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Überziehverpackung

Die Welt der Wellpappe und deren Anwendungen ist vielfältig und facettenreich. Ein wesentlicher Bestandteil dieses Universums bilden die Überziehverpackungen. Sie spielen in den diversen Branchen, von Lebensmittelindustrie bis hin zum Online-Handel, eine signifikante Rolle. Als formstabile Hülle, die über ein Produkt oder ein Set von Produkten gestülpt wird, kombinieren sie Schutz, Strukturierung und ein präzises Erscheinungsbild. Durch variable Konstruktionen, bedruckte Oberflächen und optional integrierte Greif- oder Sichtbereiche eignen sich Schuber für Serienprodukte ebenso wie für limitierte Editionen und saisonale Sortimente. Darüber hinaus unterstützen sie eine geordnete Regalpräsentation, erleichtern die Bündelung von Varianten und können bei entsprechender Auslegung sowohl als Sekundär- als auch als Umverpackung dienen.

Definition: Was versteht man unter Überziehverpackung?

Als Überziehverpackung oder auch als Schuber bezeichnet wird eine Art von Verpackung, die über ein bereits vorhandenes Produkt oder eine Produktgruppe gestülpt wird. Nicht zu verwechseln mit Innenverpackungen, welche im Inneren eines Produktes liegen, dient sie dem zusätzlichen Schutz, einer verbesserten Präsentation und häufig auch einer effizienteren Handhabung der Produkte oder Warengruppen. Typisch ist eine umlaufende Mantelkonstruktion, die das Packgut partiell oder vollständig umschließt und häufig mit Einstecköffnungen, Griffmulden oder Sichtfenstern kombiniert wird. Im Sprachgebrauch werden ähnliche Bauformen teils als Sleeve, Mantelschachtel oder Banderolen-Schuber bezeichnet, die sich in Materialstärke, Formgebung und Verschlussart unterscheiden. Überziehverpackungen werden aus Wellpappe oder Vollkarton gefertigt und erfüllen je nach Ausführung Aufgaben wie Kratzschutz, Kantenstabilisierung, Set-Bündelung sowie die klare Trennung von Varianten oder Sorten.

Typische Konstruktionsarten

  • U-Schuber: U-förmige Hülle mit offener Seite für schnelles Einschieben von Tray, Etui oder Faltschachtel.
  • C-Schuber: Umschließt das Packgut stärker; bietet erhöhte Stabilität bei längeren Kantenlängen.
  • Vollumschlag mit Fenster: Rundumhülle mit optionalem Sichtbereich für hohe Präsentationsanforderungen.
  • Banderolen-Schuber: Materialreduzierte Variante mit reduziertem Mantelanteil für leichte Produkte.
  • Teleskop- bzw. Doppelmantel-Schuber: Zwei ineinandergreifende Mantelteile zur variablen Längenanpassung und erhöhten Kantenfestigkeit.
  • Schuber mit Laufleisten oder Anlaufschrägen: Reduzierte Reibung beim Einschieben und definiertes Gleitverhalten.

Die Wahl der Konstruktionsart hängt vom Produktformat, der gewünschten Griffigkeit und den geforderten Schutzanforderungen ab. Ein geringes Spiel fördert eine präzise Führung, während großzügigere Gleitmaße das Ein- und Ausschieben bei klimatischen Schwankungen erleichtern.

Produktion: Wie entstehen Überziehverpackungen?

Die Herstellung von Überziehverpackungen folgt einem bestimmten Prozess. Meistens wird die Wellpappe zunächst bedruckt und danach zugeschnitten. Dieser zugeschnittene Karton wird im Anschluss zu der gewünschten Form gefaltet und verklebt. Den Abschluss bildet häufig eine Beschichtung, welche die Überziehverpackung widerstandsfähiger gegenüber äußeren Einflüssen wie Feuchtigkeit oder Kratzern macht. In der Praxis umfasst der Ablauf die Materialauswahl (Wellenart, Deckenpapier, Grammatur), das Erstellen des Stanzlayouts, das Aufbringen von Druckbildern und Schutzlacken, das Stanzen mit Rill- und Schneidlinien sowie das anschließende Rillen, Falten und Verkleben auf Linienmaschinen oder in der Handkonfektion. Zusätzlich werden Klebstoffe (Dispersionskleber oder Hotmelt) passend zu Material, Taktzeit und Beanspruchung gewählt und die Faserrichtung so ausgerichtet, dass Stabilität und Einschubverhalten optimal unterstützt werden.

