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IP-geschützte Verpackung

Im Bereich der Verpackungsindustrie ist der Begriff der IP-geschützten Verpackung von zentraler Bedeutung. Speziell in der Welt der Wellpappe-Verpackungen spielt das hohe Maß an planbarer Schutzwirkung, das sie gegenüber Staub, Feuchtigkeit und Spritzwasser bieten, eine wichtige Rolle. Ob es sich um Elektronik, Lebensmittel oder empfindliche Güter handelt, die IP-geschützten Verpackungen werden verwendet, wenn definierte Schutzarten gegenüber Fremdkörpern und Wasser gefordert sind – etwa entlang anspruchsvoller Lieferketten, in rauer Lagerumgebung oder beim Export. Der Begriff basiert auf den international anerkannten Schutzarten (Ingress Protection) und ermöglicht eine einheitliche Sprache zwischen Konstruktion, Qualitätssicherung, Logistik und Prüfwesen.

IP-Schutzarten ermöglichen es, Anforderungen transparent zu spezifizieren, Ergebnisse reproduzierbar zu prüfen und die Eignung einer Lösung für den vorgesehenen Einsatz zu beurteilen. Für faserbasierte Lösungen wie Wellpappe kommen dazu häufig konstruktive Maßnahmen (dichte Verschlüsse, Inliner, Beschichtungen) und ergänzende Materialien zum Einsatz, um den geforderten Schutzgrad zu erreichen. Ebenso relevant sind montagegerechte Designs, geeignete Kleb- und Dichtsysteme (z. B. wasserbeständige Hotmelts, Nassfestleime, Dichtbänder) sowie die Kontrolle von Fertigungs- und Rilltoleranzen, damit sich die Schutzwirkung unter Praxisbedingungen verlässlich entfaltet.

In der Praxis ist stets eine Abwägung zwischen gefordertem Schutzgrad, Materialeffizienz und Wiederverwertbarkeit erforderlich. IP-geschützte Verpackungen aus Wellpappe können durch gezielte Barrieremaßnahmen eine hohe Schutzwirkung erzielen, sollten jedoch im Sinne der Kreislauffähigkeit so konzipiert werden, dass verbundene Materialien (z. B. Folien-Inliner) gezielt und sortenrein trennbar sind.

Definition: Was versteht man unter IP-geschützter Verpackung?

Die IP-geschützten Verpackungen sind Verpackungslösungen, deren Design und Struktur an den Vorgaben der Internationalen Schutzarten (IP nach IEC/EN 60529) ausgerichtet sind. Diese Norm legt fest, in welchem Umfang Gehäuse gegen das Eindringen von festen Fremdkörpern (z. B. Staub) und Wasser geschützt sind. Übertragen auf Verpackungssysteme beschreibt der IP-Code die Schutzwirkung der Außenhülle – ggf. in Kombination mit Inlinern, Dichtungen oder Beschichtungen – gegenüber definierten Prüfbedingungen. Im Verpackungskontext wird hierfür ein Schutzvolumen definiert, dessen Integrität unter normnahen Bedingungen beurteilt wird.

Der IP-Code besteht aus zwei Kennziffern: Die erste Ziffer (0–6) steht für den Schutz gegen feste Partikel (z. B. 5 = staubgeschützt, 6 = staubdicht), die zweite Ziffer (0–9K) für den Schutz gegen Wasser (z. B. 4 = Spritzwasser, 5/6 = Strahlwasser, 7/8 = zeitweiliges bzw. dauerhaftes Untertauchen, 9K = Hochdruck-/Dampfstrahl). Optional können Zusatzbuchstaben verwendet werden. Für Packmittel aus Wellpappe wird die Schutzwirkung typischerweise über konstruktive Maßnahmen erreicht und in Prüfungen nach festgelegten Bedingungen verifiziert. In der Auslegungspraxis bedeutet dies, dass Fugen, Überlappungen und Verschlusspunkte so gestaltet werden, dass weder Partikel noch Wasser in kritischem Umfang in das definierte Schutzvolumen eindringen können.

