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Liniennetzoptimierung
Wenn Unternehmen aus der Wellpappenbranche Wege suchen, ihre Produktion zu optimieren, ist eine Strategie, die immer mehr an Bedeutung gewinnt, die Liniennetzoptimierung. Diese anspruchsvolle Aufgabe der Prozessoptimierung ist besonders bei der Produktion von Wellpappen wichtig, da sie dabei hilft, effiziente Arbeitsabläufe zu gewährleisten und die Produktqualität zu maximieren. Dabei geht es nicht nur um die Wahl effizienter Routen im Produktionsfluss, sondern auch um das abgestimmte Zusammenspiel von Maschinen, Materialfluss, Reihenfolgen, Rüstwechseln und Personalplanung. Zielgrößen wie Durchsatz, Termintreue, Ausschussquote, Materialausnutzung, Rüstzeiten und die Gesamtanlageneffektivität (OEE) werden im Kontext variabler Auftragsmixe und wechselnder Rahmenbedingungen systematisch verbessert. Ergänzend berücksichtigt die Liniennetzoptimierung Einflussfaktoren wie Feuchte- und Temperaturführung, Papierqualitäten, Klebstoffparameter, Bahnspannung sowie das Einplanen von Qualitätssicherungsmaßnahmen, um in der Wellpappenfertigung stabile, wiederholbare Ergebnisse zu erzielen.
Definition: Was versteht man unter Liniennetzoptimierung?
Die Liniennetzoptimierung bezieht sich auf den Prozess, bei dem die optimalen Pfade und Routen innerhalb einer Produktionslinie ermittelt werden. Im Zentrum dieser Aktivität steht die Verbesserung der Betriebseffizienz und die Reduzierung von Abfall und Ausschuss. Von besonderer Bedeutung ist die Liniennetzoptimierung in Produktionsumgebungen, wo mehrere Produktionslinien parallel laufen können. In der Wellpappenfertigung umfasst dies typischerweise Zuschnitt, Wellenherstellung, Kaschierung, Stanzung, Druck, Klebung und Palettierung sowie den innerbetrieblichen Transport zwischen den Stationen. Dazu zählt auch die gezielte Gestaltung von Pufferzonen, die Synchronisation von Taktzeiten zwischen Wellpappenanlage und Weiterverarbeitung sowie die Entscheidung, welche Aufträge auf welcher Linie mit welcher Losstruktur abgearbeitet werden. Durch eine klare Zuordnung von Produktfamilien (z. B. nach Wellenprofil, Grammatur und Ziel-Abmessungen) entstehen robuste, planbare Materialflüsse.
Aus Sicht der Zielsysteme werden häufig mehrere, teils konkurrierende Kriterien gleichzeitig betrachtet (Mehrzieloptimierung). Typische Schwerpunkte sind:
- Durchsatz und Taktzeit: Steigerung der Ausbringung bei stabilen Taktvorgaben. In der Praxis bedeutet dies eine abgestimmte Geschwindigkeit der Wellpappenanlage mit den nachgelagerten Stanz- und Klebelinien, um Wartezeiten und Leerlauf zu vermeiden.
- Rüst- und Wechselzeiten: Minimierung von Umrüstfolgen durch sinnvolle Reihenfolgeplanung. Wechsel von Werkzeugen, Druckplatten, Farben oder Klebstoffen werden so geplant, dass sie in logischer Folge stattfinden und Rüstmatrizen bestmöglich genutzt werden.
- Qualität und Ausschuss: Senkung von Makulatur durch stabile Prozessketten und konsistente Parameter. Dazu gehört die Kontrolle von Bahnplanlage, Kantenrissen, Delamination und Druckfehlern, um Nacharbeit und Nachproduktion zu vermeiden.
- Materialfluss und Bestände (WIP): Vermeidung von Staupunkten, Engpässen und unnötigen Umlagerungen. Gut ausgelegte Puffer und klare Wegeführung reduzieren Suchzeiten, Transportaufwand und Beschädigungen an Halbfabrikaten.
- Energie- und Ressourceneinsatz: Glättung von Lastspitzen und Reduktion energieintensiver An- und Abfahrzyklen. Eine gleichmäßige Auslastung mindert den Dampf- und Strombedarf und verringert damit zugleich Verschleiß und Ausschussrisiken.
