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Infektionsschutzverpackung
In Zeiten, in denen Hygiene und Infektionsschutz mehr denn je gefordert sind, spielen Infektionsschutzverpackungen eine wesentliche Rolle, insbesondere in der Welt der Wellpappe. Sie bieten nicht nur Schutz gegen Verunreinigungen, sondern auch gegen die Verbreitung von Infektionen und tragen so zu einer erhöhten Sicherheit bei. In hygienekritischen Lieferketten ermöglichen sie berührungsarme Prozessabläufe, strukturierte Übergabepunkte und eine klare Trennung von reinen und unreinen Bereichen. Durch eine risikobasierte Auslegung lassen sich Hygieneziele mit praxisgerechter Handhabung verbinden, ohne die Wirtschaftlichkeit aus den Augen zu verlieren.
Im gesamten Warenfluss – von der Fertigung über die Kommissionierung, den Transport bis zur Übergabe an den Endnutzer – unterstützen sie das Unterbrechen möglicher Infektionsketten. Dazu kombinieren sie geeignete Materialien, ein hygienegerechtes Design und definierte Handhabungsprozesse. Ziel ist stets die Reduktion von Keimübertragungen durch Kontakt, Aerosole oder Kreuzkontaminationen unter realen Praxisbedingungen. Ergänzend helfen klar dokumentierte Reinigungsschritte, Quarantäne- bzw. Pufferzonen und validierte Öffnungsprozesse, die Keimbelastung (Bioburden) kontrolliert niedrig zu halten.
Definition: Was versteht man unter Infektionsschutzverpackung?
Under Infektionsschutzverpackungen versteht man spezielle Verpackungen, die dazu konzipiert sind, die Verbreitung von Infektionen einzudämmen. Sie werden in erster Linie aus Materialien gefertigt, die Keime und Bakterien abwehren können. Der Hauptzweck dieser Verpackungen besteht darin, das Produkt im Inneren vor Kontamination zu schützen und so die Ausbreitung von Krankheitserregern zu verhindern. Dabei steht die Sicherung der Packmittelintegrität und die Minimierung von direkten und indirekten Kontaktpunkten im Vordergrund.
Im Unterschied zu Sterilverpackungen zielen Infektionsschutzlösungen nicht zwingend auf absolute Sterilität ab, sondern auf ein kontrolliertes, keimarmes Umfeld für sensible Güter. Typische Merkmale sind eine barrierewirksame Konstruktion, manipulationssichere Verschlüsse, staubarme Innenflächen und die Möglichkeit, den Kontakt zwischen Inhalt und Umgebung zu minimieren. Je nach Risiko bewertet man Schutzniveaus und Prozessschritte (z. B. doppelte Umhüllung, definierte Durchreiche) in einer Hygiene- oder Gefährdungsbeurteilung.
- Schutzfunktion: Reduktion von Übertragungswegen wie Berührungskontakt oder Spritzkontamination; Verringerung von Partikelabrieb auf Innenflächen.
- Prozesssicherheit: definierte Öffnungs- und Schließmechanismen für reproduzierbare Handhabung; eindeutige Greif- und Öffnungszonen.
- Nachweiskette: Kennzeichnung, Dokumentation und Rückverfolgbarkeit zur Einhaltung interner Hygienepläne; batch- und zeitbezogene Protokollierung.
- Integrität: Tamper-Evidence-Merkmale zur Erkennbarkeit erster Öffnung und unbefugter Eingriffe.
Materialien und Gestaltung einer Infektionsschutzverpackung
Die Materialauswahl für die Infektionsschutzverpackungen ist von großer Bedeutung. Häufig kommt dabei Wellpappe zum Einsatz, da sie leicht, stabil und recycelbar ist. Außerdem können diese Verpackungen mit antibakteriellen oder antimikrobiell ausgerüsteten Beschichtungen versehen werden, die eine weitere Schutzschicht gegen Keime und Bakterien bilden. Des Weiteren wird darauf geachtet, dass die Gestaltung der Verpackungen eine einfache und sichere Handhabung ermöglicht, um das Risiko einer Kreuzkontamination zu minimieren. Frischfaser- oder ausgewählte Recyclingfaserqualitäten mit glatten Deckschichten (z. B. Feinstwellen wie E- oder F-Welle) fördern partikelarme Innenflächen.
