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Blattgrößen

Die Auswahl der geeigneten Maße für Wellpappeblätter erweist sich als zentraler Aspekt in der Verpackungsindustrie. Diese Auswahl trägt zu Effizienz und Kostenoptimierung bei, während sie auch die Sicherheit und den Schutz der verpackten Produkte gewährleistet. Zudem beeinflussen passgenaue Formate Reproduzierbarkeit, Prozessstabilität und Planbarkeit über die gesamte Lieferkette hinweg, einschließlich Materialdisposition und Terminsteuerung.

Passende Blattgrößen beeinflussen den gesamten Prozess von der Herstellung über die Weiterverarbeitung bis zur Palettierung. Ein präzises Zuschnittformat reduziert Verschnitt, stabilisiert die Ladeeinheit und ermöglicht reibungslose Abläufe in Stanz-, Rill- und Faltprozessen. Dadurch lassen sich Materialeinsatz, Prozesszeiten und Transportrisiken kontrolliert steuern. Ebenso verbessern exakt gewählte Blattmaße die Registerhaltigkeit im Druck, den Einzug an Weiterverarbeitungsmaschinen und die Wiederholgenauigkeit in Serienfertigungen.

Definition: Was versteht man unter Blattgrößen?

Unter dem Begriff Blattgrößen versteht man die Abmessungen oder Maße, die für die Herstellung und Verwendung von Wellpappeblättern für Verpackungsprozesse benötigt werden. Diese Größen variieren je nach Anwendungsgebiet und Art der zu verpackenden Produkte.

Im engeren Sinne bezeichnet die Blattgröße das rechteckige Roh- oder Nutzformat eines Wellpappebogens, typischerweise in Millimetern als Länge × Breite angegeben. Ergänzend wirken technische Parameter wie Wellenart (z. B. E-, B-, C- oder BC-Welle), Laufrichtung, Papierqualitäten und Flächengewichte auf die Eignung des Formats ein. Für die Kommunikation und Dokumentation ist ein konsistenter Bezug auf Maße essenziell; weiterführende Grundlagen liefert der Detaillierte Leitfaden zu Abmessungen und praxisnahen Maßangaben.

  • Rohformat vs. Nutzformat: Das Rohformat ist das hergestellte Bogenmaß; das Nutzformat berücksichtigt Beschnitt für Rillen, Stanzkonturen und Toleranzen. Ein sauber definiertes Nutzformat sichert reproduzierbare Ergebnisse in Druck- und Stanzprozessen.
  • Laufrichtung: Ausrichtung der Welle relativ zu Rill- und Faltlinien; beeinflusst Faltbarkeit und Stabilität. Die richtige Faserausrichtung minimiert Rissbildung und verbessert Kantenstauchwerte.
  • Beschnitt- und Rillzugaben: Technische Zuschläge für saubere Kanten, Schlitzungen, Perforationen und Klebelaschen. Zugaben werden abhängig von Werkzeug, Materialstärke und Rillkanal gewählt.
  • Toleranzen: Fertigungstoleranzen für Länge/Breite und Rill-/Stanzpositionen, relevant für Passgenauigkeit. Enge Toleranzfenster erfordern stabile Prozesse und geeignetes Prüfmittelmanagement.
  • Feuchte- und Klimaeinfluss: Luftfeuchte und Temperatur können Maße geringfügig verändern; klimastabiler Umgang reduziert Maßabweichungen.
  • Lager- und Transportlage: Flachlagerung und stapelrichtige Positionierung verhindern Verzug und halten die Blattgeometrie stabil.

Bestimmung der geeigneten Blattgrößen

Die geeignete Blattgröße ergibt sich größtenteils aus der Größe und Form des zu verpackenden Produkts. Darüber hinaus spielen auch andere Faktoren wie Produktgewicht, Designanforderungen und Logistik eine zentrale Rolle bei der Auswahl. Es ist wichtig, diese Aspekte zu berücksichtigen, um optimale Effizienz und Schutzleistung zu erreichen. Zusätzlich sind Maschinenfenster, Werkzeugspezifikationen und gewünschte Taktleistungen zu prüfen.