Methoden zur Optimierung des Liniennetzes
Es gibt verschiedene Methoden zur Optimierung des Liniennetzes in der Wellpappenproduktion. Beispiele hierfür sind lineare Programmierung und Heuristiken. Lineare Programmierung verwendet mathematische Modelle, um die optimalen Produktionszeiten und -mengen zu finden. Heuristiken, einen anderen Ansatz, zeichnen sich durch ihre intuitive Lösungsfindung aus. Dabei basiert die Lösung auf Erfahrungen und nicht auf fest definierten Regeln. Beide Methoden können helfen, die Effizienz in jeder Stufe des Produktionsprozesses zu erhöhen. Ergänzend kommen Constraint-basierte Ansätze (z. B. Constraint Programming) sowie mehrkriterielle Verfahren mit Gewichtungen oder Pareto-Optimierung zum Einsatz, um Zielkonflikte strukturiert aufzulösen.
Mathematische Optimierung und Metaheuristiken
Neben der linearen Programmierung kommen gemischt-ganzzahlige Modelle (MIP) für kombinatorische Aufgaben (z. B. Reihenfolgeplanung, Zuordnung zu Linien) sowie Metaheuristiken wie Tabu Search, genetische Algorithmen oder Simulated Annealing zum Einsatz. Diese Verfahren sind besonders nützlich, wenn Restriktionen wie Rüstmatrizen, Mindestloslängen, Fensterzeiten und Kapazitätsgrenzen gleichzeitig berücksichtigt werden müssen. In der Praxis bewährt sich oft ein Rolling-Horizon-Vorgehen mit Warmstarts aus bestehenden Plänen, ergänzt um Dekomposition für Engpassbereiche (z. B. Zuschnitt oder Faltschachtel-Klebemaschinen). Für Mehrzielprobleme können Pareto-Fronten berechnet und anschließend businessseitig bewertet werden.
Simulation und digitale Zwillinge
Ereignisdiskrete Simulationen bilden Variabilität im Auftragsfluss, Störungen und Wartezeiten realitätsnah ab. Ein digitaler Zwilling der Fertigung ermöglicht, Szenarien gefahrlos zu testen, Engpässe sichtbar zu machen und robuste Pläne zu entwickeln, bevor sie in die Produktion überführt werden. Durch die Parametrisierung mit empirischen Verteilungen (z. B. Ankunftszeiten von Aufträgen, Störungsdauer, Rüstzeiten) und die Kopplung mit Messdaten (z. B. von Sensorik der Wellpappenanlage) lassen sich Aussagen zur Robustheit, zu Pufferdimensionierung und zur Termintreue belastbar treffen.
APS- und MES-gestützte Planung
Advanced-Planning-and-Scheduling-Systeme (APS) kombinieren Optimierung mit Regelwerken und Prioritäten. In Verbindung mit dem Manufacturing Execution System (MES) werden Ist-Daten (z. B. Laufgeschwindigkeiten, Temperaturen, Feuchte, Klebstoffparameter) rückgekoppelt, um Planungen dynamisch zu aktualisieren. Ereignisgesteuerte Umplanung bei Störungen, automatische Priorisierung von Eilaufträgen und transparente Visualisierung der Reihenfolge an jeder Station sorgen für ein konsistentes Zusammenspiel zwischen Planung, Disposition und Produktionsteams.
Normen, Formate und produktspezifische Spezifikationen
Für ein belastbares Liniennetz sind standardisierte Produkt- und Prozessbeschreibungen erforderlich. In der Wellpappenfertigung betreffen diese Spezifikationen unter anderem Wellenprofile (z. B. A, B, C, E), Grammaturen, Feuchtefenster, Klebstoffklassen, Druckfarbsätze, zulässige Planlageabweichungen sowie zulässige Toleranzen in der Weiterverarbeitung. Eine klare Zuordnung von Formatbereichen und Ziel-Abmessungen zu Maschinenfenstern (z. B. maximale Arbeitsbreiten, Stanzkonturen, Klebewerkzeuge) erleichtert die automatisierte Zuordnung von Aufträgen zu Linien und reduziert die Planungszeit.
Mögliche Herausforderungen bei der Liniennetzoptimierung
Mögliche Herausforderungen bei der Liniennetzoptimierung sind vor allem die Komplexität der Produktionsprozesse und die Schwierigkeit, die Optimierungslösung auf verschiedene Produktvarianten und Produktionsbedingungen anzupassen. Weitere Schwierigkeiten können sich aus nicht vorhersehbaren Störungen, wie Maschinenausfällen oder Verzögerungen im Produktionsprozess, ergeben. Eine gut durchdachte und sorgfältig implementierte Liniennetzoptimierung kann jedoch dabei helfen, diese Herausforderungen zu bewältigen und die Produktionsprozesse zu verbessern. Wesentlich ist ein strukturiertes Change-Management mit klaren Rollen, regelmäßigen Reviews und nachvollziehbaren Entscheidungsregeln, damit neue Planungslogiken im Alltag verlässlich angewendet werden.
