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Biologisch abbaubar

Der Bereich moderner Verpackungslösungen orientiert sich zunehmend am Konzept der biologischen Abbaubarkeit, insbesondere bei Materialien wie Wellpappe. Diese Entwicklung wird durch regulatorische Anforderungen, betriebliche Nachhaltigkeitsziele und die Erwartung an kreislauffähige Materialsysteme geprägt.

Im Kontext eines technischen Lexikons beschreibt der Begriff die Fähigkeit von Materialien, sich unter natürlichen Bedingungen durch Mikroorganismen zu zersetzen. Im Fokus stehen die Rahmenbedingungen, die Geschwindigkeit des Abbaus sowie die Auswirkungen auf Stoffkreisläufe und Umwelt. Zusätzlich relevant sind messbare Kriterien wie CO2-Evolution, Sauerstoffzehrung (BOD), Restorganik und die Desintegration in definierte Partikelgrößen innerhalb bestimmter Zeitfenster.

Definition: Was versteht man unter Biologisch abbaubar?

Ein Produkt oder eine Substanz wird als biologisch abbaubar bezeichnet, wenn sie von Mikroorganismen wie Bakterien oder Pilzen zersetzt wird. In einfachen Worten sind diese Stoffe in der Lage, sich in die Natur zu zerlegen und dabei keine umweltbelastenden Rückstände zu hinterlassen. Der Prozess der biologischen Abbaubarkeit wird durch natürliche Bedingungen wie Temperatur und Feuchtigkeit beschleunigt. Entscheidend ist stets das Zusammenspiel aus Materialaufbau, Umgebungsparametern und verfügbarer Mikrobiologie.

Im technischen Sinne bedeutet das: Organisches Material wird in Grundbestandteile wie Kohlendioxid (aerob), Wasser und Biomasse bzw. unter Sauerstoffausschluss in Methan (anaerob) überführt. Entscheidend ist, dass keine persistenten, toxischen Rückstände verbleiben und die Zersetzung innerhalb eines angemessenen Zeitraums erfolgt. In Prüfverfahren wird dies häufig über die Mineralisierungsrate (CO2-Freisetzung), die Desintegration (Sichtbarkeit/Partikelgröße) und ökotoxikologische Unbedenklichkeit quantifiziert.

  • Aerober Abbau: Zersetzung mit Sauerstoff zu CO2, Wasser und Biomasse.
  • Anaerober Abbau: Zersetzung ohne Sauerstoff, Bildung von Methan und CO2.
  • Keine persistenten Rückstände: Keine dauerhaften Schadstoffe oder Mikroplastik.
  • Umweltabhängigkeit: Temperatur, Feuchte, Sauerstoff und Mikrobiologie steuern die Abbaurate.
  • Messgrößen: CO2-Evolution, biologische Sauerstoffzehrung (BOD), theoretischer Sauerstoffbedarf (ThOD), Desintegration und Ökotoxikologie.

Abgrenzung zu „kompostierbar“ und „bio-basiert“

Biologisch abbaubar beschreibt den Zerfallsprozess, nicht die Herkunft. Bio-basiert verweist auf den Rohstoff (z. B. Zellulose), während kompostierbar zusätzliche, praxisnahe Nachweise (z. B. Zerfall und Qualität des Komposts) unter definierten Bedingungen erfordert. Normen wie EN 13432 betreffen Kompostierbarkeit und sind von reiner Abbaubarkeit zu unterscheiden. Zudem ist „kompostierbar“ nicht automatisch gleichzusetzen mit „heimkompostierbar“; hierfür existieren eigene Prüfregime mit oft niedrigeren Temperaturen und längeren Zeiträumen.

