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Neuartige Materialien

In der dynamischen Welt der Verpackungsindustrie rücken neuartige Materialien in der Herstellung von Wellpapp-Verpackungen zunehmend in den Fokus. Diese Werkstoffe erweitern die Eigenschaften herkömmlicher Wellpappe gezielt und ermöglichen passgenaue Lösungen für Produkte mit besonderen Anforderungen an Stabilität, Klimabeständigkeit, Barrierewirkung und Kreislauffähigkeit. Sie unterstützen zudem eine präzisere Auslegung hinsichtlich Materialeinsatz, Lebensdauer und Wiederverwertbarkeit. Gleichzeitig erlauben sie eine differenzierte Balance aus Funktionalität, Ressourceneffizienz und regulatorischer Konformität, wodurch sich Wellpapp-Anwendungen über verschiedene Branchen und klimatische Bedingungen hinweg zuverlässiger planen und validieren lassen.

Definition: Was versteht man unter den neuartigen Materialien?

Unter neuartigen Materialien werden innovative, häufig aus aktueller Forschung und Entwicklung hervorgegangene Stoffe verstanden. Sie zeichnen sich durch spezifische, gegenüber traditionellen Materialien verbesserte Eigenschaften aus. In der Wellpappenproduktion kommen solche Materialien zum Einsatz, die eine höhere Widerstandsfähigkeit, bessere Klima- und Feuchtebeständigkeit, definierte Barrierefunktionen oder eine verbesserte Nachhaltigkeitsbilanz bieten. Im Sinne eines kreislaufgerechten Designs wird dabei die Kompatibilität mit etablierten Faserstoffkreisläufen, die Repulpierbarkeit und die Trennbarkeit von Funktionsschichten besonders berücksichtigt.

Typische Kategorien neuartiger Materialien in diesem Kontext sind unter anderem: modifizierte Faserstoffe (z. B. funktionalisierte Zellulose, alternative Faserquellen), funktionale Beschichtungen (wasserbasierte Barrieren gegen Fett, Wasser oder Sauerstoff), optimierte Klebstoffsysteme (stärkebasiert, biobasiert, mit reduzierten Emissionen) sowie intelligente Komponenten (Sensorik, Indikatoren). Auch biobasierte Werkstoffe und Hybridstrukturen, die Rezyklierbarkeit und Performance ausbalancieren, zählen dazu. Ergänzend gewinnen antistatische oder ableitfähige Ausrüstungen, antimikrobielle Beschichtungen, mineralische Füllstoffe zur Steifigkeitsmodulation und rheologisch angepasste Dispersionssysteme an Bedeutung, sofern sie mit den Recyclingrouten vereinbar sind.

Einsatzfelder der neuartigen Materialien in der Wellpappenherstellung

Mit der Entwicklung neuartiger Materialien erweitert sich das Lösungsspektrum in der Wellpappenproduktion deutlich. Sie ermöglichen Konstruktionen, die ausgeprägten mechanischen Belastungen standhalten (z. B. hoher Kantenstauchwiderstand und Stapelfestigkeit) und auch bei wechselnden Umgebungsbedingungen zuverlässig funktionieren. Gerade bei lager- oder transportbedingten Klimaschwankungen bieten ausgewählte Barrieren eine effektive Feuchte- und Kondensationsresistenz und stabilisieren damit maßgebliche Kennwerte. Einsatzbereiche reichen von frischen und gekühlten Lebensmitteln über empfindliche Konsumgüter bis hin zu technischen Komponenten, bei denen Vibrations- und Schlagbelastungen sowie lange Transportwege relevant sind.

Mechanische Performance und Lastfälle

Für Anwendungen mit hoher Stapelbelastung oder dynamischen Kräften (z. B. lange Transportketten, Mehrfachumschlag) erlauben neuartige Fasermischungen und optimierte Wellprofile eine gezielte Steigerung von ECT/BCT-Werten bei gleichbleibendem oder reduziertem Flächengewicht. Das unterstützt ressourcenschonende Auslegungen und belastbare Langzeitstabilität. Ergänzend können verbesserte Linerqualitäten, mikro- oder nanofibrillierte Zellulose (MFC/MFN) und feinjustierte Feuchteprofile das Knick- und Beulverhalten positiv beeinflussen, was sich in reproduzierbaren BCT-Ergebnissen bemerkbar macht. Für variierende Lastfälle (statisch, zyklisch, Stoß) lassen sich so konstruktive Sicherheitsreserven gezielt dimensionieren.

