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Nachhaltigkeitskennzahlen

Die große Bedeutung von Nachhaltigkeit und deren Kennzahlen wird immer klarer, vor allem in der Verpackungsindustrie, in der die Verwendung von Materialien wie Wellpappe oft den Unterschied ausmacht. Unternehmen in diesem Sektor erkennen zunehmend die Notwendigkeit, ihre Aktivitäten konsequent auf Umweltverträglichkeit auszurichten. Gleichzeitig ist es wichtig, Entscheidungen auf solide ökonomische Parameter zu stützen, um ökologische Wirkung, Qualität, Kosten und Liefersicherheit in Einklang zu bringen.

Nachhaltigkeitskennzahlen schaffen die Grundlage, um ökologische, soziale und wirtschaftliche Wirkungen messbar und damit steuerbar zu machen. Sie machen Fortschritte, Zielerreichung und Abweichungen faktenbasiert sichtbar – von der Beschaffung über die Produktion bis zur Logistik und der Rückführung in den Kreislauf. Der folgende Beitrag erläutert den Begriff präzise, zeigt die Relevanz in der Wellpappe-Wertschöpfungskette und gibt Hinweise zur praktischen Messung und Nutzung. Ergänzend werden praxisnahe Beispiele aus der Wellpappenproduktion, gängige Berechnungswege und Hinweise zur Datenqualität dargestellt.

Definition: Was versteht man unter Nachhaltigkeitskennzahlen?

Als Nachhaltigkeitskennzahlen – auch als grüne Metriken bezeichnet – sind Indikatoren ein integraler Bestandteil der Ausrichtung eines Unternehmens auf ökologische, soziale und wirtschaftliche Nachhaltigkeit. Sie dienen dazu, das Ausmaß der Auswirkungen der Aktivitäten eines Unternehmens auf Umwelt und Gesellschaft zu quantifizieren. Ebenso relevant sind sie für die Bemessung der finanziellen Leistung in Bezug auf die Verantwortung gegenüber unterschiedlichen Stakeholdern. Ziel ist es, Wirkung transparent zu machen, Entscheidungen zu unterstützen und Zielerreichung nachvollziehbar zu dokumentieren.

Im Kern unterscheiden sich Kennzahlen nach ihrer Art und Funktion:

  • Ökologische Kennzahlen: beispielsweise Treibhausgasemissionen (CO2e), Energieverbrauch, Anteil erneuerbarer Energien, Wasserentnahme und -rückführung, Abfallaufkommen, Recycling- und Verwertungsquoten, Luftemissionen (z. B. VOC) sowie Materialkreislaufführung.
  • Soziale Kennzahlen: etwa Arbeitssicherheit (z. B. Unfallraten), Qualifizierungsstunden, Mitarbeiterfluktuation, Lieferanten-Auditraten und die Einhaltung von Menschenrechten in der Lieferkette.
  • Ökonomische Kennzahlen: unter anderem Ressourceneffizienz, Materialausbeute, Ausschussquoten, Kosten pro Funktionseinheit sowie Total Cost of Ownership über den Lebenszyklus.

Wichtig ist zudem die Unterscheidung zwischen absoluten Kennzahlen (Gesamtemissionen, Gesamtverbrauch) und relativen Kennzahlen (z. B. Emissionen pro Tonne Produkt oder pro 1.000 m² produzierter Wellpappe). Relative Kennzahlen erlauben Vergleiche über Zeiträume, Werke oder Produktlinien hinweg. Ergänzend helfen Leitkennzahlen (Leading Indicators) wie Energieintensität oder Ausschussquote dabei, spätere Ergebniskennzahlen (Lagging Indicators) wie CO2e-Intensität positiv zu beeinflussen. Ebenfalls hilfreich ist die Differenzierung nach Input-, Prozess- und Outputkennzahlen, um Ursachen und Wirkungen klar zuzuordnen.

Für Konsistenz und Vergleichbarkeit dienen etablierte Rahmenwerke und Normen, unter anderem das Greenhouse Gas Protocol (Scope 1–3), Lebenszyklusanalysen nach ISO 14040/44, Wasserfußabdruck nach ISO 14046 sowie Managementsysteme wie ISO 14001. In der Berichterstattung gewinnen regulatorische Anforderungen (z. B. CSRD mit ESRS) an Bedeutung. Ergänzend unterstützen produktbezogene Standards (z. B. ISO 14067 für Produkt-CO2-Bilanzen) und branchenspezifische Leitfäden die Harmonisierung.

