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Eurolochung
Die Eurolochung ist ein grundlegendes Gestaltungselement im Kontext von Verkaufs- und Logistiklösungen aus Wellpappe und Karton. Sie dient der hängenden Präsentation von Produkten an Warenträgern, verbessert die Platzierung im Regal- und Kassenbereich und erleichtert zugleich die sichere Handhabung entlang der Wertschöpfungskette. Durch die standardisierte Form ist eine kompatible und wiederholgenaue Nutzung auf gängigen Systemen mit Haken und Lochwänden möglich. Darüber hinaus unterstützt die Eurolochung eine klare Warenfrontierung, erleichtert die Bestandsübersicht am POS und ermöglicht eine prozesssichere, ergonomische Entnahme. Im Zusammenspiel mit Pegboard-Systemen, Displayhaken und Lochblechen sorgt sie für eine gut planbare, skalierbare Warenpräsentation in unterschiedlichsten Verkaufsumfeldern.
Definition: Was versteht man unter Eurolochung?
Die Eurolochung bezeichnet eine standardisierte Öffnung in Verpackungen, die speziell für Hängeware konzipiert ist. Charakteristisch ist eine schlitzförmige Öffnung mit darüberliegendem halbkreisförmigem Bereich (oft als „Sombrero“-Form beschrieben). Diese Geometrie sorgt dafür, dass Produkte auf Pegboard-Haken, Lochwand-Systemen und Warenträgern unterschiedlicher Hersteller sicher und ausrichtungsstabil hängen. Ziel der Standardisierung ist, dass eine Verpackung mit Eurolochung unabhängig von Land, Systemanbieter und Filiallayout auf gängigen Ständern eingesetzt werden kann. Wesentlich für die Funktion sind die tragenden Stege ober- und unterhalb des Schlitzes, die die Last aufnehmen und das Ausreißen verhindern. Die Eurolochung findet sowohl bei Hängekarten, Faltschachteln mit Aufhängelaschen als auch bei Blisterkarten Anwendung und lässt sich in Druck- und Stanzprozesse effizient integrieren.
Synonyme und Abgrenzung
Im Sprachgebrauch finden sich Bezeichnungen wie Euroloch, Euroslot, Hängeloch oder Sombrero-Loch. Davon abzugrenzen sind Rundlöcher oder andere Aufhängelaschen, die nicht zwingend mit verbreiteten Hakenformaten kompatibel sind. Die Eurolochung ist speziell auf die typischen Hakenquerschnitte und Einhängekräfte im Handel ausgelegt. Ebenfalls zu unterscheiden sind dekorative Stanzungen ohne Tragfunktion und technische Öffnungen (z. B. Griff- oder Sichtfenster), die nicht dieselben Anforderungen an Ausreißfestigkeit und Passform erfüllen. In der Praxis existieren auch doppelte Eurolochungen oder versetzte Varianten, die besondere Platzierungsanforderungen abdecken.
Entstehung und Verbreitung der Eurolochung
In den frühen 1980er-Jahren entstand in Europa der Bedarf nach einer einheitlichen Aufhängungsgeometrie für den filialisierten Einzelhandel. Aus diesem Bedarf entwickelte sich die Eurolochung als faktischer Branchenstandard, der sich aufgrund seiner Funktionalität und universellen Einsetzbarkeit rasant verbreitete. Heute ist die Eurolochung in zahlreichen Warengruppen etabliert – darunter Lebensmittelkonfektion, Elektronikzubehör, Schreibwaren, Drogerie- und DIY-Artikel sowie Spielwaren – und weltweit im Einsatz. Sie unterstützt planogrammbasiertes Flächenmanagement, ermöglicht Cross-Merchandising auf Hakenleisten und erleichtert saisonale Aktionsplatzierungen durch ihre Systemkompatibilität.
