endet ein Teil der Materialien in der Entsorgung. Zudem kann Schaumstoff brennbar sein und im Brandfall kritische Dämpfe freisetzen. Die Auswahl des optimalen Verpackungsmaterials ist daher eine abwägende Entscheidung, die stets an den spezifischen Anforderungen des Produkts und der Logistikkette ausgerichtet wird.

  • Vorteile: Geringe Masse, gute Energieaufnahme, anpassbare Geometrie, Oberflächenschutz, thermische Isolation, optional ESD-Eigenschaften; hohe Reproduzierbarkeit der Dämpfungsleistung bei geeigneter Materialwahl.
  • Potenzielle Nachteile: Ressourcen- und emissionsintensive Herstellung je nach Typ, Entsorgungs- und Trennproblematik bei Verbundmaterialien, möglicher Druckverformungsrest, Alterung durch UV/Temperatur, je nach Rezeptur brennbar (Beachtung von Normen und Brandklassen erforderlich); begrenzte Temperaturbeständigkeit bei einigen Schäumen.

Nachhaltigkeitsaspekte

  • Recycling und Wiederverwendung: Monomateriallösungen erleichtern die sortenreine Trennung; robuste Schäume eignen sich für Mehrfachnutzung und Umlaufverpackungen.
  • Materialeffizienz: Funktionsgerechte Auslegung reduziert Polsterdicke und Ausschuss; konstruktive Optimierung mindert Materialeinsatz im Verbund und erhöht die Flächenausnutzung beim Zuschnitt.
  • Emissionen: Auswahl emissionsarmer Qualitäten und prozessoptimierte Fertigung unterstützen umweltbezogene Zielvorgaben; Transportwege und Packdichte beeinflussen die Gesamtbilanz.

Auswahl und Auslegung von Schaumstofflösungen

Die Auslegung erfolgt aus den Produktanforderungen: Masse, Empfindlichkeit, zulässige Beschleunigung, Kontaktflächen, erwartete Fallhöhen und Transportbedingungen. Daraus leiten sich Schaumtyp, Raumgewicht, Materialdicke und Geometrie ab. Praxistaugliche Lösungen berücksichtigen Toleranzen, Fertigungsverfahren und die angestrebte Wiederverwendbarkeit. Für Maßangaben und Passungen bieten weiterführende Erläuterungen zu praxisrelevanten Abmessungen eine hilfreiche Orientierung. Zusätzlich sind Randbedingungen wie Stapelung, Kantenbelastungen, Temperaturfenster und Feuchte zu definieren, um den Verbund aus Schaumstoff und Wellpappe sicher auszulegen.

  • Qualifizierung: Fall- und Schwingungsprüfungen, klimatische Tests und Sichtprüfungen sichern die Funktion; die Ermittlung zulässiger G-Werte und die Bewertung von Beschädigungsgrenzen erfolgen anhand definierter Prüfpläne.
  • Prozess: Geeignete Zuschnitt- und Kaschierverfahren stellen Reproduzierbarkeit und Kantenqualität sicher; Klebstoffsysteme und Oberflächenvorbehandlungen werden auf Materialpaarung, Temperatur und Belastung abgestimmt.

Normen, Prüfstandards und technische Hinweise

Für die Entwicklung von Schutzverpackungen mit Schaumstoff und Wellpappe sind anerkannte Prüfstandards hilfreich, etwa genormte Falltests, Vibrationsprofile und klimatische Prüfungen. Relevante Parameter umfassen Beschleunigungsgrenzen, Dämpfungskennlinien, Setzverhalten sowie Maß- und Formstabilität nach Lagerung. In der Praxis bewährt sich eine schrittweise Validierung: vom Prototypentest über Laborprüfungen bis zur Erprobung im realen Versand.

Maßhaltigkeit, Toleranzen und Fertigung

Maßtoleranzen ergeben sich aus Material, Fertigung und Klimabedingungen. Bei konturgeschnittenen Einlagen ist die Passung so zu definieren, dass Einlegekräfte gering bleiben, das Produkt jedoch formschlüssig fixiert wird. Für wiederverwendbare Systeme sind Kantenstabilität, Abriebfestigkeit und die Resistenz gegen wiederholte Kompression entscheidend. Eine digitale Datengrundlage (CAD) und saubere Schnittstrategien erhöhen die Reproduzierbarkeit.

Praxisbeispiele und typische Auslegungsfehler

Beispiele reichen von konturierten Einsätzen für Messgeräte über ESD-gerechte Trays für Leiterplatten bis zu Rahmenpolstern für Maschinenkomponenten. Häufige Fehler sind zu geringe Polsterdicke bei hohen Fallhöhen, ungeeignete Härtegrade, unzureichende Berücksichtigung von Klimaeinflüssen sowie mangelnde Lagesicherung bei langen Transportwegen. Eine iterative Auslegung mit Prüf-Feedback reduziert diese Risiken.

Zusammenfassung:

  • Schaumstoff ist ein flexibles Material, das ideale Eigenschaften für den Schutz sensibler Produkte in Wellpappverpackungen bietet.
  • Durch seine Elastizität und die Fähigkeit, wieder in seine ursprüngliche Form zurückzukehren, dient Schaumstoff als zuverlässiges Polstermaterial und minimiert das Risiko von Transportschäden.
  • Bei der Kombination mit Wellpappe ermöglicht Schaumstoff eine maßgeschneiderte und sichere Verpackungslösung, welche an die spezifischen Bedürfnisse des Produkts angepasst werden kann.
  • Die Materialwahl (PU, PE, EPS/EPP), Geometrie und Fertigungsmethode bestimmen Stoßdämpfung, Rückstellverhalten, Isolationsleistung und Wiederverwendbarkeit.
  • Eine fundierte Auslegung basiert auf Produktgewicht, Empfindlichkeit, Transportbedingungen sowie prüfbaren Leistungskennwerten und führt zu ressourceneffizienten, funktionsfähigen Lösungen.
  • Normgerechte Prüfungen, definierte Toleranzen und eine auf den Verbund abgestimmte Fertigung sichern Qualität, Prozesssicherheit und konstante Performance im Handling und Versand.

Veröffentlicht am 17.07.2024
Letzte Überarbeitung am 01.12.2025 um 12:33 Uhr von Julia Kopp

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