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Zulassungen

Zulassungen sind ein bedeutsamer Faktor in der Welt der Wellpappenverpackungen. Sie sind nicht nur notwendig, um geltende Vorschriften und Standards einzuhalten, sondern haben auch Einfluss auf das Ansehen und die Reputation eines Unternehmens. Darüber hinaus bilden sie die Grundlage für rechtssichere Lieferketten, behördliche Konformität und reproduzierbare Produktqualität – von der Rohstoffauswahl über den Druck bis zur fertigen Versandverpackung. Zusätzlich tragen klare Freigabekriterien dazu bei, Haftungsrisiken zu minimieren, Reklamationsquoten zu senken und Prozessstabilität über verschiedene Standorte und Fertigungslinien hinweg sicherzustellen.

Definition: Was versteht man unter Zulassungen?

Im Kontext der Wellpappenindustrie sind Zulassungen offizielle Genehmigungen von zuständigen Behörden oder Institutionen. Sie bestätigen, dass ein Produkt, in diesem Fall eine Wellpappenverpackung, alle relevanten gesetzlichen und industriellen Anforderungen erfüllt. Dabei können die Zulassungsstandards je nach Land oder auch nach Produktkategorie variieren. In der Praxis umfasst dies Produkt- und Prozessfreigaben, Konformitätserklärungen, Prüfberichte sowie eindeutige Kennzeichnungen. Neben obligatorischen Zulassungen existieren häufig freiwillige oder kundenspezifische Freigaben, die zusätzliche Anforderungen an Materialien, Hygiene oder Rückverfolgbarkeit formulieren.

Relevante Rahmenwerke können unter anderem Verordnungen zum Lebensmittelkontakt (z. B. europäische Regelungen zu Materialien, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen), chemikalienrechtliche Anforderungen wie REACH oder Gefahrgutvorschriften für den Transport einschließen. Ergänzend treten häufig interne Werksnormen, branchenspezifische Leitlinien und anerkannte Prüfprogramme hinzu. In Europa sind beispielsweise Grundsätze der guten Herstellungspraxis, Anforderungen an Migrationsgrenzwerte sowie Vorgaben zur Kennzeichnung, Dokumentation und Rückverfolgbarkeit zu berücksichtigen. Im Transportbereich greifen je nach Verkehrsträger internationale Regelwerke (z. B. Straßen-, Schienen-, See- oder Lufttransport), die spezifische Prüf- und Markierungspflichten definieren.

Formen der Zulassung

  • Produktbezogene Zulassung: Freigabe einer konkreten Kartonage oder eines Verpackungssystems für einen definierten Einsatzzweck. Typischerweise sind Geltungsbereich, Temperatur- und Feuchtefenster, zulässige Inhalte, Mindest- und Maximalgewichte sowie die Kennzeichnung geregelt; Änderungen an Konstruktion, Papierqualitäten oder Klebstoffen erfordern eine erneute Bewertung.
  • Prozess- und Systemzulassung: Nachweis eines geeigneten Qualitäts- und Hygienemanagements (z. B. gute Herstellungspraxis), inklusive Dokumentation, Rückverfolgbarkeit und Änderungsmanagement. Dazu zählen validierte Reinigungs- und Rüstprozesse, festgelegte Prüfintervalle, Auditprogramme und ein strukturiertes Abweichungs- sowie CAPA-Management.
  • Transportbezogene Zulassung: Freigabe für spezielle Transportanforderungen, insbesondere für Gefahrgut (u. a. UN-Prüfzeichen für Faserstoff-Kisten). Erforderlich sind Bauartprüfungen (z. B. Fall-, Stapel- und Bersttests), die Festlegung von Füllgütern und Polsterungen sowie eine regelmäßig überwachte Produktion mit eindeutiger Kennzeichnung.

Geltende Zulassungen für Wellpappenverpackungen

Wellpappenverpackungen können eine Vielzahl von Zulassungen erfordern, je nachdem, wo und wie sie eingesetzt werden. Einige gängige Zulassungen sind die Lebensmittelsicherheitszulassung, REACH (Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals) für den sicheren Umgang mit Chemikalien sowie Zulassungen für den Transport gefährlicher Waren. Hinzu kommen je nach Anwendungsfall weitere Nachweise, etwa zur Recyclingfähigkeit, zu verwendeten Druckfarben oder zur Eignung unter klimatischen Bedingungen. Zusätzlich spielen Anforderungen an Geruchs- und Sensorikneutralität, spezifische Grenzwerte für Inhaltsstoffe und die Konformität im Mehrschichtverbund (Papier, Klebstoff, Druckfarbe) eine Rolle.