Die Verbindung von Biologischer Abbaubarkeit und Wellpappe

Wellpappe ist ein weit verbreitetes Material in der Verpackungsindustrie aufgrund ihrer vorteilhaften mechanischen Eigenschaften wie Festigkeit, Belastbarkeit und Flexibilität. Der zentrale Aspekt für ihre umfassende Nutzung ist jedoch die biologische Abbaubarkeit. Wellpappe besteht hauptsächlich aus Papier, einem natürlichen Material, das sich unter geeigneten Bedingungen im Boden zersetzen kann. Statt die Umwelt mit toxischen Rückständen zu belasten, kann die mineralisierte Zellulose in natürliche Kreisläufe übergehen.

Die faserbasierte Struktur (Zellulose) und häufig verwendete stärkehaltige Leime unterstützen den Abbau. Einfluss nehmen jedoch Ausrüstungen: Druckfarben, Lacke, wasserabweisende Beschichtungen oder Nassfestmittel können die Geschwindigkeit der Zersetzung verändern. Unbeschichtete, sortenreine Qualitäten bauen sich unter günstigen Bedingungen schneller ab als stark veredelte Oberflächen. Rezyklatanteile, Faserlängenverteilung und das Flächengewicht der Decken- und Wellenpapiere beeinflussen die Zugänglichkeit für Wasser und Mikroorganismen.

In der Praxis hat die stoffliche Verwertung (Altpapier-Recycling) bei Wellpappe Priorität. Biologischer Abbau ist eine Option am Ende der Kaskadennutzung, wenn Recycling technisch nicht mehr sinnvoll ist (z. B. nach starker Verschmutzung). Ergänzend werden alternative Faserquellen betrachtet; hierzu bieten weiterführende Informationen zu Verpackungen aus Graspapier einen vertiefenden Überblick.

Abbaubedingungen bei Wellpappe

Abbau findet besonders effizient in feuchter, warmer und sauerstoffreicher Umgebung statt. In trockener, kalter oder sauerstoffarmer Umgebung verlangsamt sich der Prozess deutlich. Die Dicke des Materials (Flächengewicht) und die Verdichtung beeinflussen die Zugänglichkeit für Mikroorganismen. Zusätzlich wirken der pH-Wert, die C/N-Balance des Substrats, die Zerkleinerung (Oberflächenvergrößerung) sowie die Stapelgeometrie auf die Abbaurate. Unter kompostnahen Bedingungen gelten Luftaustausch, Feuchtezufuhr und Temperaturführung als zentrale Stellgrößen.

Die Wirkung auf die Umwelt

Die Implementierung biologisch abbaubarer Verpackungen wie Wellpappe spielt eine relevante Rolle für den Umweltschutz. Da der Abbau dieses Materials keine gefährlichen Rückstände produziert, trägt er zu einer reduzierten Umweltbelastung bei. Er fördert die Müllreduzierung und verringert die Abhängigkeit von Deponien. Darüber hinaus vermeidet der Einsatz biologisch abbaubarer Wellpappe die Anreicherung persistenter Stoffe in der Umwelt und kann die Nutzung nachwachsender Rohstoffe unterstützen.

Aus umweltfachlicher Sicht ist relevant, dass faserbasierte Materialien kein Mikroplastik bilden und in natürlichen Kreisläufen mineralisieren. Gleichzeitig gilt: Auf Deponien kann unter anaeroben Bedingungen Methan entstehen; in geregelten Entsorgungssystemen sollte daher Recycling und gegebenenfalls energetische Nutzung gegenüber Deponierung bevorzugt werden. Bei Lebenszyklusbewertungen hängt die Bilanz maßgeblich von Energiequellen, Recyclingraten, Transportdistanzen und der Art der Entsorgung ab.

  • Kreislaufwirtschaft: Stoffliches Recycling verlängert die Nutzungsdauer der Fasern.
  • Rohstoffschonung: Hoher Altpapieranteil reduziert Primärfaserbedarf.
  • Emissionen: Abbaubarkeit vermeidet persistente Rückstände; die Bilanz hängt jedoch vom Entsorgungsweg ab.
  • Systemeffekte: Sortierqualität, Verschmutzungsgrad und Sammelsysteme prägen die tatsächliche Kreislaufführung.

