Besuchen Sie uns auf der E-Commerce Berlin Expo Stand D6 vom 17. - 18. Februar 2026 in Berlin.

Sofortkontakt

Wellstar-Packaging GmbH
Hubert-Weisser-Straße 2
78199 Bräunlingen

Tel. +49 (0)771 / 9294886-0
E-Mail info@wellstar-packaging.de

Belichtungsstabilität

In der Welt der Verpackungen aus Wellpappe spielt die Belichtungsstabilität eine zentrale Rolle. Sie steht für die Widerstandsfähigkeit des Materials gegenüber Licht und ist ausschlaggebend für seine Langlebigkeit und Effizienz. Darüber hinaus beeinflusst sie die optische Anmutung, die Lesbarkeit von Kennzeichnungen sowie die Funktionsfähigkeit entlang der gesamten Lieferkette – von der Produktion über Lager und Transport bis hin zur Präsentation am Point of Sale. Eine hohe Belichtungsstabilität reduziert Ausschuss, verhindert Reklamationen und unterstützt konsistente Qualitätsniveaus über den geplanten Nutzungszeitraum.

Unter realen Nutzungsbedingungen wirkt auf Wellpappe ein breites Lichtspektrum aus UV-, sichtbaren und nahinfraroten Anteilen. Dadurch können optische Effekte (z. B. Ausbleichen, Vergilben) und mechanische Veränderungen (z. B. Versprödung) auftreten. Eine präzise Einordnung der Belichtungsstabilität hilft, die Eignung von Wellpappe für unterschiedliche Anwendungen, Lagerumgebungen und Beleuchtungsszenarien fundiert zu beurteilen. Besonders relevant sind heute lichtstarke LED-Beleuchtungen mit hohem Blauanteil, tageslichtnahe Beleuchtungsbedingungen (D50/D65) in Qualitätskontrollen sowie punktuelle UV-Anteile, die fotochemische Prozesse in Fasern, Bindemitteln, Druckfarben und Beschichtungen anstoßen können.

Definition: Was versteht man unter Belichtungsstabilität?

Die Belichtungsstabilität bezeichnet die Widerstandsfähigkeit eines Materials unter Beleuchtung gegenüber physikalischen und chemischen Veränderungen. Im Fall von Wellpappe-Verpackungen ist eine hohe Belichtungsstabilität ausschlaggebend für die Materialqualität und Langlebigkeit des Produkts. Sie umfasst sowohl reversible als auch irreversible Veränderungen und bezieht bedruckte wie unbedruckte Flächen, Kaschierungen, Klebstoffe und Schutzlacke in die Betrachtung ein.

Im Kontext faserbasierter Materialien umfasst der Begriff sowohl die Lichtbeständigkeit (Farb- und Helligkeitsstabilität) als auch die UV-Beständigkeit (Resistenz gegen fotoinduzierte Alterung). Beeinträchtigungen zeigen sich häufig durch:

  • Farbveränderungen wie Aufhellung, Ausbleichen oder Vergilbung der Decklagen und Drucke,
  • Änderungen der Oberflächenoptik (Glanzverlust, Fleckenbildung),
  • mechanische Effekte wie Versprödung, Mikrorisse oder Abnahme von Festigkeitskennwerten.

Für die Praxis haben sich verschiedene Bewertungsgrößen etabliert: farbmetrische Kennwerte (z. B. ΔE*ab oder ΔE00), Helligkeit und Weißgrad (z. B. nach CIE) sowie Vergilbungsindizes. Bei Druckfarben wird die Lichtbeständigkeit häufig zusätzlich mithilfe der Blauen Wollskala (BWS 1–8) beschrieben, während bei Fasermaterialien optische Aufheller und Pigmente die Verlaufskinetik der Alterung maßgeblich beeinflussen.

