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Durchsichtigkeitsgrad

In der Wellpappenindustrie ist der Durchsichtigkeitsgrad ein zentraler Parameter für Konstruktion, Materialauswahl und Qualitätssicherung von Verpackungen. Eine passend definierte Lichtdurchlässigkeit macht Inhalte kontrollierbar sichtbar, unterstützt die Warenpräsentation und kann gleichzeitig Schutzfunktionen wie Sichtschutz oder UV-Abschirmung erfüllen. Der richtige Zielwert entsteht aus dem Anwendungsfall: Während Sichtfenster am Point of Sale die Produktwahrnehmung erleichtern, benötigen empfindliche Güter häufig eine geringe Lichttransmission, um Qualität und Haltbarkeit zu sichern. Zudem greift der Durchsichtigkeitsgrad in die Auslegung von Fensterstanzungen, Folienmaterialien und Druckabdeckungen ein, beeinflusst Prozessschritte wie Fensterkleben, Kaschieren und Stanzen und wirkt sich auf Rezyklierbarkeit sowie Produktschutz aus. Entlang der Lieferkette ermöglicht ein definierter Transparenzgrad schnelle Sichtprüfungen, unterstützt automatische Scanner und reduziert Fehlgriffe oder Manipulationsrisiken. Je nach Branche variieren Zielwerte und Toleranzen; sie sollten als messbare Spezifikation geführt, dokumentiert und regelmäßig verifiziert werden.

Definition: Was versteht man unter Durchsichtigkeitsgrad?

Der Durchsichtigkeitsgrad, auch Transparenzgrad, Lichtdurchlässigkeit oder Lichttransmission genannt, beschreibt das Ausmaß, in dem Licht durch ein Material hindurchtritt und Objekte dahinter erkennbar macht. Bei Konstruktionen aus Wellpappe wird dieser Wert typischerweise durch zusätzliche Elemente wie Sichtfensterfolien, transluzente Einleger oder offene Ausschnitte realisiert. In der Regel wird die Lichttransmission im sichtbaren Spektralbereich (ca. 380–780 nm) bewertet; für Schutzanforderungen gegen UV-Strahlung ist die spektrale Transmission im UV-Bereich (z. B. 280–400 nm) relevant. Neben der reinen Transmission beeinflussen auch Trübung (Haze), Klarheit und Opazität das visuelle Ergebnis. Zusätzlich prägen Streuung, Oberflächenrauheit, Glanzgrad und der Betrachtungswinkel die wahrgenommene Sichtbarkeit. Bei Wellpappenverpackungen entsteht Transparenz nicht aus der Wellpappe selbst, sondern durch Funktionslagen wie PET-, PP- oder PLA-Fensterfolien, Pergamin- oder Papierfenster, transluzente Lacke sowie definierte Ausschnitte.

  • Transparent: Hohe Transmission und geringe Trübung; Konturen und Farben hinter dem Material sind deutlich erkennbar, auch bei flachen Blickwinkeln und wechselndem Umgebungslicht.
  • Transluzent: Mittlere Transmission bei sichtbarer Streuung; Umrisse sind erahnbar, Details bleiben verborgen, der Sichtschutz ist erhöht und Reflexe sind meist reduziert.
  • Opak: Sehr geringe oder keine Transmission; vollständiger Sichtschutz mit maximaler Abschirmung gegenüber Licht, geeignet für empfindliche Inhalte oder vertrauliche Güter.

Bedeutung des Durchsichtigkeitsgrades in der Wellpappenindustrie

Der Durchsichtigkeitsgrad von Verpackungen bestimmt, ob Inhalte inspiziert werden können, ohne die Einheit zu öffnen. Das erleichtert Wareneingang, Kommissionierung und Qualitätskontrolle, reduziert Fehlgriffe und unterstützt die Präsentation am Regal. Gleichzeitig lassen sich sensible Produkte vor Lichteinfluss, Blicken oder unbefugter Entnahme schützen, wenn die Lichtdurchlässigkeit gezielt reduziert wird. Für drucktechnische Elemente wie Barcodes, MHD- oder Chargencodes kann ein definiertes Sichtfenster das Auslesen vereinfachen, ohne die Umverpackung zu beschädigen. Darüber hinaus ermöglicht ein abgestimmter Transparenzgrad konsistente Prozesse von der Abfüllung über das Fensterkleben bis zur finalen Kennzeichnung, ohne die mechanische Stabilität der Wellpappenverpackung zu vernachlässigen.

