Sofortkontakt
Wellstar-Packaging GmbH
Hubert-Weisser-Straße 2
78199 Bräunlingen
Tel. +49 (0)771 / 9294886-0
E-Mail
info@wellstar-packaging.de
Qualitätsaudits
In der Welt der Wellpappe-Verpackungen spielen sorgfältig geplante und professionell durchgeführte Qualitätsaudits eine wesentliche Rolle. Als Element des Qualitätssicherungssystems unterstützen sie Firmen wie die Wellstar-Packaging GmbH dabei, Produkte mit gleichbleibend hoher Qualität zu liefern. Sie schaffen Transparenz über Prozessfähigkeit und Konformität, fördern die vorbeugende Fehlervermeidung und verankern die kontinuierliche Verbesserung in allen relevanten Abläufen. Grundlage sind klare Auditkriterien, ein risikobasiertes Vorgehen sowie nachvollziehbare, evidenzgestützte Feststellungen, die auf messbaren Nachweisen beruhen.
Im Verpackungsumfeld erstreckt sich der Auditfokus vom Wareneingang über die Wellpappenfertigung und Weiterverarbeitung (Kaschierung, Rillen, Stanzen, Kleben) bis hin zu Bedruckung, Konfektionierung und Versand. Messbare Nachweise wie Kennzahlenreihen, Prozessfähigkeitsindizes (z. B. Cp/Cpk), OEE-Trends und definierte Eingriffsgrenzen unterstützen eine objektive Bewertung. Audits dienen zudem der Harmonisierung von Arbeitsanweisungen und Spezifikationen über Schichten hinweg, um Variabilität zu reduzieren und die Liefersicherheit zu erhöhen.
Definition: Was versteht man unter Qualitätsaudits?
Ein Qualitätsaudit ist eine systematische und unabhängige Überprüfung, ob Qualitätssysteme und -prozesse den festgelegten internen und externen Vorgaben entsprechen und ob diese effizient umgesetzt werden. Im Zentrum steht dabei die Frage, ob durch die vorhandenen Verfahren die gewünschte Qualität zuverlässig sichergestellt wird. Charakteristisch sind Objektivität, Nachweisführung anhand von Dokumenten und Daten, die Beurteilung der Wirksamkeit von Prozessen sowie die Bewertung von Risiken und Chancen in Bezug auf Qualitätsziele. Orientierung bieten anerkannte Leitfäden und Normen wie etwa ISO 19011 für die Auditierung von Managementsystemen und ISO 9001 als Referenz für Qualitätsmanagementsysteme.
- Unabhängigkeit: Auditorinnen und Auditoren handeln frei von Interessenkonflikten.
- Systematik: Planung, Durchführung, Berichterstattung und Nachverfolgung folgen einem klaren Ablauf.
- Evidenzbasierung: Aussagen stützen sich auf überprüfbare Nachweise, Stichproben und Kennzahlen.
- Wirksamkeit: Nicht nur Konformität, sondern auch die Zielerreichung der Prozesse wird bewertet.
- Risikoorientierung: Prüfintensität und -tiefe richten sich nach Prozessrisiko, Komplexität und Historie.
- Transparenz: Nachvollziehbare Begründungen, klare Referenzen und reproduzierbare Ergebnisse.
Abgrenzung: Ein Audit beurteilt das Managementsystem und seine Prozesse, während Inspektionen und Prüfungen primär Produktmerkmale im Einzelfall kontrollieren. Beide greifen ineinander, verfolgen jedoch unterschiedliche Ziele und Prüftiefen.