Belichtungsstabilität ist abzugrenzen von allgemeiner Alterungsbeständigkeit durch Wärme oder Feuchte; in der Praxis wirken diese Faktoren jedoch oft kombiniert und verstärken Lichteinflüsse. Daher ist eine ganzheitliche Betrachtung der Exposition (Spektrum, Intensität, Dauer) und der Klimaparameter (Temperatur, relative Luftfeuchte) entscheidend.

Belichtungsstabilität und ihre Bedeutung für Wellpappe

Die Eigenschaften der Wellpappe, insbesondere der Belichtungsstabilität, definieren den Einsatzbereich und die Haltbarkeit der Verpackung. Eine ausreichende Belichtungsstabilität sichert die benötigte Haltbarkeit und Qualität der Wellpappe-Verpackung und gewährleistet somit den optimalen Schutz des verpackten Produkts. Dies gilt für Transportverpackungen ebenso wie für sichtbare Verkaufs- und Displayverpackungen, bei denen Farbkonstanz und Lesbarkeit über Wochen bis Monate gefordert sind.

In Abhängigkeit von Rohstoffzusammensetzung (Frisch- vs. Recyclingfaseranteil, Ligninrestgehalt), eingesetzten Deckschichten, optischen Aufhellern, Pigmentierung, Klebstoffsystemen und eventuellen Schutzbeschichtungen reagiert Wellpappe unterschiedlich auf Licht. Relevante Auswirkungen sind:

  • Optische Stabilität bedruckter oder unbedruckter Decklagen (Farbton, Weißgrad, Einheitlichkeit),
  • Funktionserhalt von Kennzeichnungen, Piktogrammen und Barcodes,
  • mechanische Kennwerte wie Kantenstauchwiderstand (ECT) und Stapelstabilität, insbesondere bei längerer Exposition,
  • Verhalten an Rillungen und Falzen, wo Spannungen und Licht alterungsbedingt zusammenwirken können.

Anwendungsbeispiele

  • Langzeitlagerung in beleuchteten Bereichen: Minimierung von Farbdrift und Festigkeitsverlusten,
  • Verkaufsnahe Präsentation: stabile Optik über mehrere Wochen unter Laden- oder Tageslicht,
  • Archivierung und Beschriftung: dauerhafte Lesbarkeit bei moderater Lichtexposition.
  • Bereiche mit hoher LED-Intensität: Sicherstellung der Beständigkeit gegen blaues Spektrum und punktuelle UV-Anteile,
  • Wareneingang, Kommissionierung und Cross-Docking mit Oberlicht: Vermeidung von Vergilbung und Lesbarkeitsverlust bei Labels,
  • Rückführbare Mehrwegverpackungen: konstante Funktionsfähigkeit über mehrere Umläufe und variable Expositionsprofile.

Bei Konstruktionen mit Öffnungshilfen kann die Gestaltung eine Rolle spielen. Eine stimmige Auslegung der Linie (z. B. Abrisskanten) unterstützt das Handling; eine weiterführende Definition und Grundlagen der Perforation bieten ein nützliches Begriffsverständnis im technischen Umfeld. Zugleich sollten Öffnungszonen, Rillungen und Kanten in Bezug auf Belichtungsstabilität so ausgelegt werden, dass kombinierte mechanische und optische Alterungseffekte minimiert werden.

Testen und Messen der Belichtungsstabilität

In Produktion und Qualitätssicherung werden spezifische Prüfverfahren genutzt, um die Belichtungsstabilität der Wellpappe zu messen. Durch die genaue Beobachtung der Veränderungen des Materials unter definierten Lichtverhältnissen ist es möglich, genaue Rückschlüsse auf die Qualität der Wellpappe zu ziehen. Wichtig sind reproduzierbare Prüfbedingungen, eine nachvollziehbare Prüfmittelüberwachung und – wenn möglich – Vergleichsmessungen mit Referenzmaterialien beziehungsweise Gegenproben vor und nach der Exposition.

