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Ölsperrschichtverpackung
Die Verwendung von Wellpappe in der Verpackungsindustrie variiert stark – vom einfachen Versandkarton bis hin zu technischen Sonderlösungen mit Sperrschicht. Eine zentrale Rolle spielen dabei sogenannte Ölsperrschichtverpackungen. Sie kommen insbesondere in der chemischen und petrochemischen Industrie sowie in metallverarbeitenden Betrieben zum Einsatz, wenn ölhaltige oder ölbasierte Medien sicher zurückgehalten werden sollen. Ohne geeignete Barriere könnte eine herkömmliche Kartonage Öl absorbieren, mechanisch geschwächt werden und bei Lagerung oder Transport versagen. Eine integrierte Sperrschicht sorgt für kontrollierte Dichtigkeit, handhabungssichere Stabilität und reduzierte Leckagerisiken.
Neben der unmittelbaren Barrierewirkung gegen Öldurchschlag adressieren solche Lösungen typische Schadensbilder wie aufgeweichte Stege, Delamination, verringerte Kantenstauchfestigkeit und eine reduzierte Box Compression Strength (BCT) im ölbenetzten Zustand. Durch eine auf das Medium abgestimmte Material- und Konstruktionswahl bleibt die Tragfähigkeit über den gesamten Lebenszyklus von Kommissionierung, innerbetrieblicher Handhabung und Transport bis zur Lagerung erhalten.
Definition: Was versteht man unter Ölsperrschichtverpackung?
Die Ölsperrschichtverpackung ist eine technisch ausgerüstete Verpackungsform, die das Eindringen und Durchwandern von Ölen in die Faserstruktur minimiert. Ihre innovative Konstruktion kombiniert mehrlagige Wellpappenaufbauten mit einer gezielten Barrierefunktion. Dadurch wird der sichere Umgang mit ölhaltigen Produkten unterstützt und ein unkontrolliertes Austreten verhindert. Typisch sind mehrschichtige Deckenpapiere, eine Welle sowie eine in den Aufbau integrierte Ölsperre (z. B. durch Beschichtung, Imprägnierung oder Laminat), die die Faseroberfläche ölresistent macht und die Tragfähigkeit unter Belastung bewahrt.
In der Praxis umfasst das Konzept nicht nur die Sperrschicht selbst, sondern auch passende Verschlusstechniken (z. B. definierte Klebestreifen oder Einstecklaschen), abdichtende Faltgeometrien sowie geeignete Bodenkonstruktionen. Ziel ist eine abgestimmte Systemleistung aus Barriere, Mechanik und handhabungsgerechter Konfektionierung.
Häufig kommen B-, C- oder Doppelwellen-Aufbauten (z. B. EB- oder BC-Welle) zum Einsatz, deren Grammaturen und Papierqualitäten auf das Medium und die Lastfälle abgestimmt werden. Die Sperrschicht kann flächig, partiell oder in definierten Zonen (z. B. im Bodenbereich) appliziert sein. Wichtig ist das Zusammenspiel aus Barriere, Klebstoffsystem und Faserverbund: Klebstoffe und Beschichtungen müssen ölresistent sein, eine ausreichende Haftung sicherstellen und die Verarbeitbarkeit (Rillen, Stanzen, Falten) nicht beeinträchtigen.
Einsatzbereiche der Ölsperrschichtverpackung
Die Anwendungsmöglichkeiten sind vielfältig. Eingesetzt wird sie für ölhaltige oder ölbasierte Produkte aus Industrie und Gewerbe, insbesondere in der chemischen und petrochemischen Produktion, in der Metallbearbeitung sowie im Automotive-Umfeld. Ob Schmieröle, Kühl- und Schleifemulsionen, Hydrauliköle, Reinigungsflüssigkeiten, ölbenetzte Ersatzteile, filterhaltige Baugruppen mit Restölanteilen oder ölgetränkte Tücher – die Vielfalt an Produkten, die sich mit dieser Art von Lösung sicher transportieren und lagern lässt, ist groß. Ebenso geeignet ist sie als Sekundärverpackung für Gebinde, deren Dichtigkeit unter Schock, Vibration oder Temperaturschwankung zusätzlich abgesichert werden soll.