Vor- und Nachteile von Biologisch abbaubar

Ein wesentlicher Vorteil der biologisch abbaubaren Verpackungsoptionen ist die Minimierung des Umwelteinflusses. Sie helfen, die Menge des erzeugten Abfalls zu reduzieren und die Lebensdauer von Deponien zu verlängern. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass sie die CO2-Emissionen im Vergleich zu traditionellen Verpackungen reduzieren können, sofern Recycling und Verwertung konsequent genutzt werden. Auf der anderen Seite sind einige Herausforderungen mit biologisch abbaubaren Verpackungen verbunden. Erstens sind die Anfangskosten solcher Verpackungsformate mitunter höher. Darüber hinaus erfordern sie spezifische Bedingungen, um sich effizient abzubauen, die nicht in allen realen Umgebungen vorliegen. Für bestimmte Anwendungen sind Barriere- oder Nassfestigkeitsanforderungen abzuwägen, da Ausrüstungen den Abbau verzögern können.

  • Vorteile: Natürlicher Zerfall ohne persistente Rückstände; hohe Kompatibilität mit etablierten Papierkreisläufen; gute Akzeptanz in der Entsorgung.
  • Grenzen: Feuchte- und Nassfestigkeit erfordern teils Ausrüstungen, die den Abbau verzögern können; funktionale Barrieren können die biologische Zersetzung beeinträchtigen.
  • Praxisaspekte: Nachweisverfahren und Kennzeichnungen sind zu beachten; Lagerbeständigkeit und Abbaubarkeit müssen im Design ausgewogen werden.
  • Anwendungsfälle: Transport- und Versandverpackungen, Sekundärverpackungen sowie Lebensmittelverpackungen mit geeigneten, recyclingkompatiblen Barrieren.

Abbaubedingungen und Zeiträume

Die zeitliche Einordnung variiert stark und hängt von Umgebung und Materialaufbau ab. Allgemeine, praxisnahe Spannweiten:

  1. Industrielle Kompostierung (aerob, warm, feucht): Zersetzung von faserbasierten Materialien häufig innerhalb weniger Wochen bis weniger Monate; die Desintegration erfolgt unter definierten Bedingungen und Siebgrößen.
  2. Natürlicher Boden: Je nach Klima, Feuchte und Bodenleben mehrere Monate bis darüber hinaus; in humusreichen Böden mit guter Belüftung deutlich schneller als in kalten, trockenen Böden.
  3. Gewässer/Meeresumwelt: Deutlich verlangsamter Abbau; diese Umgebung ist nicht für die Entsorgung vorgesehen.

Faktoren wie Temperatur, Feuchte, Sauerstoff, Mikroorganismenaktivität, pH-Wert und Materialdicke steuern die Abbaurate. Zerkleinerung und Durchlüftung beschleunigen den Prozess. In der Praxis werden oft Vorbehandlungen (z. B. Perforation oder Shreddern) eingesetzt, um die Oberfläche zu vergrößern und die Desintegration zu unterstützen.

Recycling, Kompostierung und Entsorgung

Für Wellpappe gilt in der Regel: Stoffliches Recycling ist der bevorzugte Entsorgungsweg. Der biologische Abbau kann nachrangig sein, wenn Recycling nicht mehr möglich ist. Kompostierung von Papiersubstraten erfolgt in kommunalen Systemen je nach lokalen Vorgaben; häusliche Kompostierung ist uneinheitlich und abhängig von den Bedingungen. Verunreinigungen (z. B. Fette, Lebensmittelreste) beeinflussen die Sortierbarkeit und die Eignung für das Papierrecycling.

  • Priorität: Mehrfaches Recycling (Kaskadennutzung) vor biologischem Abbau.
  • Hinweis: Abbaubarkeit ist kein Freibrief für Littering; geregelte Entsorgung bleibt essenziell.
  • Sortierung: Monomaterialien mit geringer Beschichtung sind vorteilhaft; Verbundsysteme sollen möglichst vermieden oder trennbar gestaltet werden.

