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Recyclingprozess

Wellpappe spielt eine wichtige Rolle im Umwelt- und Ressourcenschutz. Sie ist der passende Werkstoff für nachhaltige Verpackungslösungen, da sie aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt und zu 100% recycelt werden kann. Ein zentraler Aspekt ist der Recyclingprozess dieser vielseitigen Materialart, der in der Kreislaufwirtschaft als Bindeglied zwischen Nutzung, Rückführung und erneuter Produktion fungiert. Durch strukturierte Erfassungssysteme, sorgfältige Sortierung und eine präzise Aufbereitung werden Sekundärfasern gewonnen, die erneut in Papier- und Kartonprodukten eingesetzt werden. Ergänzend trägt die hohe Sortenreinheit in der Sammlung wesentlich dazu bei, Materialkreisläufe stabil zu halten, Transportaufwände zu reduzieren und die Qualität des Rezyklats für nachgelagerte Anwendungen zu sichern.

Definition: Was versteht man unter dem Recyclingprozess?

Der Recyclingprozess von Wellpappe, auch Altpapieraufbereitung genannt, umfasst mehrere aufeinander abgestimmte Schritte. Ausgangspunkt ist das Sammeln und Trennen von Altpapier (oft als OCC – Old Corrugated Containers – bezeichnet) aus Haushalten, Handel und Industrie. Im nächsten Schritt folgt die Sortierung des Materials, um Nicht-Papier-Komponenten wie Kunststoffe, Metalle, Glas oder organische Anhaftungen auszuschließen. Danach wird das Altpapier in eine Papierfabrik transportiert, mechanisch zerkleinert, mit Wasser vermischt und zu einer faserigen Suspension verarbeitet. Über verschiedene Verfahren – unter anderem Siebung, Reinigung, Flotation zur Entfernung von Druckfarben (Deinking) sowie Entstörung von klebrigen Verunreinigungen (Stickies) – werden Störstoffe ausgetragen. Abschließend wird die aufbereitete Fasersuspension entwässert, gepresst und getrocknet; daraus entstehen neue Papierbahnen (z. B. Wellenstoff, Testliner), die zu neuen Papier- und Kartonprodukten weiterverarbeitet werden. Der Schwerpunkt liegt dabei auf stofflichem Recycling: Materialien werden als Fasern im Kreislauf gehalten, anstatt sie energetisch zu verwerten; so bleiben Wertstoffe länger nutzbar und die Materialeffizienz steigt.

Die Schritte des Recyclingprozesses der Wellpappe

Der Recyclingprozess der Wellpappe lässt sich in vier grundlegende Phasen unterteilen. Jede Phase besitzt mehrere Teilschritte, die zusammen die Qualität der Sekundärfaser bestimmen.

Phase 1: Sammlung und getrennte Erfassung

  • Getrennte Bereitstellung in Altpapierbehältern oder gebündelt; Vermeidung von Durchfeuchtung und Verschmutzung.
  • Erfassung über kommunale Systeme, gewerbliche Rücknahme oder Rückführungslogistik des Handels.
  • Transport zu Sortieranlagen unter Beachtung von Feuchte- und Verdichtungsgrenzen, um Faserqualität zu schützen.

Phase 2: Sortierung und Entfernung von Fremdstoffen

  • Vorsortierung nach Fraktionen (z. B. Wellpappe, Mischpapier), Entfernung von Folien, Metallklammern und sonstigen Störstoffen.
  • Einsatz optischer Sensorik, Luftstromtechnik und Siebe zur Trennung nach Materialart und Partikelgröße.
  • Qualitätssicherung durch visuelle Kontrollen, Probenahmen und definierte Grenzwerte für Störstoffanteile.