Weitere Einsatzfelder reichen von Versuchsmustern mit unbekannter Restmengencharakteristik über Werkstatt- und Instandhaltungsumgebungen bis hin zu Export-Set-Verpackungen, in denen ölbenetzte Komponenten mit trockenen Bauteilen kombiniert werden. Auch bei der Sammlung von ölhaltigen Betriebsmitteln in der Zwischenlogistik (z. B. Späne mit KSS-Anhaftungen) kann eine definierte Barrierefunktion die Prozesssicherheit steigern.
- Bereiche: Wareneingang/-ausgang, interne Logistik, Zwischenlagerung, Exportverpackung.
- Produkttypen: Gebinde mit Restöl, Bauteile mit Korrosionsschutzfilm, Proben und Prüfmedien.
- Anforderungen: kontrolliertes Leckagemanagement, Stapelstabilität, definierte Aufnahmekapazität.
- Weitere Beispiele: Aggregate mit Montageöl, ölfeuchte Dichtungen, Turbolader mit Konservierung, ölbenetzte Werkzeuge und Spannmittel.
- Prozesskontext: Packplätze mit ölführenden Medien, Rücksendelogistik, temporäre Sicherung bei Funktionsprüfungen.
Aufbau und Funktionsweise der Ölsperrschicht
Die Sperrwirkung beruht auf einer ölresistenten Schicht, die Kapillarwirkung und Diffusion in die Faser verringert. Typische Lösungen sind polymerbasierte Dispersionsbeschichtungen, PE-/Coex-Laminate oder ölabweisende Imprägnierungen. In Kombination mit angepassten Deckenpapieren wird der Cobb-Wert für Flüssigkeiten optimiert und die mechanische Festigkeit im ölbenetzten Zustand stabilisiert. Kanten, Stöße und Nahtbereiche werden konstruktiv so gestaltet, dass potenzielle Schwachstellen minimiert werden.
Neben der flächigen Barriere sind Nahtdichtheit und Falzqualität entscheidend. Geeignete Klebebänder und Verschlussmittel müssen auf der beschichteten Oberfläche zuverlässig haften. Prüfgrößen wie Kit-Wert (Fett-/Ölbeständigkeit), Oberflächenenergie und Haftzugfestigkeit liefern Hinweise auf die zu erwartende Resistenz. Konstruktive Details wie doppelter Boden, innenliegende Dichtlaschen oder lokal verstärkte Kanten erhöhen die Betriebssicherheit, ohne die Verarbeitbarkeit der Wellpappe zu beeinträchtigen.
Technische Auslegung und Dimensionierung
Für die Auslegung sind Füllgut, Viskosität, potenzielle Leckagemengen, Temperaturbereich, Lagerdauer und Stapelung maßgeblich. Relevante Kenngrößen sind unter anderem Kantenstauchwiderstand (ECT), Berstfestigkeit, Durchfeuchtungszeit sowie die Tragfähigkeit in Kombination mit Paletteneinheiten. Für die geometrische Planung von Innen- und Außenmaßen sowie Passformen ist eine saubere Spezifikation sinnvoll. Hinweise zu normgerechten Abmessungen in der Praxis erleichtern die richtige Wahl der Dimensionen in der Anwendung.
Bei der Dimensionierung sollten Toleranzen, Fertigungszugaben (z. B. Rill- und Stanzzugaben), der Einfluss von Klima (23 °C/50 % r. F.) und die erwartete Belastungsdauer berücksichtigt werden. Die Beziehung von ECT zu BCT (z. B. über geeignete Rechenmodelle) unterstützt die Abschätzung der Stapeltragfähigkeit. Für ölhaltige Anwendungen sind Sicherheitszuschläge ratsam, da Permeation und Benetzung die Festigkeit zeitabhängig beeinflussen. Innenmaße sind so zu definieren, dass Einlagen, Dichtkomponenten und ggf. absorbierende Zusatzlagen spannungsfrei integrierbar bleiben.