- Datenqualität und Stammdatenpflege: Unvollständige Parameter zu Grammaturen, Wellenarten, Feuchte oder Rüstzeiten führen zu suboptimalen Ergebnissen. Einheitliche Datenhoheit, klare Verantwortlichkeiten und regelmäßige Audits sind daher notwendig.
- Volatilität im Auftragsmix: Kurzfristige Eilaufträge, schwankende Bedarfe und Terminverschiebungen erfordern robuste, flexibel anpassbare Pläne. Zeitfenster und Prioritätsregeln sollten hierfür transparent definiert sein.
- Restriktionen entlang der Kette: Abmessungen, Mindest- und Maximalbreiten, Werkzeugverfügbarkeiten, Palettierlogiken und Ladeeinheiten (z. B. Europalette) beeinflussen die Netzplanung. Auch Verpackungsprüfungen und Qualitätssperren müssen zeitlich berücksichtigt werden.
- Störungsmanagement: Strategien für Umplanung in Echtzeit, Pufferzonen und alternative Pfade sind essenziell, um Stillstände zu begrenzen. Standardisierte Eskalationspfade unterstützen eine schnelle, koordinierte Reaktion.
Vor- und Nachteile von Liniennetzoptimierung
Die Vorteile der Liniennetzoptimierung liegen klar auf der Hand. Sie kann zu erheblichen Produktivitätssteigerungen führen, die Produktqualität verbessern und Ausfallzeiten reduzieren. Darüber hinaus kann sie dazu beitragen, die Kosten für Rohstoffe und Energie zu senken und trägt damit indirekt zum Umweltschutz bei. Dennoch gibt es auch Herausforderungen und Kosten, die mit der Implementierung einer Liniennetzoptimierung verbunden sind. Dies können hohe Anfangsinvestitionen, der Bedarf an spezialisiertem Personal und mögliche Widerstände innerhalb des Unternehmens gegen Veränderungen sein. Trotzdem, wenn die Liniennetzoptimierung richtig umgesetzt wird, sind in der Regel die Vorteile größer als die Nachteile. Eine nüchterne Bewertung über den gesamten Lebenszyklus (TCO) sowie die schrittweise Einführung mit klaren Meilensteinen sind hierbei zielführend.
- Vorteile: Bessere Auslastung, stabilere Takte, geringere Makulatur, verbesserte Termintreue, transparente Materialflüsse, reproduzierbare Planungsqualität. Zusätzlich werden Energieverbräuche geglättet, Engpässe sichtbar gemacht und die Planungszeit je Periode reduziert.
- Nachteile bzw. Aufwände: Einführungsprojekt, Schulungen, Datenharmonisierung, Pflege laufender Parameter und kontinuierliche Validierung der Modelle. Zudem sind Prozessdisziplin, Governance-Regeln und regelmäßige Reviews erforderlich, um das Zielniveau dauerhaft zu halten.
Zusätzliche Aspekte der Liniennetzoptimierung
Mitunter kann die Liniennetzoptimierung auch dazu beitragen, die Arbeitsumgebung sicherer und angenehmer für die Mitarbeiter zu gestalten. Eine effiziente Organisation und Planung kann helfen, Unordnung zu beseitigen, und verbesserte Prozessabläufe können das Risiko von Arbeitsunfällen reduzieren. Zudem kann eine Optimierung des Liniennetzes zu einem reibungsloseren Betrieb und damit zu weniger Stress für die Mitarbeiter führen. Der Abgleich von Transportwegen, Sichtachsen und Übergabepunkten verringert Kreuzungen, reduziert Hebelasten und schafft Raum für ergonomische Arbeitsplätze.
Darüber hinaus unterstützt ein systematisches Liniennetzdesign ergonomische Materialbereitstellung, klare Wegeführungen für innerbetriebliche Transporte, reduzierte Kreuzungspunkte sowie definierte Übergaben zwischen Stationen. Dies wirkt sich positiv auf die Prozessstabilität und die Einarbeitung neuer Mitarbeitender aus. Auch Lärm- und Staubquellen lassen sich über die Anordnung von Stationen sowie über sinnvolle Pufferbereiche minimieren.
Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz im Liniennetz
Eine abgestimmte Liniennetzoptimierung senkt Makulatur durch weniger Anfahrabfall, reduziert Verschnitt durch geeignete Formatbündelung und minimiert unnötige Transporte. Gleichmäßige Auslastungsprofile senken den Energiebedarf, insbesondere an der Wellpappenanlage, und verbessern die thermische Effizienz. Zudem können Rückführungsprozesse für Randbeschnitt und Ausschuss planbar integriert werden, um Recyclingströme stabil zu gestalten.
Praxisorientiertes Vorgehen und Best Practices
- Ist-Analyse und Datenaufnahme: Erhebung von Taktzeiten, Rüstfolgen, Ausschussursachen, Abmessungen und Transportwegen; Visualisierung in Wertstrom- oder Spaghetti-Diagrammen. Ergänzend werden Maschinenfenster, Werkzeugverfügbarkeiten, Palettiermuster und Prüfzeiten erfasst.
- Engpassfokussierung: Identifikation der Engpassmaschine und Ausrichtung von Reihenfolge, Losbildung und Pufferung auf deren maximalen stabilen Durchsatz. Engpassverlagerungen werden mittels Simulation geprüft und im Planungsmodell abgebildet.
- Reihenfolge- und Losbildung: Bündelung kompatibler Aufträge nach Welle, Breite, Druckwerkzeug, Klebstofftyp und Ziel-Abmessungen, um Rüstwechsel zu reduzieren. Rüstmatrizen und Setups werden als Kosten in der Optimierung hinterlegt, um wechselarme Sequenzen zu bevorzugen.
- Szenarienentwicklung: Bewertung von Alternativen (z. B. getaktete Fertigung, parallele Pfade, zusätzliche Puffer) mittels Simulation. Sensitivitätsanalysen zu Störungen und Eilaufträgen sichern die Robustheit der gewählten Variante.
- Pilotierung und Rollout: Schrittweise Einführung auf ausgewählten Linien, Kennzahlenvergleich, Lessons Learned, anschließende Skalierung. Standardisierte Arbeitsanweisungen und Trainings stellen die nachhaltige Verankerung sicher.
- Kontinuierliche Verbesserung: Regelmäßige Parameterpflege, PDCA-Schleifen, Kaizen-Workshops, Audits der Datengüte. Dashboards unterstützen tägliche Shopfloor-Routinen und machen Abweichungen zeitnah sichtbar.
Ein wichtiger Stellhebel ist die Kopplung von Reihenfolgeplanung und Losbildung. Weiterführende Hinweise bietet der Beitrag Weiterführende Informationen zur optimalen Losgröße im Liniennetz, da Batchgrößen das Verhältnis von Rüstzeiten zu Laufzeiten, Beständen und Termintreue maßgeblich beeinflussen.
Daten, Restriktionen und typische Zielkonflikte
- Produkt- und Auftragsdaten: Wellenarten, Grammaturen, Feuchtefenster, Planlageanforderungen, Druckbilder, Ziel-Abmessungen, Verpackungsvarianten. Einheitliche Codierungen und saubere Stammdaten sind dafür eine Grundvoraussetzung.
- Rüstlogiken: Rüstmatrizen für Klebstoffe, Werkzeuge, Farben; Minimierung kostspieliger Wechselreihen. Vorbereitende Tätigkeiten (z. B. Rüstwagen, Voreinstellung) verkürzen Stillstandszeiten.
- Logistische Ketten: Pufferkapazitäten, Transportzeiten, Ladeeinheiten (z. B. Europalette), Reihenfolge beim Palettieren und Kommissionieren. Materialbereitstellung und Rückmeldung von Fertigmeldungen sollten zeitnah erfolgen.
- Zielkonflikte: Große Lose senken Rüstzeiten, erhöhen aber WIP; kleine Lose verbessern Flexibilität, können jedoch Durchsatz und Energieeffizienz mindern. Eine abgestimmte, auf Nachfrageprofile ausgerichtete Losstrategie schafft hier Balance.
Kennzahlen, Berechnungshinweise und Benchmarks
Zur Beurteilung der Liniennetzoptimierung eignen sich Kennzahlen mit klarer Definition und konsistenter Messmethodik. Beispielhaft: Rüstminuten pro Auftrag als Verhältnis aus Rüstzeit zu durchlaufener Auftragszahl; Durchsatz pro Schicht als Summe der gut produzierten Laufmeter; Ausschussquote als Anteil der Makulatur an der Gesamtproduktion. Ergänzend helfen Lead-Time-Quantile (z. B. 90. Perzentil) und Pufferstand-Profile, Planungsqualität transparent zu machen.