  • Lebensmittelkontakt: Bewertung der eingesetzten Papiere, Stärken, Klebstoffe und Druckfarben hinsichtlich Migration, Geruch und Sensorik; Umsetzung geeigneter Herstellungspraktiken; Dokumentation über Konformitätserklärungen. Prüfumfänge umfassen häufig globale und spezifische Migrationsgrenzen, Bewertung nicht absichtlich eingebrachter Stoffe (NIAS) sowie die Festlegung hygienischer Kontrollpunkte (HACCP).
  • REACH/chemische Sicherheit: Bestätigung, dass keine verbotenen oder beschränkten Stoffe oberhalb relevanter Schwellen eingesetzt werden; Kommunikation entlang der Lieferkette; Aktualisierung bei Änderungen der Kandidatenlisten. Ergänzend sind Sicherheitsdatenblätter, Stoffverzeichnisse und Meldepflichten relevant, insbesondere bei Rezepturänderungen oder neuen Drucksystemen.
  • Gefahrguttransport: UN-Zulassung für bestimmte Bauarten (z. B. Kennzeichnung mit 4G für Faserstoff-Kisten); Prüfungen wie Stapeldruck-, Fall- und Bersttests; periodische Überwachung und Gültigkeitsfristen. Der Markierungscode enthält u. a. Festigkeitskategorie (X/Y/Z), Jahr der Prüfung, Ländercode und Herstellerkennung; Abweichungen in Bauart oder Füllgut bedingen eine erneute Freigabe.
  • Umwelt- und Entsorgungsaspekte: Nachweise zur stofflichen Verwertung, zum Faserkreislauf und zu Inhaltsstoffen, die die Recyclingfähigkeit beeinträchtigen könnten. Berücksichtigt werden ebenfalls Anforderungen an Materialeffizienz, Faseranteile und die Minimierung kritischer Substanzen, um sortenreine Verwertung zu unterstützen.

Typische Prüfungen und Kennzeichnungen

  • Mechanische Prüfungen: Fall-, Stapel- und Durchstoßprüfungen unter praxisnahen Klimabedingungen. Ergänzend kommen ECT-, BCT- und BCT-unter-Feuchte-Tests, Kantenstauch- und Berstprüfungen sowie Klimakonditionierungen (z. B. 23 °C/50 % r. F.) zum Einsatz, um reale Belastungsszenarien abzubilden.
  • Kennzeichnung: Für Gefahrgutverpackungen z. B. UN-Code (etwa 4G/Y/…); für Lebensmittelkontakt eindeutige Chargen- und Losangaben zur Rückverfolgbarkeit. Ergänzend sind Produktionsdatum, Fertigungslinie, Spezifikationsnummer sowie gegebenenfalls Hinweise zur sachgerechten Lagerung und zum Handling sinnvoll.
  • Produktspezifische Spezifikationen: Festlegung von Papierqualitäten, Wellenarten, Flächengewichten und Toleranzen. Auch Rillabstände, Faltmechaniken, Klebenahtausführungen, Druckbildtoleranzen und zulässige Abweichungen bei Planlage und Feuchte werden präzisiert.

Bei der Auslegung und Prüfung spielen Maße und Toleranzen eine zentrale Rolle; hilfreich sind hierzu praxisnahe Erläuterungen zu Abmessungen und Toleranzen. Wesentlich ist die eindeutige Unterscheidung zwischen Innenmaß, Außenmaß und Rillmaß, da Packgüter, Polsterelemente und Palettenlayouts jeweils unterschiedliche Bezugssysteme erfordern. Toleranzen werden üblicherweise abhängig von Wellenart, Flächengewicht und klimatischen Bedingungen definiert.