Die Durchführung von Qualitätsaudits
Qualitätsaudits werden von geschulten Auditoren durchgeführt. Diese überprüfen anhand definierter Auditkriterien und eines Auditprogramms die Qualitätssicherung des zu auditierenden Unternehmens. Besonders wichtig ist dabei die Unvoreingenommenheit der Auditoren, um die Neutralität der Ergebnisse zu gewährleisten. Die Auditergebnisse werden in einem Auditbericht zusammengefasst und dienen als Entscheidungsgrundlage für mögliche Verbesserungs- und Korrekturmaßnahmen. In der Praxis beginnt ein Audit mit einer Eröffnungsbesprechung, geht über in Interviews, Vor-Ort-Begehungen und Dokumentenprüfungen und endet mit einem Abschlussgespräch, in dem Feststellungen, Abweichungen und Empfehlungen transparent dargestellt werden. Feststellungen werden typischerweise nach Schweregrad (z. B. wesentliche und unwesentliche Abweichungen) klassifiziert, mit Fristen versehen und in Maßnahmen überführt. Deren Umsetzung und Wirksamkeitsprüfung schließen den Auditzyklus ab.
- Planung: Auditprogramm, Auditplan, Umfang, Kriterien, Methoden, Zeitfenster, Rollen.
- Durchführung: Interviews, Dokumenten- und Datenanalyse, Stichproben, Beobachtungen vor Ort.
- Bewertung: Nachweisführung, Abweichungen, Beobachtungen, Chancen zur Verbesserung.
- Bericht: Strukturiert, nachvollziehbar, mit klaren Referenzen auf Anforderungen.
- Maßnahmenmanagement: Korrektur- und Vorbeugemaßnahmen (CAPA), Fristen, Verantwortlichkeiten, Wirksamkeitskontrolle.
Bewährte Praxis umfasst eine risikobasierte Stichprobenauswahl (z. B. nach Prozesskritikalität), die Einbindung relevanter Funktionen (Produktion, Qualität, Instandhaltung, Logistik) sowie die Nutzung von Remote- oder Hybrid-Auditmethoden, wenn Prozesse und Nachweise digital verfügbar sind. Visuelle Evidenz (Fotos, Prozesslandkarten), versionierte Dokumente und konsistente Datensätze stärken die Aussagekraft.
Rahmenbedingungen und Arten von Qualitätsaudits
Qualitätsaudits können intern (1st party), bei Lieferanten (2nd party) oder durch externe Organisationen (3rd party) durchgeführt werden. Internes Audit (auch bekannt als First-Party-Audit) erfolgt in der Regel durch interne Auditorinnen und Auditoren des Unternehmens. Bei Lieferantenaudits (Second-Party-Audits) prüft ein Unternehmen seine Lieferanten oder potenzielle Lieferanten auf deren Einhaltung spezifischer Qualitätsanforderungen. Bei einem externen Audit (Third-Party-Audit) überprüft eine unabhängige Zertifizierungsstelle die Konformität des Qualitätsmanagementsystems mit einer bestimmten Norm, wie beispielsweise der ISO 9001.
System-, Prozess- und Produktaudits
- Systemaudit: Beurteilt die Konformität und Wirksamkeit des gesamten Qualitätsmanagementsystems.
- Prozessaudit: Fokussiert auf die Leistungsfähigkeit einzelner Abläufe, Schnittstellen, Kennzahlen und Steuerungsmechanismen.
- Produktaudit: Prüft Merkmale, Spezifikationen und Freigaben am Produkt, inklusive Prüfplänen und Rückverfolgbarkeit.
In der Praxis werden Auditarten häufig kombiniert, um ein vollständiges Bild zu erhalten: Systemanforderungen geben den Rahmen vor, Prozessaudits bewerten die Ausführung und Produktaudits bestätigen die Erfüllung definierter Merkmale am konkreten Packmittel.
Vor- und Nachteile von Qualitätsaudits
Qualitätsaudits bieten eine Reihe von Vorteilen: Sie tragen zur kontinuierlichen Verbesserung bei, erhöhen die Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit, fördern das Qualitätsbewusstsein und verhelfen zu Wettbewerbsvorteilen durch Bescheinigung der Konformität mit Normen und Standards. Gleichzeitig sind sie aber auch mit Aufwand und Kosten verbunden. Besonders kleinere Unternehmen sehen sich oft mit Ressourcenproblemen bei der Durchführung von Audits konfrontiert. Zudem sind sie abhängig von der Offenheit und Bereitschaft der Mitarbeiter, Prozesse und Abläufe kritisch zu prüfen und zu verbessern. Ein gut durchgeführtes Qualitätsaudit ist immer eine Chance zur Optimierung. Erfolgsfaktoren sind eine angemessene Auditfrequenz, gut ausgebildete Auditorinnen und Auditoren, klare Bewertungsmaßstäbe sowie eine konsequente Nachverfolgung von Maßnahmen. Typische Herausforderungen liegen in der Objektivität, der ausreichenden Stichprobentiefe, der vollständigen Dokumentation und der Vermeidung reiner „Papierkonformität“.