  • Retail/Point of Sale: Sichtfenster erhöhen die Erkennbarkeit der Ware und ermöglichen eine visuelle Prüfung, ohne die Einheit zu öffnen.
  • Intralogistik: Einsehbare Teilbereiche erlauben schnelle Identifikation (z. B. Label, Farbe, Form) und verkürzen Prozesszeiten.
  • Produktschutz: Geringe Lichttransmission schützt lichtempfindliche Inhalte (z. B. Farben, Aromen) vor Qualitätsverlust.
  • Informationssichtbarkeit: Ausgesparte Bereiche oder transparente Einsätze unterstützen das maschinelle und manuelle Auslesen von Kennzeichnungen.
  • E-Commerce/Versand: Kleine Fenster erleichtern die SKU- und Variantenprüfung in Bündel- oder Setverpackungen, ohne Inhalte vollständig preiszugeben.
  • Kennzeichnung und Compliance: Definierte Sichtbereiche unterstützen die Lesbarkeit von Barcodes, Chargen- und Rechtstexten entlang der Lieferkette.
  • Nachhaltigkeit/Recycling: Transparente Einsätze beeinflussen Monomaterialität und Sortenreinheit; eine gut trennbare Konstruktion erleichtert das stoffliche Recycling.

Messung und Kontrolle des Durchsichtigkeitsgrades

Für die Messung des Durchsichtigkeitsgrades stehen standardisierte Verfahren zur Verfügung, die den Anteil des durchgelassenen Lichts quantifizieren und – je nach Methode – Streuung und Klarheit berücksichtigen. Häufig kommen Spektralphotometer, UV/Vis-Messungen und Integrationskugeln zum Einsatz. Messwerte werden typischerweise als Gesamttransmission in Prozent (% T) und als Trübungsgrad (Haze, in %) angegeben. Für Folien-Sichtfenster sind standardnahe Prüfungen (z. B. für Lichttransmission und Trübung) zielführend. Bei Verbundkonstruktionen ist die Gesamtkonfiguration (Folienstärke, Klebstoff, Bedruckung, Oberflächenrauheit) zu berücksichtigen.

  • Probenvorbereitung: Gleichmäßige Dicke, saubere Oberfläche, definierte Klimabedingungen; bei Folien: Prüfung in Anlieferungs- und eingebautem Zustand.
  • Messgrößen: Gesamtlichttransmission (% T), Trübung (Haze %), ggf. spektrale Transmission (Abhängigkeit von der Wellenlänge, z. B. UV-Bereich).
  • Einflussfaktoren: Materialdicke, Oberflächenstruktur, Füllstoffe, Druckfarben/Deckweiß, Beschichtungen und Klebstoffe.
  • Qualitätsgrenzen: Toleranzfenster für Sichtbarkeit, Barcode-Lesbarkeit oder UV-Schutz lassen sich als Spezifikation definieren.
  • Messgeometrie: 0°/45°-Geometrie für Klarheit/Reflexionsartefakte oder d/8° mit Integrationskugel zur Erfassung diffus gestreuten Lichts, je nach Anforderung.
  • Dokumentation: Rückführbare Kalibrierung, Messunsicherheit, Stichprobengröße und Prüfberichte sind Teil der Qualitätslenkung.

Entscheidend ist die Wahl der Messgeometrie und des Wellenlängenbereichs in Bezug auf den Anwendungsfall: Für Sichtfenster mit Barcode-Lesung ist Klarheit und Kontrast zentral, während für empfindliche Produkte der UV-Schutz (niedrige Transmission im UV) im Vordergrund steht. Proben sollten nach gängigen Klimanormen konditioniert werden, und Einflüsse des Einbaus (Klebstoffnähte, Überlappungen, Bedruckungen) müssen in die Bewertung einfließen.

