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Zerbrechlichkeitshinweise
In der Welt des Versandhandels sind die Herausforderungen rund um das sichere Verpacken und den schonenden Warenfluss entscheidend. Besonders bei empfindlichen, stoß- oder druckanfälligen Gütern spielen sogenannte Zerbrechlichkeitshinweise eine zentrale Rolle: Sie informieren alle Beteiligten entlang der Lieferkette unmittelbar und visuell über die richtige Handhabung. Dabei adressieren sie typische Belastungen durch Stöße, Vibrationen, Kippen, Quetschen oder Feuchtigkeit, wie sie in manuellen und automatisierten Materialflüssen, auf Fördertechnik, in Sortieranlagen sowie auf der letzten Meile auftreten.
Als klar erkennbare Markierungen auf Versandstücken unterstützen sie das Personal in Lager, Kommissionierung, Umschlag und Zustellung dabei, potenzielle Belastungen zu reduzieren und Transportrisiken kontrollierbar zu machen. Richtig eingesetzt, tragen sie dazu bei, wiederkehrende Fehler zu vermeiden und die Prozesssicherheit zu erhöhen. Zudem fördern sie die einheitliche Kommunikation zwischen Versender, Frachtführer und Empfänger und tragen zur Nachvollziehbarkeit in Reklamationsfällen bei.
Definition: Was versteht man unter Zerbrechlichkeitshinweisen?
Zerbrechlichkeitshinweise, auch als Handhabungskennzeichen oder Fragilitätskennzeichnungen bezeichnet, sind deutlich sichtbare Piktogramme oder Texthinweise auf Versandstücken. Sie geben dem Transport- und Lagerpersonal Anweisungen zur schonenden Behandlung, etwa zu Vorsicht beim Greifen, Tragen, Stapeln oder Absetzen. Ziel ist es, Beschädigungen am Packgut während Handling, Transport und Zwischenlagerung zu vermeiden und Verantwortlichkeiten nachvollziehbar zu dokumentieren. Sie dienen als universelle, sprachunabhängige Kommunikationsmittel und wirken ergänzend zu inneren Schutzmaßnahmen sowie zur Ladungssicherung auf der Ladeeinheit.
- Form: Piktogramme (z. B. Glas-Symbol), Texthinweise („Fragile“, „Handle with care“) oder Kombinationen; je nach Anwendung monochrom oder in Signalfarben mit hohem Kontrast.
- Funktion: Risikohinweis, Handlungsanweisung und Dokumentation der Sorgfaltspflicht; unterstützt die interne Qualitätssicherung und die Beweisführung bei Transportereignissen.
- Platzierung: gut sichtbar, wiederholt und nicht durch Bänder, Etiketten oder Umreifungen verdeckt; Orientierung an der bevorzugten Aufrichtung und am Schwerpunkt des Packguts.
Die verschiedenen Arten von Zerbrechlichkeitshinweisen
Zerbrechlichkeitshinweise sind mehr als nur eine Beschriftung auf einer Verpackung. Verschiedene Symbole und Warnzeichen kennzeichnen den Umgang mit der Verpackung und bieten spezielle Anleitungen zum Schutz der Güter. Dazu gehören Hinweise wie „Handle with Care“, „Fragile“, „Do Not Drop“, „Glass“ und vergleichbare Formulierungen. Diese Hinweise sollen dem Transportpersonal klare Anweisungen geben, wie Sendungen zu handhaben sind. Ergänzend können Pfeile, Schutzhinweise und Zusatztexte kombiniert werden, um komplexere Anforderungen eindeutig zu vermitteln.
Typische Piktogramme und Textbausteine
- Glas-/Bechersymbol: Kennzeichnet Bruchgefahr und fordert vorsichtige Handhabung.
- Doppelpfeile nach oben: Gibt die bevorzugte Aufrichtung vor.
- Regenschirm: Hinweis auf Feuchtigkeitsempfindlichkeit, Schutz vor Nässe.
- „Do not stack“: Verhindert Belastung durch Aufstapeln.
- „Do not drop“: Vermeidet Sturzbelastungen beim Umschlag.
- „Keep dry“/„Trocken halten“: Präzisiert den Feuchtigkeitsschutz bei hygroskopischen Materialien.
- „Do not clamp“: Verhindert Quetschbelastungen bei Greifern, Klammern oder Staplern.
- Temperatursymbole: Weisen auf zulässige Temperaturbereiche bei temperaturempfindlichen Gütern hin.
