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Qualitätssteigerung

Die Verbesserung der Qualität ist ein entscheidendes Element für ein erfolgreiches Unternehmen im Bereich Wellpapp-Verpackungen. Sie kann dazu beitragen, die Leistung und Rentabilität zu steigern, indem sie hilft, die Präferenzen der Kunden zu erfüllen, die Produktionseffizienz zu erhöhen und die Prozessstabilität über den gesamten Wertstrom hinweg zu sichern. Eine konsequente Qualitätserhöhung wirkt sich auf geringere Gesamtbetriebskosten, höhere Lieferzuverlässigkeit und eine reduzierte Reklamationsquote aus und stärkt so die Verfügbarkeit und Funktionssicherheit von Verpackungen in Logistik- und E-Commerce-Anwendungen. Zusätzlich unterstützt eine robuste Qualitätsstrategie die Einhaltung regulatorischer und ökologischer Anforderungen, fördert Ressourceneffizienz und senkt material- wie energiebezogene Emissionen über den Lebenszyklus der Verpackung. Transparente Datenflüsse und nachvollziehbare Entscheidungen entlang von Entwicklung, Beschaffung, Produktion und Distribution erhöhen die Glaubwürdigkeit qualitätsbezogener Aussagen.

Unternehmen erreichen eine Qualitätserhöhung, wenn Produkt- und Prozessmerkmale systematisch stabilisiert und zielgerichtet verbessert werden. Im Kontext von Wellpapp-Anwendungen umfasst dies die funktionale Leistungsfähigkeit (z. B. Stapelstabilität, Kantenstauchwiderstand), die Maßhaltigkeit, die Verarbeitungs- und Druckqualität, die Transportsicherheit sowie Aspekte der Ressourceneffizienz und Kreislauffähigkeit. Eine klare Zieldefinition, messbare Kennzahlen und ein konsistentes Vorgehensmodell sind dafür grundlegend. Ergänzend unterstützen risikobasiertes Denken, standardisierte Abläufe und ein strukturierter Umgang mit Abweichungen (z. B. PDCA- oder DMAIC-Zyklen) die nachhaltige Reduktion von Streuungen und Fehlern über Entwicklung, Fertigung und Anwendung hinweg. Entscheidend ist die kontinuierliche Rückkopplung zwischen Kundenanforderungen, Spezifikation und Prozessfähigkeit, damit Qualitätsziele nicht nur erreicht, sondern stabil gehalten werden; digitale Datenerfassung an Linie und Labor erleichtert zudem die zeitnahe Ursachenanalyse.

Definition: Was versteht man unter einer Qualitätserhöhung?

Ein Anstieg der Qualität kann als prozess- oder produktbezogene Verbesserung interpretiert werden, welche dazu beiträgt, die Kundenzufriedenheit und den Geschäftserfolg zu steigern. Im Bereich der Wellpapp-Verpackungen umfasst die Qualitätserhöhung eine verbesserte Verpackungsintegrität, Ästhetik und Nachhaltigkeit. Sie adressiert dabei sowohl harte Leistungskennwerte (z. B. Festigkeit, Maß- und Passgenauigkeit) als auch weiche Faktoren wie Handhabung, Zuverlässigkeit und Konformität mit spezifizierten Anforderungen. Zugleich grenzt sie sich von überzogener Übererfüllung ab, indem sie Nutzen, Wirtschaftlichkeit und Umweltauswirkungen ausgewogen berücksichtigt.

Im engeren Sinne beschreibt Qualitätserhöhung die planvolle Reduktion von Abweichungen und Fehlern entlang des gesamten Lebenszyklus einer Lösung aus Wellpappe - von der Entwicklung über die Fertigung bis zur Anwendung. Dazu zählen insbesondere:

  • Produktqualität: Festigkeitswerte (z. B. Kanten- und Flachstauchwiderstand), Maßhaltigkeit, Rill- und Stanzgüte, Klebebindung, Bedruckbarkeit, Oberflächenbild, Planlage und Feuchtigkeitsresistenz sowie Vermeidung von Delamination und Mikrorissen; je nach Anwendung auch hygienische oder lebensmittelnahe Anforderungen.
  • Prozessqualität: Reproduzierbarkeit, Durchlaufzeiten, Ausschuss- und Nacharbeitsquoten, First-Pass-Yield, stabile Rüst- und Prozessfenster, Prozessfähigkeitsindizes (Cp/Cpk), Makulaturquote und energieeffiziente Prozessführung; ergänzend eine fortlaufende, datenbasierte Prozessfähigkeitsüberwachung.
  • Nutzungsqualität: Handhabung, Öffnungs- und Verschlussfunktionen, Eignung für den Versand, Schutzwirkung, Recyclingfähigkeit, Ergonomie, Automatisierungstauglichkeit (z. B. in Abfüll- und Konfektionierlinien) und Lesbarkeit von Kennzeichnungen; optional Track-and-Trace-Fähigkeiten zur Nachvollziehbarkeit im Wertstrom.