Druck, Veredelung und Schutz

  • Bedruckung: Flexo-, Offset- oder Digitaldruck für Motive, Kennzeichnungen, Farbflächen und Barcodes.
  • Veredelung: Dispersions- oder UV-Lack, Matt-/Glanzkontraste, optionale Kaschierung für abriebfeste Oberflächen.
  • Schutzfunktionen: Scheuerschutz durch Lacke, Feuchteresistenz durch geeignete Deckenpapiere oder Beschichtungen.
  • Struktur- und Reliefoptionen: Prägungen oder strukturierte Lacke zur taktilen Differenzierung ohne zusätzliche Materialien.
  • Reibwertsteuerung: Lacke oder Oberflächenbehandlungen zur gezielten Beeinflussung der Gleitreibung zwischen Innen- und Außenteil.

Farben und Lacke werden so ausgewählt, dass sie die Funktion nicht beeinträchtigen. Besonders bei Gleitflächen ist ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Haftung und Gleitfähigkeit wichtig, um Verkanten zu vermeiden.

Fertigungsverfahren und Klebetechniken

  • Automatisierte Längs- und Punktverklebung je nach Mantelform.
  • Präzises Rillen für saubere Kanten und geringe Aufreißkräfte beim Aufschieben.
  • Stanzzusätze wie Griffausstanzungen, Greifkerben, Aufreißhilfen.
  • Kaltleim- oder Hotmelt-Auftrag mit kamerabasierter Leimkontrolle für reproduzierbare Festigkeiten.
  • Prozesssichere Abfallentsorgung (Nutzentrennung) zur Vermeidung von Faserausrissen an Sichtkanten.

Qualitätssicherung

  • Passmaßprüfung zwischen Schuber und Innenverpackung/Produktträger.
  • Belastungs- und Gleittests zur Ermittlung der Ein- und Ausschubkräfte.
  • Farb- und Oberflächenkontrolle einschließlich Abriebtests.
  • Klimaprüfungen (z. B. 23 °C/50 % rF) zur Bewertung von Maßhaltigkeit und Funktionssicherheit.
  • Materialkennwerte wie ECT/BCT und Cobb zur Beurteilung von Steifigkeit und Feuchteempfindlichkeit.

Anwendungsbereiche: Wo werden Überziehverpackungen eingesetzt?

Die Anwendungsgebiete von Schubern oder Überziehverpackungen sind vielseitig. Sie finden insbesondere in diesen Bereichen Verwendung:

  • Premium-Produkte: Das Exklusivitätsgefühl wird durch Schachteln und Etuis erhöht.
  • Lebensmittel: Durch die Verwendung bei Convenience-Produkten wird der Transport und die Lagerung erleichtert.
  • Spielzeug: Sie bilden die äußere Verpackung, die den Blick auf das innenliegende Produkt freilässt.
  • Kosmetik und Pflege: Mantelhüllen strukturieren Sets, bieten Sichtfenster und unterstützen Markenauftritt und Sortenlogik.
  • Bücher, Medien und Box-Sets: Schuber fassen Einzelbände oder Datenträger zusammen und schützen Kanten sowie Rücken.
  • Elektronik und Kleinserien: Zusätzliche Hülle für Produktschutz, Zubehörbündelung und manipulationsarme Präsentation.
  • Werbemittel und Musterkollektionen: Wertige Außenhülle für Kataloge, Materialmuster oder Produktkarten.
  • Haushalt und DIY: Set-Bündelung, Variantenkennzeichnung und sichere Regalführung leichter Geräte oder Tools.
  • Pharma-nahe Anwendungen: Ordnung und Schutz für Informationsmaterial, Beipackmappen oder Mehrfachsets (ohne Primärkontakt).