Die Relevanz von Nachhaltigkeitskennzahlen in der Wellpappenbranche

Die Wellpappenindustrie sieht sich mit einer Vielzahl von Herausforderungen konfrontiert, darunter der Anforderung, nachhaltigere Praktiken umzusetzen. In diesem Kontext bieten Nachhaltigkeitskennzahlen wichtige Instrumente zur Leistungsmessung. Sie liefern Informationen über Aspekte wie Rohstoffverbrauch, Abfallerzeugung, Treibhausgasemissionen und Wasserfußabdruck. Darüber hinaus können sie auch soziale Aspekte wie den Umgang mit Beschäftigten und die Einhaltung von Menschenrechten beleuchten. Für die Verpackungsentwicklung sind Kennzahlen zudem eine Grundlage, um Design-for-Recycling, Materialreduzierung (Down-Gauging) und Optimierungen in der Logistik systematisch zu bewerten.

Entlang der Wertschöpfungskette – Faserherstellung, Papier, Wellpappenproduktion, Konfektionierung und Logistik – zeigen Kennzahlen, wo wesentliche Wirkungen entstehen. Typische, praxisnahe Fragestellungen sind:

  • Wie hoch ist die CO2e-Intensität pro Tonne Produkt oder pro ausgelieferter Einheit, differenziert nach Scope 1–3?
  • Welcher Anteil der Faserrohstoffe ist rezyklatbasiert, und wie beeinflusst der Rezyklatanteil die Material- und Energieeffizienz?
  • Wie wirken sich Flächengewichte, Wellenprofile, Klebstoffe (z. B. Stärke) und Druckverfahren auf Materialverbrauch, Ausschuss und Emissionen aus?
  • Welche Rolle spielen Transportdistanzen, Auslastung, Ladehilfsmittel und Packdichte für den Fußabdruck, und wie verbessert optimierte Palettierung die Emissionen je Sendung?
  • Wie entwickelt sich die Arbeitssicherheit (z. B. meldepflichtige Unfälle) und die Qualifizierung der Beschäftigten im Zeitverlauf?

Typische Kennzahlen in der Praxis

  • CO2e gesamt und CO2e-Intensität (absolut und je Funktionseinheit, differenziert nach Scopes).
  • Energieverbrauch (Strom, Wärme) und Anteil erneuerbarer Energien.
  • Wasser (Entnahme, Einleitung, Kreislaufführung) und Wasserintensität.
  • Materialeffizienz (Ausschussquote, Verschnitt, Ausbeute) und Recyclingquoten.
  • Gefahrstoff- und Hilfsstoffverbräuche (Klebstoffe, Farben) sowie VOC-Emissionen.
  • Lieferkettenindikatoren (Auditabdeckung, Code-of-Conduct-Quote, Rückverfolgbarkeit).
  • Soziale Indikatoren (Unfallhäufigkeit, Schulungsstunden, Diversitätsdaten im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben).
  • Logistik- und Transportkennzahlen (Auslastung, Emissionen pro Sendung, Palettierungsgrad, Leerfahrtenquote).

Anwendung und Messung von Nachhaltigkeitskennzahlen

Nachhaltigkeitskennzahlen werden durch verschiedene Methoden gemessen. Dazu zählen Umweltprüfungen, Lebenszyklusanalysen, Sozialaudits und Finanzkennzahlen. Eine effektive Anwendung erfordert eine sorgfältige Auswahl der richtigen Kennzahlen. Diese sollten im Einklang mit den Zielen des Managements stehen und auf zuverlässigen, verfügbaren und repräsentativen Daten basieren. Wesentlich sind klare Definitionen, eindeutige Messpunkte, dokumentierte Emissionsfaktoren und nachvollziehbare Rechenregeln.

Für die Datenerhebung bieten sich verschiedene Quellen und Verfahren an:

  • Primärdaten aus Zählern, Sensorik, Energierechnungen, Wasser- und Abfallstatistiken, ERP- und MES-Systemen.
  • Sekundärdaten aus anerkannten Datenbanken (z. B. Emissionsfaktoren), Branchenbenchmarks und Lieferanteninformationen.
  • Lebenszyklusanalysen (LCA) mit klar definierten Systemgrenzen, funktionaler Einheit, Allokationsregeln und Sensitivitätsanalysen.
  • Bilanzierungsstandards wie das GHG Protocol für Scopes 1–3, ergänzt um Nachweise und Prüfbarkeit.