Phase 3: Aufbereitung in der Papierfabrik (Stoffaufbereitung)

  1. Zerkleinerung und Auflösung: Altpapier wird im Pulper mit Wasser dispergiert, Fasern werden vereinzelt.
  2. Grobsiebung und Reinigung: Abtrennung größerer Partikel, Sand, Heftklammern, Kunststoffe.
  3. Feinsiebung und Deinking (bei bedruckten Qualitäten): Entfernung von Druckfarben mittels Flotation und Waschschritten.
  4. Entstörung von Stickies: Reduktion klebriger Bestandteile, die später Prozess und Oberfläche beeinträchtigen könnten.
  5. Stoffaufbereitung und Homogenisierung: Einstellung von Konsistenz, Faserlänge, Aschegehalt und weiteren Kenngrößen.

Phase 4: Weiterverarbeitung zu neuen Produkten

  • Entwässerung auf der Papiermaschine, Pressen und Trocknen zu einer stabilen Papierbahn.
  • Optionales Oberflächenfinish (z. B. Leimung) und Konfektionierung zu Rollen oder Formaten.
  • Verarbeitung zu funktionalen Kartonagen, Wellpapp-Bahnen und darauf basierenden Versand- und Schutzlösungen.

Prozessparameter und Qualitätsfaktoren

Die Qualität des Recyclats wird durch mehrere Faktoren geprägt: Reinheit der Eingangsstoffe, Anteil an bedrucktem Material, Feuchtegrad, Faserlängenverteilung, Asche- und Füllstoffgehalt sowie Prozessführung in Siebung, Reinigung und Flotation. Kontinuierliche Prüfungen – zum Beispiel Reißlänge, Porosität, Dicke und Oberflächenerscheinungsbild – sichern die Eignung für den erneuten Einsatz. Ein geringer Störstoffanteil erleichtert die Aufbereitung, senkt Ausschuss und stabilisiert die Laufzeiten der Papiermaschinen. Zusätzlich beeinflussen Prozessstabilität, Temperaturführung, Stoffkonzentration und Kreislaufführung des Prozesswassers die Faserqualität, die Ausbeute und die Verfügbarkeit der Papiermaschine über längere Produktionszeiträume.

Regulatorischer Rahmen und gängige Normen

Für die Sortierung und Qualifizierung von Altpapierfraktionen haben sich anerkannte Spezifikationen etabliert. Relevante Klassen für Wellpappe beschreiben unter anderem zulässige Anteile an Fremdstoffen, Feuchte und Ausschuss. Typische Handelsparameter umfassen Grenzwerte für Störstoffgehalte, Vorgaben zur maximalen Feuchte sowie Vorgaben für die Beschaffenheit der Fraktion (z. B. Wellpappe mit oder ohne Mischpapieranteil). Diese Orientierungshilfen unterstützen Erfassung, Handel und stoffliche Verwertung dabei, sortenreine Ströme bereitzustellen und qualitativ konstante Sekundärfasern zu erzeugen.

Einfluss von Klebstoffen, Beschichtungen und Druckfarben

Die Recyclingfähigkeit von Wellpappe wird maßgeblich durch Hilfsstoffe und Ausrüstungen beeinflusst. Wasserlösliche oder dispergierbare Klebstoffe lassen sich in der Aufbereitung gut entfernen, während stark vernetzte oder hitzebeständige Systeme Stickies verursachen können. Dünne, papierverträgliche Beschichtungen sind in der Regel unkritischer als dichte Barrieren auf Polymerbasis. Bei Druckfarben begünstigen wasserbasierte Systeme und formulierte Farben mit guter Ablösbarkeit die Flotation. UV-härtende oder stark haftende Farbsysteme erfordern dagegen eine abgestimmte Prozessführung, um Partikel zuverlässig aus der Suspension zu entfernen.

Wasser- und Energiehaushalt in der Stoffaufbereitung

Ein effizienter Recyclingprozess setzt auf geschlossene Wasserkreisläufe, Filtration und Kreislaufführung des Prozesswassers. Aufbereitete Teilströme werden zur Suspensionsherstellung und zum Waschen zurückgeführt. Dabei hilft eine abgestimmte Steuerung von Temperatur, pH-Wert und Leitfähigkeit, Faser- und Feinanteile stabil zu halten. Nebenprodukte wie Siebrejects und Deinking-Schlämme werden getrennt behandelt und einer geeigneten Entsorgung oder Verwertung zugeführt. Energieeinsatz in Pulper, Pumpen und thermischen Aggregaten kann durch optimierte Aggregatsgrößen, Wärmerückgewinnung und bedarfsorientierte Fahrweisen reduziert werden.

