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Querstreifenverstärkung

Verpackungen spielen im täglichen Betrieb eines Unternehmens eine wesentliche Rolle. Besonders bewährt haben sich hierbei Verpackungen aus Wellpappe, die aufgrund ihrer Kombination aus Materialeffizienz und Schutzwirkung eine verbreitete Option sind. Wellpappe bietet einen entscheidenden Vorteil: die Möglichkeit der Querstreifenverstärkung. Diese Technik steigert die Stabilität und Widerstandsfähigkeit der Verpackung gezielt in besonders beanspruchten Bereichen. Der vorliegende Artikel des Wellpapp-Lexikons von Wellstar-Packaging GmbH beleuchtet die Thematik der Querstreifenverstärkung umfassend und ordnet sie technisch ein.

Im Kern handelt es sich um eine konstruktive Maßnahme innerhalb der Wellpappentechnik, mit der lokale Schwachstellen gezielt ausgesteift und die Lastübertragung verbessert werden. Das Ergebnis sind belastbarere Transport- und Lagerlösungen, die mechanischen Beanspruchungen besser standhalten, ohne das Grundmaterial vollständig zu modifizieren. Die Wirkprinzipien greifen in der Querrichtung der Wellpappe (Cross Direction, CD), ergänzend zur Faserausrichtung und Wellenausrichtung (Machine Direction, MD), und adressieren damit häufige Versagensmodi wie lokale Einbeulungen, Schubverschiebungen oder Einrisse an Rill- und Stanzzonen.

Definition: Was macht die Querstreifenverstärkung aus?

Die Querstreifenverstärkung ist eine spezielle Technik zur Anbringung zusätzlicher Streifen an quer verlaufenden Stellen der Wellpappe. Diese Art von Verstärkung erhöht die Belastbarkeit und Robustheit der Produkte, die damit verpackt werden. Somit leistet die Querstreifenverstärkung einen Beitrag zum Schutz des Inhalts und zur Verlängerung der Haltbarkeit der Verpackung, insbesondere bei wiederholtem Handling und beim Stapeln.

Technisch betrachtet werden quer zur Wellenausrichtung aufgebrachte Verstärkungsstreifen (meist Papierbahnen oder schmale Zuschnitte) flächig mit den Deckenpapieren verbunden. Dadurch entsteht ein lokaler Lagenverbund mit erhöhter Steifigkeit, verbesserter Rillhaltigkeit und reduzierter Neigung zum Einreißen an Kanten, Rillungen oder Stanzkonturen. Die Maßnahme ist materialsparend skalierbar: Anzahl, Breite, Position und Qualität der Streifen werden an den konkreten Belastungsfall angepasst. In der Praxis werden die Streifen in definierten Abständen zu Rilllinien platziert, um sowohl die Faltbarkeit als auch die Durchlaufstabilität auf Verarbeitungsmaschinen zu gewährleisten.

Abgrenzung zu anderen Verstärkungsarten

  • Längsverstärkung: Streifen in Laufrichtung der Welle zur Erhöhung der Längssteifigkeit.
  • Kanten- oder Eckverstärkung: Aufdopplungen an Flanken und Ecken zur Verbesserung der Kantenstauchfestigkeit.
  • Flächenaufdopplung: Vollflächige zweite Lage zur generellen Steigerung der Biege- und Durchstoßfestigkeit.
  • Zonale Patch-Verstärkung: Punktuelle Aufdopplung kleiner Flächen (Patches) zur Lastverteilung an spezifischen Kontakt- oder Durchdringungsstellen.

Funktionsweise und Anwendungsbereiche der Querstreifenverstärkung

Die Funktionsweise der Querstreifenverstärkung basiert auf dem Prinzip des Lagenverbundes. Durch die kraftschlüssige Verbindung zusätzlicher Streifen mit den Deckenpapieren wird die Biege- und Schubsteifigkeit in Querrichtung (CD) lokal erhöht. Dadurch reduzieren sich Schichtenverschiebung und lokale Beul- sowie Knickneigung in den betroffenen Zonen. Die Wellpappe wird stabiler und widerstandsfähiger gegenüber Druck-, Schub- und Stoßbeanspruchungen. Die Anwendungsbereiche der Querstreifenverstärkung sind vielfältig: Sie wird häufig in der Verpackungsindustrie eingesetzt und kommt vorrangig bei großvolumigen und schweren Waren wie Elektrogeräten oder Möbeln zum Einsatz, aber auch bei empfindlichen Gütern mit punktförmigen Auflagerungen.