Klima- und Feuchtebeständigkeit

Hydrophobierende Ausrüstungen, Nassfestmittel oder wasserbasierte Barrierelacke minimieren Feuchteaufnahme und erhalten Biege- und Rillfähigkeit auch bei erhöhter Luftfeuchte oder Temperatursprüngen. Für kühlkettennahe Anwendungen können Kombinationen aus Faseroptimierung und Barrierebeschichtungen die Dimensionsstabilität und Schutzwirkung verbessern. Die Konditionierung nach standardisierten Klimaeinstellungen (z. B. 23 °C/50 % r. F.) unterstützt vergleichbare Prüfergebnisse und eine konsistente Auslegung für unterschiedliche Transport- und Lagerprofile, einschließlich Tiefkühl- oder Tropenbedingungen.

Barriere- und Funktionsschichten

Barrieren gegen Fett, Öl oder Sauerstoff erschließen zusätzliche Produktgruppen, bei denen Migration, Geruchs- oder Aromaschutz eine Rolle spielt. Diese Funktionsschichten werden gezielt so ausgelegt, dass sie Verarbeitungsschritte wie Rillen, Stanzen und Perforation weiterhin zuverlässig ermöglichen. Je nach Anwendung kommen Dispersionsbarrieren, biobasierte Polymere oder mineralische Hybridlösungen in Frage, die eine stabile Balance aus Schutzwirkung, Bedruckbarkeit und Kreislauffähigkeit erreichen.

Nachhaltigkeitsaspekte und Materialkreisläufe

Neuartige Materialien unterstützen geschlossene Stoffkreisläufe, etwa durch erhöhte Recyclingfähigkeit, reduzierte Emissionen in der Herstellung und die Substitution petrochemischer Komponenten. Faserbasierte Innovationen – einschließlich Beigaben aus alternativen Quellen – ergänzen klassische Zellstoffqualitäten. Ein Beispiel sind Lösungen auf Basis von Gräsern und Kräutern; weiterführende Informationen zu Lösungen aus Graspapier zeigen ein praxisnahes Einsatzfeld biobasierter Fasern. Ebenso relevant sind repulpierbare Barrierekonzepte, die sich in standardisierten Faserstoffkreisläufen trennen lassen und so die Materialqualität im Recycling stabil halten.

Intelligente und vernetzte Anwendungen

Integrierte Indikatoren oder Sensoren ermöglichen Zustands- und Positionsüberwachung, Temperaturhistorie oder Erschütterungserfassung. Solche Systeme unterstützen Qualitätssicherung, Rückverfolgbarkeit und Prozessstabilität entlang komplexer Lieferketten. Je nach Bedarf können passive Kennzeichnungen (z. B. Farb- oder Zeit-Temperatur-Indikatoren) oder aktive, auslesbare Komponenten (z. B. gedruckte Elektronik, NFC/RFID) integriert werden, sofern sie mit den Weiterverarbeitungs- und Recyclingprozessen kompatibel sind.

Regulatorische Anforderungen und Normen

Für den Kontakt mit Lebensmitteln und empfindlichen Gütern sind rechtliche Rahmenbedingungen maßgeblich. Dazu zählen Vorgaben zur Produktsicherheit und Migration, beispielsweise einschlägige Leitlinien für Papier und Karton im Lebensmittelkontakt sowie branchentypische Prüfanforderungen. Konformitätsbewertungen, Good-Manufacturing-Practice und dokumentierte Rückverfolgbarkeit sichern die Einhaltung relevanter Grenzwerte. Für Transportverpackungen kommen je nach Branche zusätzliche Richtlinien (z. B. für Gefahrgüter, pharmazeutische Lieferketten oder Elektronik) hinzu.