Verfahren und Techniken zur Steigerung der Qualität?

Zur Steigerung der Qualität in der Wellpappe-Produktion werden verschiedene Techniken und Prozesse eingesetzt. Dazu gehören unter anderem die ständige Überwachung und Kontrolle der Produktionsprozesse, der Einsatz von Qualitätsmanagement-Systemen, die Implementierung von Prozessverbesserungstechniken wie Kaizen und Six Sigma und die ständige Schulung der Mitarbeiter. Ebenso tragen standardisierte Arbeitsabläufe, visuelle Managementmethoden, Poka-Yoke-Lösungen (Fehlervermeidung) sowie 5S- und SMED-Ansätze zur Stabilisierung der täglichen Produktion bei. Zunehmend relevant sind vernetzte Sensorik, automatisierte Regelkreise und fortgeschrittene Analytik, um Schwankungen frühzeitig zu erkennen und Regelungsparameter proaktiv anzupassen.

Praxisrelevante Maßnahmen umfassen:

  • Statistische Prozesslenkung (SPC): Regelkarten für kritische Parameter wie Feuchtegehalt, Temperatur, Leimauftrag, Bahnlauf und Planlage; Einsatz von CUSUM-/EWMA-Verfahren zur frühzeitigen Trenddetektion und regelmäßige Aktualisierung von Referenzlinien.
  • Messsystemanalyse (MSA) und Prüfmittelmanagement:
  • FMEA und APQP: Systematische Fehlervermeidung bereits in Entwicklung und Anlauf, klare Prozess- und Kontrollpläne; Verknüpfung von Design- und Prozess-FMEA mit Prüf- und Freigabekriterien.
  • OEE- und Rüstoptimierung: Verringerung von Stillständen, standardisierte Rüstabläufe, stabile Prozessfenster entlang der Wertschöpfung; autonome Instandhaltung (TPM) und präventive Wartung zur Sicherung der Anlagenverfügbarkeit.
  • Material- und Rezepturoptimierung: Passende Papierqualitäten, Flutenkombinationen (z. B. B, C, E, BC, FE), Leimsysteme und Additive, abgestimmt auf Ziel-Festigkeit, Klimabedingungen und Einsatzprofil (z. B. Feuchteexposition, Mehrwegzyklen).
  • Inline-Überwachung: Sensorik für Feuchte, Temperatur und Bahnzug, automatische Regelkreise zur Reduktion von Schwankungen; kamerabasierte Inspektion für Druckbild, Rillqualität und Stanzbild.
  • Schulungen und Standardarbeit: Qualifizierte Bedienung, visuelle Standards, Checklisten, strukturierte Schichtübergaben, Qualifikationsmatrizen und regelmäßige Auffrischungen.
  • Rückverfolgbarkeit und Datenmanagement: Chargenkennzeichnung, digitale Prüfprotokolle, SPC-Dashboards und Ursachenanalysen, um Zusammenhänge zwischen Material, Prozess und Ergebnis sichtbar zu machen.
  • Vernetzte Systeme: Integration von Fertigungs- und Qualitätsdaten in einheitliche Auswertungen, automatisierte Alarmierungen und Audit-Trails zur schnellen Abstellung von Abweichungen.
  • Abfall- und Energieoptimierung: Systematische Reduktion von Makulatur, Wärmerückgewinnung und energieeffiziente Fahrweisen als Bestandteil der Qualitätsregelkreise.

Qualitätskontrollen und ihre Bedeutung für die Wellpappe-Herstellung?