Kennzahlen und Prüfmethoden in der Qualitätssicherung

Zur Bewertung der Eignung von Rezyklatfasern im Verpackungsbereich kommen standardisierte Prüfungen zum Einsatz. Neben Grammatur, Dicke und Feuchte sind unter anderem Berstfestigkeit, Reißlänge, Biege- und Stauchwiderstand (z. B. ECT/BCT) sowie Cobb-Werte für das Wasseraufnahmesverhalten relevant. Ergänzend werden Helligkeit, Aschegehalt, Feinanteile, Faserlängenverteilungen und Oberflächenkennwerte beobachtet. Eine robuste Prüfplanung ermöglicht es, Trends frühzeitig zu erkennen, Produktionsfenster zu definieren und die Kreislauffähigkeit der Wellpappe in verschiedenen Anwendungen zu sichern.

Design for Recycling bei Wellpappe

Verpackungsdesigns, die die Kreislauffähigkeit berücksichtigen, unterstützen einen störungsarmen Recyclingprozess. Empfehlenswert sind klar trennbare Monomaterial-Lösungen, leicht lösliche Etiketten und Klebstoffe, reduzierte Vollflächenlackierungen sowie ein sparsamer Einsatz schwer entfernbarer Barrieren. Wo funktionale Schichten notwendig sind, sollten diese so ausgelegt sein, dass sie in der Stoffaufbereitung ablösbar oder in geringen Mengen tolerierbar sind. Gut dokumentierte Materialdeklarationen, eindeutige Kennzeichnungen und praxisnahe Trennhinweise erhöhen die Sortenreinheit bereits in der Nutzung und vereinfachen die Rückführung in den Stoffkreislauf.

Häufige Fehlerquellen und deren Vermeidung

  • Nässe und Durchfeuchtung während Sammlung und Transport führen zu erhöhter Alterung und erschweren die Sortierung; trockene Bereitstellung ist daher essenziell.
  • Verbundmaterialien, Wachse, Silikonpapiere und stark haftende Kaschierungen können den Aufbereitungsprozess stören und die Ausbeute mindern.
  • Lebensmittelanhaftungen und Öle beeinträchtigen die Prozessstabilität und erhöhen Reinigungsaufwand und Ausschuss.
  • Übermäßige Verdichtung beim Pressen oder Lagern quetscht Fasern, erschwert die Auflösung im Pulper und kann die Faserlänge negativ beeinflussen.
  • Fehlwürfe von Kunststoffen, Glas oder Metallteilen belasten Sieb- und Reinigungsschritte und erhöhen Stillstandsrisiken.

Wiederverwendung und Wirtschaftlichkeit im Recyclingprozess

Wellpappe kann in geschlossenen Kreisläufen vielfach wiederverwertet werden. Diese Wiederverwendbarkeit ist ein wesentlicher Faktor für die Wirtschaftlichkeit des Materials und unterstützt eine ressourcenschonende Kreislaufwirtschaft. Technisch bedingt verkürzt sich die durchschnittliche Faserlänge im Verlauf mehrerer Umläufe; deshalb wird die Qualität durch Prozessoptimierung und – je nach Einsatzgebiet – eine dosierte Zumischung von Frischfasern stabilisiert. Der Recyclingprozess von Wellpappe benötigt im Vergleich zur Primärproduktion weniger Energie und Wasser, reduziert Abfallmengen und senkt die Nachfrage nach Primärrohstoffen. Das wirkt sich sowohl ökologisch als auch betriebswirtschaftlich positiv aus, da Materialflüsse effizienter werden und Rohstoffschwankungen abgemildert werden. Zusätzlich ermöglicht eine planbare Materialqualität verlässliche Produktionsfenster in der Papier- und Verpackungsherstellung, wodurch Durchlaufzeiten und Kostenstruktur stabil gehalten werden können.