Zur Beurteilung der Material- und Verpackungsleistung werden standardisierte Prüfmethoden herangezogen, u. a. für Kanten- und Stapeldruck, Berst- und Durchstoßfestigkeit, Feuchteaufnahme, Wasserdampf- (WVTR) und Sauerstoffdurchgang (OTR), Fettbeständigkeit sowie Dimensions- und Formstabilität. Diese Methoden erleichtern den Vergleich unterschiedlicher Materialkombinationen und schaffen Planbarkeit für die Auslegung der Verpackung.

Herstellungsprozesse auf Basis neuartiger Materialien

In der industriellen Fertigung haben neuartige Materialien mehrere Prozessschritte maßgeblich beeinflusst. Auf der Wellpappenanlage verbessern optimierte Liner- und Wellenpapiere die Wärmeübertragung und Leimannahme. Anpassungen bei Vorheiztemperatur, Leimviskosität und Bahnfeuchte begünstigen einen effizienteren Energieverbrauch, während emissionsarme Klebstoffsysteme zu einer reduzierten Schadstoffemission beitragen. Daraus resultieren reduzierte Trocknungszeiten, geringere Makulaturquoten und stabilere Prozessfenster. Zusätzlich kann die Bahnplanlage durch angepasste Feuchteprofile und präzise Bahnzugregelung verbessert werden, was die Rill- und Stanzqualität nachhaltig erhöht.

Funktionale Beschichtungen können inline oder offline appliziert werden. Wasserbasierte Systeme erlauben eine feingranulare Dosierung der Barrierewirkung, ohne die Weiterverarbeitung zu beeinträchtigen. Digitale Überwachung (z. B. Inline-Feuchtemessung, Bahnzugregelung) und standardisierte Prüfungen sorgen dafür, dass Zielkennwerte reproduzierbar erreicht werden. Beschichtungsverfahren wie Flexo-, Tief- oder Rakelauftrag sowie Vorhang- und Sprühapplikation werden abhängig von Viskosität, Zielschichtdicke und Trocknungskinetik ausgewählt und auf die Klebe- und Druckprozesse abgestimmt.

Qualitätskennwerte und Prüfgrößen

  • Mechanik: Kantenstauchwiderstand (ECT), Stapelstauchwiderstand (BCT), Berstfestigkeit, Durchstoßarbeit
  • Feuchte/Barriere: Cobb-Wert, Wasserdampfdurchgang, Fettbeständigkeit, Dimensionsstabilität
  • Verarbeitung: Rill- und Biegefähigkeit, Schnittkantenqualität, Weiterverarbeitbarkeit (z. B. bedruckt oder unbedruckt)

Die Kombination aus Materialeigenschaften und Prozessparametern ermöglicht eine zielgerichtete Auslegung hinsichtlich Performance, Ressourcenverbrauch und Konstanz über verschiedene Abmessungen und Formate hinweg. Ergänzend werden weitere Kennwerte betrachtet, etwa Flachstauchwiderstand, Ring- oder Kurzsäulenstauchwiderstand der Papiere, Oberflächenenergie für die Bedruckbarkeit, Staub- und Faserfreisetzung bei der Weiterverarbeitung sowie die Klebenahtfestigkeit nach Klimabelastung.

Modellierung und datenbasierte Auslegung

Für die Vorhersage der Verpackungsleistung können empirische Beziehungen (z. B. zwischen ECT und BCT) sowie numerische Methoden eingesetzt werden. Simulationen unterstützen die Bewertung von Wellprofilen, Materialkombinationen und konstruktiven Details (Rillabstände, Perforationsmuster), um Zielwerte bei definierten Randbedingungen effizient zu erreichen.

