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Druckbildkontrolle
Für Qualitätsverpackungen aus Wellpappe ist die Druckbildkontrolle ein entscheidender Schritt. Insbesondere in der Verpackungsindustrie spielt sie eine bedeutende Rolle, um einen hohen Qualitätsstandard zu gewährleisten und die Zufriedenheit der Kunden sicherzustellen. Sie umfasst die systematische Überwachung des Druckprozesses, die Bewertung des fertigen Druckbildes und die lückenlose Dokumentation der Ergebnisse. Ergänzend unterstützt eine übersichtliche Auswahl an Verpackungen ab Lager den Abgleich mit Referenzmustern und erleichtert die visuelle Beurteilung unter reproduzierbaren Bedingungen. Darüber hinaus sorgt eine einheitliche Betrachtung unter Normlicht, der Vergleich mit farbverbindlichen Referenzen sowie die klare Definition von Prüfpunkten (z. B. Barcodes, feine Linien, Vollflächen) für konsistente, nachvollziehbare Resultate über ganze Produktionslose hinweg und reduziert das Risiko von Nacharbeit, Ausschuss und Reklamationen signifikant.
Definition: Was versteht man unter Druckbildkontrolle?
Im Bereich der Verpackungsherstellung wird unter Druckbildkontrolle die Qualitätsprüfung des Druckbildes auf Verpackungsmaterialien wie Wellpappe verstanden. Ziel ist es, Fehler oder Abweichungen in der Druckqualität zu identifizieren und zu korrigieren und somit ein qualitativ hochwertiges Endprodukt zu garantieren. Dazu zählen unter anderem die Beurteilung von Farbtreue, Passergenauigkeit, Tonwertzuwachs, Kantenschärfe, Linienstärke, Flächenhomogenität und die Wiederholgenauigkeit zwischen Produktionslosen. Die Druckbildkontrolle erstreckt sich von der Vorstufe (Daten- und Platten-/Klischeecheck) über den Andruck bis zur kontinuierlichen Überwachung in der laufenden Produktion sowie der abschließenden Endkontrolle. Sie berücksichtigt die Spezifika der gängigen Druckverfahren auf Wellpappe (z. B. Flexodruck, Offsetvor- oder -nachdruck sowie Digitaldruck), definiert zulässige Toleranzbänder und verweist auf anerkannte Normen für Farb- und Betrachtungsbedingungen.
Anwendung und Prozess der Druckbildkontrolle
Die Druckbildkontrolle wird während des gesamten Druckvorgangs durchgeführt. Insbesondere moderne Druckmaschinen verfügen über integrierte Kontrollsysteme, die das Druckbild in Echtzeit überwachen und bei Bedarf automatisch korrigieren. Tinte, Druckgeschwindigkeit, Temperatur und Luftfeuchtigkeit sind nur einige der Parameter, die während dieses Vorgangs überwacht werden. Eine systematische Überprüfung des Druckbildes hilft dabei, das Verschmieren der Tinte und andere Druckprobleme zu vermeiden. Ergänzend werden Farbmanagement, Profilierung und regelmäßige Kalibrierungen genutzt, um Farbkonstanz und Prozessstabilität sicherzustellen; Closed-Loop-Regelungen greifen bei Abweichungen unmittelbar ein.
Praktisch gliedert sich der Ablauf in mehrere Stufen:
- Voreinstellung und Andruck: Abgleich mit Freigabemuster (Golden Sample), visuelle Beurteilung unter Normlicht, Messung relevanter Farb- und Dichtewerte, Festlegung zulässiger Toleranzen. Zusätzlich werden kritische Motivelemente (feine Schriften, Vollflächen, Verläufe) definiert, Prüfstellen markiert und Prüfmittel (z. B. Densitometer, Spektralphotometer) für die Serie freigegeben.
- Inline-Überwachung: Laufende Kontrolle mittels Kamerasensorik und Regelung von Farbauftrag, Register und Bahnspannung; automatische Ausleitung bei kritischen Abweichungen. In der Praxis umfasst dies auch die kontinuierliche Überprüfung von Passer, Punktform und Flächenruhe sowie die Trendbeobachtung zur frühzeitigen Korrektur.