Prüfung und Qualitätssicherung
Zur Qualitätssicherung werden Dichtigkeits- und Funktionsprüfungen durchgeführt, etwa simulierte Leckageszenarien, Fall- und Stapeltests, Temperaturwechsel sowie Prüfungen der Sperrschichthaftung. Zusätzlich sind je nach Medium betriebliche Sicherheitsanforderungen, Kennzeichnung und innerbetriebliche Freigaberoutinen zu berücksichtigen. Bei Gefahrgut greifen gesonderte Regelwerke und Zulassungen; diese sind unabhängig von der reinen Sperrschichtauslegung einzuhalten.
Empfehlenswert sind definierte Prüfpläne mit Stichprobenhäufigkeit, Annahmekriterien (z. B. nach AQL) und dokumentierten Grenzwerten für Leckage, Verformung und Haftung. Praxistests mit eingefärbten Medien, definierten Standzeiten und realistischen Lastkollektiven (Vibration, Stoß, Klimazyklus) liefern belastbare Aussagen. Rückverfolgbarkeit von Chargen, Materialzeugnisse und Prozessfähigkeitsnachweise (z. B. Cpk für kritische Maße) erhöhen die Reproduzierbarkeit.
Ökologische Aspekte der Ölsperrschichtverpackung
Die Umweltverträglichkeit ist ein wesentlicher Aspekt. Moderne Barrierekonzepte nutzen recyclingfähige Faserverbunde und reduzieren das Materialvolumen gegenüber alternativen Systemen mit separaten Kunststoffinlinern. Durch die einfache Handhabung können Sammel- und Entsorgungsprozesse verschlankt werden. Recycling und Nachhaltigkeit stehen dabei im Fokus: Wo möglich, werden faserbasierte Lösungen eingesetzt, die nach Gebrauch sortenrein zugeführt oder – sofern eine stoffliche Trennung nicht praktikabel ist – energetisch verwertet werden können.
Wichtig ist ein geeigneter Umgang mit Restinhalten: Rückstände sollten vor der Entsorgung soweit möglich entfernt oder fachgerecht behandelt werden, um die Wiederverwertung nicht zu beeinträchtigen. Auch der Anteil an Sekundärfasern, die Herkunft der Deckenpapiere und der Einsatz lösungsmittelfreier Beschichtungen können bei der ökologischen Bewertung berücksichtigt werden.
Bei der Auswahl der Barriere ist die Balance zwischen Funktionalität und Verwertbarkeit zu beachten. Dünne, wasserbasierte Beschichtungen erleichtern häufig die stoffliche Verwertung im Vergleich zu mehrschichtigen Laminaten. Eine klare Trennstrategie (z. B. abziehbare Barriereelemente) kann die Kreislaufführung unterstützen, wenn prozessbedingt höhere Schichtgewichte erforderlich sind.
Vor- und Nachteile von Ölsperrschichtverpackungen
Wie bei allen Lösungen gibt es auch bei Ölsperrschichtverpackungen eine Reihe von Vor- und Nachteilen zu berücksichtigen. Die Vorteile liegen vor allem in der hohen Sicherheit für das Transportgut und die Umwelt. Zudem lassen sich diese Verpackungen leicht stapeln und speichern. Die Nachteile können in eingeschränkter Flexibilität bezüglich der Formen- und Größenvielfalt liegen, sowie in höheren Kosten im Vergleich zu einfacheren Lösungen.
- Vorteile: reduzierte Leckagerisiken, stabilere Mechanik unter Ölkontakt, prozesssichere Handhabung, gute Stapelfähigkeit, kompatibel mit gängigen Verschlusstechniken.
- Nachteile: höherer Material- und Fertigungsaufwand, begrenzte Formfreiheit im Vergleich zu Kunststofftiefziehteilen, sorgfältige Spezifikation und Prüfaufwand erforderlich.
- Abwägung: Wirtschaftlichkeit hängt von Medieneigenschaften, Losgrößen, Schutzbedarf und Logistikprozessen ab.
- Weitere Vorteile: reduzierte Komplexität gegenüber separaten Inlinern, geringere Fehleranfälligkeit beim Konfektionieren, verbesserte Prozesssauberkeit.
- Weitere Nachteile: potenziell eingeschränkte Recyclingpfade bei hohen Schichtgewichten, erhöhte Anforderungen an Lager- und Verarbeitungsbedingungen.