Je nach Einsatzszenario werden zusätzliche Barrieren (z. B. feuchtigkeitsabweisende Oberflächen), staubarme Stanztechniken sowie manipulationssichere Verschlüsse eingesetzt. Selbstklebeverschlüsse mit Aufreißfaden und definierter Perforation erleichtern ein kontrolliertes Öffnen, ohne die Innenflächen unnötig zu berühren. Innenbeutel, Inliner oder Einlagen aus geeigneten Materialien können die Barrierewirkung erhöhen und die Reinigung von Kontaktzonen überflüssig machen. Auch die Auswahl emissionsarmer Klebstoffe und Farben sowie die Vermeidung offener Schnittkanten im Innenraum tragen zu einem hygienegerechten Design bei.
Für empfindliche Güter bewährt sich eine sichere Fixierung des Inhalts, um unnötiges Umlagern zu vermeiden. Hier können Fixierverpackungen zur sicheren Positionierung im Karton beitragen, da sie Transportbewegungen dämpfen und die Zahl der Kontaktpunkte minimieren. Ergänzend helfen passgenaue Inlays, Formeinlagen oder Schutzhüllen, Hohlräume zu reduzieren und die Produktlage eindeutig zu definieren, was das berührungsarme Entnehmen erleichtert.
Hygienegerechtes Handling und Prozessgestaltung
Infektionsschutz beginnt nicht erst beim Material, sondern bereits bei der Prozessgestaltung:
- Saubere Bereitstellung: Lagerung in trockenen, sauberen Bereichen; Schutz vor Staub und Spritzwasser.
- Kontaktarme Handhabung: klare Öffnungszonen, Markierungen für Greifpunkte, Nutzung von Einweg-Handschuhen nach Bedarf.
- Doppelte Umhüllung: Kombination aus Innenhülle und Außenkarton für Durchreicheprozesse oder Schleusen.
- Manipulationsnachweis: Siegel, Plomben oder Etiketten zeigen erste Öffnung eindeutig an.
- SOPs und Schulung: standardisierte Arbeitsanweisungen, regelmäßige Unterweisungen und dokumentierte Reinigungsintervalle.
- Reinraumnahe Abläufe: definierte Zonen, begrenzte Personen- und Materialflüsse, geeignete Übergabestationen.
Kennzeichnung, Dokumentation und Rückverfolgbarkeit
Eine eindeutige Kennzeichnung mit Chargeninformationen, Datumsangaben und klaren Handhabungshinweisen erleichtert die Einhaltung von Hygienevorschriften. Piktogramme zur richtigen Öffnungsrichtung, Hinweise zum Entsorgen der Innenhüllen sowie Angaben zur sachgerechten Lagerung unterstützen ein konsistentes, fehlerarmes Handling. Ergänzend sind maschinenlesbare Codes (z. B. 1D-/2D-Codes) für die Rückverfolgbarkeit und die systematische Prozessdokumentation hilfreich.
Verwendungsbereiche der Infektionsschutzverpackungen
Infektionsschutzverpackungen finden in verschiedenen Bereichen Anwendung. Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen nutzen sie beispielsweise zum Transport von medizinischen Geräten und Proben. Aber auch in der Lebensmittelindustrie werden sie eingesetzt, um die Kontamination von Lebensmitteln zu vermeiden. Nicht zuletzt nutzen auch Online-Shops und Versandunternehmen Infektionsschutzverpackungen, um sowohl die Produkte als auch die Endbenutzer vor möglichen Infektionen zu schützen. Zusätzlich profitieren Bereiche wie Diagnostik, Pflege, Dental, Pharma-nahe Logistik sowie sensible Kosmetik- und Hygieneartikel von kontrollierten, sauberen Verpackungsumgebungen.
Ergänzend kommen sie in Laboren (z. B. für Diagnostik-Kits), Pflegeeinrichtungen, Apothekenlogistik und im Großhandel für sensible Hygieneartikel zum Einsatz. In der Lebensmittelkette unterstützen sie hygienische Kommissionier- und Rücknahmekonzepte, beispielsweise bei Frischeartikeln oder verpackungsintensiven Warengruppen. Für potenziell kontaminationskritische Sendungen werden häufig mehrstufige Systeme genutzt (Primärbehälter, Sekundärhülle, Außenkarton), um definierte Sicherheitsniveaus einzuhalten. In der Praxis werden Übergabepunkte, Quarantänezeiten und Entnahmeprozesse dokumentiert und regelmäßig auditiert.