Typische Prüfmethoden und Normbezüge

  • Xenonbogen-Bewitterung (z. B. nach ISO 4892-2) zur Simulation des Sonnenlichtspektrums inkl. UV-Anteil,
  • UV-Fluoreszenz-Exposition (z. B. nach ISO 4892-3) zur betonten Prüfung der UV-Einwirkung,
  • Farbmetrische Bewertung im CIE L*a*b*-Farbraum (ΔE) zur Quantifizierung von Farbänderungen,
  • Vergleich von Festigkeitswerten vor/nach Exposition (z. B. ECT nach ISO 3037, BCT nach ISO 12048),
  • Visuelle Beurteilung anhand definierter Referenzen und standardisierter Beleuchtung.
  • Bewertung der Lichtbeständigkeit von Druckfarben mithilfe der Blauen Wollskala (BWS) oder vergleichbarer Skalen,
  • Spektrale Messungen mit definierten Messbedingungen (z. B. M0/M1) zur Beurteilung von optischen Aufhellern und Pigmenten.

Wesentliche Prüfparameter

  • Spektrum und Strahlungsdosis (inkl. UV-Filterung),
  • Expositionsdauer sowie Licht-/Dunkel-Zyklen,
  • Temperatur und relative Luftfeuchtigkeit während der Exposition,
  • Probenvorbereitung: bedruckt/unbedruckt, Oberflächenfinish, Materialdicke,
  • Bewertungskriterien: ΔE-Schwellen, Helligkeits- und Farbsättigungsverlust, sichtbare Defekte.
  • Messgeometrie und Bedingungen: D50/D65, 2°/10°-Beobachter, 45/0- oder d/8-Geometrie, Kalibrierstandards,
  • Maskierung nicht exponierter Bereiche zur Referenzbildung, Teilbelichtung und Homogenitätsprüfung,
  • Probenorientierung (Flachlage, Wellenrichtung) und Halterung zur Vermeidung thermischer oder mechanischer Nebenwirkungen.

Interpretation der Ergebnisse

Eine geringe ΔE-Änderung und das Ausbleiben optischer Defekte weisen auf gute Farbstabilität hin; unveränderte ECT/BCT-Werte deuten auf geringe mechanische Alterung. Bei der Ableitung von Einsatzgrenzen empfiehlt sich die Betrachtung der Lichtdosis im Verhältnis zur erwarteten Nutzungsdauer. In der Praxis werden oft materialspezifische Akzeptanzkriterien definiert (z. B. ΔE00-Toleranzen je nach Sichtbarkeit und Anwendung), ergänzt um Retentionswerte für relevante Festigkeitskennzahlen. Zu beachten ist, dass beschleunigte Prüfungen nicht immer linear auf reale Bedingungen übertragbar sind (Stichwort: Reziprozitätsabweichungen); deshalb sind Plausibilitätschecks unter praxisnahen Bedingungen sinnvoll.

Vor- und Nachteile von Belichtungsstabilität

Wellpappe mit hoher Belichtungsstabilität bietet viele Vorteile. Sie ist widerstandsfähig gegenüber Licht, was ihrer Beständigkeit und Haltbarkeit zugute kommt. Diese Verpackungen behalten ihre Qualität und Optik, auch wenn sie für längere Zeit Licht ausgesetzt sind. Jedoch können Materialien mit hoher Belichtungsstabilität auch teurer in der Herstellung sein. Neben dem potenziell höheren Material- und Prozessaufwand sind mögliche Wechselwirkungen mit Drucksystemen, Lacken oder Kaschierklebstoffen zu berücksichtigen, ebenso wie Anforderungen an Recyclingfähigkeit und stoffliche Verwertung.

  • Vorteile: geringe optische Alterung, längere Funktionsdauer, verlässliche Kennzeichnungen und Lesbarkeit.
  • Mögliche Einschränkungen: erhöhter Material- oder Prozessaufwand (z. B. spezielle Pigmente oder Additive), potenzielle Wechselwirkungen mit Drucksystemen und Oberflächenbehandlungen.
  • Abwägung: gewünschtes Erscheinungsbild und Funktionszeitraum im Verhältnis zu Prüfaufwand und Materialkomplexität.
  • Zusätzliche Aspekte: Einfluss auf Ökobilanz und Recyclingströme, Einhaltung relevanter Anforderungen bei sensiblen Anwendungen (z. B. lebensmittelnah, indirekter Kontakt).