Aufbau und Komponenten einer IP-geschützten Wellpappe-Verpackung

Typische Bausteine sind passgenaue Stanzkonturen, überlappende Deckelklappen, abdichtende Steck- oder Klebelaschen, perforationsfreie Zonen in exponierten Bereichen sowie ergänzende Inliner (z. B. Folien- oder Papierbarrieren). Dichtbänder, Heißleimraupen oder durchgehende Klebungen ohne Unterbrechungen reduzieren Leckpfade. Bei Durchbrüchen (Grifflöcher, Kabeldurchführungen) kommen Abdeckungen oder Dichtmanschetten zum Einsatz, um die IP-Schutzwirkung nicht zu beeinträchtigen.

  • Abgrenzung: IP-Schutzarten bewerten Partikel- und Wassereintritt; andere Eigenschaften wie Stoßfestigkeit (IK), chemische Beständigkeit, UV-Resistenz oder Temperaturwechsel werden durch separate Normen adressiert.
  • Hinweis zur Praxis: Die formale Zertifizierung nach IEC 60529 betrifft Gehäuse. Im Verpackungskontext wird der IP-Code genutzt, um eine vergleichbare Schutzwirkung unter normnahen Prüfbedingungen festzulegen und nachzuweisen.
  • Besonderheit der Übertragung: Da Wellpappe hygroskopisch ist, sollten Klimakonditionierung und Feuchtehaushalt in die Spezifikation aufgenommen werden, um vergleichbare Ergebnisse zu erhalten.

Klassifizierungen und Bedeutung von IP-Schutzarten

Verschiedene IP-Schutzklassen charakterisieren den Widerstandsfähigkeitsgrad einer Lösung gegen Umwelteinflüsse. Ein Beispiel: IP56 bedeutet, dass die erste Ziffer 5 die Ausführung als staubgeschützt (nicht vollständig staubdicht) kennzeichnet, während die zweite Ziffer 6 Schutz gegen starkes Strahlwasser beschreibt. Für eine vollständig staubdichte Ausführung wäre die erste Ziffer 6 (z. B. IP66) erforderlich. Die Wahl der Schutzart richtet sich nach den Gefährdungen im Einsatzszenario und der geforderten Dauer der Einwirkung. Wird eine Ziffer mit „x“ angegeben (z. B. IPx6), wurde die jeweilige Eigenschaft nicht geprüft oder nicht spezifiziert.

Übliche Zielklassen im Verpackungskontext sind IP54 (Staubschutz + Spritzwasser), IP55/IP56 (Staubschutz + Strahlwasser) sowie – in Sonderfällen mit Inlinern – IP65/IP66 (staubdicht + Strahlwasser). Höhere Wasserklassen (IPx7/8/9K) sind bei faserbasierten Werkstoffen nur in Kombination mit speziellen Inlinern oder Verbunden realistisch. Bei länger andauernder Einwirkung oder Reinigungsintervallen ist neben dem Schutzgrad auch die Wiederholbarkeit des Verschlusses (z. B. bei Mehrwegverpackungen) zu berücksichtigen.

  • Erste Kennziffer (0–6): 5 = staubgeschützt (Staub kann eindringen, jedoch ohne Beeinträchtigung der Funktion); 6 = staubdicht (kein schädigendes Staubeindringen).
  • Zweite Kennziffer (0–9K): 4 = Spritzwasser, 5 = Strahlwasser aus Düse, 6 = starkes Strahlwasser, 7/8 = Untertauchen, 9K = Hochdruck-/Dampfstrahl.
  • Praxisbeispiel: Elektronik in staubiger Umgebung mit gelegentlichem Spritzwasser: IP54; Outdoor-Umschlag mit Reinigung per Strahlwasser: IP56; staubige Produktion mit hoher Partikelbelastung: IP6x.
  • Zusatzbuchstaben (optional): Buchstaben wie M/S (Prüfung in Bewegung/Stillstand) oder W (Witterungsbedingungen) können ergänzende Prüfzustände kennzeichnen, werden bei Verpackungen jedoch selten formal genutzt.

Anwendungsbereiche der IP-geschützten Wellpappe-Verpackungen

Die IP-geschützten Verpackungen kommen vorwiegend dort zum Einsatz, wo die Waren unter schwierigen Bedingungen transportiert oder gelagert werden. Ob es sich um Lebensmittel, elektronische Geräte oder Industrieprodukte handelt, diese Lösungen bieten einen definierten Schutz gegen Feuchtigkeit, Staub, Spritz- und Strahlwasser sowie begleitende mechanische Belastungen im Handling. Typische Szenarien sind staubintensive Produktionsbereiche, exponierte Umschlagplätze im Außenbereich, maritime Transportketten oder Lager mit regelmäßiger Nassreinigung. Auch im temporären Outdoor-Zwischenlager oder bei saisonal schwankenden Klimabedingungen unterstützt eine IP-Spezifikation die Risikominimierung.