Je nach Branche werden die Hinweise zusätzlich in Landessprachen ergänzt oder mit mehrsprachigen Texten kombiniert, um Missverständnisse zu vermeiden. Einheitliche Symbole erleichtern die Interpretation über Sprachgrenzen hinweg. Für konsistente Ergebnisse empfiehlt sich die Anlehnung an normierte Piktogramme und hausinterne Styleguides, damit Layout, Größe und Kontrast auch bei unterschiedlichen Verpackungsformaten einheitlich sind.
Anwendung und Implementierung von Zerbrechlichkeitshinweisen
Die Implementierung der Zerbrechlichkeitshinweise in der Verpackungs- und Versandindustrie ist dank des Einsatzes modernster Druck- und Etikettiertechnologien einfach und effizient. Hinweise können direkt auf Kartonagen vorgedruckt, per Warnetikett appliziert, mittels Warnklebeband aufgebracht oder mit Stempeln angebracht werden. Auch wenn die Anbringung solcher Hinweise zusätzlichen Zeitaufwand bedeutet, verhindert sie oft kostspielige Schäden an den Waren. In der Praxis kommen Flexo- oder Digitaldruck auf Wellpappe, Thermotransfer- oder Inkjet-Etiketten sowie UV- und witterungsbeständige Folienetiketten zum Einsatz, je nach Belastungsprofil und Umgebungsbedingungen im Umschlag.
Bewährte Praxis umfasst:
- Platzierung auf mindestens zwei gegenüberliegenden Seiten sowie zusätzlich auf der Oberseite.
- Nicht über Klebekanten, Faltungen oder Umreifungen hinweg etikettieren.
- Ausreichenden Abstand zu Barcodes und Adressetiketten einhalten, um Scans nicht zu stören.
- Witterungsbeständige Materialien wählen, wenn Umschlagprozesse teilweise im Freien stattfinden.
- Interne Arbeitsanweisungen und Schulungen, damit die Kennzeichen korrekt berücksichtigt werden.
- Ausreichende Symbolgröße in Relation zum Packmaß wählen; je größer die Entfernung beim Handling, desto größer das Piktogramm.
- Kontrastreiche Farbgebung (z. B. Schwarz/Rot auf Weiß) einsetzen, um Lesbarkeit auch bei schwachem Licht sicherzustellen.
- Stichproben und visuelle Prüfungen in Warenausgang und Wareneingang dokumentieren, um die konsequente Anwendung zu verifizieren.
Zerbrechlichkeitshinweise ergänzen stets die passende innere Schutzlösung wie Polsterung, Fixierung oder formschlüssige Einlagen. Sie ersetzen keine ausreichende Schutzverpackung und keine belastungsorientierte Auslegung der Sendung. Neben Polsterelementen wie Schaum, Papierpolster und Hohlraumfüllern tragen auch formstabile Einsätze, Kantenschutz und richtige Packdichte maßgeblich zur Schadensprävention bei.
Für eine praxisnahe Orientierung kann eine Auswahl häufig genutzter Verpackungen ab Lager für typische Versandaufgaben herangezogen werden, etwa wenn standardisierte Kartonformate mit entsprechenden Markierungen eingesetzt werden. In Verbindung mit klaren Packanweisungen (z. B. Packmuster, Füllgrade, Prüfintervalle) wird die Wirksamkeit der Kennzeichnung signifikant erhöht.
Normen und Standards für Zerbrechlichkeitshinweise
Zur Sicherstellung einer weltweit verständlichen Versandkennzeichnung haben sich Normen etabliert. Piktogramme und Handhabungszeichen orientieren sich häufig an der DIN EN ISO 780 (Packaging – Pictorial marking for handling of goods) sowie an Symbolsammlungen wie ISO 7000. Diese Standards definieren Form, Bedeutung und Einsatzbereiche von Symbolen und erleichtern deren eindeutige Interpretation. Unternehmen ergänzen diese Vorgaben oft durch interne Gestaltungsrichtlinien, die Mindestgrößen, Platzierungszonen auf Wellpappverpackungen und Farbkontraste festlegen.
Gestaltung, Lesbarkeit und Materialwahl
Lesbarkeit und Kontrast
Für die schnelle Erfassung sind klare Linien, ausreichende Weißräume und hohe Kontraste entscheidend. Auf Wellpappe sollten Druckverfahren gewählt werden, die kantenscharfe Symbole ermöglichen und auch auf Recyclingqualitäten gut lesbar bleiben. Bei Etiketten verbessern matte Oberflächen die Reflexionsfreiheit und damit die Erkennbarkeit in der Fördertechnik.
Materialien und Haftung
Warnetiketten sollten auf staub- und fettfreien Oberflächen appliziert werden. Je nach Umgebung sind Klebstoffe mit hoher Anfangshaftung, kältefeste Varianten oder seewasserbeständige Kleber sinnvoll. Warnklebebänder können Kennzeichnung und Verschluss kombinieren, müssen jedoch so angebracht sein, dass die Symbole nicht zerstückelt werden.