Praxisempfehlungen zur Sicherung der Belichtungsstabilität

  • Materialauswahl zielgerichtet treffen (Decklagenqualität, Pigmentierung, ggf. UV-Absorber),
  • Druckfarben und Lacke mit dokumentierter Lichtbeständigkeit verwenden,
  • Konstruktive Details so gestalten, dass kritische Zonen (Kanten, Rillungen) nicht unnötig exponiert werden,
  • Beleuchtungsprofil der vorgesehenen Umgebung berücksichtigen (UV-Anteil, Intensität, Dauer),
  • Validierung durch praxisnahe Tests mit repräsentativen Expositionszeiten und Klimaparametern.
  • Lagermanagement anpassen: direkte Sonneneinstrahlung und spotnahe Beleuchtung vermeiden, Schutz vor erhöhter Wärmebelastung,
  • Qualitätssicherung standardisieren: definierte Messbedingungen, Vergleichsstandards und Wiederholprüfungen etablieren,
  • Druck- und Finishingprozesse aufeinander abstimmen (Farbserien, Lacke, Kaschierklebstoffe), um Synergieeffekte bei der Stabilität zu nutzen.

Verwandte Begriffe und Abgrenzung

Belichtungsstabilität steht in engem Zusammenhang mit Lichtbeständigkeit, UV-Stabilität, optischer Beständigkeit und allgemeiner Alterungsbeständigkeit. Während Belichtungsstabilität primär die Reaktion auf Licht (inklusive UV-Anteilen) adressiert, beschreibt Witterungsbeständigkeit zusätzlich das Zusammenspiel mit Feuchte, Temperaturwechseln und weiteren Umweltfaktoren. Für Wellpappe ist die kombinierte Betrachtung entscheidend, da Feuchte, Temperatur und Licht häufig gleichzeitig einwirken und die Alterung beschleunigen können.

Zusammenfassung:

  • Die Belichtungsstabilität spielt eine entscheidende Rolle bei der Haltbarkeit von Verpackungen aus Wellpappe, da sie angibt, wie gut sich das Material gegenüber Licht beständig zeigt.
  • Ein hoher Grad an Belichtungsstabilität sorgt dafür, dass Verpackungen auch nach längerem Aufbewahren oder Transport unter Einfluss von Licht ihre Farbe und Struktur behalten.
  • Unternehmen, die Wellpappe für ihre Verpackungen nutzen, profitieren von einer hohen Belichtungsstabilität, da diese die Qualität, die Stabilität sowie das Erscheinungsbild ihrer Produkte bewahrt.
  • Zur Bewertung dienen standardisierte Licht- und UV-Expositionen, farbmetrische Kennzahlen (z. B. ΔE) sowie Festigkeitsprüfungen vor und nach der Belastung.
  • Die Auswahl geeigneter Materialien, Drucksysteme und Oberflächenbehandlungen sowie eine anwendungsnahe Prüfung unterstützen eine reproduzierbare Belichtungsstabilität.
  • Für eine belastbare Praxisbewertung sollten reale Beleuchtungsbedingungen (Spektrum, Dosis) und Klimaparameter berücksichtigt und mit beschleunigten Prüfungen sinnvoll korreliert werden.
  • Durch gezielte Konstruktion, Lager- und Prozessführung lässt sich die Belichtungsstabilität von Wellpappe im gesamten Lebenszyklus der Verpackung zuverlässig absichern.

Veröffentlicht am 12.08.2024
Letzte Überarbeitung am 01.09.2025 um 11:59 Uhr von Sebastian Würth

Zitieren oder teilen Sie diesen Artikel gerne!