  • Elektronik/Mechatronik: Kombination aus Staub- und Feuchteschutz, optional in Verbindung mit ESD-Maßnahmen (Schutz vor elektrostatischer Entladung).
  • Lebensmittel/Pharma: Schutz vor Spritzwasser und Partikeln während des innerbetrieblichen Transports; hygienegerechte Verschlusskonzepte.
  • Maschinen-/Ersatzteile: Temporärer Schutz bei Außenlagerung, Baustelleneinsatz oder Reinigungsvorgängen.
  • Archiv/Medien: Staubschutz bei Langzeitlagerung in wechselhaften Klimabedingungen.
  • Automobil- und Industriezulieferung: Komponenten mit sensiblen Oberflächen oder Schnittstellen, die vor Partikeln und Feuchte während des Umschlags geschützt werden müssen.
  • E-Commerce/Rücksendeprozesse: Robuste, reproduzierbar schließbare Konzepte, die wiederholtes Öffnen/Schließen ohne Verlust der Schutzwirkung ermöglichen.

Vor- und Nachteile von IP-geschützten Verpackungen

Die Vorteile von IP-geschützten Verpackungen liegen vor allem in der klar definierten Schutzwirkung und der Anpassbarkeit an das Einsatzprofil. Sie ermöglichen reproduzierbare Spezifikationen und Prüfungen. Dem stehen höhere Material- und Prozessanforderungen gegenüber. Zusätzlich können Barriereaufbauten das Recycling erschweren, und die Performance ist bei langandauernder starker Nässe durch faserbasierte Werkstoffe naturgemäß begrenzt. Eine sorgfältige Montage, dokumentierte Arbeitsanweisungen und die Kontrolle von Toleranzen sind daher integrale Bestandteile der Qualitätssicherung.

  • Vorteile: definierte Schutzklassen; erhöhte Robustheit gegenüber Staub und Feuchtigkeit; planbare Qualitätssicherung; geeignet für raue Umschlagbedingungen; eindeutige Kommunikation der Anforderungen entlang der Lieferkette.
  • Nachteile: potenziell höhere Kosten und Masse; komplexere Verschluss- und Dichtungskonzepte; mögliche Einschränkungen bei der sortenreinen Verwertung; Abhängigkeit von Montagequalität und Toleranzen; bei falscher Handhabung Risiko reduzierter Dichtigkeit.

Auswahl und Spezifikation

Die Auswahl der passenden Schutzart erfolgt risikobasiert. Wesentliche Faktoren sind Partikelgröße und -belastung, Art und Dauer der Feuchteeinwirkung, klimatische Bedingungen, Transportwege, sowie die Empfindlichkeit des Packguts. Konstruktive Maßnahmen umfassen dichte Steck- oder Klebelaschen, überlappende Deckel, Nassfestleime, wasserabweisende Beschichtungen, Folien-Inliner, abgedichtete Durchbrüche und perforationsfreie Zonen in kritischen Bereichen. Relevante Maße sind präzise zu definieren; hierzu liefern weiterführende Hinweise zu technischen Abmessungen eine hilfreiche Grundlage. Zusätzlich sollten Innen- und Außenmaße, Rillmaßzugaben, Kompressionsreserven und Fertigungstoleranzen eindeutig dokumentiert werden.

  1. Gefährdungsanalyse: Staub-/Feuchteprofil, Dauer, Reinigungsszenarien, Temperatur. Ergänzend: Transportvibrationen, mögliche Schadenursachen (Leckpfade, Stoßkanten) und Handhabungsschritte erfassen.
  2. Schutzgrad festlegen: Zielklasse (z. B. IP54, IP56, IP66) in Abhängigkeit vom Risiko. Wenn nur Teilanforderungen vorliegen, entsprechend mit „x“ kenntlich machen und den nicht geprüften Teil separat absichern.
  3. Material- und Konstruktionskonzept: Wellenart, Liner, Beschichtungen, Inliner, Dichtungen. Übergänge, Fugenlängen und Überlappungen so auslegen, dass der Leckpfad maximiert und der Eintrittswiderstand erhöht wird.
  4. Verschlussstrategie: Klebung, Umreifung, zusätzliche Dichtbänder; Vermeidung unkontrollierter Spalte. Montagefolge, Presszeiten und Mindestanzug (z. B. Umreifspannung) definieren.
  5. Qualitätssicherung: Toleranzen, Montageanweisungen, Stichprobenprüfungen unter Praxisbedingungen. Rückstellmuster, Freigabeprüfungen und gegebenenfalls Requalifizierung bei Material- oder Prozessänderungen einplanen.