Funktionale Vorteile in der Logistik

  • Bündelung mehrerer Einheiten zu einem verkaufsfähigen Set.
  • Schnelle visuelle Differenzierung von Varianten oder Chargen.
  • Gute Stapel- und Kommissioniereigenschaften durch formstabile Mantelkonstruktion.
  • Definierte Etikettier- und Kennzeichnungsflächen für Barcode- oder Datamatrix-Codes.
  • Vereinfachtes Handling bei Pick-and-Pack-Prozessen und in automatisierten Förderanlagen.

Vor- und Nachteile von Überziehverpackungen

Die Vorzüge und Schwächen der Überziehverpackungen liegen eng beieinander. Ein klarer Vorteil ist der zusätzliche Schutz des Produkts und die vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten. Die Produkte können optimal präsentiert und der Ersteindruck nachhaltig gestaltet werden. Jedoch ist mit der Nutzung von Überziehverpackungen auch ein erhöhter Materialaufwand verbunden, der zu erhöhten Produktionskosten führt. Darüber hinaus kann die zusätzliche Verpackung die Umwelt belasten und muss kritisch hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeit bewertet werden. In der Abwägung spielen Materialeffizienz, Wiederverwertbarkeit, Automatisierungsgrad in der Konfektion und die Erreichung von Schutz- und Marketingzielen eine Rolle. Weitere Aspekte betreffen Transportkosten durch Mehrgewicht, die Maschinenfähigkeit auf bestehenden Linien sowie die Möglichkeit, durch standardisierte Zuschnitte Rüstzeiten und Ausschuss zu reduzieren.

Ökologische und ökonomische Bewertung

  • Materialeinsatz: Optimierte Zuschnittgeometrien und reduzierte Mantelhöhen minimieren Materialverbrauch.
  • Monomaterial: Einheitliche Faserqualitäten erleichtern die stoffliche Verwertung.
  • Druck- und Lackstrategie: So viel wie nötig, so wenig wie möglich, um Recyclingfähigkeit zu erhalten.
  • Prozesskosten: Effiziente Rüstkonzepte und geeignete Klebetechnik senken Stückkosten in passenden Losen.
  • Rezyklatanteil: Hoher Anteil an Sekundärfasern steigert Ressourceneffizienz bei geeigneter Festigkeit.
  • Klimatauglichkeit: Materialauswahl auf Zielklima und Feuchteexposition abgestimmt, um Funktionsstörungen zu vermeiden.

Technik und Spezifikation: Passform, Material und Toleranzen

Für eine zuverlässig funktionierende Überziehverpackung sind eine präzise Passform und definierte Toleranzen entscheidend. Relevante Faktoren sind die Steifigkeit des Materials (z. B. E-, B- oder C-Welle, Feinkarton), die Oberflächenreibung zwischen Innen- und Außenteil sowie die Schieberichtung. Konstruktiv werden Rilllinien, Kehlen und ggf. Anlaufschrägen so gewählt, dass das Auf- und Abziehen kontrolliert und ohne Beschädigung erfolgt.

  • Passung: Gleitmaße mit definiertem Spiel, um Temperatur- und Feuchteschwankungen auszugleichen.
  • Stabilität: Mantelbreiten und Rillabstände auf Kantenstabilität und Durchbiegung abgestimmt.
  • Handhabung: Griffaussparungen, Anfasskerben oder partielle Ausschnitte für ergonomisches Entnehmen.
  • Reibung: Oberflächenwahl und Laufrichtung minimieren Verkanten; Reibwertprüfungen unterstützen die Auslegung.

Bei der Spezifikationsphase helfen Details zu Abmessungen und passgenauer Auslegung, um Toleranzen und Funktionsmaße festzulegen. Zusätzlich können Aufreißhilfen oder eine perforierte Öffnungslinie die Nutzerfreundlichkeit erhöhen, ohne den Schutz zu beeinträchtigen. Maßketten sollten Materialdicken, Rillzuschläge und das notwendige Einschubspiel berücksichtigen; das erforderliche Spiel ist abhängig von Reibwert, Mantellänge und Klimabedingungen.