- Stichproben in definierten Intervallen: Dokumentierte Prüfungen nach Zeit oder Menge, Vergleich mit Zielwerten, Anpassungen bei Trendabweichungen. Prüflose und Zeitstempel sichern die Rückverfolgbarkeit; bei Bedarf werden Korrekturmaßnahmen und erneute Freigaben dokumentiert.
- Endkontrolle: Abnahme der Produktionscharge anhand definierter Kriterien, Sichtprüfung und ggf. messtechnische Verifikation. Neben der optischen Beurteilung werden Prüfberichte erstellt, Rückstellmuster archiviert und die Konformität gegenüber Kundenspezifikationen bestätigt.
Ziele und Prüfkriterien
Wesentliche Ziele sind Reproduzierbarkeit, Funktionalität und Lesbarkeit aller grafischen Elemente. Prüfkriterien umfassen Farbabweichung (z. B. ΔE in CIELAB), Dichte, Graubalance, Registerhaltigkeit (Passer), Punktform und -zuwachs, Schriften- und Barcode-Lesbarkeit, Vermeidung von Moiré, Streifen, Geisterbildern und Wolkigkeit. Für Wellpappe werden die Kriterien an das rauere Substrat und dessen Saugverhalten angepasst. Ergänzend werden Glanzgrad, Kantenqualität, Verläufe (Lichter/Tiefen), Flächenhomogenität, Abriebfestigkeit und die Lesbarkeit von 1D-/2D-Codes bewertet; Prüfungen erfolgen unter normierten Lichtbedingungen und definierter Betrachtungsdistanz.
Typische Fehlerbilder und Ursachen
- Farbabweichungen: Schwankungen im Farbton durch Viskosität, Temperatur oder Substratfeuchte. Zusätzlich können unzureichend konditionierte Materialien, falsche Farbrezepte oder mangelnde Kalibrierung zu sichtbaren Differenzen führen; eine konsequente Prozessführung reduziert diese Effekte.
- Passerfehler: Versatz zwischen Farbwerken durch Bahnspannung oder Registersteuerung. Mechanische Toleranzen, ungleichmäßige Bahnführung oder wechselnde Anpressdrücke verstärken den Effekt; präzise Registerregelung und stabile Maschineneinstellungen wirken entgegen.
- Streifen/Banding: Unregelmäßigkeiten im Farbauftrag, mechanische Schwingungen oder Walzenzustand. Auch verschlissene Aniloxwalzen, Druckplatten oder verschmutzte Komponenten begünstigen Banding; regelmäßige Wartung und Reinigung verbessern die Flächenruhe.
- Verschmieren und Absetzen: Unzureichende Trocknung, falscher Druck auf saugendem Liner. Erhöhte Farbfilme, zu kurze Trocknungswege oder hohe Luftfeuchte verstärken Schmieren; angepasster Farbauftrag und optimierte Trocknung mindern das Risiko.
- Unebene Vollflächen: Substratstruktur von Wellpappe (z. B. Waschbrett-Effekt), ungleichmäßige Kompression oder Oberflächenrauheit. Geeignete Rasterstrategien, optimierte Druckkennlinien und gezielte Materialwahl verbessern die Flächenabdeckung.
- Text- und Barcode-Probleme: Unleserlichkeit durch überhöhten Tonwertzuwachs oder mangelhafte Kantenzeichnung. Zusätzlich beeinflussen geringe Auflösung, ungeeignete Lineaturen und unpassende Strichstärken die Lesbarkeit; Testcharts und Validierungen sichern die Funktionalität.
Technologie und Geräte für Druckbildkontrolle
Technologische Fortschritte haben zur Entwicklung von effizienten und genauen Geräten für die Druckbildkontrolle geführt. Dazu gehören unter anderem moderne Kamerasysteme und Sensoren, die selbst kleinste Abweichungen im Druckbild erkennen können. Zusätzlich gibt es spezialisierte Softwarelösungen, die Daten in Echtzeit analysieren und umgehend Rückmeldung zur Druckqualität geben. PDF-Vergleiche, automatisierte Soll-Ist-Analysen und farbmetrische Auswertungen unterstützen eine reproduzierbare Beurteilung.