Praxisorientiert erfolgt die Ableitung der Blattgröße in mehreren Schritten:

  1. Packgut analysieren: Außenkontur, Empfindlichkeit, Auflageflächen, Schwerpunktlage und ggf. notwendige Polster- oder Fixierelemente bestimmen. Besondere Oberflächen erfordern häufig Schutzzwischenlagen.
  2. Innenmaß festlegen: Erforderliche Innenabmessungen der Umverpackung definieren, inklusive Einlege- oder Polsterzugaben. Materialstärken der Wellpappe sind dabei als Kompressionszuschlag zu berücksichtigen.
  3. Konstruktionsart wählen: Faltkisten-, Stanzverpackungs- oder Trayschema bestimmen; daraus resultieren Rillbilder, Laschen und Schlitzungen. Funktionsflächen wie Handgriffe oder Sichtfenster beeinflussen den Flachaufriss.
  4. Zuschnitt berechnen: Länge/Breite des Blattes aus Flachaufriss und Rillbild ableiten und technische Zuschläge (Klebelasche, Beschnitt) addieren. Prüfen, ob Mehrfachnutzen (Nesting) auf dem Bogen Verschnitt senkt.
  5. Laufrichtung planen: Faltlinien bevorzugt quer zur Welle rillen; Stabilität und Faltqualität berücksichtigen. Druckbild und Rillverlauf sind aufeinander abzustimmen.
  6. Weiterverarbeitung prüfen: Formatfenster von Druck, Stanze und Faltklebemaschine beachten; Mindest- und Maximalmaße einhalten. Greifer- und Anlagekanten müssen ausreichend Beschnitt aufweisen.
  7. Logistik optimieren: Packdichte im Karton, Kartonanzahl pro Lage und Lagen pro Palette sowie Gesamthöhe und Bandsicherung berücksichtigen. Verpackungseinheiten und Bündelbild möglichst auf Palettenschemata abstimmen.

Als Orientierung sind mindestens 2–5 mm funktionales Spiel zwischen Packgut und Innenmaß üblich; bei empfindlichen Oberflächen und Serienstreuung werden größere Toleranzpuffer gewählt. Scharfe Kanten oder hohe Punktlasten erfordern zusätzliche Polster- oder Kantenschutzlösungen. Für hohe Prozesssicherheit sind klare Maßtabellen, Prüflosgrößen und Rückstellmuster hilfreich.

Beispielhafte Herangehensweise zur Maßableitung

Aus einem definierten Innenmaß werden zunächst Materialdicken, Fügezugaben und konstruktive Funktionsflächen (z. B. Klebelasche) addiert. Daraus ergibt sich der Flachaufriss. Die Außenkontur dieses Aufrisses definiert das Nutzformat, zu dem abschließend eine Beschnittzugabe für Ränder und Greifer addiert wird. Das resultierende Rohformat dient als Bestell- und Produktionsmaß für Wellpappeblätter.

Standardisierung von Blattgrößen in der Industrie

Um Übereinstimmung und Austauschbarkeit zu gewährleisten, hat die Industrie bestimmte standardisierte Blattmaße eingeführt. Die Einhaltung dieser Standards ermöglicht die Vereinfachung von Herstellungs-, Handhabungs- und Lagerungsprozessen, was die gesamten Betriebskosten und auch den ökologischen Fußabdruck minimiert. Einheitliche Raster erleichtern zudem die Kapazitätsplanung und die Bündelung ähnlicher Aufträge.

Standardisierungen zeigen sich in mehreren Ebenen:

  • Corrugator-Arbeitsbreiten: Häufige Maschinenbreiten fördern Rasterformate und reduzieren Randbeschnitt. Die Abstimmung mit Wellenschneider und Querschneider ist hierfür maßgeblich.
  • Rohbogenraster: Vordefinierte Längen-/Breitenraster erleichtern die Bündelung ähnlicher Aufträge und die Materialdisposition. Sammelfertigung senkt Rüstkosten und hilft, Ausschuss zu reduzieren.
  • Paletten- und Lademuster: Blattgrößen orientieren sich an gängigen Ladungsträgern und Ladeeinheitenkonzepten zur stabilen Stapelung. Formate werden idealerweise so gewählt, dass Überstände vermieden und Kanten geschützt werden.
  • Rill-/Stanznormung: Einheitliche Rillkanäle und Werkzeugspezifikationen verbessern die Passgenauigkeit zwischen Zuschnitt und Maschine. Wiederverwendbare Werkzeuge sind bei standardnahen Formaten wirtschaftlich.