Maßkonzept und Toleranzen

Für die Zielerreichung sind die korrekte Festlegung von Innenmaß, Außenmaß und Nutzvolumen sowie die Berücksichtigung von Rilltoleranzen entscheidend. Eine eindeutige Zeichnung mit Bezugspunkten, Schnittstellen (z. B. zu Inlinern) und Verschlussdetails reduziert Abweichungen und unterstützt die Reproduzierbarkeit.

Prüfung und Validierung

Die Verifizierung orientiert sich an den Prüfmethoden der IEC/EN 60529. Dazu zählen Staubprüfungen in der Staubkammer (z. B. Talkum) sowie Wasserprüfungen mit definierten Düsen, Volumenströmen, Drücken, Entfernungen und Zeiten. Für faserbasierte Systeme ist eine Vorkonditionierung (Klima) zweckmäßig, um realistische Ergebnisse zu erhalten. Zusätzlich können kombinierte Belastungen (Vibration während der Exposition) simuliert werden, sofern dies dem Einsatzprofil entspricht.

  • Staubprüfung: IP5x ca. 2 Stunden Staubexposition (staubgeschützt), IP6x mit Unterdruck zur Prüfung auf Staubdichtheit.
  • Wasserprüfung: IPx5 typ. 12,5 l/min (Düse 6,3 mm), IPx6 typ. 100 l/min (Düse 12,5 mm), definierte Abstände und Dauer.
  • Bewertung: Kein schädigendes Eindringen in das definierte Schutzvolumen; Packgut bleibt funktions- bzw. qualitätsfähig.
  • Praxistests: Kombination mit Transport- und Klimatests (Vibration, Fall, Wechselklima), um das Gesamtsystem zu validieren.
  • Dokumentation: Prüfpläne, Protokolle, Fotos und Freigabekriterien nachvollziehbar festhalten; Abweichungen und Korrekturmaßnahmen systematisch adressieren.

Zusammenfassung:

  • Die IP-geschützte Verpackung besteht typischerweise aus robusten Materialien wie Wellpappe, die sicherstellen, dass das Innere gegen verschiedene Umwelteinflüsse wie Feuchtigkeit, Staub und physische Beschädigungen geschützt ist.
  • Durch ihren Einsatz können Unternehmen die Produktsicherheit während des Transports und der Lagerung maximieren, indem sie dafür sorgen, dass die Waren in einwandfreiem Zustand beim Kunden ankommen.
  • Speziell bei Verpackungen aus Wellpappe kann der IP-Schutz durch den Einsatz spezieller Beschichtungen oder Behandlungen, die auf das Material aufgebracht werden, weiter verbessert werden.
  • IP-Code verstehen: Erste Ziffer für Partikelschutz (0–6), zweite Ziffer für Wasserschutz (0–9K); Beispiel IP56 = staubgeschützt + starkes Strahlwasser.
  • Auswahlkriterien: Gefährdungsanalyse, Zielklasse, Konstruktion (Verschluss, Dichtung, Inliner), Montagequalität und Toleranzen.
  • Prüfverfahren: Validierung nach IEC/EN 60529 unter normnahen Bedingungen; ergänzend Transport- und Klimatests.
  • Grenzen: Dauerhafte Nässe und Hochdruckreinigung erfordern oft Inliner/Verbunde; IP deckt keine mechanische Stoßfestigkeit oder chemische Beständigkeit ab.
  • Normbezug und Praxis: Der IP-Code dient im Verpackungskontext als Referenzrahmen zur Spezifikation und Überprüfung der Dichtigkeit gegenüber Staub und Wasser; klimatische Konditionierung und Montagequalität bleiben wesentliche Einflussgrößen.

Veröffentlicht am 06.05.2025
Letzte Überarbeitung am 07.11.2025 um 09:52 Uhr von Sebastian Würth

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