Mechanische Wirkung im Detail

  • Lokale Erhöhung der Querstabilität: Verringerung der Quetsch- und Schubverformung quer zur Welle.
  • Verbesserter Kantenstauchwiderstand (ECT) in kritischen Zonen, was sich positiv auf den Stapelstauchwiderstand (BCT) von Transportbehältnissen auswirken kann.
  • Reduzierte Rissneigung an Rilllinien, Grifföffnungen und Stanzungen durch Lastverteilung auf eine größere Fläche.
  • Geringere Delamination: Der zusätzliche Verbund erschwert das Ablösen der Deckenpapiere vom Wellenmedium bei dynamischer Belastung.
  • Stabileres Rillverhalten: Konstantere Falzkanten und geringere Bruchneigung bei wiederholtem Öffnen und Schließen.
  • Abminderung von Kerbwirkungen an Durchbrüchen und Handgriffen durch definierte Lastpfade.

Typische Anwendungsbeispiele

  • Weiße Ware und Elektrogeräte (z. B. Waschmaschinen, Kühlschränke) mit hohen Punkt- und Flächenlasten.
  • Möbel und Flachmöbel (Böden, Seitenwände), die beim Stapeln erhöhte Querkräfte erzeugen.
  • Maschinen- und Fahrzeugkomponenten mit konzentrierten Auflagepunkten und Hebegriffen.
  • Großformatige Zuschnitte für lange Transportwege und mehrfaches Handling.
  • Glas- und Keramikprodukte in Umverpackungen, bei denen Grifföffnungen und Bördellinien besonders beansprucht werden.
  • Display- und Regalkartons, in denen lokal erhöhte Tragfähigkeit ohne Vollaufdopplung benötigt wird.

Konstruktive Auslegung und Dimensionierung

Für die Wirksamkeit sind Breite, Anzahl und Position der Streifen entscheidend. Häufig werden Verstärkungen symmetrisch zu Rillungen platziert oder in Bereichen mit erwarteten Lastspitzen (z. B. unterhalb von Umreifungsbändern, an Grifföffnungen, entlang von Stanzdurchbrüchen). Die Streifenbreite reicht typischerweise von 10 bis 60 mm; die Anzahl ergibt sich aus dem Zielwert für Steifigkeit und Kantenstauchfestigkeit. Ergänzend helfen praxisnahe Hinweise zur korrekten Ermittlung passender Abmessungen, die konstruktive Passung des Zuschnitts sicherzustellen.

Empfehlenswert sind definierte Abstände von 5 bis 15 mm zur Rilllinie, eine gleichmäßige Streifenverteilung in den Lastzonen und die Berücksichtigung der Bogeneinzüge. Toleranzmanagement (Registerhalt ±1 mm) sowie die Abstimmung mit Stanz- und Rillwerkzeugen sind zentral, um Kantenbrüche und Faltenwurf zu vermeiden. Für großformatige Zuschnitte kann eine Kombination aus mehreren schmalen statt weniger breiter Streifen Vorteile hinsichtlich Planlage und Verarbeitbarkeit bieten.

Verfahren und Materialeigenschaften bei der Querstreifenverstärkung

Zur Erzeugung einer Querstreifenverstärkung wird Wellpappe durch ein abgestimmtes Verfahren verstärkt. Dabei erfolgt die flächige Verbindung der Querstreifen mit den Deckenpapieren, sodass ein verstärkter Lagenverbund entsteht. Die Materialien für die Verstärkung sind zumeist Kraftpapier und Altpapier, wobei das Kraftpapier für seine hohe Reißfestigkeit und das Altpapier für seine Ressourceneffizienz geschätzt wird. Zudem lässt sich durch die Querstreifenverstärkung eine höhere Druckfestigkeit in den beanspruchten Zonen erzielen, ohne die gesamte Konstruktion zu überdimensionieren.

