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Nachhaltigkeitsbewertung

In der modernen Welt, in der der Schutz der Umwelt und die nachhaltige Nutzung von Ressourcen eine immer größere Rolle spielen, findet auch in der Verpackungsindustrie ein Umdenken statt. Vor allem die Bewertung der Nachhaltigkeit von Materialien wie Wellpappe rückt in den Fokus. Ziel ist es, ökologische Auswirkungen entlang des gesamten Lebenszyklus transparent zu machen, Optimierungspotenziale zu identifizieren und Entscheidungen faktenbasiert zu treffen. Neben den Umweltwirkungen werden dabei zunehmend auch ökonomische und soziale Einflussfaktoren berücksichtigt, um die Leistungsfähigkeit von Verpackungen ganzheitlich und belastbar beurteilen zu können. Datengestützte Vergleiche verschiedener Konstruktionsalternativen, Wellenarten oder Materialqualitäten erlauben es, die Schutzfunktion mit möglichst geringem Ressourceneinsatz sicherzustellen.

Definition: Was versteht man unter Nachhaltigkeitsbewertung?

Unter Nachhaltigkeitsbewertung versteht man das systematische Beurteilen und Bewerten von Produkten und Arbeitsmethoden hinsichtlich ihres Beitrags zur Nachhaltigkeit. Dabei spielen Faktoren wie Umweltschonung, Ressourcenschonung und soziale Verantwortung eine Rolle. Bei der Bewertung der Nachhaltigkeit von Wellpappe zum Beispiel werden sowohl die Herstellungsbedingungen, der Einsatz von Ressourcen als auch das Recyclingpotenzial betrachtet. Ergänzend fließen Aspekte wie Emissionen entlang der Lieferkette, die Gestaltung für Kreislaufführung, die Gebrauchstauglichkeit (Schutzleistung, Handhabung) sowie die Entsorgungs- und Rückführungswege ein.

Im Zentrum stehen drei Dimensionen: ökologische Wirkungen (zum Beispiel Treibhauspotenzial, Energie- und Wasserbedarf), ökonomische Aspekte (Effizienz, Lebenszykluskosten) sowie soziale Kriterien (Arbeits- und Gesundheitsstandards). Für Materialien auf Faserbasis wie Wellpappe gehören dazu zusätzlich die Zirkularität (Recyclingfähigkeit, Rezyklatanteil), Faserherkunft, Emissionen in der Produktion und die Eignung für geschlossene Kreisläufe. Relevante praxisnahe Kennwerte sind etwa der Rezyklatanteil der Fasern, die Materialeffizienz pro geforderter Schutzleistung, die Stapelfestigkeit (ECT/BCT) in Relation zum Flächengewicht sowie die Druckfarben- und Klebstoffauswahl im Hinblick auf Recyclingprozesse.

Abgrenzungen und funktionale Einheit

Jede Bewertung benötigt klare Systemgrenzen (von Rohstoffgewinnung bis End-of-Life) und eine funktionale Einheit, etwa „Schutz und Transport einer definierten Warenmenge über eine definierte Distanz“. So werden Alternativen fair vergleichbar und Trade-offs sichtbar gemacht. In der Praxis sollten funktionale Anforderungen präzise beschrieben werden: zulässige Transportschäden, Stapeldauer, klimatische Bedingungen (Temperatur/Feuchte), notwendige Kommunikations- oder Kennzeichnungsflächen, automatisierte Verarbeitbarkeit sowie Palettier- und Lageranforderungen. Erst die Festlegung dieser Rahmenbedingungen ermöglicht eine belastbare, funktionsgleiche Gegenüberstellung unterschiedlicher Verpackungskonzepte.

Methoden für die Nachhaltigkeitsbewertung

Es gibt verschiedene Methoden zur Nachhaltigkeitsbewertung, unter anderem die Ökobilanz, die Betrachtung des Produktelebenszyklus und Zertifizierungssysteme. Bei der Ökobilanz wird zum Beispiel der gesamte Lebenszyklus eines Produktes hinsichtlich Umweltauswirkungen betrachtet. Bei Wellpappe wäre dies vom Rohstoffabbau, über die Produktion und Nutzung bis hin zur Entsorgung bzw. dem Recycling. Zertifizierungssysteme stellen spezifische Anforderungen an das Management und die Produkte eines Unternehmens und bewerten diese im Hinblick auf Nachhaltigkeitsaspekte. Ergänzend werden Zirkularitätsindikatoren, Materialflussanalysen und Hotspot-Analysen eingesetzt, um Prioritäten in Entwicklung und Beschaffung datenbasiert zu setzen und kontinuierliche Verbesserungen zu verankern.