Ergänzend werden Hand- und Inline-Messmittel eingesetzt, beispielsweise Densitometer, Spektralphotometer und Farbkarten zur schnellen Referenz. Bildverarbeitungsalgorithmen erkennen Musterabweichungen, vergleichen Soll-/Ist-Daten und lösen definierte Maßnahmen aus (Warnung, Regelung, Auswurf). Für die Beurteilung unter konstanten Bedingungen sind normgerechte Lichtkabinen hilfreich, um Metamerieeffekte zu minimieren. Schnittstellen zu Produktions- und Qualitätssystemen ermöglichen die Übergabe von Messwerten, Trenddaten und Freigabestatus in Echtzeit.
Normen und Standards
Für die Druckbildkontrolle sind anerkannte Normen relevant, etwa für Farbkommunikation, Prozessführung und Betrachtungsbedingungen. Dazu zählen Spezifikationen zur Farbmessung in CIELAB, Vorgaben zur Beleuchtung und neutralen Umgebung sowie Richtlinien zur Dokumentation. Die Ableitung von Toleranzgrenzen orientiert sich an vereinbarten Zielwerten und den Eigenschaften des jeweiligen Druckverfahrens auf Wellpappe.
Methoden und Messpraxis
- Visuelle Prüfung: Standardisierte Betrachtung unter festgelegtem Licht und Abstand, Fokus auf Lesbarkeit, Kontrast und Flächenruhe. Schulungen und Referenzmuster fördern eine einheitliche Bewertung; Checklisten strukturieren den Ablauf und reduzieren subjektive Einflüsse.
- Messtechnische Prüfung: Erfassung von Farbdifferenzen, Dichte und Tonwertzuwachs; Vergleich mit Freigabewerten und Toleranzgrenzen. Zusätzlich werden Passer, Glanz und Punktform erfasst; Messmittelüberwachung und regelmäßige Kalibrierung sichern die Verlässlichkeit.
- Statistische Prozesslenkung: Trendanalysen, Regelkarten und Dokumentation zur Stabilisierung wiederkehrender Aufträge. Prozesskennzahlen unterstützen die Bewertung der Prozessfähigkeit und ermöglichen rechtzeitige Korrekturen, bevor Grenzwerte überschritten werden.
Besonderheiten bei Wellpappe
Bei Wellpappe beeinflussen Materialaufbau, Oberflächenenergie und Feuchtegehalt das Druckergebnis. Die Druckbildkontrolle berücksichtigt daher Substratspezifika wie Saugfähigkeit des Liners, Oberflächenrauheit und potenzielle Planlageabweichungen. Eine konsistente Klimatisierung, überprüfte Feuchtewerte und angepasste Einstellungen bei Farbauftrag und Anpressdruck tragen zu stabilen Resultaten bei. Unterschiedliche Wellenarten (z. B. E-, B-, C- oder Doppelwelle) und Linerqualitäten wirken sich auf Flächenabdeckung, Kantenzeichnung und Verformungsverhalten aus; Preprint- und Postprint-Szenarien erfordern entsprechend angepasste Prüfstrategien.
Prozessorganisation und Dokumentation
Ein strukturierter Prüffahrplan mit klaren Freigabekriterien, Prüffeldern und Referenzmustern erleichtert die Umsetzung. Checklisten, Rückstellmuster und Prüfprotokolle unterstützen die Nachverfolgbarkeit. Schulungen fördern eine einheitliche Bewertung, insbesondere bei der visuell geprägten Beurteilung von Vollflächen, feinen Linien und kleinen Schriften. Ergänzend sichern Versionierung, Audit-Trails und definierte Verantwortlichkeiten die Konsistenz; Prüfmittelverwaltung (Kalibrierintervalle, MSA) und eindeutige Kennzeichnung von Mustern und Chargen stärken die Rückverfolgbarkeit.
Prozesskennzahlen und Abnahme
Zur objektiven Bewertung der Stabilität werden Prozesskennzahlen und Abnahmeregeln herangezogen. Regelkarten, Trendanalysen und definierte Annahmestichproben unterstützen die Entscheidung über Korrekturen oder Freigaben. Ein durchgängiges Reporting mit Grenzwertverletzungen, Korrekturmaßnahmen und Ergebnishistorie bildet die Grundlage für kontinuierliche Verbesserung.