Standardisierung im Handel
Eine verbindliche, internationale Norm im Sinne einer DIN-/EN-Nummer ist nicht durchgängig etabliert. Dennoch existieren handels- und herstellerspezifische Richtlinien, die Maße, Toleranzen und Positionierung definieren. Diese Empfehlungen sorgen für die Interoperabilität mit gängigen Haken- und Lochwandsystemen und stellen die Hängefähigkeit auch bei variierenden Produktgewichten sicher. Häufig werden Referenzhaken und Musterleisten zur Freigabe verwendet; dabei werden Grenzmaße und Toleranzfelder (z. B. Schlitzbreite und -höhe, Kopfradius, Randabstand) definiert, um Serienstreuungen in der Produktion abzufangen.
Gestaltung und Herstellung von Eurolochungen
Die Herstellung erfolgt mittels Stanztechnologie. Je nach Auflage und Verpackungsart kommen Flachbettstanzen, Rotationsstanzen oder integrierte Inline-Prozesse (z. B. im Verpackungszuschnitt) zum Einsatz. Das Stanzwerkzeug bildet die exakte Kontur ab, sodass Größe, Form und Kantenqualität reproduzierbar sind. Die Eurolochung wird in der Regel während der Verpackungsproduktion eingebracht, damit nachgelagerte Prozesse wie Kaschieren, Falten, Kleben oder Konfektionierung darauf abgestimmt werden können. Für eine konsistente Schnittqualität sind die richtige Gummierung, ein sauber eingestellter Anpressdruck und die regelmäßige Wartung der Stanzkontur entscheidend; Gratbildung, ausgefranste Kanten oder gestauchte Stege sind zu vermeiden.
Abmessungen, Positionierung und Toleranzen
Für eine funktionierende Aufhängung sind Abstände zu Kanten, die Materialstärke sowie die Lage im Layout entscheidend. Typische Richtwerte berücksichtigen:
- Randabstand: ausreichend groß, um Ausreißen zu vermeiden und die Ausreißfestigkeit sicherzustellen.
- Schlitzbreite und -höhe: passend zu Standardhaken; toleranzgerecht, um ein leichtes Ein- und Aushängen zu ermöglichen.
- Vertikale Position: so gewählt, dass das Produkt gerade hängt und Planogramm-Vorgaben erfüllt.
- Materialaufbau: bei Wellpappe ggf. mit Faserrichtung und Wellenlage abgestimmt, um Rissbildung zu reduzieren.
- Stegbreiten: ausreichende Restbreiten ober- und unterhalb des Schlitzes, um Lastspitzen und Kerbwirkungen aufzunehmen.
- Werkzeugtoleranzen: Berücksichtigung von Werkzeugverschleiß und Papierschwankungen (Feuchtegehalt) in der Serienfertigung.
Abhängig vom Produktgewicht können Verstärkungen (z. B. zusätzliche Lagen, Einleimer, Laminierungen) die Tragfähigkeit erhöhen. Qualitätsrelevante Aspekte sind saubere Schnittkanten, Gratausbildung, Maßhaltigkeit sowie die Reproduzierbarkeit über die gesamte Losgröße. Häufig genutzte Geometrien bewegen sich – je nach System – in Bereichen von etwa 30–35 mm Gesamtbreite, 4–8 mm Schlitzbreite und Kopfradien im einstelligen Millimeterbereich; der Randabstand wird so gewählt, dass die tragenden Stege unter Last nicht einreißen. Diese Werte sind als praxisnahe Richtgrößen zu verstehen und werden projektspezifisch validiert.
Weiterführende Hinweise zur Perforation als verwandtes Stanzmerkmal helfen bei der Abgrenzung zwischen Öffnungs-, Riss- und Reißlinien gegenüber der tragenden Eurolochung.