Messgrößen, Monitoring und Validierung
- Kennzahlen: OEE, Durchsatz pro Schicht, Rüstminuten pro Auftrag, Ausschussquote, Energieverbrauch pro Laufmeter, Termintreue. Ergänzend sind WIP-Bestände, durchschnittliche Wartezeiten und Anzahl kurzfristiger Umplanungen relevant.
- Dashboards: Echtzeit-Visualisierung von Engpässen, Störungen und Pufferständen zur schnellen Reaktion. Drill-down-Funktionen ermöglichen Ursachenanalysen bis auf Auftrags- und Maschinenebene.
- Validierung: A/B-Tests zwischen alternativen Netzplänen, Sensitivitätsanalysen gegenüber Störparametern, kontinuierliche Modellkalibrierung. Periodische Backtests prüfen, ob Prognosen und reale Ergebnisse konsistent sind.
Fazit zur Liniennetzoptimierung
Im Ganzen gesehen, ist die Liniennetzoptimierung ein effektives Mittel zur Steigerung der Produktivität und Effizienz in der Wellpappenproduktion. Trotz einiger Herausforderungen überwiegen die Vorteile deutlich und können einen signifikanten Beitrag zur Verbesserung des Unternehmenserfolgs leisten. Daher sollte jedes Unternehmen in der Wellpappenbranche die Möglichkeiten zur Liniennetzoptimierung in Betracht ziehen. Besonders wirksam ist eine Kombination aus belastbaren Stammdaten, modellgestützter Planung, realitätsnaher Simulation und disziplinierter Umsetzung am Shopfloor.
Eine nachhaltige Wirkung ergibt sich insbesondere aus der Kombination datengetriebener Planung, robuster Szenarien und kontinuierlicher Verbesserung. Durch klare Zielgrößen, saubere Stammdaten und engpassorientierte Steuerung lassen sich stabile Prozesse, geringere Makulatur sowie planbare Durchlaufzeiten erreichen. Regelmäßige Reviews, klare Verantwortlichkeiten und ein geschulter Blick auf Zielkonflikte sichern die dauerhafte Leistungsfähigkeit des Liniennetzes.
Zusammenfassung:
- Die Liniennetzoptimierung zielt darauf ab, die Effizienz von Produktionslinien zu steigern, was gerade für Unternehmen, die Wellpappe-Verpackungen produzieren, essenziell ist. Sie strukturiert Materialflüsse, reduziert Wartezeiten und stärkt die Prozessstabilität.
- Durch die Optimierung des Liniennetzes können Produktionsprozesse gestrafft und die Produktivität gesteigert werden, was zu einer höheren Ausstoßrate von Verpackungen aus Wellpappe führen kann. Zugleich sinken Makulatur und Rüstaufwand.
- Die Liniennetzoptimierung kann auch helfen, die Energieeffizienz zu verbessern und somit die Produktionskosten zu senken, was einen direkten Einfluss auf den Preis von Wellpappverpackungen hat und diese wettbewerbsfähiger macht. Gleichmäßige Auslastung glättet Lastspitzen.
- Methodisch kommen lineare und gemischt-ganzzahlige Programmierung, Heuristiken, Metaheuristiken sowie Simulationen zum Einsatz, ergänzt durch APS- und MES-gestützte Planung. Constraint-basierte Verfahren unterstützen die Handlungssicherheit.
- Typische Stellhebel sind Engpassfokussierung, Reihenfolgeplanung, Rüstzeitreduktion, abgestimmte Losbildung und ein stabiler Materialfluss. Pufferdimensionierung und klare Maschinenfenster sind ebenfalls relevant.
- Herausforderungen bestehen in Datenqualität, variablen Auftragsmischungen und Störungen; robuste Pläne und Monitoring mindern deren Einfluss. Transparente Regeln und kontinuierliche Pflege sichern die Nachhaltigkeit.
- Klare Kennzahlen (z. B. OEE, Durchsatz, Ausschussquote) und regelmäßige Validierung sichern die Nachhaltigkeit der Verbesserungen. Ergänzend helfen Dashboards und A/B-Tests bei der Bewertung von Alternativen.
Veröffentlicht am 22.04.2025
Letzte Überarbeitung am 14.11.2025 um 11:52 Uhr von Julia Kopp