Normen und Prüfmethoden

Zur Bewertung von Transmission, Trübung und Klarheit werden etablierte Prüfstandards herangezogen. Für Kunststofffensterfolien eignen sich verbreitete Normen zur Bestimmung von Haze und Gesamttransmission; für Anwendungen mit besonderem UV-Anteil können spektrale Verfahren ergänzt werden.

  • Methoden zur Bestimmung von Trübung und Transmission an Kunststofffolien (z. B. anlehnend an ASTM D1003, ISO 13468-1/-2, ISO 14782).
  • Bewertung der spektralen Transmission im UV/Vis-Bereich für Schutzanforderungen (z. B. UV-Filterwirkung).
  • Optionale Bezugnahme auf lichttechnische Kenngrößen aus der Verglasungsbewertung (z. B. anlehnend an DIN EN 410) für Folien mit besonderen optischen Funktionen.
  • Gerätekalibrierung mit rückführbaren Referenzen sowie regelmäßige Zwischenprüfungen.

Spezifikation, Toleranzen und Prüfpläne

Damit der geforderte Durchsichtigkeitsgrad prozesssicher erreicht wird, sollte er als messbarer Parameter geführt und mit der Fertigung abgestimmt werden. Eine klare Spezifikation schafft Sicherheit in Entwicklung, Einkauf und Qualitätssicherung.

  • Zielwerte als Bereiche definieren (z. B. Gesamttransmission und Haze mit Ober- und Untergrenzen) und auf den Einsatzzweck beziehen.
  • Stichproben- und Abnahmepläne (z. B. AQL-basiert) festlegen; bei kritischen Anwendungen statistische Prozesskontrolle (SPC) nutzen.
  • Grenzmuster und Referenzkarten für Sichtprüfungen hinterlegen, inklusive Barcode-Lesetests (z. B. nach ISO/IEC 15416) im vorgesehenen Fensterbereich.
  • Änderungsmanagement: Material- und Lieferantenwechsel einschließlich Folientyp, Klebstoff, Bedruckung und Oberflächenfinish qualifizieren.

Weiterführendes Hintergrundwissen zur Perforation bei Sichtfenstern hilft bei der konstruktiven Kombination aus Belüftung, Sichtbarkeit und Öffnungskomfort.

Vor- und Nachteile von Durchsichtigkeitsgrad

Der Durchsichtigkeitsgrad einer Wellpappeverpackung hat sowohl Vorteile als auch Nachteile. Zu den Vorteilen gehört, dass der Inhalt der Verpackung sichtbar ist, ohne dass die Verpackung geöffnet werden muss. Dies bietet dem Verbraucher eine höhere Sicherheit und Vertrauen in das Produkt. Nachteilig kann jedoch sein, dass eine hohe Durchsichtigkeit dazu führt, dass das Produkt Licht ausgesetzt ist, was unter Umständen zu Schäden führen kann. Zudem kann eine zu hohe Transparenz die Stabilität der Verpackung beeinträchtigen. In der Praxis gilt es daher, die optische Anforderung mit Schutz- und Stabilitätszielen sowie mit Recycling- und Prozessvorgaben auszubalancieren.