Die Auswahl der funktionalen Einheit ist entscheidend: Je nach Fragestellung kann pro Tonne Produkt, pro 1.000 m² Fläche, pro Sendung oder pro Nutzungseinheit berichtet werden. Auch produktspezifische Parameter wie Flächengewicht, Wellenkombination und Packdichte wirken maßgeblich auf Material- und Energieeinsatz. In diesem Zusammenhang helfen praxisnahe Erläuterungen zu relevanten Abmessungen in der Produktion, um Datenerhebung und Auswertung konsistent auszurichten.

Berechnungsbeispiele und Formeln

  • CO2e-Intensität = Gesamte CO2e-Emissionen / Funktionseinheit (z. B. t Produkt oder 1.000 m² Wellpappe).
  • Energieintensität = Energieverbrauch (kWh) / Funktionseinheit.
  • Wasserintensität = gesamte Wasserentnahme (m³) / Funktionseinheit.
  • Ausschussquote = Ausschussmenge / Gesamtmenge.
  • Recyclingquote = recycelte Materialmenge / gesamte Materialmenge.
  • Transportemissionen je Sendung = Emissionsfaktor Transport x Distanz / Sendung.

Schritte zur Implementierung

  1. Zielbild und Wesentlichkeit definieren (Wesentlichkeitsanalyse, Stakeholderanforderungen, gesetzliche Pflichten).
  2. Kennzahlenset festlegen (absolut/relativ, führend/nachlaufend, ökologisch/sozial/ökonomisch).
  3. Datenmodell und Prozesse definieren (Systemgrenzen, Verantwortlichkeiten, Erhebungsfrequenz, Qualitätssicherung).
  4. Datenerhebung etablieren (Schnittstellen zu ERP/MES, Zähler, Lieferantendaten, Prüfpfade).
  5. Auswertung und Visualisierung (Dashboards, Trendanalysen, Benchmarks, Ursachenanalysen).
  6. Ziele und Maßnahmen ableiten (absolute und spezifische Ziele, Zeitpläne, Verantwortliche).
  7. Prüfung und Berichterstattung (interne Audits, externe Prüfung, kontinuierliche Verbesserung).

Datenqualität und Vergleichbarkeit

Relevanz, Vollständigkeit, Genauigkeit, Aktualität und Konsistenz sind Leitkriterien der Datenqualität. Transparente Dokumentation von Annahmen, Emissionsfaktoren, Allokationsregeln und Systemgrenzen verhindert Fehlinterpretationen. Zeitreihenvergleich, standortübergreifende Harmonisierung und Berücksichtigung von Produktionsmix und Auslastung erhöhen die Aussagekraft. Zusätzlich sind Plausibilitätsprüfungen, Stichproben, Messunsicherheiten und ein strukturiertes Datenqualitätsmanagement (z. B. Vier-Augen-Prinzip, Versionierung, Metadaten) empfehlenswert.

Praxisbeispiele und Anwendungsfälle in der Wellpappenproduktion

In der Praxis zeigen sich Verbesserungen häufig durch gezielte Maßnahmen entlang der Prozesskette:

  • Materialoptimierung: Anpassung der Flächengewichte und Wellenkombinationen zur Reduktion des Materialeinsatzes bei gleichbleibender Funktionalität; Überwachung über Ausbeute- und Ausschusskennzahlen.
  • Energieeffizienz: Optimierung von Trocknungs- und Heizzonen, Wärmerückgewinnung und Lastmanagement; Wirkung sichtbar in Energie- und CO2e-Intensitäten.
  • Klebstoff- und Farbmanagement: Rezepturoptimierung und Dosiergenauigkeit zur Reduktion von Hilfsstoffverbräuchen und VOC-Emissionen.
  • Logistikoptimierung: Erhöhung der Packdichte, verbesserte Palettierung, Routenplanung und Ladehilfsmittelwahl; Kennzahlen: Emissionen je Sendung, Auslastung, Leerfahrtenquote.
  • Qualitäts- und Prozesskennzahlen: Inline-Messungen, SPC und Ursachenanalysen zur Senkung der Ausschussquote und zur Stabilisierung der Prozessfähigkeit.