Es ist wichtig zu betonen, dass Qualitätsaudits ein integraler Bestandteil eines effektiven Qualitätssicherungsprozesses sind. Sie spiegeln den Zustand des Qualitätsmanagementsystems zu einem bestimmten Zeitpunkt wider und unterstützen bei der Identifikation von Verbesserungsmöglichkeiten. Durch regelmäßige Qualitätsaudits wird sichergestellt, dass Qualität kein Zufallsprodukt ist, sondern das Ergebnis von kontrollierten und gesteuerten Prozessen. So wird ein stabiler, hoher Standard der Wellpappe-Verpackungen gewährleistet, der die Kundenzufriedenheit sichert und zur Stärkung der Marktposition beiträgt. Im Sinne des PDCA-Zyklus (Plan-Do-Check-Act) bilden Audits die „Check“-Phase, auf deren Basis zielgerichtet geplant und verbessert werden kann.
Zur Schließung des Regelkreises verknüpfen Unternehmen Auditergebnisse mit FMEA, Kontrollplänen, SPC-Regelkarten und Schulungsprogrammen. So werden Ursachen systematisch adressiert, Präventionsmaßnahmen priorisiert und die Wirksamkeit messbar gesteigert.
Praxisbezug: Qualitätsaudits in der Wellpappenherstellung
In der Praxis decken Audits entlang der Kette Wareneingang–Produktion–Warenausgang typische Themen ab: Spezifikationskonformität von Papierbahnen (Flächengewicht, Feuchte), Klebstoffe und Verklebung, Wellenprofile (z. B. B-, C-, E-Welle), Rill- und Stanzqualität, Druckfreigaben und Farbführung, Kantenstauchwiderstand (ECT), Berst- und Biegefestigkeit, Box Compression Test (BCT), COBB-Wert sowie die Kalibrierung und Prüfmittelüberwachung. Ergänzend spielen Rückverfolgbarkeit, Etikettierung, Kennzeichnung und die Aktualität von Arbeitsanweisungen eine wesentliche Rolle.
- Wareneingang: Stichproben nach definiertem AQL, Prüfprotokolle, Sperr- und Freigabeverfahren.
- In-Prozess-Kontrolle: Prozessparameter (Geschwindigkeit, Temperatur, Feuchte), SPC-Daten, Reaktionspläne bei Abweichungen.
- Warenausgang: Endprüfungen, Konformitätskennzeichen, Versandfreigabe und Dokumentation.
- Unterstützungsprozesse: Schulungen, Instandhaltung, Änderungsmanagement, Dokumentenlenkung, Reklamations- und CAPA-Prozesse.
- Erweiterte Prüfungen: FCT (Flachstauchwiderstand), Durchstoßarbeit, Klimaprüfungen (z. B. 23/50 und 20/65), Feuchtewechseltests, visuelle Beurteilung von Druckbildern.
Ein Audit bewertet nicht nur die Einhaltung von Vorgaben, sondern auch die Wirksamkeit der Prozesssteuerung, zum Beispiel die Prozesslenkung entlang aller eingesetzten Verpackungen im Produktionsalltag, die Absicherung kritischer Merkmale und die Stabilität der Prüf- und Freigaberoutinen. Relevante Nachweise sind freigegebene Spezifikationen, Prüfpläne, Messreihen, Freigabedokumente, Kalibrierzertifikate sowie lückenlose Rückverfolgbarkeit.