Ökobilanz (Life Cycle Assessment, LCA)

  • Ziel und Untersuchungsrahmen: Festlegung von Zweck, funktionaler Einheit und Systemgrenzen (cradle-to-gate, cradle-to-grave, cradle-to-cradle).
  • Sachbilanz: Erfassung von Stoff- und Energieflüssen (Rohstoffe, Hilfsstoffe, Energie, Transport).
  • Wirkungsabschätzung: Bewertung in Wirkungskategorien wie Klimawirkung, Versauerung, Eutrophierung, Ressourcenverbrauch und Wasserknappheit.
  • Interpretation: Plausibilitätsprüfung, Unsicherheiten, Sensitivitätsanalysen und Schlussfolgerungen.
  • Allokation und Systemerweiterung: Methodische Entscheidungen zur Zuordnung von Umweltlasten bei Koppelprozessen und beim Recycling (zum Beispiel Gutschriften für Substitution von Primärfasern).
  • Repräsentativität: Zeitliche, geografische und technologische Abdeckung der Daten sowie Qualitätskriterien für Primär- und Sekundärdaten.

Lebenszyklusbetrachtung und Zirkularitätsindikatoren

Neben der LCA werden Kennzahlen zur Kreislaufführung genutzt: Rezyklatanteil, Recyclingfähigkeit, Faserverluste über mehrere Kreisläufe, Materialeffizienz und Reparierbarkeit/Wiederverwendbarkeit. Für Wellpappe sind geschlossene Stoffströme und die hohe Erfassungsquote gebrauchter Faserstoffe besonders relevant. Weitere praxisnahe Indikatoren sind die Sortenreinheit, lösbare Verbunde (z. B. Klebungen, Etiketten), Druckfarbenverträglichkeit im Papierrecycling und der Materialnutzungsgrad in der Stanzkontur. Je höher die Zirkularität und je geringer der Materialeinsatz bei gleicher Schutzfunktion, desto besser fällt die Bewertung aus.

Zertifizierung und Managementsysteme

Management- und Produktstandards unterstützen eine konsistente Datenerhebung und kontinuierliche Verbesserung. Dazu zählen Umwelt- und Energiemanagement sowie produktbezogene Richtlinien für sichere Inhaltsstoffe und kreislauffähige Gestaltung. Sie liefern Rahmenwerke, ersetzen jedoch keine fallbezogene Ökobilanz. Ergänzend helfen interne Designrichtlinien, qualitätsgesicherte Lieferantendaten, Spezifikationsmanagement und Prüfpläne, um die Ergebnisse aus Bewertungen verlässlich in die Entwicklung und Beschaffung zu überführen.

Datengrundlagen und Qualität

  • Primärdaten aus Produktion und Logistik erhöhen die Genauigkeit, sollten aber durch konsistente Sekundärdatenbanken ergänzt werden.
  • Transparente Annahmen zu Transportentfernungen, Energie-Mix, End-of-Life-Szenarien und Verlustquoten sind entscheidend für belastbare Ergebnisse.
  • Vollständigkeit und Konsistenz: Definition von Cut-off-Kriterien, Umgang mit fehlenden Daten und Dokumentation der Datenquellen.
  • Vergleichbarkeit: Einheitliche funktionale Einheiten, identische Systemgrenzen und harmonisierte Methodik bei Variantenvergleichen.

Relevanz der Nachhaltigkeitsbewertung in der Verpackungsindustrie

Die Bedeutung der Nachhaltigkeitsbewertung nimmt in der Verpackungsindustrie stetig zu. Unternehmen müssen sich mit der Nachhaltigkeit ihrer Produkte und Prozesse auseinandersetzen, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben und um die Anforderungen von Kunden und gesetzlichen Vorschriften zu erfüllen. Wellpappe bietet dabei eine sehr gute Option, da sie über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg sehr gut abschneidet. Sie ist langlebig, wiederverwendbar und vor allem recyclingfähig. Darüber hinaus unterstützt sie durch ihr geringes Gewicht effiziente Transporte und lässt sich durch geeignete Konstruktionen an spezifische Schutzanforderungen anpassen.