Praxisnahe Anwendungsszenarien

In der Praxis werden Versand- und Transportverpackungen aus Wellpappe nach Gebrauch gesammelt, verdichtet und sortenrein einer Papierfabrik zugeführt. Dort hergestellte Papiere wie Testliner und Wellenstoff fließen erneut in die Herstellung von Wellpapp-Bahnen ein. Über standardisierte Zuschnitte, Rillungen und Verklebungen entstehen daraus Kartonagen für Lager, Kommissionierung und Distribution. Dieser Kreislauf kann mehrfach durchlaufen werden, sofern Sammel- und Sortierqualität hoch bleibt. Insbesondere in Handels- und Logistikketten mit definierter Rückführung gelingt so eine konsistente Versorgung mit Sekundärfasern für Verpackungsanwendungen.

Vor- und Nachteile des Recyclingprozesses

Der Recyclingprozess von Wellpappe bietet zahlreiche Vorteile. Er spart Rohstoffe, senkt den Energiebedarf gegenüber der Neuherstellung und reduziert Treibhausgasemissionen. Darüber hinaus fördert er regionale Stoffströme, schafft Arbeitsplätze entlang der Wertschöpfungskette und stärkt die Versorgungssicherheit mit Sekundärrohstoffen. Demgegenüber stehen Herausforderungen: Das Herausfiltern von Fremdstoffen ist aufwendig, feuchte oder verschmutzte Sammelware erschwert die Aufbereitung, und mit jedem Kreislauf kann die Faserqualität graduell abnehmen. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit klarer Sammelstandards, effizienter Sortierprozesse und stabiler Qualitätskontrollen.

  • Vorteile: Ressourcenschonung, geringerer Energie- und Wasserverbrauch, CO2-Reduktion, hohe Verfügbarkeiten von Sekundärfasern, planbare Materialqualitäten durch Normen und Prüfungen.
  • Herausforderungen: Störstoffe (Kunststoffe, Metalle, organische Rückstände), Feuchte- und Schmutzeinträge, mögliche Faserverkürzung, Bedarf an Prozesschemikalien im Deinking, Entsorgung von Sieb- und Reinigungsrückständen.

Best Practices für Sammlung und Sortenreinheit

  • Getrennte Erfassung von Wellpappabfällen, trocken lagern und vor Nässe schützen.
  • Keine Verbundmaterialien, Folien und stark verschmutzte Materialien beimischen.
  • Flache Anlieferung durch Bündeln oder Falten; Volumenreduktion erleichtert Logistik ohne Fasern zu quetschen.
  • Regelmäßige Qualitätskontrollen und Schulung der Mitarbeitenden in der Trennungspraxis.

Zusammenfassung:

  • Der Recyclingprozess beginnt mit der Sammlung und Sortierung von Abfallprodukten wie Wellpappe, die danach zu einem Recyclingzentrum transportiert werden. Entscheidend sind trockene, sortenreine Fraktionen und niedrige Störstoffanteile.
  • In der Wiederaufbereitungsanlage wird die Wellpappe gereinigt, zerkleinert und zu einer faserigen Suspension verarbeitet, die zu neuen Papierbahnen und Kartonprodukten geformt wird – eine umweltfreundliche und kosteneffiziente Lösung für viele Verpackungen im betrieblichen Alltag.
  • Die Endphase des Recyclingprozesses umfasst die Auslieferung der neuen Wellpappenprodukte an Anwender, die eine nachhaltige Wahl für ihre Anforderungen treffen; so wird die Nachfrage nach Primärrohstoffen reduziert und unser Ökosystem entlastet. Kontinuierliche Qualitätsprüfungen sichern die Kreislauffähigkeit.

Veröffentlicht am 04.06.2024
Letzte Überarbeitung am 06.01.2026 um 10:28 Uhr von Julia Kopp

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