Normative und organisatorische Rahmenbedingungen
Je nach Anwendung können interne Hygieneleitlinien, branchenspezifische Standards oder gesetzliche Vorgaben zu berücksichtigen sein. Dazu zählen unter anderem Vorgaben zur Reinigung von Kontaktflächen, zur Qualitätssicherung in Prozessschritten sowie zur Dokumentation und Schulung des Personals. In der Lebensmittelverarbeitung sind risikobasierte Konzepte wie HACCP verbreitet; in medizinischen Bereichen gelten strenge Handlungsanweisungen für Proben- und Gerätetransporte. Für Verpackungshersteller kann ein Hygiene-Managementsystem nach DIN EN 15593 sinnvoll sein; je nach Umfeld sind zusätzlich GMP-orientierte Abläufe, Reinraumklassen (ISO 14644) oder unternehmensspezifische Spezifikationen relevant.
Lagerung, Transport und Entsorgung
- Lagerung: trocken, vor Feuchtigkeit und direkter Sonneneinstrahlung geschützt; First-in-First-out (FIFO) zur Minimierung von Alterungseffekten; Schädlingsprävention und saubere Stellflächen.
- Transport: stoß- und kippsicher; Innenflächen möglichst nicht berühren; bei Bedarf zusätzliche Innenhüllen verwenden; Außenflächen vor Nässe schützen.
- Entsorgung: je nach Kontaminationsgrad als regulärer Papierkreislauf oder gemäß den geltenden Vorgaben für kontaminierte Materialien; eindeutige Trennung von Innenhüllen und Außenkarton erleichtert das Recycling.
- Umgebungsbedingungen: Temperatur- und Feuchtigkeitsbereiche einhalten, um Materialeigenschaften der Wellpappe und Barrieren zu sichern.
Ökologische Aspekte
Infektionsschutz und Ressourcenschonung schließen sich nicht aus. Monomaterial-Konzepte, rezyklierbare Faserstoffe und sparsame Bedruckungen mit geeigneten Farben unterstützen die Wiederverwertbarkeit. Eine passgenaue Konstruktion senkt Materialeinsatz und verringert Transportvolumen. Wo möglich, werden Mehrkomponentenlösungen so gestaltet, dass die Trennung nach Gebrauch einfach und eindeutig ist. Design-for-Disassembly, wasserbasierte Klebstoffe und optimierte Packungsdichten können die ökologische Bilanz zusätzlich verbessern.
Konstruktive Auslegung und Dimensionierung
Eine infektionsschutzgerechte Konstruktion berücksichtigt Abmessungen, Toleranzen und die gezielte Führung von Öffnungs- und Greifzonen. Glatte Innenflächen, verdeckte Kanten sowie definierte Aufreiß- und Anfasshilfen senken das Risiko von Partikelabrieb und unbeabsichtigten Berührungen. Passformen und Inlays stabilisieren das Packgut, reduzieren Relativbewegungen und erleichtern das saubere Entnehmen. Durchdachte Faltfolgen und eindeutige Markierungen unterstützen standardisierte, reproduzierbare Abläufe.
- Innenraumgestaltung: minimaler Hohlraum, definierte Lagefixierung, staubarme Rill- und Stanzgeometrien.
- Öffnungskonzepte: Aufreißfäden, Perforationen, Laschen mit klaren Griffbereichen.
- Barrieren: Inliner, Innenbeutel oder Beschichtungen je nach Feuchte- und Partikelanforderung.
- Validierte Maße: wiederholgenaue Passungen und robuste Toleranzen für sichere Prozessketten.
Qualitätssicherung und Prüfung
Zur Absicherung der Infektionsschutzfunktion werden materiale und prozessuale Prüfungen kombiniert. Neben mechanischen Tests (z. B. Fall-, Stapel- oder Schüttelprüfungen) kommen hygieneorientierte Verfahren zum Einsatz, etwa Abklatschtests auf Innenflächen, Partikelmessungen sowie Stichprobenprüfungen der Keimbelastung. Bei beschichteten Oberflächen können standardisierte Verfahren zur Beurteilung antimikrobieller Aktivität herangezogen werden, sofern sie für das jeweilige Material geeignet sind. Regelmäßige Audits, Musterfreigaben und dokumentierte Reinigungszyklen sichern die gleichbleibende Qualität ab.