Materialien und geeignete Verpackungsarten
Die Eurolochung findet sich in Zuschnitten aus Wellpappe, Vollkarton und auch in Blisterkarten. Bei Wellpappe ist die Wellenrichtung zu beachten, um die Ausreißfestigkeit zu erhöhen. Faltschachteln und Kartenverpackungen lassen sich ebenso mit Eurolochungen versehen wie Umverpackungen für leichte bis mittlere Gewichte. Für hohe Lasten können alternative Aufhängeelemente oder verstärkte Bereiche erforderlich sein. In der Praxis bewähren sich feine Wellen (z. B. E- oder F-Welle) für filigrane Konturen, während höhere Wellen verstärkte Stege benötigen; bei Vollkarton beeinflussen Grammatur, Faserqualität und Feuchte die Kantenfestigkeit maßgeblich.
Vor- und Nachteile von Eurolochung
Die Vorteile der Eurolochung liegen in der effizienten Präsentation im Einzelhandel, der verbesserten Sichtbarkeit der Ware und der sicheren Handhabung entlang der Prozesse vom Kommissionieren bis zur Platzierung. Sie trägt zur Flächenausnutzung vertikaler Präsentationszonen bei und unterstützt eine klare Warenordnung. Bei den Nachteilen ist zu berücksichtigen, dass die Umsetzung zusätzliche Fertigungsschritte und Werkzeuge erfordert, eine genaue Einhaltung definierter Maße nötig ist und die Tragfähigkeit bei schwerer oder großflächiger Ware begrenzt sein kann.
- Prozess- und Planogramm-Kompatibilität: Einheitliche Geometrie erleichtert die Umsetzung von Merchandising-Konzepten.
- Flächennutzung: Hängende Präsentation entlastet Fachböden und nutzt vertikale Flächen effektiv.
- Schutz der Ware: Reduzierte Stapelbelastung bei hängender Lagerung; erfordert jedoch geeignete Transportverpackungen.
- Produktgrenzen: Für sehr schwere, großflächige oder fragile Produkte ist die Eurolochung nur eingeschränkt geeignet.
- Zusatzaufwand: Stanzwerkzeuge, Materialverstärkungen und Qualitätssicherung erhöhen mitunter die Fertigungskomplexität.
- Ergonomie und Zugriff: Gut erreichbare Hängeware unterstützt schnelle Entnahme und Nachfüllprozesse.
- Layoutabhängigkeit: Falsche Positionierung im Zuschnitt kann Hängewinkel, Sichtbarkeit und Stapelbarkeit beeinträchtigen.
Qualitätssicherung und Prüfmethoden
Zur Absicherung der Funktionsfähigkeit werden praxisnahe Tests empfohlen: Einhänge- und Ausreißtests, zyklische Belastungsprüfungen sowie Prüfungen unter klimatischen Bedingungen (Feuchte, Temperatur). Zusätzlich sollten Toleranzen im Stanzbild und die Passung mit Referenzhaken kontrolliert werden. So lassen sich frühzeitig Schwachstellen im Materialaufbau oder in der Positionierung erkennen. Ein dokumentierter Prüfplan mit Stichprobenumfang, Grenzmustern und Freigabekriterien unterstützt die Serienstabilität; kamerabasierte In-Line-Kontrollen helfen, Ausreißer im Stanzbild zu erkennen.
Varianten und Alternativen
Neben der klassischen Eurolochung existieren Rundlochungen und alternative Aufhängeelemente (z. B. aufgeklebte Hangtabs). Die Auswahl richtet sich nach Produktgewicht, erforderlicher Kompatibilität zu Haken, gewünschter Optik und den Produktionsbedingungen. Entscheidend ist stets die sichere Aufhängung ohne Materialversagen. Varianten wie doppelte Eurolochungen (für variable Hakenabstände), verstärkte Laschenbereiche oder kombinierte Schlitz-/Lochgeometrien können spezifische Anforderungen des Handels abdecken.