Auditmethoden und Nachweise
Zur methodischen Absicherung werden Checklisten, Leitfäden, Turtle-Modelle oder Prozesslandkarten eingesetzt. Interviews mit Prozesseignerinnen und Prozesseignern, Shopfloor-Begehungen und die Sichtung von Aufzeichnungen (etwa Prüfprotokolle, SPC-Daten, Reklamationsauswertungen) liefern belastbare Evidenz. Eine klare Einstufung von Feststellungen (Abweichung, Beobachtung, Verbesserungshinweis) hilft bei der Priorisierung. Ursachenanalysen (z. B. 5-Why, Ishikawa) unterstützen die Ableitung wirksamer Korrektur- und Vorbeugemaßnahmen. Die Wirksamkeit wird anschließend anhand definierter Kriterien und Kennzahlen überprüft.
- Typische Nachweise: Arbeits- und Prüfanweisungen, Schulungs- und Befähigungsnachweise, Prüfmittelkarteien, Kalibrierzertifikate, Instandhaltungsprotokolle, Änderungs- und Freigabedokumente, Kennzahlenberichte.
- Bewertungslogik: Rückführbarkeit von Abweichungen auf Anforderungen, Reifegrad von Prozessen, Trendanalysen und Wirksamkeitskontrolle.
Ergänzend kommen Kennzahlen wie Cp, Cpk, Pp und Ppk zum Einsatz, um die Prozessfähigkeit über Zeitreihen zu beurteilen. Audit-Scorings und Reifegradmodelle unterstützen die Priorisierung von Maßnahmen und die objektive Darstellung von Fortschritten.
Häufigkeit, Planung und Risikoorientierung
Die Auditfrequenz richtet sich nach Risiko, Komplexität, Prozessreife und Historie von Abweichungen. Ein mehrjähriges Auditprogramm stellt sicher, dass alle relevanten Bereiche in angemessenen Intervallen betrachtet werden. Eskalationskriterien steuern Verdichtungen bei veränderten Risiken (z. B. neue Produkte, geänderte Spezifikationen, wiederkehrende Reklamationen). Lieferantenaudits werden risikobasiert priorisiert, insbesondere bei kritischen Materialien wie Papieren, Klebstoffen oder Druckfarben.
Typische Auslöser für Sonder- oder Anlassaudits sind signifikante Prozessänderungen, Auffälligkeiten in KPI-Dashboards, Kundenreklamationen, veränderte gesetzliche Anforderungen oder auffällige Trends in Prüf- und Messdaten. Eine klare Jahresplanung mit Rollierenden Audits und definierten Schwerpunkten erhöht die Wirksamkeit und senkt Schnittstellenverluste.
Zusammenfassung:
- Qualitätsaudits sind systematische, unabhängige und dokumentierte Prozesse zur Bewertung und Kontrolle von Produkt- und Servicequalität, einschließlich der Verpackungen aus Wellpappe, die Ihr Unternehmen nutzt. Sie liefern evidenzbasierte Aussagen zur Konformität und Wirksamkeit des Qualitätsmanagementsystems und bilden die Grundlage für gezielte Verbesserungen.
- Sie dienen dazu, Prozesse zu optimieren, Effizienz zu steigern und vor allem die Qualität der Endprodukte, wie beispielsweise die Wellpappe-Verpackungen, sicherzustellen. Durch klare Kriterien, geeignete Methoden und aussagekräftige Kennzahlen wird die Prozessfähigkeit überprüft und stabilisiert.
- Durch regelmäßige Überprüfungen mittels Qualitätsaudits kann Ihr Unternehmen die strengen Anforderungen und Qualitätsstandards einhalten sowie eventuelle Mängel oder Fehler frühzeitig erkennen und beheben, um die Zufriedenheit Ihrer Kunden zu gewährleisten. Die konsequente Nachverfolgung von Maßnahmen und die Wirksamkeitsprüfung schließen den Auditkreislauf ab.
- Ein praxisnahes Audit verbindet Systemanforderungen mit Prozess- und Produktsicht, priorisiert risikoorientiert und nutzt belastbare Daten, um nachhaltige Verbesserungen in der Wellpappenproduktion und -logistik zu erreichen.
Veröffentlicht am 24.06.2024
Letzte Überarbeitung am 26.12.2025 um 12:49 Uhr von Manuel Hofacker