  • Vorteile:
    • Sichtprüfung ohne Öffnen (zustands- und mengenbezogen).
    • Schnellere Identifikation und geringere Fehlkommissionierung.
    • Gezielte Präsentation von Farbe, Form oder Labeln.
    • Reduzierte Retouren durch Sichtkontrolle im Handel und Versand.
    • Höhere Prozesssicherheit durch maschinelles und manuelles Scannen definierter Sichtzonen.
    • Ergonomische Unterstützung bei der Kommissionierung durch klare Erkennbarkeit kritischer Informationen.
  • Nachteile:
    • Erhöhte Lasteinwirkung durch Licht/UV auf empfindliche Inhalte.
    • Mögliche Beeinflussung der Gesamtstabilität bei großen Sichtfenstern.
    • Datenschutz/Diebstahlrisiko bei sensiblen Gütern (voll einsehbarer Inhalt).
    • Blendungen und Reflexionen können die Lesbarkeit bei glänzenden Folien beeinträchtigen.
    • Kratz- und Abriebempfindlichkeit der Fensterfläche, insbesondere bei Transport und Handling.
    • Kondensation/Anlaufen bei Temperaturwechseln kann die Sicht temporär reduzieren.
  • Gegenmaßnahmen:
    • Teiltransparente Bereiche statt vollflächiger Sichtfenster.
    • UV-absorbierende Folien, getönte Fenster oder bedruckte Abdeckungen mit Aussparungen.
    • Gezielte Positionierung des Fensters (z. B. nur über Kennzeichnungen).
    • Matt- oder Antireflex-Folien sowie Anti-Fog-Ausrüstungen für bessere Lesbarkeit.
    • Mechanische Verstärkungen (Stege, Sicken, zusätzliche Ränder) im Fensterbereich zur Stabilitätssicherung.
    • Partielle Bedruckungen oder Deckweißraster zur Reduktion von Lichteintrag und Blickschutz.

Praxisbeispiele:

  1. Lebensmittel mit Sichtfenster: Inhalt erkennbar, gleichzeitig Einsatz von UV-Filterfolien und bedruckten Randzonen zum Schutz.
  2. Technische Produkte: Geringe Transmission oder opake Ausführung zum Schutz sensibler Oberflächen und zur Diskretion.
  3. Pharma-/Kosmetiksets: Kleine Fenster für Chargen- und MHD-Kontrolle, ohne die Umverpackung zu öffnen.
  4. E-Commerce-Bündel: Kleine Sichtfenster zur SKU- und Farbkontrolle, kombiniert mit opaken Zonen für Datenschutz und Manipulationsschutz.
  5. Frische- und Backwaren: Pergamin- oder Papierfenster für atmungsaktive Transparenz, ergänzt durch partielle Bedruckungen zur Lichtreduktion.

Zusammenfassung:

  • Der Durchsichtigkeitsgrad bezieht sich auf die Menge an Licht, die ein Material durchlässt und ist entscheidend für die Gestaltung von Verpackungen aus Wellpappe.
  • Ein hoher Durchsichtigkeitsgrad ist wichtig, wenn Produkte sichtbar sein sollen, während ein niedriger Durchsichtigkeitsgrad Schutz vor Licht und neugierigen Blicken bietet.
  • Während in der Lebensmittelindustrie oft ein hoher Durchsichtigkeitsgrad gefordert wird, ist bei technischen Produkten eher ein niedriger Durchsichtigkeitsgrad im Bereich Verpackungslösungen gefragt.
  • Messwerte wie Gesamtlichttransmission (% T) und Trübung (Haze) liefern eine objektive Grundlage für Material- und Designentscheidungen.
  • Einflussgrößen sind u. a. Materialdicke, Oberflächenstruktur, Bedruckung, Beschichtungen und Folientypen in Sichtfenstern.
  • Die optimale Auslegung entsteht aus dem Anwendungsprofil: Präsentation, Identifikation, Schutzanforderungen und Stabilitätsbedarf müssen ausbalanciert werden.
  • Transparenz kann durch Sichtfenster, transluzente Papiere oder Beschichtungen realisiert werden; Konstruktionsdetails bestimmen Funktion, Lesbarkeit und Stabilität.
  • Spezifikationen sollten messbar definiert, toleriert und mit Prüfplänen, Referenzmustern und geeigneten Prüfmethoden abgesichert werden.
  • Umweltaspekte: Sortenreine Trennbarkeit von Folien und Wellpappe unterstützt die Wiederverwertung.
  • Die Wahl des Zielwerts richtet sich nach Branche und Anwendung; der Abgleich mit Kennzeichnungs- und Produktschutzanforderungen ist empfehlenswert.

Veröffentlicht am 16.07.2024
Letzte Überarbeitung am 24.09.2025 um 15:45 Uhr von Manuel Hofacker

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