Praxisbeispiele und Einsatzfelder
Typische Anwendungen sind konfektionierte Lebensmittel, Elektronikzubehör (Kabel, Adapter), Schreibwaren, Drogerieartikel, Werkstatt- und DIY-Kleinteile sowie Spielwaren. Bei Wellpapp- oder Kartonverpackungen kommen Eurolochungen etwa bei Kartenverpackungen, Faltschachteln mit Aufhängefunktion und leichten Umverpackungen zum Einsatz. In jeder Kategorie gilt: Tragfähigkeit, Materialwahl und Stanzqualität müssen in Relation zum Produkt stehen. Ergänzend eignen sich saisonale Aktionsware, Probiergrößen und Ersatzteil-Sortimente für die hängende Präsentation, sofern die Belastung auf die tragenden Stege abgestimmt ist.
Zusätzliche Konstruktionshinweise
Auslegung in Entwicklung und Druckvorstufe
Die Eurolochung sollte frühzeitig in der Konstruktionszeichnung (Stanzkontur) berücksichtigt werden, damit Falzlinien, Klebelaschen und Sichtfenster nicht funktional kollidieren. Im Druckbild sind sensible Bereiche rund um die Lochung (Lack, Folienprägung) so zu planen, dass keine Kantenbrüche oder Abplatzungen entstehen. Bei kaschierten Wellpappen sind Leimzonen und Faserrichtung so zu wählen, dass die Stege stabil bleiben.
Nachhaltigkeit und Recycling
Monomaterial-Lösungen aus Wellpappe oder Vollkarton erleichtern das Recycling, da die Eurolochung ohne zusätzliche Komponenten auskommt. Zusätzliche Kunststoff-Hangtabs erhöhen zwar die Tragfähigkeit, wirken sich aber auf die sortenreine Verwertung aus. Eine konstruktiv optimierte Eurolochung kann Materialmehraufwand (z. B. unnötige Verstärkungsfelder) vermeiden, ohne die Funktion zu beeinträchtigen.
Häufige Fehlerquellen und Abhilfe
Typische Ursachen für Funktionsprobleme sind zu geringe Randabstände, zu schmale Stege, unpassende Schlitzbreiten oder verschlissene Stanzwerkzeuge. Abhilfe schaffen belastungsorientierte Bemessung, Validierung mit Referenzhaken, regelmäßige Werkzeugpflege sowie die Anpassung von Grammatur, Wellenlage oder Laminat. Klimatests helfen, feuchtebedingte Maßänderungen zu bewerten und bei Bedarf Toleranzen anzupassen.
Zusammenfassung:
- Die Eurolochung ist eine spezifische Art von Lochung, die es ermöglicht, Produkte an Warenträgern zu befestigen, was die Sichtbarkeit auf dem Markt erhöht.
- Verpackungen aus Wellpappe eignen sich hervorragend für die Eurolochung, da sie sowohl die notwendige Stabilität bieten als auch einfach zu bearbeiten sind.
- Mit einer Eurolochung ausgestattete Produktverpackungen ermöglichen es Unternehmen, ihren Produkte eine auffällige Präsentation im Einzelhandel zu bieten, indem sie aufgehängt werden.
- Die korrekte Auslegung umfasst Abmessungen, Randabstände, Materialstärken und die Positionierung im Zuschnitt, um Ausreißfestigkeit und Kompatibilität sicherzustellen.
- Qualitätsprüfungen und Musterhaken-Tests sind empfehlenswert, um die Funktion im Handel unter realen Belastungen zu verifizieren.
- Varianten wie doppelte Eurolochungen oder verstärkte Stege erweitern den Einsatzbereich, ersetzen jedoch nicht die konstruktive Validierung am Zielsystem.
- Eine frühzeitige Berücksichtigung in Konstruktion und Druckvorstufe verhindert Kollisionen mit Falz-, Klebe- und Sichtbereichen und sichert reproduzierbare Ergebnisse.
- Recyclingfreundliche Monomaterial-Lösungen behalten die Funktion der Eurolochung bei und erleichtern die sortenreine Verwertung.
Veröffentlicht am 18.06.2024
Letzte Überarbeitung am 09.09.2025 um 10:26 Uhr von Julia Kopp