Normen und Prüfmethoden

Zur Bewertung der Abbaubarkeit und kompostierbezogener Eigenschaften kommen standardisierte Verfahren zum Einsatz:

  • OECD 301/302: Tests zur „ready“ bzw. „inherent“ biodegradability in wässrigen Systemen.
  • ISO 17556: Aerober Abbau im Boden.
  • ISO 14855/ISO 14851: Aerober Abbau unter kontrollierter Kompostierungsbedingungen.
  • EN 13432: Anforderungen an die Verwertung durch Kompostierung und biologische Behandlung für Verpackungen (Kompostierbarkeit, Desintegration, Ökotoxikologie).
  • ISO 20200/ISO 16929: Labor- und Pilotmaßstäbe zur Beurteilung der Desintegration von Verpackungsmaterialien unter Kompostierungsbedingungen.
  • ISO 15985: Bestimmung der anaeroben Abbaubarkeit unter Hochfeststoffbedingungen.

Materialgestaltung und Designprinzipien

Für bestmögliche biologische Abbaubarkeit und gleichzeitig hohe Kreislauffähigkeit sind materialseitig einfache, trennbare Strukturen anzustreben. Wasserbasierte Drucksysteme, stärke- oder dextrinbasierte Klebstoffe und dünne, recyclingverträgliche Barrieren fördern die Desintegration. Bei notwendigen Funktionsschichten (z. B. Fett- oder Feuchtesperren) empfiehlt sich eine sorgfältige Prüfung von Migrationsverhalten, Entfernbarkeit im Recyclingprozess und Einfluss auf die Abbauraten.

Häufige Missverständnisse und Praxisempfehlungen

„Biologisch abbaubar“ bedeutet nicht, dass ein Material in jeder Umgebung schnell verschwindet. Insbesondere in kalten, trockenen oder sauerstoffarmen Umgebungen verlangsamt sich der Abbau erheblich. Für die Praxis gilt: Entsorgung über etablierte Sammelsysteme, konsequente Sortierung, Vermeiden von littering und bevorzugte Nutzung des Papierrecyclings. Kennzeichnungen sollten eindeutig sein und nicht zu Fehlinterpretationen über den vorgesehenen Entsorgungsweg führen.

Zusammenfassung:

  • Biologisch abbaubare Materialien, wie beispielsweise Wellpappe, können von natürlich vorkommenden Organismen zersetzt werden und sind somit eine umweltfreundliche Alternative zu herkömmlichen Verpackungsmaterialien.
  • Die Verwendung von biologisch abbaubaren Verpackungen wie Wellpappe kann dazu beitragen, den ökologischen Fußabdruck eines Unternehmens zu reduzieren, da sie nach ihrem Gebrauch in den natürlichen Kreislauf zurückgeführt und somit keine dauerhafte Belastung für die Umwelt darstellen.
  • Im Gegensatz zu synthetischen Verpackungsmaterialien, hinterlassen biologisch abbaubare Verpackungen aus Wellpappe nach ihrem Zerfall keine schädlichen Rückstände und tragen somit zur Erhaltung unserer natürlichen Ressourcen bei.
  • Abgrenzung: „Biologisch abbaubar“ beschreibt den Zerfall, „kompostierbar“ fordert zusätzliche Nachweise; die Herkunft (bio-basiert) ist davon unabhängig.
  • Praxis: Recycling der Fasern hat Vorrang; biologischer Abbau ist eine Option am Ende der Nutzungskaskade, abhängig von lokalen Entsorgungssystemen.
  • Gestaltung: Monomaterialien, kompatible Klebstoffe und zurückhaltende Ausrüstungen erleichtern sowohl das Recycling als auch die biologische Zersetzung.
  • Systemblick: Die ökologische Bilanz hängt vom gesamten Lebenszyklus ab, einschließlich Sammel- und Sortierqualität, Transport und Energieeinsatz.

Veröffentlicht am 25.06.2024
Letzte Überarbeitung am 29.09.2025 um 17:54 Uhr von Sebastian Würth

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