Rolle von Zulassungen im Qualitätssicherungsprozess

Zulassungen spielen eine entscheidende Rolle im Qualitätssicherungsprozess der Wellpappenindustrie. Sie stellen sicher, dass Hersteller bestimmte Standards einhalten. Dies kann Kunden das Sicherheitsgefühl geben, dass sie Produkte von hoher Qualität erwerben. Ein Produkt mit den entsprechenden Zulassungen kann als sicher und vertrauenswürdig angesehen werden. Zudem verankern Zulassungen klare Prüfkriterien im Tagesgeschäft und dienen als verbindliche Referenz in Angeboten, Spezifikationen und Reklamationsfällen.

In der operativen Umsetzung sind Zulassungen eng mit Spezifikationsmanagement, Prüfplänen, Wareneingangskontrollen und Lieferantenaudits verzahnt. Änderungen an Rezepturen, Wellprofilen oder Druckfarben werden über definierte Freigabeprozesse gesteuert (Change Control). Die Kennzeichnung der Verpackung sowie die lückenlose Rückverfolgbarkeit (Chargen, Fertigungsdatum) gehören zu den Kernanforderungen. Ergänzend sichern interne Audits, Abweichungsmanagement und wirksame Korrektur- und Vorbeugemaßnahmen (CAPA) die dauerhafte Regelkonformität ab.

  • Risikobewertung: Identifikation kritischer Prozessschritte (z. B. Leimauftrag, Bedruckung, Feuchtehaushalt). Bewertung von Einflussfaktoren wie Lagerdauer, Transportbelastung, klimatische Schwankungen und Wechselwirkungen mit Füllgütern.
  • Dokumentierte Prüfintervalle: Regelmäßige Überprüfung mechanischer Kennwerte und sensorischer Eigenschaften. Festlegung von Stichprobenplänen, Annahmekriterien und Eskalationswegen bei Nichterfüllung.
  • Schulung und Hygiene: Qualifizierung des Personals gemäß den relevanten Vorgaben, insbesondere im Lebensmittelumfeld. Standardisierte Arbeitsanweisungen, Reinigungspläne und Kompetenznachweise sichern reproduzierbare Qualität.

Nachweisführung und Dokumentation

Eine belastbare Dokumentation ist integraler Bestandteil jeder Zulassung. Sie sorgt für Transparenz gegenüber Auftraggebern und Behörden und ermöglicht eine effiziente Reklamationsbearbeitung. Neben der Erstellung sind Versionierung, Änderungsverfolgung und definierte Aufbewahrungsfristen wesentlich, um den aktuellen Freigabestand jederzeit nachweisen zu können.

  • Konformitätserklärung (DoC): Produkt- und anwendungsbezogene Bestätigung der Eignung. Beinhaltet üblicherweise Geltungsbereich, rechtliche Grundlagen, Prüfstatus, Verantwortlichkeiten und Datum der letzten Aktualisierung.
  • Technische Datenblätter und Spezifikationen: Festlegung von Materialparametern, Grenzwerten und Prüfmethoden. Ergänzt durch Maßzeichnungen, Rillbilder, Druckvorgaben und Verpackungsanweisungen (Packmuster, Füllgrade, Verschlussarten).
  • Prüfberichte: Ergebnisse aus internen und externen Tests inklusive Prüfumfang, Normbezug und Datum. Transparente Darstellung von Prüfbedingungen (Klima, Vorbehandlung) und statistischer Auswertung erleichtert Vergleiche.
  • Rückverfolgbarkeit: Zuordnung von Rohstoffen, Chargen und Fertigungslosen. Digitale Audit-Trails und eindeutige Loscodes unterstützen die schnelle Ursachenanalyse bei Abweichungen.