Vor- und Nachteile von Nachhaltigkeitskennzahlen

Vorteile der Verwendung von Nachhaltigkeitskennzahlen sind insbesondere die Verbesserung der Umweltleistung, die Förderung nachhaltiger Geschäftspraktiken und die Verbesserung der Glaubwürdigkeit und des Images des Unternehmens. Sehr hilfreich können sie sein, wenn es darum geht, strategische Entscheidungen zu treffen, Ressourcen zu managen und das Risikomanagement zu verbessern. Zudem unterstützen sie die Priorisierung von Maßnahmen, die Verzahnung mit Qualitäts- und Produktionskennzahlen sowie die Transparenz gegenüber Stakeholdern. Aber es gibt auch Nachteile, welche berücksichtigt werden müssen: Die Messung und Sammlung von Daten für Nachhaltigkeitskennzahlen können zeitaufwendig und kostenintensiv sein. Das Fehlen standardisierter Messverfahren und -einheiten kann zu Inkonsistenzen und Fehlinterpretationen führen. Letzten Endes ist es entscheidend, dass Nachhaltigkeitskennzahlen auf einer soliden Datengrundlage beruhen und in einer Weise angewendet werden, die ihren Zweck erfüllt. Zusätzlich besteht das Risiko von Fehlanreizen, wenn Kennzahlen isoliert betrachtet werden (z. B. Materialreduktion ohne Funktionsprüfung) oder wenn Datenlücken in Scope 3 unkritisch extrapoliert werden.

  • Zusätzliche Vorteile: Erfüllung regulatorischer Berichtspflichten, fundierte Investitionsentscheidungen (z. B. Energieeffizienz), strukturierte Lieferantensteuerung und objektive Erfolgskontrolle von Maßnahmen.
  • Weitere Herausforderungen: Abgrenzung der Systemgrenzen, Datengaps in Scope 3, Allokation bei Kuppelprozessen, Risiko von Fehlanreizen bei einseitigen Kennzahlen sowie begrenzte Vergleichbarkeit bei unterschiedlichen funktionalen Einheiten.

Zusammenfassung:

  • Nachhaltigkeitskennzahlen sind entscheidende Parameter, die das ökologische, soziale und wirtschaftliche Verantwortungsbewusstsein eines Unternehmens darstellen. Insbesondere Unternehmen, die Verpackungen aus Wellpappe anbieten, können diese Kennzahlen nutzen, um ihren Beitrag zum Umweltschutz zu überwachen und zu präsentieren. Sie bilden die Basis, um Fortschritte transparent zu machen, Maßnahmen zu priorisieren und Anforderungen von Stakeholdern systematisch zu adressieren.
  • Die häufig verwendeten Kennzahlen in Bezug auf Nachhaltigkeit sind CO2-Fußabdruck, Wasserverbrauch, Abfallproduktion und -recycling sowie die Einhaltung von Arbeitsnormen. In der Verpackungsbranche wird oft der Verbrauch von erneuerbaren Ressourcen, der Energieverbrauch bei der Produktion und der Grad des Recyclings der Verpackungen gemessen. Ergänzend sind Materialeffizienz, Ausschussquote, Transportintensität und Lieferkettenindikatoren wichtig, um die Wirkung über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg abzubilden.
  • Die Anwendung von Nachhaltigkeitskennzahlen hilft nicht nur dabei, sich öffentlich als ökologisch bewusstes Unternehmen zu positionieren, sondern kann auch Wettbewerbsvorteile gegenüber Mitbewerbern schaffen. Hierbei spielen besonders umweltfreundliche Verpackungslösungen, wie Wellpappe, eine wichtige Rolle. Entscheidend sind klare Ziele, konsistente Daten, geeignete funktionale Einheiten und eine nachvollziehbare Methodik, damit Kennzahlen verlässlich steuern und Verbesserungen messbar machen.
  • Für die Praxis gilt: Kennzahlen entfalten ihren Nutzen erst durch regelmäßige Erhebung, systematische Analyse und konkrete Maßnahmenableitung. Ein robustes Datenmanagement, eindeutige Verantwortlichkeiten und laufende Qualitätssicherung sind dafür zentrale Erfolgsfaktoren.
  • Ein integriertes Kennzahlensystem, das ökologische, soziale und ökonomische Aspekte verbindet, unterstützt die Entwicklung kreislauffähiger, materialeffizienter und funktionaler Wellpappenverpackungen über den gesamten Lebenszyklus hinweg.

Veröffentlicht am 27.07.2024
Letzte Überarbeitung am 14.11.2025 um 12:15 Uhr von Julia Kopp

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