Vor- und Nachteile von Druckbildkontrolle
Einer der größten Vorteile der Druckbildkontrolle ist die Qualitätssicherung. Sie gewährleistet, dass das Endprodukt den Kundenanforderungen entspricht und ein hohes Maß an Professionalität und Ästhetik aufweist. Darüber hinaus trägt die Druckbildkontrolle zur Effizienzsteigerung bei, da der Druckprozess nicht unterbrochen werden muss und Materialverschwendung durch fehlerhafte Druckaufträge vermieden wird. Trotz der vielen Vorteile kann die Druckbildkontrolle auch Nachteile haben, vor allem in Bezug auf die Kosten. Hochwertige Kontrollgeräte und -technologien können erhebliche Investitionen erfordern, und der Schulungsaufwand für das Personal kann hoch sein.
Weitere Aspekte umfassen die Notwendigkeit klarer Grenzwerte für akzeptable Abweichungen, die Abstimmung zwischen visueller und messtechnischer Beurteilung sowie den kontinuierlichen Abgleich mit Referenzmustern. Bei richtig definierten Prüfplänen stehen die Aufwendungen in Relation zu vermiedenen Reklamationen, reduzierten Nacharbeiten und stabilen Wiederholaufträgen. Zusätzlich sind Wartung, regelmäßige Kalibrierung und eine klare Rollentrennung in der Qualitätsorganisation wichtig, um Fehlbewertungen (False Rejects/Accepts) zu reduzieren und die Aussagekraft der Ergebnisse zu sichern.
Praxisbeispiele und Anwendungsfälle
Typische Anwendungen umfassen die Beurteilung von Shelf-Ready-Verpackungen mit hohen Anforderungen an Lesbarkeit und Farbkonstanz, Transportkartons mit klaren Funktionsdrucken (Piktogramme, Pfeile, Handlinghinweise) sowie verkaufsfördernde Displays mit großen Vollflächen. In allen Fällen gewährleistet die Druckbildkontrolle, dass definierte Lesbarkeitsanforderungen für Schriften und Codes erreicht werden und grafische Elemente auch auf rauen Lineroberflächen konsistent reproduziert werden.
Zusammenfassung:
- Die Druckbildkontrolle spielt eine entscheidende Rolle in der Produktion von Verpackungen aus Wellpappe, da sie die Qualität und Genauigkeit des aufgedruckten Designs sicherstellt. Sie wirkt über alle Prozessschritte hinweg und verknüpft visuelle mit messtechnischen Bewertungen.
- Um ein einheitliches und fehlerfreies Druckbild zu erreichen, werden technische Systeme genutzt, die stetige Überwachung und gezielte Anpassungen ermöglichen. Dies erhöht die Produktqualität und reduziert Ausschuss und Nacharbeit. Normierte Lichtbedingungen, Referenzmuster und dokumentierte Freigaben unterstützen die Vergleichbarkeit.
- Indem sie zur Steigerung der Effizienz und Konsistenz des Produktionsprozesses beiträgt, trägt die Druckbildkontrolle zur Kostensenkung und zur Qualitätssicherung bei, zwei Aspekte, die für Unternehmen von größter Bedeutung sind. Klare Toleranzen und definierte Prüfpunkte erleichtern schnelle, belastbare Entscheidungen.
- Konkrete Prüfkriterien sind u. a. Farbtreue, Registerhaltigkeit, Tonwertzuwachs, Schärfe und Flächenhomogenität; sie werden an die Eigenschaften von Wellpappe angepasst. Ergänzend fließen Glanz, Abriebfestigkeit und Code-Lesbarkeit in die Beurteilung ein.
- Ein klar strukturierter Prüfablauf von der Vorstufe über Inline-Überwachung bis zur Endkontrolle sowie eine belastbare Dokumentation sichern reproduzierbare Ergebnisse. Prozesskennzahlen, Trendanalysen und Rückstellmuster stärken die Nachverfolgbarkeit.
- Der Einsatz geeigneter Messmittel und normgerechter Betrachtungsbedingungen unterstützt objektive Entscheidungen und stabilisiert den Produktionsprozess. Kontinuierliche Schulungen und Prüfmittelüberwachung erhöhen die Verlässlichkeit und reduzieren Abweichungen.
Veröffentlicht am 18.08.2024
Letzte Überarbeitung am 17.09.2025 um 14:15 Uhr von Julia Kopp