Ablauf zur Erlangung einer Zulassung

  1. Anforderungsanalyse: Definition von Einsatzgebiet, Kontaktmedien, Transportwegen und klimatischen Bedingungen. Präzisierung von Lebensdauer, Lagerbedingungen, Reinigungs- oder Entsorgungswegen sowie besonderen Kundenvorgaben.
  2. Risikobewertung: Bewertung potenzieller Gefährdungen (Migration, mechanische Belastung, Feuchte). Ableitung kritischer Kontrollpunkte und Festlegung geeigneter Prüf- und Überwachungsmaßnahmen.
  3. Material- und Konstruktionsauswahl: Festlegung von Wellenarten, Flächengewichten, Klebstoffen und Drucksystemen. Abgleich mit Verfügbarkeiten, Toleranzanforderungen, Recyclingfähigkeit und Transportbeanspruchungen.
  4. Prüfplanung: Auswahl geeigneter Tests (mechanisch, klimatisch, sensorisch) und Festlegung der Akzeptanzkriterien. Bestimmung von Stichprobengrößen, Prüffrequenzen und Freigabeschwellen; Definition der Prüfmittel und deren Kalibrierstatus.
  5. Durchführung und Dokumentation: Prüfung, Auswertung, Erstellung der Konformitätsunterlagen. Plausibilisierung der Ergebnisse, Vergleich mit Referenzen und Erstellung eines eindeutigen Freigabestatus.
  6. Freigabe und Kennzeichnung: Offizielle Erteilung der Zulassung; eindeutige Markierungen gemäß Vorgaben. Einbindung in Arbeitsanweisungen, Etikettenlayouts und Produktionsfreigaben.
  7. Überwachung im Betrieb: Regelmäßige Re-Tests und Aktualisierung der Dokumente bei Änderungen. Monitoring von Reklamationen, Kontrollaudits und Wirksamkeitsprüfungen der getroffenen Maßnahmen.

Vor- und Nachteile von Zulassungen

Zulassungen bieten viele Vorteile. Sie geben Vertrauen in die Produktqualität und können einem Unternehmen dabei helfen, einen Wettbewerbsvorteil zu erlangen. Allerdings können sie auch Kosten und Zeit beanspruchen. Das Erlangen von Zulassungen kann einen langen, bürokratischen Prozess darstellen, der mit erheblichen Kosten verbunden ist. Nichtsdestotrotz sollten diese Ausgaben als wertvolle Investition betrachtet werden, da sie den langfristigen Erfolg des Unternehmens fördern. Zusätzlich erhöhen klare Zulassungsprozesse die Planungssicherheit, erleichtern Lieferantenaudits und unterstützen einen zügigen Marktzugang in regulierten Branchen.

  • Vorteile: Rechtssicherheit, nachvollziehbare Produktqualität, klar definierte Spezifikationen, vereinfachte Audits und Marktzugang. Verbesserte Prozessstabilität, geringere Fehlerraten und schnellere Reklamationsbearbeitung durch transparente Nachweise.
  • Herausforderungen: Prüf- und Dokumentationsaufwand, Requalifizierungen, Einschränkungen bei kurzfristigen Materialänderungen, Abhängigkeit von externen Prüfterminen. Zusätzliche Komplexität durch regionale Unterschiede, Mehrsprachigkeit der Unterlagen und fortlaufende Aktualisierungspflichten.

Zusammenfassung:

  • Genehmigungen und Zulassungen sind in der Produktion und dem Vertrieb von Verpackungen aus Wellpappe essenziell. Sie gewährleisten die Einhaltung von Sicherheits- und Qualitätsstandards. Sie schaffen Klarheit über Geltungsbereiche, Prüfmethoden und Kennzeichnungspflichten.
  • Zulassungen beinhalten unter Umständen Nachweise für Lebensmittelsicherheit oder Einhaltung von Umweltauflagen, was für Unternehmen, die ökologische Verpackungslösungen suchen, besonders relevant ist. Ergänzend sichern chemikalienrechtliche Vorgaben und interne Werksnormen die Konformität ab.
  • Das Vorhandensein relevanter Zulassungen kann den Markteintritt in bestimmte Regionen oder Industriezweige bedeutend erleichtern und stellt einen Wettbewerbsvorteil dar. Einheitliche Spezifikationen und nachvollziehbare Prüfpläne unterstützen dabei die Skalierbarkeit.
  • Eine strukturierte Dokumentation (Konformitätserklärungen, Prüfberichte, Spezifikationen) und eine eindeutige Kennzeichnung sind zentrale Bausteine der Zulassungsanforderungen. Versionierung, Rückverfolgbarkeit und definierte Aufbewahrungsfristen sind hierfür maßgeblich.
  • Regionale Unterschiede der Rechtslage und Gültigkeitsfristen erfordern eine regelmäßige Überprüfung und Aktualisierung der Nachweise. Kontinuierliche Re-Tests und ein wirksames Änderungsmanagement sichern die dauerhafte Konformität.

Veröffentlicht am 10.08.2024
Letzte Überarbeitung am 08.10.2025 um 11:54 Uhr von Julia Kopp

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