Die Qualitätskontrolle ist ein wesentlicher Bestandteil der Qualitätserhöhung. Sie umfasst regelmäßige Prüfungen und Tests, um sicherzustellen, dass die Wellpapp-Verpackungen den Qualitätsstandards entsprechen. Diese können sowohl physische Probenahmen als auch maschinelle Tests umfassen, die dazu beitragen, die Konsistenz der Produktqualität zu gewährleisten. Neben Stichprobenprüfungen sind begleitende In-Prozess-Kontrollen und End-of-Line-Prüfungen sinnvoll, um Abweichungen frühzeitig zu erkennen und systematisch abzustellen. Prüfpläne sollten dynamisch an Prozessfähigkeit und Risiko angepasst werden, während klare Annahme- und Ablehnkriterien die Vergleichbarkeit der Ergebnisse sichern.

Typische Prüfungen und Randbedingungen:

  • Mechanische Kennwerte: ECT (Kantenstauchwiderstand), BCT (Kompressionsprüfung am fertigen Karton), FCT (Flachstauch), RCT/SCT, Berstfestigkeit, Durchstoßfestigkeit, Biegesteifigkeit und Kantenfestigkeit.
  • Material- und Oberflächentests: Grammatur, Cobb-Wert (Wasseraufnahme), Klebebindung (Pin-Adhäsion), Planlage/Welligkeit, Rill- und Stanzqualität, Druckbildbewertung (z. B. Tonwertzunahme, Passer), Farbmetrik (ΔE) und Glanzgrad.
  • Klimatisierung und Normbedingungen: Konditionierung von Proben (z. B. 23 °C/50 % r. F.), da Feuchtegehalt die Messergebnisse maßgeblich beeinflusst; Untersuchung der Leistung bei variierenden Klimaprofilen und Transportbelastungen.
  • Stichproben und AQL: Risikobasierte Probenpläne, Wareneingangs- und -ausgangsprüfungen, Rückstellmuster und Chargenrückverfolgbarkeit; Kombination aus zerstörenden und zerstörungsfreien Prüfungen.
  • Datenqualität und Nachvollziehbarkeit: Vollständige Protokollierung, versionierte Spezifikationen, Prüfmittelüberwachung und Audit-Trails für belastbare Entscheidungen.

Maßhaltigkeit und konstruktive Aspekte?

Maßhaltigkeit, definierte Rilltiefen und sauber ausgeführte Stanzungen tragen direkt zur Passgenauigkeit, Stapelstabilität und zur Effizienz in nachgelagerten Prozessen bei. Eine eindeutige Zeichnung mit Toleranzen, klaren Rill- und Klebevorgaben sowie definierter Planlage unterstützt reproduzierbare Ergebnisse. Weiterführende Informationen, etwa ausführliche Hinweise zu praxisrelevanten Abmessungen und zulässigen Toleranzen, erleichtern die Spezifikation und die Kommunikation zwischen Entwicklung, Einkauf und Produktion. In der Praxis ist die eindeutige Bemaßung (Innenmaß, Außenmaß oder Nutzmaß) ebenso relevant wie die Angabe von Rillkanalbreiten, Schlitzbildern, Klebelaschen und Fügezugaben; konsistente Vorgaben reduzieren Nacharbeit und Passungsprobleme. Konstruktionsseitig lohnt die Berücksichtigung automatisierter Verarbeitung, etwa bezüglich Greifkanten, Kennzeichnungsflächen und Positionen für maschinelle Lesbarkeit.

Vor- und Nachteile von Qualitätserhöhungen?

Die Vorteile einer Steigerung der Qualität beinhalten eine erhöhte Kundenzufriedenheit, eine Reduzierung von Ausschuss und Retouren und letztendlich eine Steigerung der Rentabilität. Zu den Nachteilen zählen möglicherweise höhere Kosten für Qualitätskontrollmaßnahmen und -systeme sowie die Notwendigkeit, ständig in neue Ausrüstung und Schulungen zu investieren. Wirtschaftlich betrachtet amortisieren sich viele Maßnahmen über niedrigere Fehlerkosten, verbesserte Lieferfähigkeit und geringere Transportschäden, erfordern jedoch eine konsequente Priorisierung und Umsetzung. Zusätzlich steigen Resilienz und Compliance-Niveau, was sich positiv auf Liefersicherheit und Gesamtrisiko auswirkt.