Anwendungshinweise und Best Practices
Für eine robuste Anwendung empfiehlt sich: Medieneigenschaften dokumentieren, potenzielle Leckagemengen realistisch ansetzen, Naht- und Kantenbereiche schützen, geeignete Verschlüsse wählen, Lagerbedingungen (Feuchte, Temperatur) kontrollieren und Palettierung so planen, dass Druckspitzen vermieden werden. Eine regelmäßige Stichprobenprüfung des Sperrverhaltens erhöht die Prozesssicherheit im Betrieb.
Zusätzlich hilfreich sind klar definierte Packanweisungen, materialgerechte Rillgeometrien, schutzende Innenausstattungen (z. B. Formeinlagen, Distanzhalter) sowie der Einsatz kompatibler Klebebänder auf beschichteten Oberflächen. Schulungen für das Bedienpersonal, eindeutige Kennzeichnungen zur Lagerorientierung und die Prüfung der Kompatibilität mit Korrosionsschutzmitteln (VCI, Öle, Emulsionen) unterstützen eine konsistente Qualität.
Begriffsabgrenzung und verwandte Konzepte
Ölsperrschichtverpackungen unterscheiden sich von reinen Feuchtesperren: Während Feuchtesperren primär Wasserdampf und flüssiges Wasser adressieren, fokussiert die Ölsperre auf die Penetration von Mineral-, Synthese- oder Pflanzenölen sowie öligen Emulsionen. In der Praxis können kombinierte Barrieren sinnvoll sein, wenn sowohl Feuchte- als auch Öleinflüsse auftreten.
Kombination mit Innenausstattungen
Je nach Anwendung lassen sich ölresistente Einlagen, absorbierende Matten mit definierter Aufnahmekapazität oder formschlüssige Innenpolster kombinieren. Ziel ist eine kontrollierte Führung potenzieller Leckagen, die Entkopplung des Füllguts von kritischen Nahtbereichen und die Sicherung der Bauteilsauberkeit. Dabei sollten alle Materialien auf chemische Verträglichkeit und mechanische Passung geprüft werden.
Normative Bezüge und Kenngrößen
Für die Beurteilung eignen sich u. a. ECT- und BCT-Werte, Berstfestigkeit, Durchfeuchtungszeit sowie medienbezogene Prüfungen zur Ölpenetration. Ergänzend unterstützen prozessbezogene Standards (z. B. klimatische Prüfbedingungen, Probenvorbereitung) die Vergleichbarkeit. In Spezifikationen sollten Zielwerte, Prüfmethoden, Toleranzen und Freigabekriterien eindeutig festgelegt werden.
Zusammenfassung:
- Ölsperrschichtverpackung ist ein ideales System für Unternehmen, die nach nachhaltigen und effizienten Verpackungslösungen suchen, insbesondere aus Wellpappe.
- Diese spezielle Verpackungsart ist mit einer Ölsperre ausgestattet, die das Durchdringen von Öl oder anderen Flüssigkeiten verhindert und damit die Haltbarkeit der Wellpappe erhöht.
- Die Investition in Ölsperrschichtverpackungen ermöglicht es Unternehmen, ihre Waren sicher zu transportieren und gleichzeitig einen Beitrag zur Schonung der Umwelt zu leisten, da die Verpackungen recycelbar sind.
- Für eine geeignete Auslegung sind Medium, Füllmenge, Lagerdauer, Temperaturbereich und Stapelanforderungen zu berücksichtigen; Prüfungen sichern die geforderte Barriereleistung ab.
- Ökologische Aspekte umfassen recyclingfähige Faserverbunde, minimiertes Materialvolumen und einen sachgerechten Umgang mit Restinhalten, um die Verwertbarkeit zu gewährleisten.
- Eine sorgfältige Spezifikation zu Maßen, Toleranzen und Verschlusstechnik erhöht die Prozesssicherheit; regelmäßige Prüfungen und dokumentierte Freigaben schaffen Transparenz über die Barrierefunktion im Betrieb.
Veröffentlicht am 18.06.2025
Letzte Überarbeitung am 27.10.2025 um 11:49 Uhr von Sebastian Würth