Beispiele aus der Praxis
Praxisnahe Szenarien zeigen die Bandbreite der Infektionsschutzverpackungen: Diagnostik-Kits gelangen in doppelter Umhüllung mit klar markierten Öffnungszonen in Laborbereiche; Frischeartikel in der Lebensmittelkette profitieren von feuchtigkeitsabweisenden Innenflächen und partikelarmen Deckschichten; im E‑Commerce mit Hygieneartikeln unterstützen manipulationssichere Verschlüsse und eindeutige Siegel eine transparente, nachvollziehbare Nachweiskette.
Vor- und Nachteile von Infektionsschutzverpackung
Ein wesentlicher Vorteil der Infektionsschutzverpackungen liegt in ihrem Beitrag zum Infektionsschutz. Sie können helfen, die Ausbreitung von Krankheitserregern einzudämmen und tragen so zu einer sicheren Arbeitsumgebung bei. Darüber hinaus sind sie häufig aus recycelbaren Materialien gefertigt und somit umweltfreundlich. Ein Nachteil könnte in den Kosten liegen. Infektionsschutzverpackungen können mehr kosten als Standardverpackungen, insbesondere wenn sie mit speziellen antibakteriellen Beschichtungen ausgestattet sind. Darüber hinaus erfordern sie häufig spezielle Entsorgungsmaßnahmen, was ebenfalls Kosten verursachen kann. Langfristig können jedoch reduzierte Fehler- und Kontaminationsraten Prozesskosten senken, wenn das Schutzniveau bedarfsgerecht gewählt wird.
- Vorteile: geringeres Risiko von Kreuzkontaminationen; klar definierte Handhabung; Nachweisbarkeit durch Siegel und Kennzeichnung; gute Integrierbarkeit in bestehende Hygienepläne.
- Herausforderungen: höherer Planungsaufwand (Material, Prozesse, Schulung); mögliche Mehrkosten durch Zusatzkomponenten; getrennte Entsorgung bei Kontaminationsverdacht.
- Abwägung: Die Auswahl erfolgt risikobasiert nach Produkt, Prozess und Umfeld. Eine sorgfältige Evaluierung hilft, Schutzniveau und Aufwand in Einklang zu bringen.
- Grenzen: keine Sterilität per se; Wirksamkeit hängt von korrekter Anwendung, sauberer Umgebung und konsistenter Prozessdisziplin ab.
Zusammenfassung:
- Infektionsschutzverpackungen sind spezielle Verpackungen, die dafür ausgelegt sind, eine Kontamination des Inhalts und eine Verbreitung von Keimen oder Viren zu verhindern.
- Insbesondere für Unternehmen, die Wellpappe als Basis für ihre Verpackungen verwenden, bieten Infektionsschutzverpackungen eine Möglichkeit, den Schutz ihrer Produkte zu erhöhen und gleichzeitig für die Gesundheit ihrer Kunden zu sorgen.
- Im Zuge von globalen Pandemien und zunehmenden Gesundheitsrisiken gewinnen Infektionsschutzverpackungen an Bedeutung und werden immer mehr zu einem entscheidenden Faktor bei der Auswahl der richtigen Verpackungslösung.
- Wesentliche Erfolgsfaktoren sind geeignete Materialien, ein barrierewirksames Design, manipulationssichere Verschlüsse sowie kontaktarme Handhabung.
- Einsatzgebiete reichen von Kliniken und Laboren über die Lebensmittelkette bis zum E‑Commerce mit sensiblen Hygieneartikeln.
- Eine klare Kennzeichnung, definierte Prozesse und passende Entsorgungskonzepte sichern die praktische Umsetzbarkeit im Alltag.
- Risikobasierte Auslegung, validierte Prozesse und regelmäßige Qualitätssicherung sind zentrale Bausteine, um Infektionsschutz und Effizienz in Einklang zu bringen.
Veröffentlicht am 15.05.2025
Letzte Überarbeitung am 03.11.2025 um 13:23 Uhr von Sebastian Würth