Materialien und Klebstoffe

  • Papiersorten: Ungebleichter Kraftliner für hohe Festigkeit, Testliner/Altpapierqualitäten für ressourcenschonende Anwendungen; optional nassfeste Qualitäten bei feuchter Umgebung.
  • Grammaturen: Übliche Bandbreiten zwischen ca. 60 und 120 g/m² je nach Zielsteifigkeit und Verarbeitbarkeit.
  • Klebstoffe: Dispersionsklebstoffe und Hotmelts; Auswahl abhängig von Prozessgeschwindigkeit, Temperaturfenster und gewünschter Anfangsfestigkeit.
  • Klebstoffparameter: Viskosität, Offenzeit und Festkörpergehalt beeinflussen Benetzung, Eindringtiefe und Verbundhaftung; klimatische Konditionierung vor und nach dem Prozess unterstützt reproduzierbare Ergebnisse.

Fertigungstechnische Umsetzung

  • Inline-Applikation beim Rillen/Stanzen des Zuschnitts oder nachgelagerte Konfektion.
  • Prozessparameter: Streifenpositionierung mit enger Toleranz, gleichmäßiger Klebstoffauftrag, Andruck und definierte Aushärtungszeit.
  • Qualitätssicherung: Stichproben zur Verbundhaftung, Kontrolle der Planlage, Sichtprüfung auf Verschmierungen und Überstände.
  • Prozessstabilität: Sensorische Registerkontrolle, temperaturgeführte Auftragsaggregate und standardisierte Reinigungszyklen sichern konstante Qualität.

Einfluss auf Prüfwerte und Weiterverarbeitung

  • Relevante Kennwerte: Kantenstauchwiderstand (z. B. nach EN ISO 3037), Stapelstauchwiderstand (z. B. nach EN ISO 12048), Durchstoßfestigkeit (z. B. nach EN ISO 3036).
  • Konvertierung: Rillung und Faltung müssen an die erhöhte Materialdicke angepasst werden; Rillkanäle ggf. anpassen, um Bruch an Falzkanten zu vermeiden.
  • Druckbild: Lokale Verdickungen berücksichtigen, um Abrieb und Tonwertschwankungen im Druck zu vermeiden.
  • Konditionierung: Prüfergebnisse sind klimatisch sensitiv; Referenzklima (z. B. 23 °C/50 % r. F.) und gleichmäßige Akklimatisierung erhöhen die Vergleichbarkeit.

Qualitäts- und Normbezüge

Für die Bewertung der Querstreifenverstärkung ist ein normengeleiteter Prüfansatz sinnvoll. Neben ECT/BCT und Durchstoßfestigkeit sind Planlage, Verbundhaftung und Faltfähigkeit zu dokumentieren. Eine nachvollziehbare Prüfplanung berücksichtigt Musterzugriffe vor und nach der Verstärkung, Klimakonstanz sowie Wiederholprüfungen nach Transport- und Vibrationseinwirkung. Die Auswertung sollte den lokalen Effekt (in der verstärkten Zone) und den Systemeffekt (am gesamten Packmittel) trennen.

Nachhaltigkeit und Recycling

Querstreifenverstärkung kann Material einsparten, indem sie Vollaufdopplungen ersetzt oder eine niedrigere Wellenkombination ermöglicht. Der Einsatz recyclingfähiger Liner- und Mediumqualitäten sowie klebstoffseitig geeigneter Systeme unterstützt die Kreislaufführung. Eine sortenreine Papierauswahl und reduzierte Klebstoffauftragsmengen erleichtern die Deinking- und Auflösungsprozesse im Altpapierstrom. Durch zielgerichtete Verstärkung wird die Lebensdauer der Verpackungen erhöht, was indirekt Ressourcen schont.

Vor- und Nachteile der Anwendung von Querstreifenverstärkung

Zu den Vorteilen der Querstreifenverstärkung zählt vor allem die erhöhte Stabilität der Verpackungen. Diese Verstärkung ermöglicht es, auch schwere und großvolumige Güter sicher zu verpacken. Zudem erhöht die Verwendung von Kraftpapier die Reißfestigkeit der Verpackung. Im Hinblick auf die Nachhaltigkeit bietet die Querstreifenverstärkung ebenfalls Vorteile, da sie überwiegend aus recycelten Materialien besteht. Neben den vielen Vorteilen hat die Verstärkung der Querstreifen jedoch auch einige Nachteile. Dazu gehören unter anderem die höheren Kosten für die zusätzliche Materialschicht und die verlängerte Produktionszeit. Außerdem wird durch die zusätzliche Verstärkung mehr Platz beansprucht, was insbesondere bei der Lagerung und beim Transport berücksichtigt werden muss. Ergänzend erfordert die Maßnahme eine enge Abstimmung zwischen Konstruktion, Druckvorstufe und Weiterverarbeitung, um lokale Dickenunterschiede prozesssicher zu beherrschen.