  • Vorteile: Stabilere Prozesse, geringere Reklamationsquote, weniger Transportschäden, verbesserte Lieferfähigkeit, oft auch Materialeinsparungen bei gleicher Leistung, erhöhte Prozessfähigkeit und planbare Anläufe; häufig auch geringere Energie- und Entsorgungskosten je Einheit.
  • Herausforderungen: Anfangsinvestitionen in Prüfmittel und Schulung, potenziell längere Anlaufphasen, erhöhte Komplexität bei Kleinstserien oder häufigen Formatwechseln, steigender Dokumentationsaufwand; zusätzlicher Bedarf an wirksamem Change-Management.
  • Abwägung: Strengere Toleranzen erhöhen die Prozessanforderungen; der Nutzen liegt in reproduzierbarer Qualität und geringeren Folgekosten. Eine stufenweise Einführung mit Pilotbereichen und klaren Meilensteinen reduziert Risiko und Einführungsaufwand; Gesamtbetrachtungen auf Basis der Total-Cost-of-Ownership schaffen Transparenz.

Kennzahlen und kontinuierliche Verbesserung?

Eine messbare Qualitätserhöhung stützt sich auf klare Zielgrößen und regelmäßige Auswertungen. Relevante Kennzahlen sind u. a. First-Pass-Yield, ppm-Fehler, Ausschussquote, OEE, Reklamationsrate, Nacharbeitsanteil und Termintreue. Auf dieser Basis werden Maßnahmen priorisiert und im Rahmen von PDCA-Zyklen standardisiert. Ergänzend erhöhen Prozessfähigkeitsindizes (Cp/Cpk), Prozessleistungsindizes (Pp/Ppk), MTBF/MTTR, Anlaufkurven sowie Materialausbringung und Energieverbrauch die Transparenz der Leistungsfähigkeit. Sinnvoll sind zudem vorlaufende Indikatoren (Leading Indicators) wie Prozessstabilitäts- oder Temperatur-Feuchte-Drifts sowie nachhaltigkeitsbezogene Kennzahlen wie Materialverlust je 1000 m² oder CO2e je Einheit.

  • Zielkaskade: Von strategischen Qualitätszielen zu liniennahen Indikatoren und konkreten Arbeitsanweisungen; klare Verantwortlichkeiten und Eskalationspfade.
  • Standardisierung: Dokumentierte Soll-Prozesse, visuelle Unterstützung, Auditzyklen und Lessons Learned; regelmäßige Wirksamkeitskontrollen und Aktualisierung von Standards.
  • Transparenz: Gemba-Walks, Shopfloor-Boards, Ursachenanalyse mit 5-Why und Ishikawa-Diagrammen; Datenvisualisierung zur Erkennung wiederkehrender Muster und Abweichungen.
  • Befähigung und Kultur: Qualifikationsprofile, praxisnahe Trainings, systemisches Coaching und ein offener Umgang mit Abweichungen zur Förderung nachhaltiger Verbesserungen.

Zusammenfassung:

  • Eine Qualitätssteigerung kann durch optimierte Produktionsprozesse erreicht werden, die bessere Verpackungen aus Wellpappe erzeugen.
  • Darüber hinaus kann die Verwendung hochwertigerer Materialien zur Verbesserung der Qualität von Verpackungen aus Wellpappe beitragen.
  • Auch eine ständige Überwachung und Anpassung der Produktionsabläufe ist dazu geeignet, das Qualitätsniveau von Verpackungen aus Wellpappe zu erhöhen.
  • Verbindliche Spezifikationen mit klaren Toleranzen, geeigneten Prüfverfahren und definierten Klimabedingungen erhöhen die Vergleichbarkeit von Messergebnissen.
  • Ein strukturiertes Verbesserungsprogramm mit SPC, FMEA und regelmäßigen Audits reduziert Varianz, Ausschuss und Folgekosten nachhaltig.
  • Transparente Kennzahlen, wirksame Schulungen und eine robuste Rückverfolgbarkeit sichern die dauerhafte Qualitätserhöhung über den gesamten Lebenszyklus der Wellpapp-Verpackung.
  • Digitale Datennutzung, vernetzte Sensorik und nachvollziehbare Prozesse beschleunigen Entscheidungen und stabilisieren die Qualität im Tagesgeschäft.
  • Nachhaltigkeitsaspekte wie Materialeffizienz und Energieverbrauch sollten als feste Ziele in Qualitätsprogramme integriert werden, um ökologische und ökonomische Effekte zu verbinden.

Veröffentlicht am 20.05.2025
Letzte Überarbeitung am 07.05.2026 um 17:19 Uhr von Manuel Hofacker

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