Standardformate beschleunigen Beschaffung und Produktion. Bei abweichenden Flachaufrissen oder besonderen Materialqualitäten sind dennoch individuelle Anpassungen der Blattgröße zweckmäßig, um Verarbeitbarkeit und Schutzfunktionen sicherzustellen. Ein hybrider Ansatz nutzt Standardraster für die Basis und ergänzt individuelle Zuschläge für Funktion und Stabilität.

Vor- und Nachteile von Blattgrößen

Die richtige Blattgröße kann zu einer Vielzahl von Vorteilen führen, darunter erhöhte Effizienz, verbessertes Design, reduzierte Verschwendung und niedrigere Versandkosten. Andererseits kann eine falsche Größenauswahl zu Problemen führen, wie zum Beispiel suboptimalen Verpackungsprozessen, einer erhöhten Menge an Produktionsabfall und potenziellen Schäden an verpackten Produkten.

  • Vorteile: Weniger Verschnitt, stabile Falt- und Rillqualität, gute Druckpasser, planbare Rüstzeiten, optimierte Ladeeinheiten, geringere Bruch- und Transportrisiken.
  • Nachteile bei Fehlanpassung: Kantenstauchung, Aufreißen an Rilllinien, unnötige Hohlräume, ineffiziente Palettenausnutzung, erhöhter Beschnitt, Prozessunterbrechungen durch Maschinenstörungen.

In der Abwägung ist die Blattgröße stets in Verbindung mit Materialqualität, Wellenprofil und Konstruktionsart zu betrachten. Eine isolierte Optimierung des Formats ohne Rücksicht auf Fertigung und Logistik führt oft zu Folgekosten. Ergänzend sollten Haltbarkeit über den Transportweg, klimatische Bedingungen und die Anforderungen nachgelagerter Prozesse berücksichtigt werden.

Die Rolle von Blattgrößen in nachhaltiger Verpackungspraxis

Die Verwendung von optimal dimensionierten Wellpappeblättern trägt zu nachhaltigen Verpackungspraktiken bei. Indem die Blattgröße auf das zu verpackende Produkt abgestimmt wird, kann die Menge an benötigtem Material reduziert werden, was zu Kosteneinsparungen und verringerten Umweltauswirkungen führt. Zudem wirkt sich die Reduktion des Verpackungsmaterials positiv auf die Transporteffizienz und damit auf die CO₂-Emissionen aus.

Weitere Nachhaltigkeitsaspekte:

  • Materialkreislauf: Weniger Verschnitt erhöht den Anteil nutzbarer Faserstoffe im Kreislauf.
  • Gewichtsreduktion: Leichtere Ladeeinheiten senken den Energiebedarf bei Handling und Transport.
  • Raumausnutzung: Passende Formate verbessern die Packdichte im Fahrzeug und verringern Leerraum.

Einsatz von individuellen Blattgrößen

Für spezielle Produktanforderungen oder einzigartige Verpackungsdesigns kann die Verwendung von individuellen Blattgrößen eine effektive Lösung sein. Diese ermöglichen eine individuelle Verpackungsgestaltung und können zusätzlichen Schutz für empfindliche Gegenstände bieten. Es werden jedoch zusätzliche Ressourcen benötigt, was zu höheren Kosten führen kann.

Individuelle Blattgrößen sind besonders dann sinnvoll, wenn:

  • außergewöhnliche Produktgeometrien oder Oberflächen Schutz- oder Fixierelemente erfordern,
  • drucktechnische Vorgaben (z. B. Passer, Farbflächen) ein spezielles Nutzformat bedingen,
  • Weiterverarbeitungsmaschinen nur bestimmte Formatfenster stabil verarbeiten,
  • Palettier- und Lademuster durch ein angepasstes Format signifikant stabiler werden.