Vor- und Nachteile der neuartigen Materialien

Wie jede technische Option bringen neuartige Materialien Vor- und Nachteile mit sich. Zu den Vorteilen zählen erhöhte Leistungsfähigkeit, Materialrobustheit, Effizienzgewinne in der Produktion und verbesserte Umweltprofile. Zu den potenziellen Nachteilen gehören höhere Entwicklungsaufwände, anfängliche Investitionen in Anlagen und Verfahren, zusätzlicher Prüf- und Qualifizierungsbedarf sowie Fragen der Verfügbarkeit einzelner Komponenten. Die sorgfältige Abstimmung zwischen Funktion, Kosten, Verarbeitbarkeit und Kreislaufverträglichkeit ist daher ein zentraler Schritt in der technischen Umsetzung.

  • Vorteile: gezielte Anpassung an Lastfälle; potenzielle Gewichtsreduktion bei gleicher Schutzwirkung; stabile Kennwerte bei Feuchte-/Temperaturschwankungen; verbesserte Recycling- und Kreislauffähigkeit; optionale Funktionsintegration (z. B. Zustandsindikatoren).
  • Herausforderungen: Umstellung von Prozessparametern und Schulungsbedarf; Validierung nach relevanten Prüfmethoden; Abstimmung von Barrieren mit Recyclingrouten (Monomaterial vs. Verbund); mögliche Materialpreis- und Verfügbarkeitsvolatilität.

Praxisbeispiele und Anwendungsfelder

Beispielhafte Anwendungen umfassen fettdichte Lebensmittelverpackungen für Back- und Feinkostprodukte, kühlkettengeeignete Umverpackungen mit Feuchtebarrieren für Frischeerzeugnisse, stoßüberwachende Versandkartons für empfindliche Elektronik sowie transportstabile Lösungen für Langstreckenlogistik mit erhöhten BCT-Anforderungen. In der Pharmalogistik kommen Zeit-Temperatur-Indikatoren zur Dokumentation der Kühlkette infrage. Für Retouren- und Mehrwegkonzepte können strapazierfähige, rillstabile Wellpapp-Konstruktionen mit robusten Oberflächen und repulpierbaren Funktionsschichten eingesetzt werden.

In der Praxis werden Materialinnovationen schrittweise skaliert: Labor- und Pilotversuche gehen in Produktionsversuche über, gefolgt von Feldtests entlang realer Transportketten. Dabei werden Qualitätsschwankungen, klimatische Einflüsse, Handlingschäden und Druck-/Klebekompatibilität überwacht, um die finale Spezifikation belastbar festzulegen.

Zusammenfassung:

  • Biokunststoffe können eine umweltfreundliche Alternative zu herkömmlicher Wellpappe darstellen und sind ein Beispiel für neuartige Materialien in der Verpackungsindustrie.
  • Ein weiterer Trend sind selbstheilende Materialien, die automatisch physische Schäden reparieren können. Dies könnte die Haltbarkeit und Widerstandsfähigkeit von Verpackungen erhöhen.
  • Zusätzlich ermöglichen Materialien mit integrierter Sensorik neuartige Funktionen, wie zum Beispiel das Erfassen und Übermitteln von Daten über Zustand oder Position der Verpackung.
  • Funktionale Barrieren auf Wasserbasis verbessern Feuchte-, Fett- oder Gasschutz, ohne die Weiterverarbeitung (Rillen, Stanzen, Perforieren) zu beeinträchtigen.
  • Faserinnovationen (alternative Quellen, modifizierte Zellulose) stärken Mechanik und Stabilität und unterstützen geschlossene Materialkreisläufe.
  • Optimierte Klebstoffe und Prozessführung reduzieren Energiebedarf und Emissionen, stabilisieren die Verklebung und senken Makulatur.
  • Recyclinggerechtes Design richtet Materialkombinationen auf Demontage- und Wiedereinsatzfähigkeit aus und erleichtert die stoffliche Verwertung.
  • Regelwerke und Prüfverfahren bilden die Grundlage für vergleichbare Kennwerte, belastbare Auslegung und Konformität in sensiblen Anwendungen.
  • Praxisvalidierung entlang realer Lieferketten stellt sicher, dass neuartige Materialien unter wechselnden Klimabedingungen und Lastfällen zuverlässig funktionieren.

Veröffentlicht am 06.06.2024
Letzte Überarbeitung am 01.01.2026 um 12:26 Uhr von Julia Kopp

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