  • Vorteile:
    • Gezielte Steigerung der Querstabilität ohne vollständige Materialaufdopplung.
    • Verbesserter Schutz an Rilllinien, Grifföffnungen und Stanzkonturen.
    • Mögliche Reduktion der Wellenkombination (z. B. von Doppel- auf Einfachwelle) bei gleichbleibender Performance im kritischen Bereich.
    • Potenzial für geringere Beschädigungsraten und stabileres Stapelverhalten.
    • Höhere Reproduzierbarkeit kritischer Prüfwerte durch definierte Lastpfade in Zonen mit Spitzenbelastung.
  • Nachteile:
    • Mehrstufige Fertigung mit zusätzlicher Prozesszeit und Abstimmaufwand.
    • Erhöhter Materialeinsatz, der im Einzelfall zu höheren Kosten führt.
    • Einfluss auf Falt- und Rillverhalten durch lokalen Dickenaufbau; Anpassung der Werkzeuge erforderlich.
    • Eventuelle Beeinflussung des Druckbildes durch unterschiedliche Oberflächenniveaus.
    • Erforderliche Prozessüberwachung (Registerhalt, Klebstoffmenge), um Qualitätsstreuungen zu vermeiden.

Praxishinweise

  • Streifen nicht direkt auf die Rilllinie legen, sondern mit definiertem Abstand, um Faltbarkeit zu gewährleisten.
  • Positionierung an zu erwartenden Lastpfaden ausrichten (unter Umreifungsbändern, an Hebepunkten, im Auflagebereich von Palettenbrettern).
  • Vorher/Nachher-Prüfungen (ECT/BCT) durchführen, um den Effekt zu quantifizieren und Überdimensionierung zu vermeiden.
  • Klimatische Einflüsse berücksichtigen: Konditionierung vor Prüfungen und Prozessfreigaben einplanen.
  • Druckbild frühzeitig abstimmen: Druckfreie Zonen in Bereichen lokaler Verdickung einplanen, um Abrieb zu reduzieren.

Zusammenfassung:

  • Die Querstreifenverstärkung ist eine Technik, die die Stabilität und Festigkeit von Verpackungen aus Wellpappe maßgeblich erhöht.
  • Durch die Integration von Querstreifen erhöht sich die Belastbarkeit der Boxen, was sie besonders für den Schutz von schwereren Produkten geeignet macht.
  • Gerade Unternehmen, die auf die sichere Beförderung und Lagerung von Gütern angewiesen sind, profitieren von der Querstreifenverstärkung, da diese eine höhere Tragfähigkeit und Schutz vor Beschädigungen gewährleistet.
  • Konstruktiv wirksam ist die Maßnahme vor allem in Bereichen mit Lastspitzen, an Rill- und Stanzzonen sowie Grifföffnungen.
  • Materialwahl, Streifenbreite und exakte Positionierung bestimmen den Effekt und müssen im Zusammenspiel mit Rillung, Druck und Weiterverarbeitung geplant werden.
  • Die Nutzen-Kosten-Abwägung sollte durch Prüfwerte (z. B. ECT/BCT) und Schadensanalysen im Einsatzfall gestützt werden.
  • Durch zielgerichtete Verstärkung lässt sich Materialeinsatz optimieren, ohne die Gesamtperformance der Verpackung zu beeinträchtigen.
  • Normgerechte Prüfungen, Klimakonditionierung und Prozesskontrolle sichern reproduzierbare Ergebnisse und unterstützen eine konsistente Qualität im Einsatz.

Veröffentlicht am 18.04.2025
Letzte Überarbeitung am 17.12.2025 um 11:48 Uhr von Julia Kopp

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