In der Praxis stehen meist drei Ziele im Vordergrund: Reduktion der Klimawirkung, Einsparung von Material und Minimierung von Transportschäden. Materialeffizienz, Gewichtsoptimierung, kreislauffähige Gestaltung (zum Beispiel sortenreine Fasern, lösbare Verbindungen) und eine zurückhaltende Bedruckung sind wesentliche Hebel. Ebenso wichtig ist das sogenannte Right-Sizing, also eine passgenaue Dimensionierung der Schutzfunktion. Eine kurze Einführung bietet der Überblick zu relevanten Abmessungen. Zusätzlich beeinflussen Wellenart, Lagenzahl, Klebstoffsysteme und die Auslegung von Rill- und Stanzgeometrien die Balance zwischen Schutzleistung und Ressourceneinsatz maßgeblich.

Besonderheiten bei Wellpappe

  • Hohe Verfügbarkeit von Sekundärfasern und etablierte Rückführungswege.
  • Geringes Eigengewicht mit positiver Wirkung auf Transporte.
  • Mechanische Leistungsfähigkeit durch Wellengeometrie; Auswahl von Wellenart und Lagen beeinflusst Materialeinsatz und Schutzwirkung.
  • End-of-Life-Szenarien mit hohem Recyclinganteil und optionaler energetischer Verwertung nicht mehr nutzbarer Faserreste.
  • Gute Bedruckbarkeit mit wasserbasierten Systemen; eine maßvolle Gestaltung unterstützt die Recyclingfähigkeit.
  • Hohe Variabilität in Zuschnitt, Rillung und Klebung ermöglicht passgenaue Lösungen für unterschiedliche Güter und Lieferketten.

Praktische Umsetzung und Best Practices

Vorgehensmodell für die Bewertung

Ein praxistaugliches Vorgehen beginnt mit der Erhebung von Anforderungen (Schutz, Handhabung, Logistik), gefolgt von der Definition der funktionalen Einheit und Systemgrenzen. Danach werden Varianten konzipiert (zum Beispiel Wechsel der Wellenart, Optimierung der Zuschnitte, Anpassung der Rilllinien), mit Primärdaten aus der Produktion und konsistenten Sekundärdaten bewertet und mittels Sensitivitätsanalysen validiert. Abschließend werden die Ergebnisse in Designregeln überführt, etwa zur Minimierung des Flächengewichts bei konstantem BCT, zur Reduktion von Stanzabfällen oder zur Auswahl recyclingverträglicher Hilfsstoffe.

Häufige Fehlerquellen und Hinweise

  • Unklare funktionale Anforderungen führen zu nicht vergleichbaren Ergebnissen.
  • Unrealistische Transportannahmen verzerren Hotspots; reale Distanzen und Packdichten berücksichtigen.
  • Vernachlässigung von End-of-Life-Pfaden (Recyclingquoten, Faserverluste) beeinträchtigt die Aussagekraft.
  • Überdimensionierung ohne Mehrwert erhöht Materialeinsatz; Prüfwerte (ECT/BCT) gezielt auf die Anwendung auslegen.

Anwendungsbeispiele

Beispielhaft kann der Wechsel von einer zweiwelligen zu einer einwelligen Konstruktion mit optimierter Welle bei gleichbleibender Schutzleistung die Klimawirkung und das Flächengewicht reduzieren. Ebenso lassen sich durch Right-Sizing und angepasste Polstergeometrien Stanzabfälle minimieren. Der Einsatz von sortenreinen Fasern und lösbaren Klebungen erleichtert die Kreislaufführung und verbessert die Faserqualität in nachfolgenden Recyclingkreisläufen.