Dem stehen potenziell längere Rüstzeiten, geringere Bündelungseffekte und Anpassungen bei Lagerhaltung und Disposition gegenüber. Eine abgestimmte Planung berücksichtigt daher technische Machbarkeit, Losgrößen, Materialverfügbarkeit und die Anforderungen der gesamten Lieferkette. Prüflose, Erstbemusterung und dokumentierte Freigaben helfen, Risiken zu minimieren.

Toleranzen, Qualität und Weiterverarbeitung

Fertigungstoleranzen für Länge und Breite sowie positionsgenaue Rill- und Stanzlinien sind für eine zuverlässige Verarbeitung entscheidend. Zu enge Toleranzvorgaben können die Produktion einschränken; zu weite Toleranzen gefährden Passgenauigkeit, Dichtigkeit und Stapelfähigkeit. Typische Toleranzbereiche liegen abhängig von Format, Wellenprofil und Prozess zwischen etwa ±1 mm und ±3 mm.

  • Rillqualität: Korrekte Rillkanalwahl verhindert Faserschäden und sorgt für sauberes Falten. Rillhöhe und -breite müssen mit Materialstärke und Laufrichtung harmonieren.
  • Perforation und Schlitzung: Funktionale Linien müssen im richtigen Abstand zur Kante liegen, um Aufreißen oder Instabilität zu vermeiden. Werkzeugverschleiß ist regelmäßig zu prüfen.
  • Klebelasche und Überlappung: Ausreichende, aber nicht überdimensionierte Zuschläge sichern Festigkeit ohne unnötigen Materialverbrauch.

Praxisbeispiel zur Herleitung

Ausgehend von den geforderten Innenabmessungen einer Faltschachtel werden Rillbilder und Funktionszugaben festgelegt. Daraus ergibt sich der Flachaufriss, dessen Außenkontur das erforderliche Nutzformat definiert. Hinzu kommen Beschnittzugaben, sodass das finale Rohformat des Wellpappeblatts bestimmt werden kann. Abschließend wird geprüft, ob das Format mit Maschinenfenstern, Palettenschema und Transportvorgaben übereinstimmt. In einem realen Projekt wird zusätzlich die Blattlage für die optimale Faserausrichtung definiert und ein Probelauf zur Validierung von Rill- und Klebeeigenschaften durchgeführt.

Häufige Fehlerquellen und praktische Tipps

Typische Abweichungen entstehen durch falsch gewählte Laufrichtungen, unzureichende Beschnittzugaben oder nicht berücksichtigte Materialtoleranzen. Eine klare Zeichnung mit Maßketten, Funktionsflächen und Rillplänen, ergänzt um Prüfmaße und Referenzpunkte, verhindert Interpretationsfehler. Sinnvoll sind zudem Freigabemuster mit dokumentierten Messwerten, um Serienstreuung und klimatische Effekte zu quantifizieren.

Zusammenfassung:

  • Blattgrößen beziehen sich auf die Dimensionen von Papier- oder Kartonbögen, die für verschiedene Produktverpackungen verwendet werden.
  • Die Auswahl der richtigen Blattgröße ist entscheidend für Unternehmen, um effiziente Verpackungen aus Wellpappe zu schaffen und den Raum im Lager optimal zu nutzen.
  • Standard-Blattgrößen können variieren, daher ist es wichtig, die spezifischen Anforderungen der Produkte und des Transports zu berücksichtigen, um die bestmögliche Verpackungslösung zu gewährleisten.
  • Eine geeignete Blattgröße entsteht aus dem Zusammenspiel von Innenmaß, Konstruktion, Laufrichtung, Zuschlägen und Fertigungstoleranzen.
  • Optimierte Formate reduzieren Verschnitt, stabilisieren Ladeeinheiten und tragen messbar zu Material- und Transporteinsparungen bei.
  • Qualitätssicherung, klare Spezifikationen und Musterfreigaben steigern die Prozesssicherheit über Druck, Stanzen und Falten hinweg.
  • Standardraster und gezielte Individualisierung lassen sich kombinieren, um Wirtschaftlichkeit und Schutzfunktion ausgewogen zu realisieren.

Veröffentlicht am 24.08.2024
Letzte Überarbeitung am 30.09.2025 um 17:17 Uhr von Sebastian Würth

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