Materialwahl und Oberfläche

  • Material: Feinwellig für filigrane Druckbilder, stärker gewellt für höhere Steifigkeit und Kantenfestigkeit.
  • Oberfläche: Matt für zurückhaltende Präsentation, glänzend für abriebfeste, visuell betonte Hüllen.
  • Kontaktanforderungen: Bei sensiblen Inhalten (z. B. Lebensmittel-Nahbereich) geeignete Deckenpapiere und Lacke berücksichtigen.
  • Faserrichtung: Längs- oder Querrichtung entsprechend der Schieberichtung wählen, um Kantenbruch zu vermeiden.
  • Konditionierung: Vorverarbeitung und Lagerung bei definiertem Klima fördern Maßhaltigkeit und konstante Gleitkräfte.

Prüfmethoden und Kennwerte

Zur technischen Absicherung werden mechanische und klimatische Prüfungen eingesetzt, die sowohl den Produktschutz als auch die Handhabung bewerten.

  • Gleittests: Ermittlung der Ein- und Ausschubkräfte unter Normklima und nach Feuchtebelastung.
  • Maßhaltigkeit: Vermessung der Innen- und Außenmaße inklusive Rilllagen und Kehlen nach der Stanzung.
  • Abrieb- und Kratzbeständigkeit: Prüfung lackierter Flächen an Gleitkanten.
  • Feuchteempfindlichkeit: Cobb-Test und Konditionierung zur Bestimmung der Feuchteaufnahme.

Häufige Fehlerbilder und Abhilfe

  • Klemmen oder Verkanten: Spiel erhöhen, Reibwert durch Lackanpassung senken, Anlaufschrägen erweitern.
  • Aufreißen an Rillkanten: Rillbreite und -tiefe optimieren, Faserrichtung prüfen, Grammatur anpassen.
  • Welligkeit und Durchbiegung: Mantelbreiten und Stützzonen verstärken, Materialsteifigkeit erhöhen.
  • Farbabrieb an Kontaktflächen: Schutzlacke einsetzen oder Gleitbereiche druckfrei halten.

Gestaltung und Informationsflächen

Überziehverpackungen bieten Platz für Produktinformationen, gesetzlich geforderte Hinweise, Piktogramme und Variantenkennzeichnungen. Eine klare Zuordnung der Informationen zu Sichtseiten erleichtert die Orientierung am Regal und im Lager.

  • Klare Seitenlogik: Vorder-, Rücken- und Stirnseiten definieren und konsistent gestalten.
  • Codierung: Farb- oder Zahlencodierungen für Sorten, Größen und Chargen.
  • Sichtfenster: Transparente Bereiche gezielt platzieren, ohne die Stabilität zu beeinträchtigen.

Sicherheit und Manipulationsschutz

  • Aufreißperforationen: Kontrolliertes Öffnen ohne Werkzeug.
  • Siegelpunkte oder Etiketten: Tamper-Evident-Hinweise ohne komplexe Zusatzkomponenten.
  • Greifkerben: Ergonomische Entnahme bei gleichzeitiger Reduktion unbeabsichtigter Öffnungen.

Zusammenfassung:

  • Die Überziehverpackung ist eine besondere Art der Verpackung, die durch ihre überziehende Funktion als zusätzlicher Schutz für die darin enthaltenen Produkte dient.
  • Sie wird häufig zusammen mit Wellpappe verwendet, um eine verbesserte Sicherheit zu gewährleisten und den Transport zu erleichtern.
  • Unternehmen, die auf der Suche nach hochwertigen Verpackungslösungen sind, finden in der Überziehverpackung und Wellpappe eine kosteneffektive und nachhaltige Lösung.
  • Durch gezielte Konstruktion, passende Materialwahl und definierte Funktionsmaße lassen sich Handhabung, Schutzwirkung und Präsentation präzise ausbalancieren.
  • Eine kritische Betrachtung von Materialeinsatz, Recyclingfähigkeit und Fertigungsprozessen unterstützt eine ressourcenschonende Umsetzung.
  • Prüfmethoden und klar definierte Toleranzen sichern die Funktion über den gesamten Lebenszyklus und verschiedene Klimabedingungen ab.
  • Eine strukturierte Informationsgestaltung und geeignete Öffnungshilfen erhöhen die Nutzerfreundlichkeit, ohne die Schutzfunktion zu mindern.

Veröffentlicht am 05.07.2024
Letzte Überarbeitung am 01.12.2025 um 14:00 Uhr von Manuel Hofacker

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