Vor- und Nachteile der Nachhaltigkeitsbewertung

Eine Nachhaltigkeitsbewertung bietet viele Vorteile. Sie hilft Unternehmen, ihre Umweltauswirkungen zu erkennen und zu optimieren. Durch den Fokus auf Ressourcenschonung und recyclebare Materialien können langfristig Kosten gespart werden. Zudem steigert sie die Akzeptanz und das Image eines Unternehmens in der Gesellschaft. Bei der Bewertung der Nachhaltigkeit von Wellpappe spielt unter anderem das hohe Recyclingpotenzial eine Rolle. Darüber hinaus schafft die strukturierte Vorgehensweise Transparenz in der Lieferkette und dient als Grundlage für robuste Spezifikationen und verlässliche Qualitätskennzahlen.

  • Transparenz: Vergleichbarkeit unterschiedlicher Material- und Konstruktionsalternativen auf Basis einheitlicher Kennzahlen.
  • Optimierung: Identifikation von Hotspots (zum Beispiel Energieverbrauch in der Herstellung, Transportdistanzen, überdimensionierte Konstruktionen).
  • Resilienz: Bessere Entscheidungsgrundlagen bei Rohstoffschwankungen und regulatorischen Anforderungen.
  • Designguides: Ableitung konkreter Gestaltungsregeln für kreislauffähige und ressourceneffiziente Lösungen.
  • Kontinuierliche Verbesserung: Messbare Zielwerte und Rückkopplung in Entwicklung, Einkauf und Qualitätssicherung.

Zu den Nachteilen einer Nachhaltigkeitsbewertung gehört, dass sie mit Aufwand und Kosten verbunden ist. Es kann zudem Schwierigkeiten bei der Implementierung geben und sie erfordert ein Umdenken im Unternehmen. Trotzdem überwiegen langfristig die Vorteile, insbesondere wenn man bedenkt, dass eine nachhaltige Geschäftspraxis auch eine zunehmend wichtige Rolle für die Wettbewerbsfähigkeit spielt. Methodische Unsicherheiten und Datenlücken lassen sich durch saubere Dokumentation, Sensitivitätsanalysen und regelmäßige Aktualisierungen reduzieren.

  • Aufwand: Datenerhebung über die gesamte Lieferkette kann komplex sein.
  • Unsicherheiten: Ergebnisse hängen stark von Systemgrenzen, Annahmen und Datenqualität ab.
  • Trade-offs: Verbesserungen in einer Kategorie (z. B. Materialeinsparung) können andere beeinflussen (z. B. Schutzleistung); funktionale Eignung muss immer gegeben sein.
  • Aktualisierung: Bewertungen sind Momentaufnahmen und sollten bei Prozess- oder Materialänderungen aktualisiert werden.
  • Komplexität: Allokationsregeln und End-of-Life-Modellierung erfordern methodische Sorgfalt, um Fehlinterpretationen zu vermeiden.

Zusammenfassung:

  • Unter Nachhaltigkeitsbewertung versteht man die Analyse und Bewertung der ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Aspekte eines Unternehmens oder eines Produkts, darunter fallen auch Verpackungslösungen.
  • Nachhaltigkeitsbewertungen für Unternehmen, die Wellpappenverpackungen verwenden, können helfen, ihre Umweltauswirkungen zu minimieren und ihre Ressourceneffizienz zu erhöhen.
  • Indem Unternehmen eine Nachhaltigkeitsbewertung durchführen, können sie ihre Marke stärken und zu einer grüneren Zukunft beitragen.
  • Zentrale Methoden sind Ökobilanz, Lebenszyklusbetrachtung, Zirkularitätsindikatoren und Managementsysteme; Datenqualität und klare Systemgrenzen sind entscheidend.
  • Für Wellpappe sind Materialeffizienz, hoher Recyclinganteil und kreislauffähige Gestaltung wesentliche Treiber einer positiven Umweltbilanz.
  • Ergebnisse sollten stets im Kontext der funktionalen Anforderungen interpretiert werden, um tragfähige und praxistaugliche Entscheidungen zu treffen.
  • Ein strukturiertes Vorgehen mit klaren Anforderungen, belastbaren Daten und regelmäßigen Aktualisierungen schafft die Basis für wirksame Verbesserungen über den gesamten Lebenszyklus von Verpackungen.

Veröffentlicht am 07.06.2024
Letzte Überarbeitung am 11.12.2025 um 12:47 Uhr von Julia Kopp

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