Branchenspezifische Besonderheiten
In Elektronik, Optik, Labor- und Medizintechnik oder im Glas- und Keramikbereich sind erhöhte Anforderungen üblich. Hier werden Zerbrechlichkeitshinweise oft mit Zusatzangaben (z. B. „Nicht kippen“, „Stoßindikator vorhanden“) kombiniert und in mehrsprachigen Layouts umgesetzt. Bei Mischpaletten empfiehlt sich die wiederholte Markierung jedes einzelnen Kollis, um die Hinweise auch nach dem Umpacken sichtbar zu halten.
Vor- und Nachteile von Zerbrechlichkeitshinweisen
Die Nutzung solcher Hinweise bietet viele Vorteile. Neben dem offensichtlichen Nutzen – dem Schutz der Waren – dienen sie auch als erste Verteidigungslinie gegen mögliche Fehlhandlungen während des Transports. Im Falle eines Schadens kann das Vorhandensein solcher Hinweise als Beweiseinheit bei möglichen Ansprüchen dienen. Sie signalisieren Professionalität und Sorgfalt dem Empfänger gegenüber. Darüber hinaus lassen sich mit standardisierten Piktogrammen Schulungsaufwände reduzieren, und die Kennzeichnungen können einfach in digitale Packanweisungen und WMS-Prozesse integriert werden.
- Vorteile: schnell verständlich, international interpretierbar, kostengünstig umsetzbar, unterstützt interne Prozesse und die Reklamationsdokumentation.
- Grenzen: Kennzeichen garantieren keinen schadensfreien Transport; sie wirken nur ergänzend zur konstruktiven Schutzlösung.
- Weitere Aspekte: Überkennzeichnung kann zu Gewöhnungseffekten führen; zu viele unterschiedliche Symbole vermindern die Aufmerksamkeit und Klarheit.
Allerdings gibt es auch Nachteile. Ein Gewöhnungseffekt („Label-Fatigue“) kann die Aufmerksamkeit reduzieren, und in Einzelfällen sind Fehlinterpretationen möglich. Zudem entstehen zusätzliche Kosten und Zeitaufwände für die Anbringung. Entscheidend ist, die Hinweise konsistent, gut sichtbar und in Verbindung mit geeigneter Polsterung und Fixierung einzusetzen. Erfolgskriterium ist die Einbettung in klare Prozesse: vom Layout über die Applikation bis zur dokumentierten Sichtprüfung.
Häufige Fehler und wie man sie vermeidet
- Zu kleine, schwer lesbare Hinweise: ausreichend groß und mit hohem Kontrast gestalten.
- Ungünstige Platzierung: nicht durch Umreifungen, Klebebänder oder weitere Etiketten verdecken.
- Alleinige Kennzeichnung ohne innere Sicherung: stets mit Polsterung, Fixierung und passender Auslegung kombinieren.
- Uneinheitliche Symbole oder Sprachen: konsistente Piktogramme verwenden und bei Bedarf mehrsprachig ergänzen.
- Fehlende Dokumentation: Sichtprüfung und Freigabeprozesse definieren, um die korrekte Kennzeichnung sicherzustellen.
- Ungeeignete Klebstoffe: Etikettenmaterialien auf Umgebungstemperatur, Feuchte und Oberflächenbeschaffenheit abstimmen.
Zusammenfassung:
- Zerbrechlichkeitshinweise sind visuelle Markierungen auf Verpackungen aus Wellpappe, die signalisieren, dass der Inhalt empfindlich oder zerbrechlich ist.
- Diese Hinweise dienen dazu, den Umgang mit der Sendung beim Transport und bei der Lagerung zu lenken, um Schäden am Inhalt zu vermeiden.
- Für Unternehmen, die zerbrechliche Produkte versenden, sind solche Hinweise besonders bei der Verwendung von stabilen, aber flexiblen Materialien wie Wellpappe unerlässlich.
- Wirksamkeit entsteht durch gute Sichtbarkeit, ausreichende Größe und Wiederholung auf mehreren Seiten.
- Sie ergänzen, aber ersetzen nicht, eine geeignete innere Sicherung des Packguts.
- Konsistenz in Symbolik und Sprache sowie klare interne Prozesse erhöhen die Beachtung und reduzieren Fehlhandlungen.
- Normorientierte Piktogramme, passende Etikettenmaterialien und dokumentierte Prüfungen stärken die Prozesssicherheit über die gesamte Lieferkette.
Veröffentlicht am 13.06.2024
Letzte Überarbeitung am 20.11.2025 um 13:15 Uhr von Sebastian Würth